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Divertikulitis: Lebensqualität als zentrales Kriterium für chirurgische Therapie - Experteninterview mit PD Dr. med. Silvio Däster

28.07.2025

PD Dr. med. Silvio Däster ist Facharzt für Chirurgie FMH mit Spezialisierung in Viszeralchirurgie und gehört zum erfahrenen Team der Praxis Chirurgie im Zentrum in Basel. Mit seiner umfassenden klinischen Erfahrung, seiner wissenschaftlichen Qualifikation sowie seiner persönlichen, patientennahen Herangehensweise steht er für moderne und qualitativ hochwertige chirurgische Versorgung.

Ein besonderer Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt in der Behandlung von Erkrankungen des Dick- und Enddarms. Als europäisch zertifizierter Koloproktologe (EBSQ/FEBS) bringt er fundiertes Fachwissen in diesem Bereich mit und wendet minimal-invasive Verfahren an, die eine schnellere Genesung und geringere Belastung für die Patienten ermöglichen. PD Dr. Däster behandelt ein breites Spektrum an allgemein- und viszeralchirurgischen Erkrankungen – von Gallenblasenchirurgie, über entzündliche Leiden des Magen-Darm-Traktes bis hin zu Tumorerkrankungen.

Die operative Therapie erfolgt nach aktuellen wissenschaftlichen Standards, wobei stets eine individuelle und leitliniengerechte Behandlungsplanung im Mittelpunkt steht. Auch in der Hernienchirurgie und bei kleineren chirurgischen Eingriffen bietet er eine fachlich versierte und patientenorientierte Versorgung. Nach seiner langjährigen klinischen Tätigkeit an akademischen Spitälern im In- und Ausland hat sich PD Dr. Däster bewusst für die Praxis entschieden, um Patienten in einem persönlichen Rahmen individuell betreuen zu können. Neben seiner klinischen Arbeit ist er auch wissenschaftlich aktiv und hat sich 2018 an der Universität Basel im Fach Allgemein- und Viszeralchirurgie habilitiert.

In der Praxis Chirurgie im Zentrum, die gemeinsam mit Prof. Dr. Savas Soysal und Dr. Beatrice Kern geführt wird, steht PD Dr. Däster für eine moderne, präzise und empathische chirurgische Versorgung. Das Zusammenspiel aus hoher fachlicher Kompetenz, schonenden Operationsmethoden und enger ärztlicher Begleitung sorgt dafür, dass Patienten in jeder Phase ihrer Behandlung bestmöglich betreut werden.

Zu den neuesten Entwicklungen in der chirurgischen Behandlung von Divertikulitis konnte die Redaktion des Leading Medicine Guide in einem Gespräch mit PD Dr. Däster mehr erfahren.
 

Die Divertikelkrankheit – insbesondere in Form wiederkehrender Divertikulitis – stellt für viele Betroffene eine erhebliche Einschränkung im Alltag dar. Neben Schmerzen, wiederholten Entzündungsschüben und der damit verbundenen Belastung stehen häufig auch Unsicherheiten bezüglich der langfristigen Behandlung im Raum. Während die operative Versorgung früher vorrangig zur Vermeidung von Komplikationen empfohlen wurde, zeigen aktuelle Studien, dass vor allem bei rezidivierenden Verläufen eine Sigmaresektion einen relevanten Zugewinn an Lebensqualität bringen kann. Der Fokus liegt daher verstärkt auf einer individuell abgestimmten Entscheidungsfindung, bei der nicht nur medizinische Faktoren, sondern insbesondere auch das subjektive Wohlbefinden und die Lebensqualität der Patienten eine zentrale Rolle spielen. 

PD Dr. med. Silvio Däster 

Divertikulitis entsteht auf Grundlage einer Divertikulose, also der Ausbildung von kleinen Ausstülpungen (Divertikeln) in der Darmwand, meist im Bereich des Sigmas (unterer linker Dickdarmabschnitt). 

Ursache für die Entzündung dieser Divertikel ist ein komplexes Zusammenspiel aus mechanischer Reizung durch im Divertikel impaktierten Stuhl, veränderter Darmflora und immunologischer Reaktion. Die Entstehung der Divertikel wird durch Faktoren wie ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und zunehmendes Alter begünstigt. 

