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Venenverödung: Sklerotherapie zur Behandlung von Krampfadern und Besenreisern

Die Venenverödung, auch Sklerotherapie genannt, ist eine bewährte Methode zur Behandlung von Krampfadern und Besenreisern. Dabei wird ein flüssiges oder schaumförmiges Verödungsmittel in die erkrankte Vene injiziert, um die Venenwände zu verkleben und langfristig zu verschließen. Die Therapie eignet sich besonders für kleinere Krampfadern, oberflächliche Besenreiser sowie tiefer gelegene Venenabschnitte, die sich schonend behandeln lassen. Durch die richtige Nachsorge, Kompressionsstrümpfe und eine sorgfältige Auswahl des Sklerosierungsmittels – häufig Polidocanol in verschiedenen Konzentrationen – lassen sich optimale Ergebnisse erzielen. Da die Methode ambulant erfolgt und nur geringe Risiken aufweist, gehört sie zu den Standardverfahren der Phlebologen.

Empfohlene Spezialisten für eine Venenverödung

Kurzübersicht:

Die Venenverödung ist eine schonende Methode zur Behandlung von Krampfadern und Besenreisern. Sie funktioniert, indem ein Verödungsmittel in die betroffene Vene injiziert wird, wodurch eine kontrollierte Entzündungsreaktion und Verklebung der Venenwand entsteht. Eingesetzt werden flüssige Sklerosierungsmittel oder Schaum für größere oder tiefer gelegene Venen. Die Nachsorge mit Kompression und Bewegung ist entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden und gute Ergebnisse zu erzielen. Die Methode gilt als sicher, weist meist nur geringe Nebenwirkungen auf und wird häufig ambulant durchgeführt.

Artikelübersicht

Venenverödung - Weitere Informationen

Was sind Krampfadern?

Venenprobleme sind ein weit verbreitetes Phänomen. Nahezu jede zweite Frau leidet im fortgeschrittenen Alter unter Krampfadern. Im medizinischen Bereich werden Krampfadern auch als Varizen bezeichnet. Hierbei handelt es sich um erweiterte Venen, die sich im Laufe der Zeit netzartig ausbreiten können. Im Anfangsstadium sind Krampfadern landläufig als Besenreiser bekannt, die bevorzugt in den Kniekehlen oder an den Unterschenkeln entstehen.

Besenreiser sind aber genau genommen keine Varizen. Vielmehr handelt es sich bei ihnen nur um kleine Venenästchen, die unter der Haut als blaue oder violette Netze sichtbar sind. Sie können allerdings als das erste Zeichen für Erweiterungen der oberflächlichen Beinvenen (auch Stammvenen genannt) sein. Die Stammvenen (Vena saphena magna und parva) liegen etwas tiefer im Gewebe als die kleineren Besenreiser und sind deshalb erst sichtbar, wenn die Erweiterung deutlich zugenommen hat.

Wie entstehen Krampfadern?

Die oberflächlichen Beinvenen, auch Stammvenen genannt, liegen an der Oberschenkelinnenseite (Vena saphena magna) sowie der Unterschenkelrückseite (Vena saphena parva) direkt unter der Haut beziehungsweise im Unterhaut-Fettgewebe. Durch den aufrechten Gang und das Einwirken der Schwerkraft sind diese Venen besonders belastet. Das Blut kann hier sozusagen versacken und die in der Vene befindlichen Venenklappen dadurch undicht werden. Im Normalzustand verhindern die Venenklappen, welche im Abstand von wenigen Zentimetern in der gesamten Stammvene vorhanden sind, dass das Blut der Schwerkraft folgend nach unten zurückfließt. Sie ermöglichen sozusagen lediglich einen Blutfluss von unten nach oben, nicht in umgekehrter Flussrichtung. 

Da es bei Frauen während der Schwangerschaft zu einer Auflockerung des Bindegewebes kommt, leiden sie deutlich häufiger an Krampfadern als Männer. Aber auch stehende beziehungsweise sitzende Tätigkeiten führen zu einer Belastung der oberflächlichen Venen und erhöhen das Risiko, an Krampfadern zu erkranken. 

Krampfadern

Krampfader-Patienten sollten sich häufig bewegen @ Solarisys /AdobeStock

Welche Beschwerden verursachen Krampfadern?

