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Der Weg eines Visionärs: Wie Dr. med. Jörg Zehetner zur globalen Nr. 1 der innovativen Refluxchirurgie wurde

10.04.2026

Refluxchirurgie beschäftigt sich mit der operativen Behandlung von chronischem Sodbrennen und seinen Folgen – einer Erkrankung, die weit mehr ist als ein lästiges Brennen hinter dem Brustbein. Wenn Medikamente nicht mehr ausreichen oder der Rückfluss von Magensäure bereits zu Entzündungen, Schleimhautschäden oder Einschränkungen der Lebensqualität führt, kann ein chirurgischer Eingriff die natürliche Barriere zwischen Magen und Speiseröhre wiederherstellen.

Dr. med. Jörg Zehetner, Professor (USC), hat sich als einer der führenden Experten weltweit im Bereich der innovativen Refluxchirurgie etabliert, insbesondere durch seine Expertise in der minimalinvasiven Chirurgie und bahnbrechende Techniken wie RefluxStop™. Als chirurgischer Leiter an der Swiss1Chirurgie und in der Hirslanden Klinik Beau-Site in Bern hat er maßgeblich zur Entwicklung und Verbreitung neuer Behandlungsansätze beigetragen.


Die Redaktion des Leading Medicine Guide konnte mit Professor Dr. Jörg Zehetner zu dieser bahnbrechenden Entwicklung sprechen.

Dr. med Jörg Zehetner Profilbild

Refluxoperationen gibt es seit den 1950er‑ und 60er‑Jahren, doch erst mit der Einführung der laparoskopischen, also minimalinvasiven Chirurgie Anfang der 1990er Jahre wurde die operative Behandlung wirklich verbreitet. 

Die klassischen Verfahren waren die Fundoplikationen, bei denen der Magen um die Speiseröhre gelegt wird – entweder als vollständige Manschette (Nissen) oder als teilweise Manschette (Toupet). Diese Techniken werden vielerorts bis heute eingesetzt, ich nutze sie jedoch nur noch gezielt, weil inzwischen modernere Methoden zur Verfügung stehen.

Eine dieser neueren Entwicklungen ist das LINXSystem, das vor fast 20 Jahren in den USA entstand. Dabei wird eine Kette kleiner Magnete um das untere Ende der Speiseröhre gelegt. Im Unterschied zur festen Manschette handelt es sich um ein dynamisches System, das den Schließmuskel verstärkt, ohne ihn dauerhaft zu komprimieren. Dadurch können Patienten nach der Operation weiterhin Luft aufstoßen oder erbrechen – etwas, das nach einer klassischen Fundoplikatio oft kaum oder gar nicht mehr möglich war.

Das LINXSystem sollte zudem weniger Völlegefühl und Blähungen verursachen. Allerdings hat sich gezeigt, dass auch hier Schluckbeschwerden auftreten können, weil das Implantat die Speiseröhre umschließt. Deshalb eignet sich LINX nur für Patienten, die vor der Operation eine völlig normale Speiseröhrenfunktion haben und keine Dysphagie“, schildert Dr. Zehetner.

Prof. Jörg Zehetner

Dr. Zehetner hat die korrekte Implantationstechnik mit dem LINXSystem nicht nur früh mitentwickelt, sondern über viele Jahre hinweg zu einem der international erfahrensten Anwender gemacht. Gerade deshalb ist sein späterer Schritt hin zu RefluxStop™ so bemerkenswert: Er kommt nicht aus einer Ablehnung bestehender Methoden, sondern aus einem tiefen Verständnis ihrer Grenzen.

Wer ein Verfahren über Jahre in hoher Fallzahl einsetzt, sieht sehr genau, wo es funktioniert – und wo es trotz aller Innovation an physiologische Grenzen stößt. Er suchte nach einer Lösung, die nicht „gegen“ die Speiseröhre arbeitet, sondern die ursprüngliche Anatomie wiederherstellt – also die Ursache korrigiert, nicht die Symptome blockiert. 

