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Erkrankung · Senologie

Brustdrüsenentzündungen erkennen und ärztlich behandeln lassen

Sabine SchneiderChefredakteurinSabine SchneiderStand: ICD-10: N61, N60, O91

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Zwei Hauptformen
Die Mastitis puerperalis betrifft Frauen im Wochenbett, während die Mastitis non-puerperalis außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit entsteht.
Typische Beschwerden
Schmerzen, Überwärmung, Rötung, Schwellung und Fieber können auf eine entzündete Brust hinweisen.
Häufige Auslöser
Beim Stillen können ein Milchstau oder verletzte Brustwarzen einer Mastitis vorausgehen.
Behandlung nach Ursache
Kühlende Umschläge können die Beschwerden lindern; bei einer bakteriellen Infektion kann ein Antibiotikum erforderlich sein.
Ärztliche Abklärung
Eine entzündet wirkende Brust außerhalb der Stillzeit sowie eine deutliche Verschlechterung sollten rasch untersucht werden.

Eine Brustdrüsenentzündung, medizinisch Mastitis, ist eine Entzündung der Brustdrüse mit oder ohne Infektion. Typisch sind Schmerzen, gerötete und überwärmte Haut sowie Fieber. Je nach Ursache kommen kühlende Auflagen, ein Antibiotikum oder die Entleerung eines Brustabszesses infrage.

Häufig tritt die Erkrankung während der Stillzeit auf, sie kann jedoch auch unabhängig von Schwangerschaft und Stillen entstehen. Welche Behandlung geeignet ist, hängt vor allem davon ab, ob die Brustentzündung infektiös oder nichtinfektiös ist.

Was ist eine Mastitis?

Eine Mastitis ist eine infektiöse oder nichtinfektiöse Entzündung der Brustdrüse. Während des Wochenbetts wird sie als Mastitis puerperalis bezeichnet. Nach Angaben der Frauenärzte im Netz tritt sie bei etwa 1 bis 9 Prozent der Mütter im Wochenbett auf. Häufig entwickelt sie sich beim Stillen.

Außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit wird die Erkrankung Mastitis non-puerperalis genannt. Dazu zählt die periduktale Mastitis im Bereich der Milchgänge. Eine weitere Form ist die idiopathische granulomatöse Mastitis. Diese gutartige Erkrankung hat eine unbekannte Ursache und kann Frauen im gebärfähigen Alter betreffen.

Brustdrüsenentzündungen
Bild KI generiert

Welche Symptome hat eine Brustentzündung?

Eine infektiöse Mastitis in der Stillzeit kann örtliche Beschwerden und ein allgemeines Krankheitsgefühl verursachen. Der betroffene Brustbereich kann bei Berührung oder Druck schmerzen.

  • Rötung: Ein Bereich der Brust ist deutlich gerötet.
  • Überwärmung: Die Haut fühlt sich wärmer als die Umgebung an.
  • Schmerzen: Berührung oder Druck auf die Brust sind unangenehm.
  • Schwellung: Das entzündete Gewebe schwillt an.
  • Fieber und Abgeschlagenheit: Beide Beschwerden können eine infektiöse Mastitis in der Stillzeit begleiten.
  • Sekret: Mitunter tritt Eiter aus der Brustwarze aus.

Außerhalb der Stillzeit können gerötete Haut an Brust oder Brustwarze, Schmerzen, Schwellungen und Fieber auftreten. Die granulomatöse Form kann sich durch einen schmerzhaften Knoten, eine eingezogene Brustwarze oder andere Hautveränderungen bemerkbar machen. Auch Hautgeschwüre und Fistelgänge sind möglich.

Eine Phlegmone ist eine flächige Entzündung des Brustgewebes. Im Zusammenhang mit einer Mastitis während der Stillzeit kann sie als geröteter, druckempfindlicher Knoten entlang eines Milchgangs auffallen.

Was löst eine Mastitis aus?

Während der Stillzeit kann eine Brustentzündung auf einen Milchstau oder wunde Brustwarzen folgen. Verletzungen der Brustwarze sind ein gut untersuchter Risikofaktor für stillende Frauen. Kleine Wunden können die natürliche Schutzbarriere der Haut beeinträchtigen.

  • Milchstau: Gestaute Milch kann eine entzündliche Reaktion begünstigen.
  • Verletzte Brustwarze: Kleine Wunden erhöhen beim Stillen das Erkrankungsrisiko.
  • Bakterien: Bei einer bakteriellen Infektion ist Staphylococcus aureus ein wichtiger Erreger.
  • Rauchen: Es erhöht das Risiko einer periduktalen Mastitis im Bereich der Milchgänge.
  • Unbekannte Ursache: Bei der idiopathischen granulomatösen Form lässt sich kein eindeutiger Auslöser feststellen.

Ein Milchstau und eine Mastitis sind nicht dasselbe, doch der Milchstau kann der Entzündung vorausgehen. Ob Keime an der Entzündung beteiligt sind, beeinflusst die Wahl der Behandlung.

Wie wird eine Brustdrüsenentzündung festgestellt?

Bei einer Mastitis während der Stillzeit muss zwischen einer infektiösen und einer nichtinfektiösen Entzündung unterschieden werden. Das ist für die Behandlung wichtig, da die nichtinfektiöse Form nur eine unterstützende Behandlung benötigt.

Die Ärztin oder der Arzt achtet außerdem auf mögliche Komplikationen. Ein Brustabszess ist eine örtlich begrenzte Ansammlung infizierter Flüssigkeit im Brustgewebe. Der Eiter kann dabei nicht ausreichend abfließen.