Wie bereits oben erwähnt, können Besenreiser zum Teil die ersten Anzeichen von Krampfadern sein. Weitere typische Symptome, welche insbesondere abends auftreten, sind:

  • ein Anschwellen der Beine und Knöchel
  • müde und schwere Beine
  • Schmerzen (insbesondere nach langem Stehen & Sitzen)

Weitere, allerdings deutlich seltenere Symptome können offene Wunden im Innenknöchel-Bereich sein, welche nicht oder nur sehr langsam abheilen. Die Ursache hierfür sind der schlechtere Abtransport von Blut und insbesondere Gewebeabbauprodukten, was wiederum zu einer Vergrößerung der Wunde beziehungsweise einer Verzögerung der Abheilung führt.

Müssen Krampfadern zwingend behandelt werden?

Krampfadern, die keine Probleme bereiten, müssen nicht zwingend behandelt werden. Es ist allerdings so, dass sich Krampfadern von selbst niemals zurückbilden und im schlimmsten Fall zunehmen und schließlich schwerwiegende Probleme wie nicht heilende Wunden am Unterschenkel (Ulcus cruris) verursachen können. Deshalb empfiehlt es sich Auf jeden Patienten mit Krampfadern auf jeden Fall, Kompressionsstrümpfe zu tragen. Letzteres ist insbesondere in Belastungssituationen wie langes Stehen oder Sitzen sehr empfehlenswert.

Überblick über die verschiedenen Formen der Venenverödung

Für die Behandlung von Krampfadern und Besenreisern stehen unterschiedliche Formen der Venenverödung zur Verfügung, die je nach Ausprägung der erkrankten Venen eingesetzt werden. Die klassische Flüssig-Sklerotherapie nutzt ein flüssiges Verödungsmittel wie Polidocanol, das in kleinere Venen oder Besenreiser injiziert wird und dort eine kontrollierte Entzündungsreaktion auslöst, sodass die Venenwände verkleben. Für größere oder tiefer gelegene Venen eignet sich die Schaumverödung, bei der das Sklerosierungsmittel vor der Injektion mit Luft aufgeschäumt wird. Durch die schaumige Konsistenz verdrängt das Mittel das Blut besser, bleibt länger an der Venenwand haften und kann eine effektivere Verklebung bewirken. Bei ausgewählten Befunden kann auch eine Sklerosierung größerer Venenabschnitte sinnvoll sein, insbesondere dann, wenn Laser- oder Radiofrequenzverfahren nicht infrage kommen. Alle Methoden werden ambulant durchgeführt und zählen zu den schonenden Verfahren der Behandlung von Krampfadern und Besenreisern. Entscheidend für optimale Ergebnisse ist die richtige Auswahl der Methode sowie eine konsequente Kompressionstherapie in der Nachsorge.

Welche weiteren Möglichkeiten gibt es, um Krampfadern zu behandeln?

  • Die Kompressionstherapie mit Binden oder Strümpfen: Hierdurch werden die Venen von außen zusammengedrückt, wodurch die Venenklappen wieder besser schließen können.
  • Die sogenannte endoluminale Therapie mit Laser- oder Radiofrequenzenergie: Hierbei wird durch spezielle Sonden, welche in die Vene von außen eingeführt werden, die Venenwand von innen mit Hitze behandelt, woraufhin sich die Venenwände gereizt werden, sich entzünden und sich letztlich durch ein Verkleben verschließen. 
  • Die operative Entfernung von Krampfadern (Crossektomie und Stripping): Prinzip der operativen Behandlung ist das Absetzen der oberflächlichen Vene in der Leiste oder in der Kniekehle (Crossektomie) und das komplette Herausziehen (Stripping).
  • Die Sklerosierungsbehandlung: Auch hier kommt es zu einer Entzündung und Verklebung der Venenwände von innen. Im Gegensatz zu der Laser- und Radiofrequenztherapie erfolgt dies allerdings durch sogenannte Sklerosierungsmittel in flüssiger bzw schaumartiger Form.
Sklerosierungsbehandlung bei Krampfadern

Das Sklerosierungsmittel löst die Zellen der Gefäßinnenwand auf, eine Entzündungsreaktion verklebt die Krampfadern @ Pepermpron /AdobeStock

Was wird bei der Verödung genau gemacht?

Bei der Verödung wird das sogenannte Verödungsmittel, meistens handelt es sich um Polidocanol (Aethoxyskerol®, 0,25 – 3%ig) in die erkrankten Venen eingespritzt und diese anschließend von außen zusammengedrückt. Hierdurch kommt es dann im Idealfall durch die Entzündungsreaktion auf Polidocanol zu einem vergeben der Venenwände. Bei Besenreisern und kleineren Venen kann dieses Vorgehen (sogenannte Flüssigsklerosierung) meist sehr erfolgreich angewendet werden.