Die Divertikulose ist eine gutartige und sehr häufige Erkrankung des Dickdarms, bei der sich im Verlauf des Lebens sogenannte Divertikel bilden. Diese entstehen an Schwachstellen der Darmwand, typischerweise dort, wo die Blutgefäße eintreten. Solange diese Divertikel keine Beschwerden verursachen, spricht man von Divertikulose – viele Menschen haben diese Veränderung, ohne Symptome zu bemerken. Erst wenn sich diese Divertikel entzünden, spricht man von einer Divertikulitis, die dann tatsächlich krankheitsrelevant wird.

Die Entzündung tritt am häufigsten im Bereich des Colon sigmoideum, also im linken Unterbauch, auf. Dort verursacht sie Schmerzen, die oft als klassisches Symptom wahrgenommen werden. Diese Schmerzen entstehen durch die lokale Entzündung der Darmwand und können sich bis zur Entzündung des angrenzenden Bauchfells (lokale Peritonitis) ausweiten. Zusätzlich können allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl auftreten. Die Divertikulitis kann in unterschiedlicher Schwere verlaufen. Prinzipiell wird zwischen einer unkomplizierten Entzündung und einer komplizierten Form unterschieden, die schwerwiegendere Folgen haben kann. Die Entzündung entsteht häufig durch eine Verstopfung eines Divertikels mit Stuhl, was zu einem Druckanstieg und einer lokalen Entzündung führt, die dann auf die Darmwand übergreift.

Wichtig zu wissen ist, dass nur ein kleiner Teil der Menschen mit Divertikulose tatsächlich eine Divertikulitis entwickelt – Studien zeigen, dass etwa 5 % der Betroffenen innerhalb von zehn Jahren eine Entzündung bekommen. Hat man jedoch einmal eine Divertikulitis erlitten, steigt das Risiko für weitere Entzündungen, die dann als rezidivierende Divertikulitis bezeichnet werden. Die Verläufe können dabei sehr unterschiedlich sein, von einmaligen bis hin zu wiederkehrenden Schüben“, erklärt PD Dr. Däster am Anfang unseres Gesprächs. 

Eine Divertikulitis gilt als „rezidivierend“, wenn ein Patient nach einem erstmaligen entzündlichen Schub erneut mindestens einen weiteren Schub derselben Erkrankung im Bereich der Divertikel im Dickdarm erleidet. 

Wichtig ist, dass die Diagnosen dieser Schübe gesichert sind, zum Beispiel durch bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder CT. Die Rezidive können sich in unterschiedlicher Schwere zeigen – von milden, unkomplizierten Verläufen bis hin zu schweren, komplizierten Entzündungen mit Abszessen, Fisteln oder gar Darmperforationen. 

Nach einem akuten Divertikulitis-Schub ist das Risiko, dass die Entzündung wiederkehrt, besonders in den ersten sechs Monaten am höchsten. Bevor man jedoch chirurgische Maßnahmen erwägt, gibt es verschiedene konservative Behandlungsmöglichkeiten, die zuerst in Betracht gezogen werden. Eine akute Divertikulitis wird in der Regel konservativ behandelt, außer es treten schwerwiegende Komplikationen auf, wie beispielsweise eine Darmperforation. Diese kann zu einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung führen und erfordert dann eine Notoperation. Bei unkomplizierter Divertikulitis beschränkt sich die Behandlung meist auf eine vorübergehende Nahrungskarenz mit leichter Kost, wobei völliges Fasten nicht notwendig ist.

Häufig werden Antibiotika verabreicht, doch neuere Studien zeigen, dass auch eine Behandlung ohne Antibiotika in unkomplizierten Fällen ausreicht. Operiert wird nur zwingend bei ernsthaften Komplikationen wie Darmperforation oder im Langzeitverlauf bei wiederkehrenden Problemen, etwa bei der Bildung von Fisteln, also abnormalen Verbindungen zwischen Darm und anderen Organen wie der Blase oder der Vagina. 