Nachdem ich das LINX-System über 15 Jahre lang mitgeprägt habe, erkannte ich die Grenzen mechanischer Barrieren. LINX ist ein großartiger Schritt, setzt aber auf die Sphinkter-Augmentation, dadurch teilweise Kompression. Mein Ziel war immer die reine Physiologie. RefluxStop™ faszinierte mich, weil es das Problem an der Wurzel packt: Es stellt die natürliche Anatomie und den Winkel von His (ein kleiner, aber entscheidender anatomischer Winkel zwischen Speiseröhre und Mageneingang) wieder her, ohne die Speiseröhre einzuengen.

Es ist der Wechsel von einer mechanischen Barriere hin zu einer anatomischen Rekonstruktion, was Schluckbeschwerden minimiert und die Lebensqualität massiv erhöht. Die RefluxStop™Methode habe ich 2018 kennengelernt, 2020 damit begonnen und an der Ausarbeitung der korrekten Operationstechnik mitgearbeitet. Das Verfahren basiert auf einem kleinen Silikonimplantat von etwa zwei mal zwei Zentimetern, einer fünfteiligen Kugel. Doch entscheidend ist nicht das Implantat allein, sondern die gesamte Operationstechnik.

Zunächst werden Speiseröhre und ein möglicher Zwerchfellbruch freigelegt, das untere Ende der Speiseröhre mobilisiert und wieder in den Bauchraum zurückgeführt. Anschließend wird die natürliche Antirefluxbarriere rekonstruiert, indem der HisWinkel zwischen Speiseröhre und Magen wiederhergestellt und damit die physiologische Refluxklappe aufgebaut wird. Das RefluxStop™Implantat wird dann in eine Magentasche eingenäht und stabilisiert diese anatomische Rekonstruktion, sodass der Schließmuskel wieder in einer natürlichen Position im Bauchraum liegt.

Der große Vorteil gegenüber LINX und klassischen Fundoplikationen besteht darin, dass die Speiseröhre nicht umwickelt wird, sondern die natürlichen Refluxmechanismen wiederhergestellt werden“, erklärt Dr. Zehetner und führt weiter aus: 

Die Entwicklung der Methode habe ich erstmals in der Schweiz kennengelernt, die ersten Studien entstanden auch in Europa. Meine Zeit in Los Angeles an der USC (University of Southern California) hat mich gelehrt, Bewährtes ständig zu hinterfragen. Die klassische Fundoplicatio (Manschetten-OP) war für Jahrzehnte der Goldstandard, bringt aber oft Nebenwirkungen wie das ‚Gas-Bloat-Syndrom‘ oder Dysphagien (Schluckbeschwerden) mit sich, da sie den Schließmuskel künstlich unter Druck setzt.

Mit der Erfahrung aus den USA wollte ich in der Schweiz eine Methode etablieren, welche die Funktionalität des Zwerchfells respektiert. RefluxStop™ überwindet die Grenzen der Manschette, indem es den Magenfundus nicht um die Speiseröhre wickelt, sondern als natürlichen Puffer nutzt. Nach meinen eigenen frühen Ergebnissen habe ich die Technik weiter verfeinert und meine ersten 20, später 40 und inzwischen 100 Patienten publiziert.

Mittlerweile liegt eine große europäische MulticenterStudie mit über 600 Patienten vor. In den USA steht die FDAZulassung (offizielle Genehmigung der U.S. Food and Drug Administration) noch aus, wird aber voraussichtlich bald erfolgen. In den vergangenen Jahren habe ich mich intensiv damit beschäftigt, die Methode so weiterzuentwickeln, dass sie gut vermittelbar ist – und bin heute der Chirurg mit der weltweit größten Erfahrung in der RefluxStop™Operation. Zudem habe ich nahezu alle europäischen Zentren ausgebildet, darunter zahlreiche Teams in Spanien, Italien, Frankreich, England, Norwegen, Schweden, Deutschland, Österreich und der Schweiz“. 


Das LINX‑System ist ein minimalinvasives Magnetband‑Implantat, das den unteren Speiseröhrenschließmuskel stärkt und so chronischen Reflux (GERD) verhindert. Es besteht aus kleinen Titanperlen mit magnetischem Kern, die wie eine flexible Kette um die Speiseröhre gelegt werden und sich beim Schlucken öffnen, danach aber wieder schließen, um Säurerückfluss zu stoppen. RefluxStop™ folgt genau diesem Paradigmenwechsel. Statt die Speiseröhre zu verengen, stabilisiert es die anatomische Position des Magens unterhalb des Zwerchfells und stellt damit die natürliche Druckbarriere wieder her.

