Wenn das Gehen zur Qual wird und jede Bewegung schmerzt, ist der Gedanke an ein künstliches Gelenk oft der letzte Ausweg. Doch die Angst vor einer großen Operation und einer langen Rehabilitationszeit schreckt viele Patienten ab. Hier hat sich in der modernen Orthopädie ein Wandel vollzogen. Die AMIS-Technik (Anterior Minimally Invasive Surgery) revolutioniert die Art und Weise, wie Chirurgen an die Hüfte gelangen. Anstatt Muskeln zu durchtrennen, nutzt der Operateur natürliche Lücken im Gewebe. Dieser muskelschonende Eingriff ermöglicht nicht nur eine schnellere Rückkehr in den Alltag, sondern reduziert auch die postoperativen Schmerzen erheblich. Als minimal-invasive Operationsmethode setzt der AMIS-Zugang neue Standards in der Versorgung von Patienten mit Gelenkverschleiß. Erfahren Sie hier, warum dieser Zugangsweg so besonders ist und wie er den Weg zu neuer Lebensqualität ebnet.
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Kurzübersicht:
Artikelübersicht
- Operationstechnik und Zugang: Der AMIS-Zugang als direkten vorderen Zugang zur Hüfte für den Operateur
- Vorteile der AMIS-Methode bei der Hüftoperation: Weniger Schmerzen und Rehabilitation nach der Implantation
- Hüft-OP und Hüft-TEP in der Klinik für Orthopädie: Implantation von Hüftprothesen bei Coxarthrose mittels AMIS-Technik
- Postoperativ nach der Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes: Rehabilitation und Stabilität der Hüfte
- FAQ: Die 8 wichtigsten Fragen zur AMIS-Technik
AMIS-Technik - Weitere Informationen
Die Entwicklung in der Endoprothetik geht klar in Richtung Gewebeschonung. Die AMIS-Technik ist hierbei mehr als nur ein kleiner Hautschnitt; sie ist ein Konzept, das die Anatomie des Patienten respektiert. In der Orthopädie wird diese Technik als der echte minimal-invasive Weg zum Gelenk angesehen. Das Kürzel AMI oder AMIS steht für Anterior Minimally Invasive Surgery. Bei dieser Operationsmethode erfolgt die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks über einen vorderen Zugang. Während bei klassischen Zugängen oft Muskeln vom Knochen abgelöst werden müssen, bleibt die Muskulatur bei der AMIS-Methode intakt. Dies ist besonders wichtig für die spätere Funktion und Stabilität der Hüfte. Da das Hüftgelenk tief im Körper liegt, erfordert es viel Erfahrung vom Operateur, das Implantat präzise zu platzieren, ohne Weichteile zu schädigen. Die Hüftendoprothetik mittels AMIS-Technik zur Implantation von Hüftprothesen wird heute in spezialisierten Zentren wie einer Klinik für Orthopädie oder der ATOS Klinik angeboten. Ziel ist es immer, die Coxarthrose (Hüftverschleiß) so schonend wie möglich zu behandeln und die natürliche Biomechanik zu erhalten.

Darstellung eines künstlichen Hüftgelenks © crevis | AdobeStock
AMIS Technik und AMIS-Methode in der Orthopädie: Minimalinvasive Hüftendoprothetik und Implantation eines künstlichen Hüftgelenks
Operationstechnik und Zugang: Der AMIS-Zugang als direkten vorderen Zugang zur Hüfte für den Operateur
Der Kern der AMIS-Technik liegt im Zugangsweg. Es ist der einzige Zugang zur Hüfte, der sowohl intermuskulär als auch internervös verläuft. Das bedeutet, der Zugang erfolgt in einer Lücke zwischen Muskeln, die von unterschiedlichen Nerven versorgt werden, sodass keine Gefahr von Nervenschäden durch Zug besteht.
Der Operateur nutzt den direkten vorderen Zugang (Direct Anterior Approach). Dabei geht er zwischen dem Musculus tensor fasciae latae und dem Musculus rectus femoris hindurch. Um zum Hüftgelenk zu gelangen, müssen keine Muskeln durchtrennt werden. Sie werden lediglich mit Haken zur Seite gehalten. Dies unterscheidet den AMIS-Zugang deutlich vom lateral (seitlichen) oder posterioren Zugang.
