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Ohrenschmerzen nach dem Schwimmen: Warum Wasser im Ohr Probleme macht

12.06.2026

Wenn nach dem Schwimmen Beschwerden auftreten und sich langsam verstärken

Ohrenschmerzen nach dem Schwimmen sind nahezu fast allen Menschen bekannt. Sie werden oft unterschätzt gehören aber zu den häufigsten Beschwerden im Sommer. Zuerst wird nur ein leichtes Druckgefühl oder den Eindruck, dass Wasser im Ohr zurückgeblieben ist bemerkt. Das wirkt meist harmlos und verschwindet oft wieder von selbst. Aber manchmal entwickelt sich daraus nach ein paar Stunden oder sogar erst am nächsten Tag ein deutliches Schmerzgefühl.

Typisch ist ein eher schleichender Verlauf. Zunächst wird nur ein dumpfes Gefühl wahrgenommen, das sich aber nach und nach zu einem ziehenden oder stechenden Schmerz entwickelt. Beim Kauen, Sprechen oder bei Berührung des Ohrs verstärken sich die Beschwerden stark. Schon leichter Druck auf die Ohrmuschel wird dann als unangenehm empfunden. Ab dem Moment sollte man sich fragen, ob nicht nur Wasser im Ohr zurückgeblieben ist, oder ob sich bereits Entzündung entwickelt hat.

Ohrenschmerzen nach dem Schwimmen: Warum Wasser im Ohr Probleme macht

Was im Gehörgang passiert, wenn Wasser im Ohr bleibt

Der äußere Gehörgang ist ein sehr empfindlicher Bereich, der durch eine dünne Hautschicht ausgekleidet ist. Diese Haut wird durch Ohrenschmalz geschützt, das eine wichtige Funktion erfüllt. Es hält die Haut geschmeidig, schützt vor Austrocknung und wirkt gleichzeitig leicht antibakteriell.

Wenn beim Schwimmen Wasser in den Gehörgang eindringt und dort verbleibt, wird dieses Gleichgewicht gestört. Die Haut nimmt Feuchtigkeit auf, wird weicher und verliert an Widerstandskraft. Gleichzeitig kann die schützende Schicht aus Ohrenschmalz teilweise weggespült oder verändert werden.

Ein entscheidender Punkt ist das feuchte Milieu, das dadurch entsteht. In dieser Umgebung können sich Keime deutlich schneller vermehren. Dazu gehören sowohl Bakterien als auch Pilze, die normalerweise auf der Haut vorhanden sind, aber unter normalen Bedingungen keine Probleme verursachen. Durch die Feuchtigkeit können sie sich jedoch stärker ausbreiten und Beschwerden auslösen.

Warum sich daraus eine Entzündung entwickeln kann 

Wenn die Haut aufgeweicht ist, der Schutz der Haut gestört ist und viele Keime vorhanden sind, kann sich im Gehörgang eine Entzündung bilden. Diese nennt man Badeotitis. Sie tritt besonders nach längerem Kontakt mit Wasser auf. Denn je länger Wasser im Ohr ist, desto größer ist das Risiko, da die Haut feucht bleibt und die natürliche Schutzbarriere anfälliger für Reizungen wird. Zusätzlich können kleine, oft unbemerkte Hautverletzungen eine Rolle spielen. Diese entstehen beispielsweise durch Kratzen oder durch mechanische Reize wie Wattestäbchen.

Solche kleinen Verletzungen reichen aus, damit Keime leichter eindringen und sich vermehren können. Dadurch kann sich die Reizung weiter verstärken und in eine Entzündung übergehen.

Typische Symptome und woran man eine Verschlechterung erkennt

Die Beschwerden entwickeln sich meist schrittweise und werden nicht immer sofort ernst genommen. Anfangs steht häufig ein ungewohntes Gefühl im Ohr im Vordergrund.

Typische Anzeichen sind:

  • Druck oder ein Gefühl von „verstopftem Ohr“
  • leicht eingeschränktes Hörvermögen
  • Juckreiz im Gehörgang
  • Schmerzen bei Berührung oder Bewegung der Ohrmuschel

Im weiteren Verlauf können sich die Symptome verstärken. Die Schmerzen treten dann nicht nur bei Berührung auf, sondern auch in Ruhe. In manchen Fällen kommt es zu einer Schwellung des Gehörgangs, wodurch das Hörvermögen zusätzlich beeinträchtigt wird.

Auch ein Austritt von Flüssigkeit kann vorkommen. Ein deutliches Warnzeichen ist, wenn das Ohr zunehmend empfindlich wird und selbst leichte Berührungen starke Schmerzen auslösen. Das spricht dafür, dass die Entzündung bereits fortgeschritten ist.

Welche Fehler die Beschwerden verstärken können

Oft versuchen Betroffene das Wasser aktiv aus dem Ohr zu entfernen. Sie greifen dabei zu Wattestäbchen oder anderen Gegenständen. Dies verschlechtert aber nur die Situation. Statt das Wasser zu entfernen, wird es häufig tiefer in den Gehörgang gedrückt. Gleichzeitig wird die empfindliche Haut gereizt oder sogar verletzt. Dadurch wird die natürliche Schutzfunktion weiter geschwächt.

Auch das Entfernen von Ohrenschmalz ist eher problematisch, da es eine wichtige Schutzbarriere darstellt. Ohne diese Schutzschicht können sich Keime leichter ansiedeln. Ein weiterer Punkt ist, dass das Ohr oft nicht ausreichend Zeit bekommt, um zu trocknen. Wenn die Feuchtigkeit bestehen bleibt, verlängert sich die Belastung für die Haut und die Beschwerden können sich weiter verstärken.

Wann Ohrenschmerzen nach dem Schwimmen ernst werden können 

Nicht jede Beschwerde nach dem Schwimmen ist sofort problematisch. Leichte Reizungen können von selbst wieder abklingen. Aber es gibt Situationen, in denen genauer hingeschaut werden sollte.

Dazu gehören:

  • anhaltende oder zunehmende Schmerzen
  • deutliche Verschlechterung des Hörvermögens
  • starke Empfindlichkeit im Ohr
  • Flüssigkeitsaustritt
  • Beschwerden über mehrere Tage hinweg

In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, die Ursache abklären zu lassen. Besonders wenn die Beschwerden immer wieder nach dem Schwimmen auftreten, kann eine erhöhte Empfindlichkeit des Gehörgangs vorliegen.

Vorbeugung im Alltag und beim Schwimmen

Um Ohrenschmerzen nach dem Schwimmen zu vermeiden, können einfache Maßnahmen helfen:

  • Ohren nach dem Schwimmen vorsichtig trocknen lassen
  • längere Feuchtigkeit im Ohr vermeiden
  • auf aggressive Reinigung verzichten
  • empfindliche Ohren schützen, zum Beispiel durch geeignete Maßnahmen beim Schwimmen

Fazit: Warum Wasser im Ohr nicht unterschätzt werden sollte 

Ohrenschmerzen nach dem Schwimmen entstehen häufig nicht durch das Wasser selbst, sondern durch die Veränderungen, die es im Gehörgang auslöst. Die gestörte Schutzfunktion der Haut, kombiniert mit Feuchtigkeit und Keimen, kann zu Reizungen und Entzündungen führen.

Was zunächst harmlos wirkt, kann sich schrittweise verstärken. Wer die typischen Anzeichen kennt und früh reagiert, kann den Verlauf besser einschätzen und unnötige Komplikationen vermeiden. Bei anhaltenden Beschwerden kann eine Untersuchung im Bereich der HNO-Heilkunde sinnvoll sein.