Bei wiederkehrender Divertikulitis dient die konservative Behandlung vor allem der Kontrolle akuter Entzündungen und Symptombehandlung, etwa durch Medikamente, ballaststoffreiche Ernährung und Risikofaktorkontrolle. Sie kann die Ursache, die Divertikel, jedoch nicht beseitigen. Bei häufigen oder schweren Schüben steigt das Risiko für Komplikationen und die Lebensqualität leidet. Dann wird oft eine Operation empfohlen, bei der der betroffene Darmabschnitt entfernt wird. Die Entscheidung hängt vom Schweregrad und der individuellen Situation ab. 

Chirurgie im Zentrum Basel

Aus chirurgischer Sicht werden mehrere Faktoren herangezogen, um zu entscheiden, ob bei einem Patienten mit Divertikulitis eine Sigmaresektion sinnvoll und angezeigt ist. Ein zentrales Kriterium ist die Häufigkeit und Schwere der Entzündungsschübe. 

Ob eine Operation bei rezidivierender Divertikulitis notwendig ist, hängt stark vom individuellen Krankheitsverlauf und der Lebensqualität des Patienten ab. Patienten mit häufigen, belastenden Entzündungsschüben, die immer wieder stationär behandelt werden müssen, profitieren eher von einer Operation. Früher wurde prinzipiell empfohlen, nach zwei Entzündungsschüben zu operieren, da man annahm, die Divertikulitis sei eine fortschreitende Erkrankung.

Heute weiß man jedoch, dass das meist nicht zutrifft: Oft ist der erste Schub der schwerste, und weitere Schübe verlaufen milder. Deshalb wird die Entscheidung für eine Operation heute individuell getroffen, mit dem Ziel, die Lebensqualität zu verbessern, und nicht allein zur Vermeidung von Komplikationen. Man spricht hier von ,Shared Decision Making´ – also einer gemeinsamen Abwägung zwischen Arzt und Patient unter Berücksichtigung von Beschwerden, Krankheitsverlauf, Nebenerkrankungen und Lebensstil“, erklärt Dr. Däster“. 

Neben den objektiven medizinischen Kriterien nimmt die subjektiv empfundene Lebensqualität des Patienten einen hohen Stellenwert ein. Chronische Schmerzen, ständige Unsicherheit vor einem erneuten Schub, eingeschränkte Ernährungs- und Lebensgewohnheiten oder wiederkehrende Krankenhausaufenthalte können die Lebensqualität entscheidend beeinträchtigen. Studien zeigen, dass eine Sigmaresektion bei Patienten mit rezidivierenden Divertikulitisschüben die Lebensqualität deutlich verbessern kann, indem sie die Anzahl und Schwere der Schübe reduziert und so Ängste und Einschränkungen mindert. 

In den letzten Jahren haben mehrere technische Entwicklungen und minimal-invasive Verfahren die Sigmaresektion erheblich verbessert und für Patienten schonender und effektiver gemacht. 

Wenn eine Operation angezeigt ist, erfolgt diese in der Regel minimalinvasiv, also über kleine Schnitte mittels Laparoskopie oder roboterassistierter Technik. Dabei wird das betroffene Darmsegment, meist das Colon sigmoideum, entfernt. In der Regel handelt es sich dabei um 20 bis 30 Zentimeter Dickdarm. Anschließend wird der verbleibende Teil mit dem Mastdarm verbunden (Anastomose). Diese Operation gilt als vergleichsweise risikoarm mit kurzen Krankenhausaufenthalten von etwa drei bis fünf Tagen – ist aber dennoch ein Eingriff mit möglichen Komplikationen, die im Vorfeld sorgfältig abgewogen werden müssen“, so Dr. Däster und ergänzt: 

Früher wurde die Divertikulitis in der Regel offen operiert, das heißt über einen großen Bauchschnitt. Diese herkömmliche Methode war für die Patienten deutlich belastender: Die Wunden waren größer, die Schmerzen nach dem Eingriff stärker, und die Erholungszeit entsprechend länger. Auch der Krankenhausaufenthalt zog sich über mehrere Tage bis Wochen, da man lange Zeit auf Nahrung verzichten und sich körperlich schonen musste. Heute haben sich die Standards grundlegend verändert. Durch minimalinvasive Techniken mit kleinen Hautschnitten ist der Eingriff wesentlich schonender. Die Patienten erholen sich schneller, können frühzeitig wieder Nahrung zu sich nehmen und mobilisiert werden.“ 