Prof. Jörg Zehetner


Die Frage, wie gut eine neue Operationstechnik tatsächlich funktioniert, lässt sich nur durch systematische und langfristige Nachuntersuchungen beantworten. Genau deshalb wurden die ersten RefluxStop™Patienten engmaschig begleitet und in strukturierte Studien eingebunden. 

Zu Beginn standen die ersten Patienten in einer Sicherheitsstudie, in der es vor allem darum ging zu prüfen, ob die Operation komplikationsarm durchführbar ist. Danach folgte eine weiterführende Untersuchung, in der wir systematisch erfasst haben, wie es den Patienten vor und nach dem Eingriff geht – mithilfe von Fragebögen vor der Operation sowie nach sechs Monaten, einem Jahr, zwei Jahren und fünf Jahren.

Für die ersten 50 Patienten liegen inzwischen die Sechsmonats und Zweijahresdaten vor. Zusätzlich haben wir bei allen Patienten vor der Operation nicht nur eine Magenspiegelung und ein Schluckröntgen durchgeführt, sondern auch eine Manometrie, also eine Druckmessung der Speiseröhre, sowie eine Säuremessung. Diese Untersuchungen wurden nach sechs Monaten und nach zwei Jahren wiederholt. Dabei zeigte sich, dass RefluxStop™ sowohl nach einem halben Jahr als auch nach zwei Jahren hervorragende objektive Ergebnisse liefert: Bei über 94 Prozent der Patienten steigt keine Säure mehr auf.

Die Fragebögen spiegeln zudem eine sehr hohe subjektive Zufriedenheit wider – über 95 Prozent der Patienten sind beschwerdefrei oder deutlich gebessert. Gleichzeitig haben wir gesehen, dass bei sehr großen Zwerchfellhernien das Zwerchfell selbst die entscheidende Schwachstelle bleibt – unabhängig von der Art der Refluxoperation.

Für diese Patientengruppe greifen wir daher weiterhin häufiger auf die klassischen Fundoplikationen zurück, weil sie im Laufe ihres Lebens möglicherweise eine zweite oder dritte Operation am Zwerchfell benötigen. In solchen Fällen wird oft zusätzlich ein Netz eingesetzt, um das Zwerchfell zu verstärken“, macht Dr. Zehetner deutlich. 

Für die Auswahl eines Patienten für RefluxStop™ spielen anatomische und funktionelle Faktoren eine wesentlich differenziertere Rolle als bei klassischen antirefluxchirurgischen Verfahren. 

Früher war die Indikation oft binär: OP oder lebenslang PPI (dauerhafte Einnahme von Protonenpumpenhemmern). Heute entscheiden wir differenzierter. Ausschlaggebend für RefluxStop™ sind für mich die Manometrie-Daten zur Motilität der Speiseröhre und die Anatomie des Zwerchfelldurchtritts.

Während eine Fundoplicatio bei einer sehr schwachen Speiseröhrenpumpe riskant ist, erlaubt uns RefluxStop™ die Behandlung einer breiteren Patientengruppe, da der Speisebrei nicht gegen einen mechanischen Widerstand angekämpft werden muss. Wir selektieren heute nach Funktion statt nur nach Defekt“, erklärt Dr. Zehetner und schildert zur praktischen Vorgehensweise: 

Vor einer Operation kommen die Patienten entweder bereits mit Voruntersuchungen zu mir, oder wir führen alle Abklärungen in unserem Reflux-Center in Bern durch – Magenspiegelung, Säuremessung, Druckmessung der Speiseröhre und ein Schluckröntgen. Wenn alle Befunde vorliegen, bespreche ich gemeinsam mit dem Patienten genau, welche Beschwerden bestehen, wie stark der Leidensdruck ist, wie gut er auf Säureblocker reagiert, wie ausgeprägt eine mögliche Entzündung der Speiseröhre ist und ob bereits Schleimhaut-veränderungen bestehen, die als Vorstufen zu Krebs gelten können.