Die Operation findet meist in Rückenlage auf einem speziellen Extensionstisch statt. Dies erleichtert dem Arzt die Beweglichkeit des Beines während der Implantation. Der Hautschnitt ist bei diesem minimal-invasiven Verfahren deutlich kleiner als bei offenen Operationen, was auch kosmetisch vorteilhaft ist. Da die Muskeln und Sehnen unverletzt bleiben, ist die Stabilität der Hüfte erheblich besser, und das Risiko, dass die Prothese auskugelt (Luxation), wird minimiert.
Vorteile der AMIS-Methode bei der Hüftoperation: Weniger Schmerzen und Rehabilitation nach der Implantation
Die Vorteile der AMIS-Methode sind für den Patienten spürbar. Da kein Muskelgewebe zerstört wird, treten postoperativ deutlich weniger Schmerzen auf. Dies reduziert den Bedarf an Schmerzmitteln und beschleunigt die Genesung.
Ein weiterer Pluspunkt der AMIS Hüfte ist der geringere Blutverlust während dem Eingriff. Da Gefäße und Gewebe geschont werden, ist die Belastung für den Kreislauf geringer. Dies ist besonders für ältere Patienten in der Orthopädie und Unfallchirurgie von Bedeutung.
Die Rehabilitation verläuft nach einer Hüftoperation mit AMIS Technik meist rasanter. Da die für das Gehen wichtige Muskulatur sofort einsatzbereit ist, dürfen Patienten das Bein oft schon am Tag nach der OP voll belasten. Der Aufenthalt stationär in der Klinik verkürzt sich oft auf wenige Tage. Viele Patienten benötigen Gehstützen nur für eine sehr kurze Zeit, um das Gangbild zu normalisieren.
Mehr Informationen zur Erkrankung finden Sie in unserem Artikel über Hüftarthrose.
Hüft-OP und Hüft-TEP in der Klinik für Orthopädie: Implantation von Hüftprothesen bei Coxarthrose mittels AMIS-Technik
Die häufigste Indikation für die Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes ist der Verschleiß. Wenn der Knorpel am Hüftkopf und in der Pfanne abgenutzt ist, reibt Knochen auf Knochen. Eine Hüft-TEP (Totalendoprothese) ist dann oft die einzige Lösung.
Die AMIS-Technik eignet sich für fast alle Patienten, die eine primäre Hüftprothese benötigen. Auch bei übergewichtigen Patienten ist dieser vorderer Zugang sicher durchführbar. Ein erfahrener Facharzt für Orthopädie oder ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie wählt die passenden Hüftprothesen aus, die anatomisch korrekt über den anterioren Zugang eingebracht werden können.
Sowohl zementierte als auch zementfreie Hüftprothesen lassen sich über diesen Zugangsweg zum Hüftgelenk implantieren. Die Operationsmethode erlaubt eine exakte Kontrolle der Beinlänge noch während der Operation. Dies verhindert eine spätere Beinlängendifferenz.
Lesen Sie auch unseren Beitrag zum Thema Hüftprothese, um mehr über die Implantate zu erfahren.
Postoperativ nach der Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes: Rehabilitation und Stabilität der Hüfte
Die Phase nach dem Eingriff ist entscheidend. Postoperativ profitieren Patienten der AMIS-Methode von der sofortigen Stabilität der Hüfte. Da die Kapsel und die Muskeln intakt sind, ist das Risiko einer Luxation sehr gering.
Die Rehabilitation beginnt meist noch am Tag der Implantation einer Hüftprothese. Unter Anleitung der Physiotherapie lernen Patienten schnell wieder, sicher zu gehen. Da die AMIS-Technik als muskelschonenden Verfahren gilt, entfallen oft die strengen Bewegungsverbote, die bei anderen Zugängen gelten (z.B. kein Übereinanderschlagen der Beine).
Zusammenfassend ist die Implantation einer Hüftgelenksendoprothese mittels AMIS-Technik ein Eingriff, der den Patienten schnell zurück in ein aktives Leben bringt. Der Vorderer Zugang und die minimal-invasiven Instrumente machen die AMIS-Methode zu einem Goldstandard in der modernen Hüftendoprothetik.
Für allgemeine Informationen zu chirurgischen Eingriffen am Bewegungsapparat besuchen Sie unseren Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie.
