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Beinvenen – Aufbau vom Venenzentrum, Funktion der Vene und Erkrankungen der Venen im Bein (Venenleiden) 

25.03.2026
Sabine Schneider
Chefredakteurin

Die Beinvenen sind ein wichtiger Bestandteil des venösen Systems und transportieren das Blut aus dem Bein zurück zum Herzen. Dabei arbeiten Venenklappen gegen die Schwerkraft und sichern den Blutfluss. Man unterscheidet oberflächlich verlaufende Venen und die tiefen Beinvenen, die eng mit der Muskulatur verbunden sind. Erkrankungen wie Krampfadern oder eine Thrombose treten häufig im Bereich der Beinvenen auf.

Besonders eine Beinvenenthrombose kann gefährlich werden, da sich ein Blutgerinnsel lösen und eine Lungenembolie auslösen kann. Typische Symptome sind Schwellung, Schmerzen und ein Spannungsgefühl im Bein. Die Phlebologie beschäftigt sich medizinisch mit diesen Erkrankungen und deren Behandlung.

Die Beinvenen transportieren das Blut aus der unteren Extremität zurück zum Herzen. Oberflächlich und tief verlaufende Venen bilden gemeinsam das Venensystem. Venenklappen regulieren den Blutfluss und verhindern ein Zurückfließen. Erkrankungen wie Thrombose oder Krampfadern können den venösen Kreislauf stören.

Artikelübersicht

Die tiefen Beinvenen

Ein Großteil - 95 % - des venösen Rückflusses zum Herzen wird über ein Netzwerk aus tiefen Beinvenen realisiert. Dieses liegt in der Mittelachse und folgt den Beinarterien. Es ist von Muskeln und der sogenannten Aponeurose – einer flächigen Bindegewebsstruktur – umgeben. Die Venen verlaufen als Begleitvenen (Venae comitantes) parallel zu den Beinarterien. Zur besseren Erkennung tragen sie die gleichen Bezeichnungen wie die Arterien, zB. Arteria poplitea und Vena poplitea. Die Begleitvenen sind zumeist doppelt angelegt.

Zu den großen tiefen Beinvenen gehören

  • die Vena poplitea,
  • die Vena tibialis anterior und Vena tibialis posterior sowie
  • die Vena fermoralis.

Die Vena fermoralis setzt die Vena poplitea im Oberschenkel fort. Im kleinen Becken mündet sie in die Vena iliaca externa. Vena tibialis anterior und Vena tibialis posterior transportieren das venöse, sauerstoffarme Blut aus dem Unterschenkel. Sie vereinen sich zur Vena politea. Die Vena dorsalis pedis (Fußrückenvene) führt das Blut in die Vena tibialis anterior und die plantaren Venen (Fußsohlenvenen), sowie in die Vena tibialis posterior.

Darstellung von Beinvenen

Darstellung der Beinvenen © Blausen.com staff | Wikimedia

Die oberflächlichen Beinvenen

Die tiefen Beinvenen transportieren den größten Teil des sauerstoffarmen Blutes aus den Beinen zum Herzen. Nur fünf Prozent des Blutes nutzt ein sehr stark variierendes Netz aus oberflächlichen Beinvenen.

Die oberflächlichen Beinvenen verlaufen unabhängig von den Arterien. Sie liegen außerhalb der Muskulatur im subkutanen Fettgewebe zwischen der Hautwand und der die Muskulatur umhüllenden Aponeurose. Sie sind nicht lebensnotwendig.

Das oberflächliche Beinvenensystem besteht aus einigen wenigen großen Gefäßen sowie venösen Netzen, die sich flächenförmig ausbreiten. Die beiden Hauptbestandteile des oberflächlichen Venennetzes sind:

  • die an der Innenseite des Beines verlaufende und in die Vena femoralis mündende Vena saphena magna (auch Vena saphena interna) sowie
  • die an der Wadenrückseite verlaufende und in die Vena poplitea mündende Vena saphena oarva (auch Vena saphena externa).

Verbindung der tiefen mit den oberflächlichen Beinvenen

Zwischen den tiefen und den oberflächlichen Beinvenen bestehen Verbindungen, sogenannte Perforansvenen. Dazu durchqueren die Perforansvenen Muskelfaszien und Aponeurose.