Ebenso wichtig ist die Frage, wie gut die Speiseröhre funktioniert und wie groß ein Zwerchfellbruch ist. Grundsätzlich kommen für das RefluxStop™Verfahren fast alle Patienten infrage – ausgenommen sind lediglich jene mit sehr großen Zwerchfellbrüchen über acht Zentimetern.

Nachdem ich über die letzten ein bis zwei Jahre so gute Ergebnisse mit RefluxStop™ gesehen habe, empfehle ich inzwischen den meisten meiner Patienten diese neue Methode, weil sie eine ebenso gute, oft sogar bessere Refluxkontrolle bietet als die bisherigen Verfahren und gleichzeitig deutlich weniger Schluckbeschwerden und andere Nebenwirkungen verursacht“. 

Die Etablierung eines völlig neuen antirefluxchirurgischen Verfahrens ist nie ein einzelner Schritt, sondern ein langer, mehrstufiger Prozess – und genau diesen Weg hat RefluxStop™ durchlaufen, bevor es international Anerkennung fand. Entscheidend war zunächst, dass das Verfahren nicht als „Variation“ bestehender Techniken verstanden wurde, sondern als ein grundlegend neuer Ansatz, der die Anatomie rekonstruiert statt die Speiseröhre zu komprimieren.

Prof. Jörg Zehetner

Hierzu kommentiert Dr. Zehetner: „Entscheidend war der Dreiklang aus Präzision, Publikation und Persistenz. Es reicht nicht, eine gute Idee zu haben; man muss sie durch prospektive Studien und Langzeitdaten untermauern. Ich habe mich immer dafür eingesetzt, dass neue Verfahren durch unabhängige Peer-Review-Prozesse gehen. Die internationale Akzeptanz kam durch den Nachweis, dass wir mit RefluxStop™ die Rate der Nebenwirkungen senken, während die Patientenzufriedenheit steigt. Vertrauen in der Chirurgie wächst nur durch transparente Daten“. 

Dr. Zehetner gelingt diese Weiterentwicklung minimalinvasiver Techniken vor allem deshalb, weil er Innovation nie als rein technisches Projekt versteht, sondern als Zusammenspiel aus Anatomie, Physiologie, chirurgischer Erfahrung und langfristigem Patientennutzen. 

Innovation bedeutet für mich, die Komplexität des Eingriffs für den Chirurgen zu beherrschen, um die Belastung für den Patienten zu senken. Wir optimieren die Technik durch den Einsatz hochauflösender 4K-Laparoskopie und feinster Instrumentarien. Der Schlüssel liegt in der Standardisierung der Handgriffe: Je präziser wir das Zwerchfell rekonstruieren und den RefluxStop™-Device platzieren, desto stabiler ist das langfristige Ergebnis.

Sicherheit entsteht durch die perfekte Symbiose aus Technologie und chirurgischem Feingefühl. Neuerdings arbeite ich aus viel mit dem DaVinci Operationsroboter, weil die Zukunft in der Chirurgie der Robotik und KI gehört“, und ergänzt: 

Aus chirurgischer Sicht ist die RefluxStop™Operation zunächst eine sehr interessante und schöne Methode, weil sie funktionell arbeitet und vielen Patienten die Lebensqualität spürbar verbessert. Die eigentliche Herausforderung liegt jedoch weniger im Eingriff selbst als darin, sicherzustellen, dass nur wirklich erfahrene Chirurgen diese Technik anwenden. Patienten können naturgemäß nicht beurteilen, wie gut ein Chirurg operiert, deshalb achten wir sehr darauf, dass das Verfahren nur in die Hände von Spezialisten gelangt, die sich bereits intensiv mit Refluxchirurgie beschäftigt haben und mindestens 25 bis 50 entsprechende Eingriffe pro Jahr durchführen.

Wenn Chirurgen Interesse zeigen – etwa nachdem sie auf Kongressen von unseren Ergebnissen gehört haben –, beginnt die Ausbildung zunächst mit OnlineSchulungen, Webinaren und Videomaterial. Anschließend kommen sie nach Bern zu mir in die Klinik, um zwei bis drei Operationen live zu sehen, inklusive aller Tipps und Tricks. Erst danach starten sie in ihren eigenen Zentren, und bei den ersten zwei bis vier Eingriffen bin ich persönlich vor Ort, um maximale Sicherheit für die Patienten zu gewährleisten. Zusätzlich werden die ersten 20 Operationen per Video dokumentiert und ausgewertet.

