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Speichelsteine: Symptome, Ursachen und Behandlung

25.03.2026
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Speichelsteine sind kleine feste Ablagerungen, die sich in den Speicheldrüsen oder deren Ausführungsgang bilden können. Diese Konkremente bestehen aus Bestandteilen des Speichels und können den natürlichen Speichelfluss behindern oder vollständig blockieren. Wenn der Speichel nicht mehr ungehindert abfließen kann, beginnt er sich in der Drüse zu stauen. In der Folge können Schmerzen, eine sichtbare Schwellung oder eine Entzündung der Speicheldrüse entstehen.

Medizinisch wird diese Erkrankung als Sialolithiasis bezeichnet. 

ICD-Codes für diese Krankheit: K11.5

Kurzübersicht:

Speichelsteine entstehen durch eine Ablagerung von mineralischen oder organischen Bestandteilen im Speichel. Diese Ablagerungen können sich innerhalb der Speicheldrüsen oder in deren Speicheldrüsengängen bilden. Wenn sich ein Stein im Ausführungsgang befindet, kann er den Speichelfluss behindern oder den Gang vollständig verstopfen. In diesem Fall kann sich der Speichel in der betroffenen Drüse ansammeln und gestaut werden.

Artikelübersicht

Speichelsteine treten besonders häufig in den größen Speicheldrüsen auf. Am häufigsten betroffen ist die Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis), weil deren Gang sehr lang ist. Seltener die Ohrspeicheldrüse (Glandula Parotidea) oder die Unterzungendrüse (Glandula Sublingularis). Ein Stein entwickelt sich in der Regel nur auf einer Seite, sodass meist nur eine Drüse betroffen ist.

Die Behandlung von Speichelsteinen richtet sich nach der Größe des Steines, seiner Lage im Ausführungsgang sowie der Stärke der Beschwerden. Kleinere Steine können teilweise durch Anregung des Speichelflusses, etwa durch Kaugummi, saure Bonbons oder andere sauer schmeckende Lebensmittel gelöst werden. Größere Steine lassen sich mithilfe moderner Verfahren wie Speichelgangendoskopie, Sialendoskopie, Stoßwellenlithotripsie oder durch einen operativen Eingriff entfernen.

Speichelsteine oft nur durch Zufall auf einem Röntgenbild erkannt.

Lage der Speicheldrüsen (gelb)
Die Lage und Größe der Speicheldrüsen (in gelb) © Pushpraj | AdobeStock

Definition: Was sind Speichelsteine / Sialolithiasis?

Speichelsteine sind feste Konkremente, die sich aus Bestandteilen des Speichels bilden. Ein einzelner Speichelstein kann sich innerhalb einer Speicheldrüse oder im Ausführungsgang der Drüse entwickeln. Die Erkrankung wird medizinisch als Sialolithiasis bezeichnet und gehört zu den häufig vorkommenden Erkrankungen der Speicheldrüsen. 

Die meisten Steine entstehen in den großen Speicheldrüsen. Besonders häufig betroffen ist die Unterkieferspeicheldrüse, auch submandibularis genannt. Diese Drüse produziert einen relativ zähflüssigen Speichel, der leichter zu Ablagerungen führen kann. 

Die Größe der Konkremente kann stark variieren. Manche Speichelsteine sind nur wenige Millimeter groß, andere können mehrere Zentimeter erreichen. Entscheidend für mögliche Beschwerden ist dabei, v.a. die Lage des Steins im Ausführungsgang oder innerhalb der Drüse.

In vielen Fällen bleiben Speichelsteine zunächst unbemerkt. Erst wenn sie den Ausführungsgang oder Drüse blockieren, kommt es zu spürbaren Beschwerden.

Ursachen und Risikofaktoren für die Bildung von Speichelsteinen

Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung von Speichelsteinen, darunter häufig eine zu niedrige Trinkmenge. Die Bildung von Speichelsteinen wird besonders begünstigt, wenn der Speichelfluss reduziert ist oder sich die Zusammensetzung des Speichels ändert. Z.b. durch zu geringe Flüssigkeitszufuhr, verminderte Speichelproduktion, entzündliche Erkrankungen der Speicheldrüsen, schlechte Mundhygiene oder Infektionen wie Mumps.

Auch strukturelle Besonderheiten der Gänge können eine Rolle spielen. Wenn der Ausführungsgang sehr lang oder eng ist, kann der Speichel schlechter abfließen.

Chronische Erkrankungen, wie etwa Mukoviszidose können die Speichelzusammensetzung verändern, diese Veränderungen in den Speicheldrüsen erhöhen das Risiko, dass sich feste Konkremente bilden.

Aufgrund des Flüssigkeitsmangels reduziert der Organismus die über den Speichel abgegebene Wassermenge und verringert daher die Speichelproduktion. Werden jedoch die Drüsen nicht mehr richtig durchgespült, können sich harte Konkremente (Ablagerungen) bilden.

Sialolithiasis und Speichelstein-Blockade_KI generiert

Welche Beschwerden und Symptome treten auf?

Patienten, die unter Speichelsteinen leiden, entwickeln nicht zwangsläufig Symptome. Meist hängt es von ihrer Lage und Größe ab, ob Speichelsteine sich überhaupt bemerkbar machen.

In der Regel treten erst dann Beschwerden auf, wenn die Speichelsteine die Drüsen verstopfen und der Speichel beginnt sich in der Drüse zu stauen. Die Symptome sind oft entzündlicher Natur und mit Schmerzen im Bereich der betroffenen Drüse verbunden. So können zum Beispiel während des Essens schmerzhafte Beschwerden auftreten, da hierbei vermehrt Speichel produziert wird.

