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Nagelpilz: Wenn sich der Nagel langsam verändert
Melanie Al Tikriti, BSc · 10. August 2026
Gelblich verfärbte Nägel, brüchige Kanten oder eine verdickte Nagelplatte werden häufig zunächst als harmloses Schönheitsproblem angesehen. Tatsächlich kann jedoch Nagelpilz dahinterstecken – eine der häufigsten Erkrankungen der Finger- und Fußnägel. Die Infektion entwickelt sich meist langsam und verursacht anfangs oft keine Schmerzen. Ohne Behandlung breitet sich der Pilz jedoch häufig weiter aus und kann den Nagel dauerhaft schädigen.
Nagelpilz ist nicht nur ein kosmetisches Problem. Die Erkrankung ist ansteckend und heilt in der Regel nicht von selbst ab, doch mit einer konsequenten Behandlung und etwas Geduld bestehen jedoch gute Chancen, dass ein gesunder Nagel wieder nachwächst.

Wie ein Pilz den Nagel befällt
Nagelpilz, medizinisch Onychomykose genannt, wird meist durch sogenannte Fadenpilze verursacht. Sie dringen über kleine Verletzungen oder feine Risse in den Nagel oder das Nagelbett ein und vermehren sich dort langsam. Besonders oft sind die Fußnägel betroffen, denn dort finden Pilze ideale Bedingungen vor. Wärme und Feuchtigkeit in geschlossenen Schuhen fördern ihr Wachstum. Fingernägel erkranken deutlich seltener, können aber ebenfalls betroffen sein. Mit der Zeit greifen die Pilze die Nagelsubstanz an. Dadurch verändert sich das Aussehen und die Stabilität des Nagels.
Warum sich Nagelpilz so leicht entwickeln kann
Nicht jeder Mensch erkrankt gleich schnell an Nagelpilz. Verschiedene Faktoren können das Risiko deutlich erhöhen.
Dazu gehören:
- Fußpilz
- starkes Schwitzen
- enge oder schlecht belüftete Schuhe
- kleine Verletzungen am Nagel
- Diabetes mellitus
- Durchblutungsstörungen
- ein geschwächtes Immunsystem
- höheres Lebensalter
Auch Barfußlaufen in Schwimmbädern, Saunen oder Gemeinschaftsduschen kann das Ansteckungsrisiko erhöhen.
Erste Veränderungen werden oft unterschätzt
Nagelpilz entwickelt sich meist schleichend. Zu Beginn zeigen sich oft nur kleine Veränderungen, die leicht übersehen werden.
Typische Anzeichen sind:
- gelbliche, weißliche oder bräunliche Verfärbungen
- verdickte Nägel
- brüchige oder splitternde Nagelkanten
- raue Nageloberfläche
- Ablösung des Nagels vom Nagelbett
- Druckschmerzen beim Gehen
Je weiter die Infektion fortschreitet, desto stärker wird der Nagel zerstört. In manchen Fällen kann der gesamte Nagel betroffen sein.
Warum eine Behandlung Geduld erfordert
Nägel wachsen nur sehr langsam. Deshalb dauert es oft viele Monate, bis ein gesunder Nagel vollständig nachgewachsen ist. Selbst wenn der Pilz bereits erfolgreich bekämpft wurde, bleiben sichtbare Veränderungen zunächst bestehen.
Viele Betroffene beenden die Behandlung deshalb zu früh. Dadurch können verbliebene Pilzsporen erneut zu einer Infektion führen. Eine konsequente Therapie über den empfohlenen Zeitraum ist deshalb besonders wichtig.
So wird Nagelpilz festgestellt
Häufig liefert bereits das typische Aussehen des Nagels wichtige Hinweise. Um die Diagnose zu sichern, entnimmt der Hautarzt meist kleine Nagelproben, die im Rahmen einer Pilzdiagnostik im Labor untersucht werden. So kann man den Erreger nachzuweisen und andere Nagelerkrankungen ausschließen. Erst danach kann entschieden werden, welche Behandlung am besten geeignet ist. Eine sichere Diagnose ist wichtig da nicht jede Nagelveränderung durch einen Pilz verursacht wird. Schuppenflechte oder Verletzungen können ähnliche Veränderungen hervorrufen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten helfen
Die Behandlung richtet sich danach wie weit sich der Pilz bereits ausgebreitet hat. Wenn nur kleine Bereiche des Nagels betroffen sind, reichen häufig medizinische Nagellacke oder spezielle Cremes aus. Diese müssen allerdings regelmäßig und über einen längeren Zeitraum angewendet werden.
Ist der Pilz bereits tief in den Nagel eingedrungen oder sind mehrere Nägel betroffen, kommen häufig zusätzlich Tabletten zum Einsatz. Sie bekämpfen den Pilz von innen und erhöhen die Heilungschancen. Während der Behandlung werden die befallenen Nagelanteile regelmäßig gekürzt oder vorsichtig entfernt, damit die Medikamente besser wirken können.
Was Betroffene selbst tun können
Neben der Behandlung können auch einfache Hygienemaßnahmen dazu beitragen, den Heilungsprozess zu unterstützen und eine erneute Ansteckung zu verhindern.
Empfehlenswert sind:
- Füße nach dem Waschen gründlich abtrocknen
- Socken täglich wechseln
- atmungsaktive Schuhe tragen
- Schuhe regelmäßig desinfizieren
- Handtücher nicht gemeinsam benutzen
- Nagelscheren nach Gebrauch reinigen
- Fußpilz konsequent mitbehandeln
Auch in Schwimmbädern, Saunen oder Gemeinschaftsduschen sollten Badeschuhe getragen werden, um das Risiko einer erneuten Infektion zu verringern.
Fazit: Konsequenz und Geduld sind der Schlüssel zum Behandlungserfolg.
Nagelpilz entwickelt sich meist langsam und verschwindet nur selten ohne Behandlung. Mit der richtigen Therapie, konsequenter Hygiene und etwas Geduld kann der Pilz erfolgreich bekämpft werden. Wer Veränderungen an den Nägeln frühzeitig ärztlich abklären lässt und die Behandlung bis zum vollständigen Nachwachsen eines gesunden Nagels fortsetzt, kann Rückfällen wirksam vorbeugen.
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Über den Fachautor
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