Aus den Daten, unter anderem aus Deutschland, wissen wir inzwischen, dass es bei dieser komplexeren Operation eine klare Lernkurve gibt: Etwa zehn Eingriffe braucht ein Chirurg, um sich sicher zu fühlen, und nach 25 bis 30 Operationen kann er die Methode selbst weitergeben. Die Operation wird laparoskopisch durchgeführt und dauert bei mir mittlerweile zwischen 50 und 60 Minuten. Ich arbeite zudem häufig mit dem DaVinciOperationsroboter, der für mich einen wichtigen Teil der Zukunft der Chirurgie darstellt, weil sich hier Robotik und künstliche Intelligenz verbinden lassen – ein Weg, der die Weiterentwicklung unseres Fachs entscheidend prägen wird“. 

Dr. Zehetner beschreibt die Lernkurve bei RefluxStop™ oft als eine Art „Rückkehr zur funktionellen Anatomie“ – allerdings auf einem deutlich höheren Präzisionsniveau, als es bei klassischen Manschettenoperationen notwendig ist. 

Hunderte Eingriffe haben meinen Blick dafür geschärft, dass das Zwerchfell kein starres Hindernis ist, sondern ein dynamisches Ventil. Genau deshalb ist bei RefluxStop™ die chirurgische Erfahrung so entscheidend: Man muss die Geometrie des Hiatus exakt verstehen, ohne sie zu versteifen. Während eine Manschette kleine Ungenauigkeiten manchmal kaschiert, verlangt RefluxStop™ eine präzise Platzierung des Implantats, damit die Beweglichkeit der Speiseröhre vollständig erhalten bleibt.

Es ist eine chirurgische Feinarbeit, die ein tiefes Verständnis der Druckverhältnisse in Brust- und Bauchraum voraussetzt. Inzwischen habe ich in der Schweiz mehr als 250 Patienten operiert, darunter auch internationale Patienten, die meine Erfahrung als weltweit führender Operateur in diesem Verfahren sehr schätzen. Mit weit über tausend Eingriffen im Bereich der Speiseröhren und Magenchirurgie und als einer der international führenden Experten für LINX und RefluxStop™ verfüge ich über die notwendige Routine, um für jeden Patienten das individuell beste Verfahren auszuwählen.

In unseren Zentren in Bern, Solothurn und im Wallis haben wir die Lernkurve neuer Technologien längst hinter uns gelassen und setzen heute Standards für Sicherheit und langfristigen Behandlungserfolg“, so Dr. Zehetner und hebt hervor: 

Der Einsatz des DaVinciSystems bringt tatsächlich einen zusätzlichen Lernprozess mit sich. Ich arbeite seit 2012 in den USA mit dem DaVinciRoboter, hatte zwischendurch eine Pause und habe mich dann wieder intensiv mit der neuesten Generation beschäftigt. In diesem Rahmen habe ich auch die Technik für die RefluxStop™Operation am Roboter standardisiert. Noch in diesem Jahr werden wir publizieren, wie die Standard-Technik für diese Operation aussieht – sowohl in der laparoskopischen Variante als auch mit dem DaVinciOperationsroboter“. 

Die Refluxchirurgie hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt – und mit ihr die Erwartungen der Patienten, die heute gezielt nach ausgewiesenen Spezialisten suchen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie Vertrauen entsteht, wenn eine Methode hohe technische Präzision verlangt und nur wenige Chirurgen weltweit über umfassende Erfahrung verfügen. 

Viele Patienten stoßen bei ihrer Recherche auf meine Arbeit und stellen fest, dass ich durch die Vielzahl an Eingriffen und die lange Spezialisierung eine besondere Expertise in der Refluxchirurgie habe. Das ist verständlich, denn diese Operationen erfordern ein tiefes anatomisches Verständnis und viel chirurgische Feinarbeit. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Patienten auch anderen behandelnden Ärzten vertrauen können.