Es kann außerdem zu

  • Schwellungen,
  • Druckgefühl in der Mundhöhle,
  • eingeschränkter Speichelfluss,
  • schmerzhafte Rötungen und
  • oftmals auch zu fiebrigen Reaktionen

kommen. In einem solchen Fall liegt oft eine Sialadenitis (Speicheldrüsenentzündung) vor. Sichtbar ist in den meisten Fällen eine Entzündung der Ohrspeicheldrüse. Dieses Beschwerdebild tritt häufig bei Mumps-Erkrankungen auf.

Wenn Speichelsteine Beschwerden verursachen ist eine medizinische Behandlung erforderlich. Häufig wird ein Antibiotikum eingesetzt, um die bakterielle Entzündung zu behandeln.

Wie werden Speichelsteine diagnostiziert?

Die Diagnose beginnt meist mit einer gründlichen klinischen Untersuchung. Dabie untersucht der Arzt den Bereich des Kopf und Halses und tastet die Speichelrüsen vorsichtig ab.

Wenn der Verdacht auf Speichelsteinen besteht, werden zusätzliche bildgebende Verfahren eingesetzt. Mit ihrer Hilfe können Speichelsteine diagnostiziert werden und ihre genaue Lage bestimmt werden.

Die Ultraschalluntersuchung ist häufig die erste Methode der Wahl, da sie schnell durchgeführt werden kann und keine Strahlenbelastung verursacht. Mit dieser Untersuchung lässt sich oft erkennen, wo sich der Stein befindet und wie groß er ist.

In bestimmten Fällen kann ergänzend ein CT durchgeführt werden, um die Größe des Steins genauer zu bestimmen.

Die Diagnose wird klinisch gestellt und durch bildgebende Verfahren bestätigt. Medizinische Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie finden sich unter anderem in der Leitlinie S2k-Leitlinie 017-025 der Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

Behandlung von Speichelsteinen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Therapie von Speichelsteinen. Auch hier kommt es auf

  • Größe des Steins sowie seiner Lage im Ausführungsgang
  • Stärke der Beschwerden

an.

Eine sanfte Möglichkeit, um Speichelsteinen beizukommen, besteht in der Massage. Hierbei können sowohl Arzt als auch Patient versuchen, die feststeckenden Speichelsteine durch gezielte Bewegungen zum Ausgang der Drüsen zu bewegen. Dann werden sie mit dem Speichel herausgespült.

Handelt es sich um kleinere Speichelsteine, kann man spezielle Nahrungsmittel einsetzen, die den Speichelfluss erhöhen.

  • Kaugummis,
  • saure Bonbons lutschen oder
  • Zitronen

etwa regen den Speichelfluss an und können dafür sorgen, dass die Steinchen von der gesteigerten Speichelproduktion über den Ausführungsgang abgehen.

Bei diesen Methoden spricht man auch von einer konservativen Therapie, da hier kein Eingriff erfolgt. Zu den konservativen Methoden gehört auch die Behandlung mit Antibiotika. Diese werden verabreicht, wenn es infolge der Speichelsteine zu einer Speicheldrüsenentzündung gekommen ist. Sie bekämpfen die Entzündungen und verhindern eine weitere Ausbreitung.

Führen diese Maßnahmen nicht zum Erfolg, stehen weitere Behandlungsmethoden zur Verfügung. So kann eine spezielle Art der Stoßwellentherapie angewendet werden. Die Ultraschallwellen führen dazu, dass die Speichelsteine aufgelöst und zerkleinern und die Reste ebenfalls mit dem Speichel ausgespült werden.

Alternativ dazu kann eine Speichelgang-Endoskopie durchgeführt werden. Hierbei wird der Speichelstein unter örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose

  • mit einem speziellen Instrument herausgeholt oder
  • mittels Laser aufgelöst.
Wenn konservatie Maßnahmen oder minimalinvasive Verfahren nicht erfolgreich sind, kann eine operative Entfernung notwendig sein. Dabei wird der Stein über einen kleinen Schnitt im Bereich der Öffnung des Ausführungsgangs entfernt. In seltenen Fällen kann auch eine operative Entfernung der Drüse erforderlich sein. 

Verlauf und Prognose

Der Verlauf der Erkrankung ist in den meisten Fällen günstig. Speichelsteine lassen sich häufig gut behandeln, besonders wenn sie früh erkannt werden. Moderne Verfahren der Speichelgangendoskopie oder der Stoßwellenlithotripsie ermöglichen eine schonende Behandlung ohne umfangreiche Operation.

Bleiben Speichelsteine jedoch unbehandelt, kann es wiederholt zu Beschwerden oder zu einer Entzündung der Speicheldrüse kommen. Auserdem können sich erneut Speichelsteine bilden.

Insgesamt ist die Prognose gut. Nur selten ist eine vollständige Entfernung der Speicheldrüse notwendig.

Häufige Fragen

Was sind Speichelsteine?

Speichelsteine sind feste Ablagerungen aus Bestandteilen des Speichels, die sich in den Speicheldrüsen oder deren Ausführungsgang bilden.

Welche Symptome verursachen Speichelsteine?

Typische Beschwerden, die Speichelsteine verursachen, sind Schmerzen, Schwellung der betroffenen Drüse, Druckgefühl beim Essen und ein eingeschränkter Speichelfluss.

Wie werden Speichelsteine diagnostiziert?

Die Diagnose von Speichelsteinen erfolgt durch eine klinische Untersuchung sowie durch bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchung oder CT.

Wann ist eine Operation notwendig?

Eine operative Entfernung wird meist nur bei großen Steinen erforderlich, wenn andere Therapien nicht erfolgreich sind. 

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