Chirurgie im Zentrum Basel

Aktuelle Studien zeigen, dass eine elektive Sigmaresektion bei Patienten mit wiederkehrender oder chronischer Divertikulitis die Lebensqualität deutlich verbessern kann. Besonders hervorgehoben wird, dass die Operation nicht nur akute Beschwerden reduziert, sondern auch langfristig Symptome wie Schmerzen, wiederkehrende Entzündungen und Einschränkungen im Alltag verringert. Dies führt zu einer spürbaren Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens und einer höheren Zufriedenheit der Patienten mit ihrer Gesundheitssituation. 

Die positiven Effekte auf die Lebensqualität sind besonders ausgeprägt bei Patientengruppen, die unter häufigen, rezidivierenden Schüben leiden und deren Lebensalltag durch wiederkehrende Entzündungen stark beeinträchtigt ist. Auch Patienten, die trotz konservativer Therapie weiterhin Schmerzen oder andere belastende Symptome haben, profitieren von der operativen Entfernung des betroffenen Darmabschnitts.

Darüber hinaus deuten Studien darauf hin, dass jüngere Patienten und solche mit guter allgemeiner Gesundheit nach einer elektiven Sigmaresektion schneller genesen und eine nachhaltigere Verbesserung der Lebensqualität erfahren. Allerdings wird betont, dass die Entscheidung zur Operation immer individuell unter Berücksichtigung von Symptomen, Verlauf, Komorbiditäten und persönlichen Präferenzen getroffen werden sollte, um den größtmöglichen Nutzen zu erzielen. 

Nach dem Spitalaustritt verläuft die Erholung in der Regel unkompliziert, auch wenn sie individuell unterschiedlich ausfallen kann. In den ersten Tagen zuhause ist man oft bereits wieder im Alltag funktionsfähig, muss sich körperlich jedoch noch etwas schonen, da die Zugänge, auch bei minimalinvasiven Eingriffen, anfangs schmerzhaft sein können. Nach etwa zwei Wochen – bei einem normalen Verlauf – sind die meisten Patienten wieder arbeitsfähig und im Alltag kaum eingeschränkt. Obwohl durch die Entfernung des entzündungsanfälligen Darmsegments eine deutliche Besserung erreicht werden kann, besteht keine hundertprozentige Garantie, dass keine Divertikulitis mehr auftritt. In etwa zehn Prozent der Fälle kann es auch nach einer Operation zu neuen Entzündungen in anderen Darmabschnitten kommen. Dennoch ist das Risiko deutlich reduziert, da die meisten Schübe am gleichen Ort entstehen – und dieser wird operativ entfernt. 

Es gibt durchaus chirurgische Grenzfälle, in denen trotz wiederholter Divertikulitis-Schübe eine operative Behandlung nicht zwingend empfohlen wird. Die Entscheidung für oder gegen eine Sigmaresektion hängt in solchen Fällen von verschiedenen Faktoren ab, die sorgfältig gegeneinander abgewogen werden müssen. 

Grundsätzlich wird eine Operation meist dann empfohlen, wenn die Schübe häufig, schwerwiegend oder mit Komplikationen wie Abszessen, Fisteln, Perforationen oder einer ausgeprägten Verschlechterung der Lebensqualität einhergehen. Bleiben die Schübe jedoch eher mild, verlaufen ohne Komplikationen und sprechen gut auf konservative Therapie an, kann eine abwartende Haltung sinnvoll sein. 

In einzelnen Fällen kann eine Operation trotz medizinischer Indikation nicht durchgeführt werden – beispielsweise, wenn das Risiko durch Begleiterkrankungen wie schwere Herzleiden oder eine Immunsuppression zu hoch ist. Hier muss immer individuell abgewogen werden, ob der Nutzen einer Operation das mögliche Risiko überwiegt. Grundsätzlich gibt es aber kaum absolute Ausschlusskriterien – es hängt vom Gesamtzustand des Patienten und dessen Lebensqualität ab. Eine Operation ist grundsätzlich auch bei Patienten mit Vorerkrankungen nicht ausgeschlossen, wenn die wiederkehrenden Entzündungsschübe und die damit einhergehende Einschränkung der Lebensqualität dies rechtfertigen.