Ich beschäftige mich seit 25 Jahren mit Reflux und Refluxchirurgie, war sieben Jahre an der University of Southern California bei Tom DeMeester und habe dort auch meinen Professorentitel erhalten. Diese akademische Laufbahn hat mir international eine hohe Reputation eingebracht – bei Chirurgen, Kollegen und Zuweisern. Erst durch Social Media in den letzten zehn Jahren sehe ich jedoch, wie viele Patienten mich zusätzlich über persönliche Erfahrungsberichte finden. Patienten orientieren sich heute weniger an Studien, sondern an Erfahrungen anderer Betroffener – früher im direkten Gespräch, heute über Blogs, Foren und soziale Netzwerke.

Dazu kommt, dass viele über KIgestützte Suchsysteme nach Experten suchen und mich aufgrund meiner jahrzehntelangen Erfahrung und der vielen erfolgreich operierten Patienten finden. Entsprechend ist der Anteil an Patienten, die sich gezielt für mich entscheiden, deutlich gestiegen. Obwohl das Schweizer Gesundheitssystem sehr teuer ist und ich daher überwiegend Schweizer Patienten behandle, wächst der Anteil internationaler Patienten seit etwa drei Jahren stark – inzwischen operiere ich mehrmals im Monat Menschen aus aller Welt, die bewusst den Chirurgen wählen, der die meisten Eingriffe mit dieser Methode durchgeführt hat“, erzählt Dr. Zehetner. 

Die Verbreitung einer neuen Operationstechnik hängt nicht nur von ihren Ergebnissen ab, sondern vor allem davon, wie konsequent Wissen weitergegeben und chirurgische Qualität gesichert wird. Genau deshalb spielt die strukturierte Ausbildung internationaler Teams eine zentrale Rolle – und sie zeigt, wie stark sich RefluxStop™ inzwischen in Europa etabliert hat. 

Seit Jahren bilde ich Chirurgen in ganz Europa aus. In Spanien, wo ich alle Zentren persönlich geschult habe, besteht ein besonders enger Austausch. Dort fand vor wenigen Wochen in Madrid bereits das zweite RefluxStop™UserMeeting statt, das erste vor eineinhalb Jahren. Solche Treffen gibt es im Abstand von ein bis eineinhalb Jahren: Alle Chirurgen, die mit der Methode arbeiten, kommen zusammen, wir gehen die Technik Schritt für Schritt durch, besprechen Indikation, Tipps und Tricks sowie neue Studien.

Ähnliche Treffen gab es in Italien, England und zuletzt in Wien für den deutschsprachigen Raum. So kann ich sicherstellen, dass die Methode korrekt angewendet wird und neue Chirurgen sauber ausgebildet werden. In Deutschland gibt es inzwischen rund zehn Zentren mit guter Erfahrung – unter anderem in Frankfurt, Berlin, München, Friedrichshafen und Mainz. Einige kleinere Kliniken beherrschen die Methode ebenfalls. Teilweise gibt es noch Herausforderungen mit der Kostenübernahme durch Versicherungen, was sich je nach Land unterscheidet; in der Schweiz ist das derzeit kein Problem.

Grundsätzlich setzt sich die Methode aber kontinuierlich weiter durch. Ich habe auch Patienten reoperiert, die zuvor mit älteren Verfahren wie der Nissen oder ToupetFundoplikation oder mit LINX behandelt wurden. Diese Methoden können sehr gut funktionieren, verursachen aber bei manchen Patienten Nebenwirkungen wie Völlegefühl, Blähungen oder Schluckbeschwerden. Insgesamt haben wir bereits rund 30 Patienten erfolgreich auf RefluxStop™ umoperiert und die Ergebnisse gemeinsam mit einem deutschen Kollegen wissenschaftlich aufgearbeitet. Grenzen gibt es nur wenige – entscheidend ist intraoperativ zu beurteilen, ob die Magenwand an der Stelle, an der das Implantat eingenäht wird, gesund und gut durchblutet ist. Das lässt sich vorab nicht immer sicher erkennen“, verdeutlicht Dr. Zehetner und fügt an: 

In der Schweiz habe ich inzwischen über 250 RefluxStop™Operationen durchgeführt. In den ersten Jahren waren es weniger, heute sind es etwa 60 bis 80 Eingriffe pro Jahr. Reflux ist ein weit verbreitetes Problem: Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung haben gelegentlich Beschwerden.