Die Perforansvenen werden in

  • die innenseitig am Unterschenkel verlaufenden Cockett-Venen,
  • die unterhalb des Kniegelenks und innenseitig am Unterschenkel verlaufenden Boyd-Venen sowie
  • die an der Oberschenkelinnenseite oberhalb des Knies verlaufenden Doddsche-Perforansvenen

unterteilt.

In einem gesunden Venensystem fließt das Blut immer von den oberflächlichen zu den tiefen Beinvenen. Kleine Venolen (feinste Venen) der Haut und Unterhaut kleiden die gesamte Fußsohle aus. Sie bilden somit ein komplexes Netz, das auch Lejahrs-Sohle bzw. plantarer Venenplexus genannt wird.

Das tiefe Netzwerk setzt sich vor allem aus den internen und externen Plantarvenen zusammen. Diese verlaufen zwischen den Muskeln der Fußsohle und befördern das Blut

  • zu den zu den tiefen Beinvenen gehörenden Venae tibiales posteriores sowie
  • aus den dorsalen Fußvenen, die die gut unter der Haut erkennbare dorsale Venenarkade bilden.

Funktionsweise der Beinvenen: Venenklappen und Muskelpumpe

Die Venen eines erwachsenen Menschen transportieren etwa 7.000 Liter Blut am Tag. Das Blut muss dabei größtenteils bergauf fließen, um zurück zum Herzen zu gelangen. Der Rückfluss muss auch sitzend oder stehend sichergestellt werden.

Auf den Beinvenen lastet die gesamte Blutsäule bis zum rechten Herzen. Damit das Blut nicht immer wieder zurück in die Gliedmaßen fließt, enthalten die Venenwände etagenweise und in regelmäßigen Abständen Venenklappen. Sie wirken wie Rückschlagventile und verhindern das Zurückfließen des Blutes in die „falsche Richtung“.

Funktion der Beinvenenklappen und Krampfadern
Bei gesunden Beinvenen schließen die Venenklappen ab und verhindern den Rückfluss des Blutes nach unten © Henrie | AdobeStock

Die Venenklappen sind taschenartige Ausstülpungen. Zusammen mit der Anspannung der Wadenmuskulatur, der sogenannten Muskelpumpe, sorgen sie für einen rhythmischen Blutstrom zum Herzen.

Die tiefen Beinvenen befinden sich mit der Muskulatur in einem nicht dehnbaren Faszienschlauch (Bindegewebsschlauch). So komprimiert jede Muskelanspannung auch die im Schlauch befindlichen Venen und presst das Blut voran. In der Erschlaffungsphase füllen sich die Venen erneut.

In Ruhe realisieren Herzpumpe und Atmung über einen positiven Druckgradienten den venösen Rückstrom. Die Beinvenen dienen wie alle Venen des Körpers wegen ihrer hohen Dehnbarkeit als Blutreservoir. In dem weitverzweigten Netz kleinster Blutgefäße (Venolen, Arteriolen und Blutkapillaren) spielt sich die Mikrozirkulation ab. Diese ist wichtig für den Organismus, denn sie stellt nicht nur ein bedeutendes Blutreservoir dar. Sie reguliert zudem den Blutdruck und fördert den Wärmeaustausch und Nährstofftransport zu den Zellen.

Die Venolen nehmen hierbei das Blut aus dem venösen Schenkel der Kapillaren auf und führen es den Venen zu, indem sie sich mit den angrenzenden Venolen zu diesen vereinen.

Häufige Erkrankungen der Beinvenen

Mehr als die Hälfte aller Frauen und etwa ein Drittel der Männer haben mindestens einmal in ihrem Leben mit Venenproblemen zu tun. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Venenerkrankungen.

Mehr als zwei Drittel der über 70-jährigen leidet an Krampfaderleiden (Varikose) und deren Folgen. Krampfadern, die von Medizinern als Varizen bezeichnet werden, sind knotenförmig erweiterte Venen des oberflächlichen Systems. Bei einem primären Krampfaderleiden (primäre Varikose) schließen die Venenklappen aufgrund einer Bindegewebsschwäche nicht mehr vollständig. So kommt es zu einem Rückfluss des Blutes. Dies resultiert in einer Druckerhöhung in den Beinvenen, die sich unter der Haut erkennbar und tastbar erweitern. Zudem kann es zu einer lokalen Entzündung der oberflächlichen Vene (Beinvenenentzündung bzw. Phlebitis) kommen.