Wie wird eine Mastitis behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Verlauf. Bessern sich die Beschwerden innerhalb von 24 Stunden nicht, muss ärztlich geprüft werden, ob Antibiotika erforderlich sind.

VerfahrenFür wen geeignetDauerVor- und Nachteile
Kalte Umschläge oder QuarkwickelBei Beschwerden einer BrustentzündungNach Bedarf im Rahmen der unterstützenden BehandlungKann die Beschwerden lindern.
Antibiotische BehandlungBei einer ärztlich festgestellten oder vermuteten bakteriellen MastitisEinnahme nach ärztlicher VerordnungWirkt gegen empfindliche Bakterien. Auswahl und Anwendung müssen zum Befund passen. Dicloxacillin ist ein mögliches Mittel bei einer Mastitis in der Stillzeit.
NadelpunktionBei einem Brustabszess, der sich auf diese Weise entleeren lässtAbhängig vom Verlauf; mehrere Punktionen können nötig sein–
Chirurgische DrainageBei Abszessen über 5 Zentimeter sowie bei gekammerten oder wiederkehrenden BefundenOperativer Eingriff mit anschließender WundbehandlungErmöglicht das Abfließen des Eiters.

Wie verläuft ein Brustabszess?

Eine unbehandelte Brustentzündung kann in einen Abszess übergehen. Dieser muss entleert werden, damit die infizierte Flüssigkeit abfließen kann.

Wie lange die Heilung dauert, hängt von der Ausdehnung des Befunds und der Behandlung ab. In einer Beobachtungsstudie heilten mehrfach ultraschallgesteuert punktierte Brustabszesse im Mittel nach 14 Tagen.

Welche Folgen kann die Erkrankung haben?

Der Verlauf hängt von der Form und dem Ausmaß der Entzündung ab. Während der Stillzeit kann eine Mastitis die Milchmenge verringern. Abstillen ist deshalb jedoch nicht grundsätzlich notwendig. Die Stilltechnik sollte an die individuelle Situation angepasst werden.

Eine schwere infektiöse Mastitis kann sich im Körper ausbreiten und bis zu einer Blutvergiftung führen. Eine solche Sepsis ist ein medizinischer Notfall. Starkes Krankheitsgefühl, zunehmende Beschwerden oder eine rasche Verschlechterung erfordern daher eine umgehende ärztliche Beurteilung.

Die granulomatöse Mastitis kann wiederkehren und längerfristige Kontrollen notwendig machen. Ein erneuter Knoten oder neue Hautveränderungen sollten deshalb untersucht werden.

Wie lässt sich einer Brustentzündung vorbeugen?

Eine gute Anlegetechnik und das Stillen entsprechend dem Bedarf des Babys sind wichtige Maßnahmen zur Vorbeugung einer Mastitis.

Schmerzen und Verletzungen der Brustwarze sollten früh beachtet werden. Stillen nach Bedarf bedeutet dabei nicht, dass die Brust für einen guten Milchfluss regelmäßig vollständig entleert werden muss.

Wann ist ärztliche Hilfe erforderlich?

Eine Entzündung außerhalb der Stillzeit sollte ohne Aufschub ärztlich abgeklärt werden. Das gilt besonders bei einem Knoten, einer eingezogenen Brustwarze, auffälligen Hautveränderungen oder austretendem eitrigem Sekret.

Fieber mit ausgeprägter Abgeschlagenheit, rasch zunehmende Schmerzen oder eine deutliche Verschlechterung sprechen für eine dringliche Untersuchung.

Häufige Fragen zu Brustdrüsenentzündungen

Muss jede Mastitis mit Antibiotika behandelt werden?

Nein. Bei einer Mastitis während der Stillzeit benötigt die nichtinfektiöse Form nur eine unterstützende Behandlung. Tritt innerhalb von 24 Stunden keine Besserung ein, muss ärztlich geprüft werden, ob Antibiotika erforderlich sind.

Welches Antibiotikum kann eingesetzt werden?

Dicloxacillin ist ein mögliches Antibiotikum bei einer Mastitis während der Stillzeit. Welches Präparat infrage kommt, richtet sich nach der ärztlichen Einschätzung und der vermuteten bakteriellen Ursache.

Kann aus einer Mastitis ein Brustabszess entstehen?

Ja. Eine unbehandelte Brustentzündung kann in einen Brustabszess übergehen. Dieser entsteht bei etwa 4 bis 11 Prozent der Frauen mit Mastitis.

Wie lange dauert die Heilung eines Brustabszesses?

Die Dauer hängt von der Art und Behandlung des Abszesses ab. In einer Beobachtungsstudie heilten mehrfach ultraschallgesteuert punktierte Brustabszesse im Mittel innerhalb von 14 Tagen.

Kann eine Brustentzündung wiederkehren?

Ja. Insbesondere die granulomatöse Mastitis kann erneut auftreten, weshalb längerfristige Kontrollen erforderlich sein können.

Kann eine Mastitis die Milchmenge verringern?

Ja. Eine Mastitis kann die Milchmenge verringern.

Wann sollte ich mit einer Brustentzündung zum Arzt gehen?

Außerhalb der Stillzeit sollte eine entzündet wirkende Brust rasch untersucht werden. Dringend ist die Abklärung bei einer deutlichen Verschlechterung, zunehmenden Schmerzen oder ausgeprägtem Krankheitsgefühl, da sich eine schwere Infektion bis zu einer Blutvergiftung ausbreiten kann.

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Sabine Schneider

Über den Fachautor

Sabine Schneider

Chefredakteurin

Sabine Schneider ist ausgebildete Medizinische Praxisassistentin und verfügt über langjährige praktische Erfahrung im medizinischen Umfeld.

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