Wenn diese häufiger auftreten, die Lebensqualität massiv einschränken oder trotz Medikamenten bestehen bleiben – etwa durch Volumenreflux, chronischen Husten, Zahnerosionen, Heiserkeit oder Schmerzen –, dann ist es sinnvoll, über eine chirurgische Lösung nachzudenken. Voraussetzung ist immer eine gründliche Abklärung und die Behandlung durch einen erfahrenen Spezialisten“. 


Alltagstipps zur Linderung von Refluxbeschwerden

- Abends früher essen: Späte, große Mahlzeiten vermeiden; ideal ist ein Abendessen gegen 18 Uhr.

- Schlafposition anpassen: Den Oberkörper erhöhen – etwa mit einem zweiten Kissen oder einem speziellen Keilkissen.

- Refluxfördernde Lebensmittel reduzieren: Knoblauch, Zwiebeln, scharfe Speisen, Zitrusfrüchte, Alkohol, kohlensäurehaltige Getränke.

- Schließmuskel schonen: Kaffee und Nikotin schwächen den unteren Ösophagussphinkter und können Beschwerden verstärken.

- Ernährung bewusst anpassen: Viele Symptome lassen sich durch kleine Veränderungen deutlich reduzieren.


Manchmal erzählt die Speiseröhre eine ganz andere Geschichte als der Patient – und genau darin liegt die eigentliche Faszination des Refluxes. 

Es gibt tatsächlich Patienten, die sehr starke Refluxsymptome haben, obwohl die Schleimhaut der Speiseröhre völlig unauffällig aussieht und der Zwerchfellbruch kaum ausgeprägt ist. In solchen Fällen ist eine Säuremessung entscheidend, um objektiv nachzuweisen, wie stark der Patient wirklich belastet ist.

Auf der anderen Seite gibt es Patienten mit einer schweren Entzündung der Speiseröhre oder sogar suspekten Schleimhautveränderungen, die erstaunlich wenig spüren. Für beide Gruppen ist eine Operation letztlich notwendig, um den Reflux wirksam zu behandeln. Ich bin froh, dass sich immer mehr Betroffene online oder mithilfe von KI informieren, denn es gibt tatsächlich Ärzte, die sagen: ,Da kann man nichts machen, Sie müssen die Medikamente nehmen´. Das stimmt so nicht. Es gibt eine chirurgische Lösung – nicht für jeden, aber für viele. Und genau deshalb ist es wichtig, dass Patienten einen Spezialisten aufsuchen, der beurteilen kann, ob sie für eine dieser Methoden infrage kommen“, hält Dr. Zehetner energisch fest, und damit schließen wir unser Gespräch. 

Dr. Zehetner, herzlichen Dank für diese ermutigende Worte zum Thema Refluxbehandlung!


  • Facharzt für Chirurgie, Schwerpunkt Viszeralchirurgie
  • Spezialist für Oberbauchchirurgie, Refluxchirurgie (GERD) und Adipositas- /Bariatrische Chirurgie
  • Langjähriger Professor an der University of Southern California (USC), USA
  • Europaweit führend bei komplexen Reflux-Operationen und Re- Operationen
  • Einziger Chirurg in der Schweiz mit vollständiger Expertise in allen Reflux- OP-Methoden
  • Minimal-invasive und Roboterchirurgie auf höchstem Niveau
  • Behandlung von Erkrankungen der Speiseröhre, des Magens und Tumore des Magen-Darm-Trakts
  • Operative Therapie komplexer Hiatus- und Bauchwandhernien
  • Langjährige Erfahrung mit LINX™ und RefluxStop™ mit exzellenten Ergebnissen
  • Gründer der Swiss1Chirurgie AG, größte Privatpraxis der Schweiz für Reflux- und Übergewichtschirurgie
  • Tätigkeit an mehreren Standorten in der Schweiz (u. a. Bern, Thun, Solothurn, Wallis)
  • Betreuung von rund 3.500 Patienten pro Jahr im spezialisierten Netzwerk