Neben der gewöhnlichen Injektion von flüssigem Polidocanol gibt es in der Phlebologie eine weitere Möglichkeit, um Venen erfolgreich zu veröden. Diese Therapie wird als Schaumsklerosierung bezeichnet. Bei der Schaumsklerosierung wird das Sklerosierungsmittel mit Luft vermischt, bevor es ebenfalls unter die Haut gespritzt wird. Dies empfiehlt sich insbesondere bei dicklumigeren Venen, um einen sparsamen Verbrauch des Sklerosierungsmittels zu gewährleisten und trotzdem eine effektive Venenwandverklebung herbeizuführen.

Wann wird eine Venenverödung durchgeführt?

Letztlich liegt es immer in der Entscheidung des Patienten und des behandelnden Arztes, welches der oben genannten Therapieverfahren gewählt wird. Die Sklerosierung kann insbesondere für kleinere Gefäße (Besenreiser) erfolgreich eingesetzt werden. Bei größeren Gefäßen ist mit einem nicht unerheblichen Risiko zu rechnen, dass die Vene nicht vollständig verklebt und die Therapie somit nicht erfolgreich war. In diesen Fällen sollte das Varizenstripping beziehungsweise die Laser- oder Radiofrequenzbehandlung bevorzugt werden. 

Was passiert vor, während & nach der Venenverödung?

In der Regel wird die Therapie im Liegen durchgeführt. Die Dosis des Sklerosierungsmittels ist vom Körpergewicht des Patienten abhängig. Zuallererst wird die Einstichstelle sorgfältig desinfiziert, bevor der behandelnde Arzt eine winzige Menge Luft unter die Haut spritzt, um das Blut zu verdrängen. Anschließend wird das flüssige Medikament in die Vene injiziert. Dabei muss der Arzt allerdings aufpassen, dass er das Medikament nicht in das umliegende Gewebe spritzt.

Ähnlich funktioniert die Schaumsklerosierung. Allerdings vermischt der Arzt das Medikament schon vor der Behandlung mit Luft, ehe er das Sklerosierungsmittel in die Vene injiziert. Das Blut wird durch die schaumige Konsistenz des Mittels ebenfalls verdrängt, sodass das Medikament seine Wirkung entfalten kann. Nach der Sklerosierung wird die Einstichstelle mit einem Wattepolster abgedeckt. Anschließend muss der Patient Kompressionsstrümpfe tragen, die einen gleichmäßigen Druck auf das Gewebe ausüben.

Venenverödung

Bei der Venenverödung behandelt der Arzt den Patienten mittels Injektion von Schaum oder eines flüssigen Verödungsmittels wie z.B. Polidocanol @ rh2010 /AdobeStock

Welche Komplikationen können bei der Venenverödung auftreten?

Zwar gehört die Sklerotherapie zu den Standardtherapien krankhaft veränderter Gefäße, jedoch wird die Behandlung von einigen Risiken begleitet.

Zu den häufigsten Komplikationen zählen:

  • Entzündungen
  • Infektionen
  • Blutungen durch Verletzung von Gefäßen
  • Verfärbung der Haut
  • irreparable Nervenschäden
  • Wundheilungsstörungen
  • allergische Reaktionen durch Sklerosierungsmittel
  • Wassereinlagerungen
  • Bildung von Blutgerinnseln

Was muss nach der Venenverödung beachtet werden?

Geringfügige Schwellungen, Hautrötungen oder Hautverfärbungen (blaue Flecken) sind nach einer Venenverödung vollkommen normal. Allerdings sollten Patienten einen Arzt aufsuchen, falls sie unter

  • Fieber
  • Schmerzen
  • starken Hautrötungen und Schwellungen
  • Taubheitsgefühlen oder Kribbeln in den Beinen und Füßen
  • einer Blauverfärbung der Zehen

leiden.

Um die Gefahr einer Infektion zu vermeiden, sollten Patienten in der Zeit der Wundheilung auf Sonnenbäder, Sauna- und Solariumbesuche verzichten. Kurzes Duschen ist erlaubt, sofern die Einstichstelle mit einem Pflaster abgedeckt wird.

Sport ist nach einer Sklerosierung äußerst wichtig, um Besenreisern und Krampfadern vorzubeugen. Langes Stehen und Sitzen müssen Patienten unbedingt vermeiden. Die Beine sollten möglichst häufig hochgelagert werden, daneben sorgen Spaziergänge, Nordic Walking und Jogging für eine bessere Durchblutung.