Dennoch gibt es immer wieder Patienten, die sich aus eigener Überzeugung gegen einen operativen Eingriff entscheiden. Das ist selbstverständlich zu respektieren, da es sich bei der Divertikulitis um eine gutartige Erkrankung handelt. In solchen Fällen ist es entscheidend, die Patienten umfassend aufzuklären – über die konservativen Möglichkeiten, aber auch über den Verlauf, die Risiken und den Nutzen einer Operation. Oft bestehen falsche Vorstellungen über den Eingriff, weshalb in jedem Fall ein Gespräch mit einem erfahrenen Chirurgen sinnvoll sein kann, um Unsicherheiten auszuräumen und die individuelle Situation realistisch einschätzen zu können“, klärt Dr. Däster auf und führt weiter aus: 

Studien haben gezeigt, dass Patienten mit wiederkehrender Divertikulitis nach einer Operation – insbesondere im frühen Verlauf – eine signifikant bessere Lebensqualität haben als Patienten, welche nicht operiert wurden. In Untersuchungen, in denen Betroffene zufällig entweder operativ oder konservativ behandelt wurden, zeigte sich über einen Zeitraum von fünf Jahren, dass viele der ursprünglich konservativ behandelten Personen später doch operiert wurden – oft wegen anhaltender Beschwerden. Diese Daten sind hilfreich in der Beratung, da sie verdeutlichen, dass eine Operation in vielen Fällen auch langfristig zu einer besseren Lebensqualität führt. Immanent wichtig bleibt aber, dass die Entscheidung gemeinsam mit dem Patienten getroffen wird – basierend auf dem individuellen Krankheitsverlauf, den persönlichen Bedürfnissen und den zu erwartenden Verbesserungen im Alltag“.

Eine gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Arzt und Patient ist besonders wichtig, wenn es darum geht, zwischen konservativer Therapie und Operation bei Divertikulitis die beste individuelle Lösung zu finden. In der Praxis gelingt dies durch einen offenen und transparenten Dialog, in dem sowohl medizinische Fakten als auch die persönlichen Werte, Wünsche und Lebensumstände des Patienten gleichermaßen berücksichtigt werden.

Chirurgie im Zentrum Basel

Das Wichtigste bei der Entscheidung für oder gegen eine Operation ist eine persönliche, individuelle Beratung und kontinuierliche Betreuung der Patienten. Gerade bei einer Erkrankung wie der Divertikulitis, bei der es häufig um individuell unterschiedliche Verläufe und Bewertungen der Lebensqualität geht, ist ein Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Chirurg besonders wichtig. Oft erschwert es jedoch die Situation, wenn Betroffene bei jedem Arztbesuch mit unterschiedlichen Ansprechpartnern zu tun haben.

Deshalb legen wir großen Wert auf eine Betreuung aus einer Hand – von der ersten Besprechung über den Eingriff bis hin zur Nachsorge. Diese Kontinuität ermöglicht eine fundierte Einschätzung und schafft Vertrauen, was insbesondere bei solchen komplexeren, individuellen Therapieentscheidungen entscheidend ist. Wenn kein akuter Entzündungsschub vorliegt, lässt sich eine Operation in der Regel gut planen. Idealerweise wird sie in einem entzündungsfreien Intervall durchgeführt, um Komplikationen zu vermeiden. Zwar gibt es auch Verläufe, bei denen eine chronische Entzündung besteht und sich der entzündungsfreie Zustand kaum mehr einstellt – in solchen Fällen ist eine Operation auch unter diesen Bedingungen manchmal notwendig. Doch der Regelfall ist die geplante, elektive Operation im beschwerdefreien Zeitraum“, verdeutlicht Dr. Däster, und damit beenden wir unser Gespräch. 

Vielen Dank, Herr PD Dr. Däster, für diese wichtige Informationen!