FAQ: Die 8 wichtigsten Fragen zur AMIS-Technik
Was bedeutet AMIS bei einer Hüftoperation?
AMIS steht für "Anterior Minimally Invasive Surgery". Es beschreibt eine Operationsmethode, bei der das künstliche Hüftgelenk über einen vorderen Zugang implantiert wird. Das Besondere ist, dass der Zugang intermuskulär erfolgt – also zwischen den Muskeln hindurch – ohne diese zu durchtrennen.
Welche Vorteile hat die AMIS-Methode?
Die Vorteile der AMIS-Methode sind vielfältig: Da keine Muskeln abgelöst werden, haben Patienten postoperativ weniger Schmerzen und einen geringeren Blutverlust. Die Rehabilitation ist schneller, der Krankenhausaufenthalt kürzer, und die Stabilität der Hüfte ist sofort gegeben, was das Luxationsrisiko minimiert.
Ist die AMIS-Technik für jeden Patienten geeignet?
Grundsätzlich ist die AMIS-Technik für die meisten Patienten mit Hüftarthrose (Coxarthrose) geeignet. Auch übergewichtige oder sehr muskulöse Patienten können oft damit operiert werden. Bei sehr komplexen Revisionseingriffen oder speziellen anatomischen Deformitäten entscheidet der Orthopäde individuell, ob dieser Zugangsweg möglich ist.
Wie lange dauert die Heilung nach einer AMIS-OP?
Dank der gewebeschonenden Vorgehensweise ist die Genesung oft schneller als bei herkömmlichen Methoden. Viele Patienten können das Bein bereits am Tag der Operation voll belasten. Gehhilfen werden oft nur für 2 bis 4 Wochen benötigt. Die volle Sportfähigkeit ist meist nach einigen Monaten wiederhergestellt.
Wie groß ist der Hautschnitt bei der AMIS-Methode?
Der Hautschnitt ist bei diesem minimal-invasiven Eingriff deutlich kleiner als bei klassischen Zugängen. Er beträgt in der Regel nur etwa 8 bis 10 Zentimeter und liegt vorne am Oberschenkel, was oft eine kosmetisch unauffälligere Narbe hinterlässt.
Wer führt die Operation durch?
Die Operation sollte von einem erfahrenen Operateur, meist einem Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, durchgeführt werden, der speziell auf die AMIS-Technik geschult ist. Da der Zugangsweg technisch anspruchsvoll ist und spezielle Instrumente erfordert, bieten oft spezialisierte Kliniken oder Endoprothetikzentren dieses Verfahren an.
Gibt es Risiken bei diesem vorderen Zugang?
Wie bei jeder Operation gibt es allgemeine Risiken (Infektion, Thrombose). Ein spezifisches Risiko beim vorderen Zugang ist eine Reizung eines Hautnervs am Oberschenkel (Nervus cutaneus femoris lateralis), was zu einem tauben Gefühl an der Außenseite führen kann. Dies bildet sich jedoch oft zurück.
Was ist der Unterschied zu anderen minimal-invasiven Verfahren?
Viele Verfahren nennen sich minimal-invasiv, weil der Hautschnitt klein ist. Die AMIS-Technik ist jedoch die einzige Technik, die sowohl intermuskulär als auch internervös verläuft. Das heißt, sie respektiert nicht nur die Muskeln, sondern auch die Nervenbahnen optimal, was sie besonders schonend macht.
Quellen
- Anbari K (2014) Advantages and Disadvantages of Anterior Hip Replacement. Arthritis-health. https://www.arthritis-health.com/surgery/hip-surgery/all-about-anterior-hip-replacement
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (2019) Koxarthrose. S2k-Leitlinie. AWMF-Register-Nr.: 033-001. https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/033-001l_S2k_Koxarthrose_2019-07_1.pdf
- Gollwitzer H (2018) Die minimal-invasive AMIS-Technik zur Implantation von Hüftprothesen. Der Orthopäde 47(9): 782-787. https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00132-018-3591-y
- Holstein J (2019) AMIS - Minimalinvasive Hüftendoprothetik über den anterioren Zugang. sportärztezeitung 1: 2-6. https://ethianum-klinik-heidelberg.de/dokumente/upload/Prof_Dr_Holstein_ueber_AMIS_saez0119.pdf