FAQ zur Venenverödung (Sklerotherapie)

Wie wirkt eine Verödungstherapie bei Krampfadern und Besenreisern?
Die Verödungstherapie, auch bekannt als Sklerotherapie, führt dazu, dass das Verödungsmittel in die betroffene Vene injiziert wird und dort eine kontrollierte Entzündungsreaktion auslöst. Dadurch verkleben die Venenwände und die Vene wandelt sich im Verlauf in einen bindegewebigen Strang um. Dieser Prozess betrifft sowohl kleinere Krampfadern und Besenreiser als auch bestimmte größere oder tiefer gelegene Krampfadern, sofern die jeweiligen Methoden der Venenverödung geeignet sind. Das Ziel besteht darin, den Blutfluss aus krankhaft erweiterten Venen umzuleiten und langfristig optimale Ergebnisse zu erzielen.

Was passiert unmittelbar nach der Behandlung?
Unmittelbar nach der Behandlung wird die behandelte Vene komprimiert, damit das Blut in der Vene verdrängt wird und das Sklerosierungsmittel optimal wirken kann. Häufig entstehen leichte Blutergüsse, eine vorübergehende Verhärtung oder ein Druckgefühl an den behandelten Venen. Diese Veränderungen sind üblich und klingen in den Wochen nach der Behandlung meist spontan ab. Bei Besenreisern oder Krampfadern können zudem kleine bräunliche Verfärbungen auftreten, die in seltenen Fällen mehrere Wochen bis Monate bestehen bleiben.

Wie viele Sitzungen sind für gute Ergebnisse nötig?
Je nach Ausprägung der Krampfadern oder Besenreiser können mehrere Sitzungen erforderlich sein. Kleinere Venen sprechen oft bereits nach einer Sitzung gut an, während größere Venen oder tiefer gelegene Krampfadern mehrfache Behandlungen benötigen, um eine vollständige Verklebung zu erreichen. Die Wahl des Verfahrens – flüssiges Verödungsmittel oder Schaum, der zuvor aufbereitet und schaum verarbeitet wird – beeinflusst ebenfalls die Anzahl der Sitzungen.

Welche Risiken oder Nebenwirkungen können auftreten?
Die Verfahren gelten als schonend und führen in der Regel zu kaum Nebenwirkungen. Dennoch können in seltenen Fällen Komplikationen wie allergische Reaktionen auf das Verödungsmittel, stärkere Entzündungen, eine oberflächliche Thrombose oder eine ausgeprägte Schwellung entstehen. Ziel der Behandlung ist es, das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren und das Risiko von Komplikationen zu minimieren. Eine korrekte Technik, genau abgestimmte Konzentrationen des Sklerosierungsmittels und eine angepasste Kompressionstherapie sind hierfür entscheidend.

Worauf ist in der Nachsorge zu achten?
Die Nachsorge ist entscheidend, um den Heilungsverlauf positiv zu beeinflussen. Patienten sollten in den ersten Tagen direkte Sonneneinstrahlung auf die behandelten Bereiche vermeiden, da dies zu Pigmentstörungen führen kann. Auch Sauna und Solarium sollten zunächst gemieden werden. Bewegung, regelmäßige Spaziergänge und das Hochlagern der Beine unterstützen den Abfluss von Blut in der Vene und fördern die Heilung. Kompressionsstrümpfe stabilisieren die behandelten Venen zusätzlich. Bei größeren Krampfadern oder tiefer gelegenen Krampfadern kann eine konsequente Kompression über Wochen bis Monate sinnvoll sein.

Wann ist eine Verödung von Krampfadern sinnvoll?
Eine Verödung von Krampfadern wird eingesetzt, wenn die Vene funktionell gestört oder kosmetisch auffällig ist und andere Verfahren nicht zwingend notwendig sind. Bei kleineren Krampfadern und Besenreiser oder Krampfadern im Anfangsstadium ist die Sklerotherapie oft sehr effektiv. In anderen Fällen, etwa bei größeren Krampfadern, kann die Verödung der Krampfadern nur eingeschränkt sinnvoll sein, sodass alternative Verfahren wie Laser oder Radiofrequenz empfohlen werden. Die Verödung ist eine Methode zur Behandlung von Krampfadern, die besonders dann geeignet ist, wenn die betroffenen Venen nicht zu stark erweitert sind.

Quellen

https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/037-015l_S2k_Sklerosierungsbehandlung-Varikose_2019-05.pdf
https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/037-018l_S2k_Varikose_Diagnostik-Therapie_2019-07.pdf