Krampfadern können auch Folge einer anderen Gefäßerkrankung – beispielsweise einer Beinvenenthrombose – sein (sekundäre Varikose). Bei einer Beinvenenthrombose verstopft ein Blutgerinnsel eine tiefere Beinvene. Dadurch kommt es zu einer Abflussbehinderung oder sogar zum akuten Venenverschluss. Das betroffene Bein schwillt an, erwärmt sich und verfärbt sich bläulich. Betroffene leiden darüber hinaus an Schmerzen im Bein. Markant sind insbesondere ein Druckschmerz in der Wade sowie ein muskelkaterartiges Spannungsgefühl.

Varizen gelten entsprechend immer auch als möglicher Indikator für eine Beinvenenthrombose. 

Die Beinvenenthrombose-Therapie zielt auf

  • die Beseitigung der Abflussbehinderung sowie
  • die Vermeidung von Komplikationen – zum Beispiel eine Lungenembolie

ab.

Fazit

Die Beinvenen sind essenziell für den Rücktransport des Blutes in Richtung Herz und Teil eines komplexen Venensystems der unteren Extremität. Dabei arbeiten oberflächlichen Venen und das tiefe Venensystem eng zusammen, unterstützt durch Perforansvenen und eine funktionierende Klappenfunktion.

Erkrankungen wie Thrombose der tiefen Venen oder TVT können durch Gerinnsel entstehen und den Blutfluss erheblich stören. Auch Varizen und Krampfaderbildung sind häufige Veränderungen der Venenwand, die zu geschlängelten Venen und Beschwerden führen. Die wichtigsten Venen wie Vena femoralis, Vena poplitea oder die große Vena saphena magna übernehmen zentrale Aufgaben im Transport des Blutes zurück zum Herzen. Über die untere Hohlvene gelangt das Blut schließlich wieder in den Kreislauf. Typische Symptome wie schwere Beine, Spannungsgefühl oder Ödeme entstehen durch erhöhten Venendruck und Stauung im Gewebe. In schweren Fällen kann es zu Luftnot kommen, wenn sich ein Gerinnsel löst.

Die Phlebologie beschäftigt sich mit Diagnostik und Therapie, etwa durch Duplexsonographie oder Kompressionstherapie mit angepassten Kompressionsstrümpfen. Auch eine Antikoagulation kann notwendig sein. Eine gesunde Lebensweise, Bewegung und das Vermeiden von langem Stehen helfen, Venenleiden vorzubeugen. Besonders das Zusammenspiel von tiefen und oberflächlichen Venen ist entscheidend für die Funktion des Venensystems.

Insgesamt zeigen die Beinvenen, wie wichtig funktionierende Blutgefäße für den Körper sind, da sie kontinuierlich das Blut transportieren und den Kreislauf stabil halten.

FAQ

Was sind Beinvenen und welche Aufgabe haben sie?

Die Beinvenen sind Blutgefäße, die das Blut aus dem Bein zurück zum Herzen transportieren. Sie gehören zum venösen System und sichern den Blutfluss durch Venenklappen.

Was ist eine Thrombose der tiefen Venen?

Eine Thrombose der tiefen Beinvenen entsteht durch ein Blutgerinnsel in den tiefen Venen. Diese kann den Blutfluss blockieren und im schlimmsten Fall zu einer Lungenembolie führen.

Was sind Krampfadern und wie entstehen sie?

Krampfadern sind erweiterte, oberflächlich verlaufende Venen. Sie entstehen durch eine Insuffizienz der Venenklappen und führen zu geschlängelten Venen im Bein.

Welche Symptome deuten auf eine Beinvenenerkrankung hin?

Typische Beschwerden sind Schmerzen, Schwellung, schwere Beine und Spannungsgefühl. In fortgeschrittenen Fällen können auch Hautveränderungen oder Ödeme auftreten.

Wie werden Erkrankungen der Beinvenen behandelt?

Die Behandlung reicht von Kompressionstherapie über Antikoagulation bis hin zu operativen Maßnahmen. Auch Verlaufskontrollen mittels Duplexsonographie sind wichtig.