Eine Thrombose entsteht, wenn sich in einem Blutgefäß ein Blutgerinnsel (Thrombus) bildet, das den Blutfluss behindert oder vollständig blockiert. Meist betrifft dies die Venen der Beine, seltener Arterien oder andere Gefäße. Wird ein Thrombus nicht rechtzeitig erkannt, kann er sich lösen und mit dem Blutstrom in andere Organe gelangen – im schlimmsten Fall in die Lunge, wo er eine Lungenembolie verursachen kann.
Ursachen und Risikofaktoren
Eine Thrombose entsteht, wenn das Gleichgewicht zwischen Blutgerinnung und Blutfluss gestört ist. Die Hauptursachen werden in der sogenannten Virchow-Trias zusammengefasst:
- Verlangsamter Blutfluss – etwa durch Bewegungsmangel, Bettlägerigkeit, lange Reisen oder Gipsverbände
- Veränderte Gefäßwand – z. B. durch Verletzungen, Entzündungen oder Operationen
- Erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes – durch angeborene Gerinnungsstörungen, Hormone (z. B. Pille), Schwangerschaft oder Tumorerkrankungen
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Übergewicht, Rauchen, höheres Alter, Bluthochdruck, Diabetes und frühere Thrombosen.

Symptome – wie macht sich eine Thrombose bemerkbar?
Je nach Lokalisation können die Beschwerden unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Typische Anzeichen einer Venenthrombose, insbesondere der tiefen Beinvenen (TVT), sind:
- Schwellung eines Beines (oder Arms)
- Spannungsgefühl und Schmerzen, besonders in der Wade oder beim Auftreten
- Rötung oder bläuliche Verfärbung der Haut
- Erwärmung des betroffenen Bereichs
- Sichtbar hervortretende oberflächliche Venen
Bei einer oberflächlichen Thrombophlebitis (Entzündung oberflächlicher Venen) treten Rötung, Schmerzen und eine tastbare Verhärtung entlang des Venenverlaufs auf.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebender Diagnostik:
- Duplex- oder Kompressionssonografie: Standardverfahren zur Darstellung der Venen und des Blutflusses.
- D-Dimere-Test: Laboruntersuchung, die bei erhöhten Werten auf eine mögliche Thrombose hinweist.
- Phlebografie (Röntgendarstellung): Wird nur in speziellen Fällen eingesetzt, wenn Ultraschall keine Klarheit bringt.
Behandlung einer Thrombose
Ziel der Therapie ist es, die Ausbreitung des Gerinnsels zu stoppen, Embolien zu verhindern und die Durchgängigkeit des Gefäßes wiederherzustellen.
Akutbehandlung
- Antikoagulation (Blutverdünnung): Standardtherapie mit Heparin oder direkten oralen Antikoagulanzien (DOAKs).
- Kompressionstherapie: Durch Kompressionsstrümpfe wird der Rückfluss des Blutes verbessert und Schwellungen reduziert.
- Bewegung statt Bettruhe: Frühzeitige Mobilisierung wird empfohlen, um Folgeschäden zu vermeiden.
Weitere Maßnahmen
- Thrombolyse: In schweren Fällen kann das Gerinnsel medikamentös aufgelöst werden.
- Thrombektomie: Operative Entfernung des Gerinnsels bei drohendem Gewebeschaden oder massiver Thrombose.
Nachsorge und Prävention
Nach einer Thrombose ist eine mehrmonatige medikamentöse Nachbehandlung mit Gerinnungshemmern notwendig, meist über 3 bis 6 Monate. In bestimmten Fällen – z. B. bei genetischer Gerinnungsstörung oder wiederholten Thrombosen – ist eine Langzeittherapie erforderlich.
Zur Vorbeugung helfen:
- Regelmäßige Bewegung, besonders bei langem Sitzen oder Reisen
- Viel trinken, um das Blut flüssig zu halten
- Kompressionsstrümpfe bei Risikopatienten
- Frühmobilisation nach Operationen
- Behandlung von Grunderkrankungen wie Diabetes oder Herzschwäche
Mögliche Komplikationen
Unbehandelt kann eine Thrombose zu ernsten Folgen führen:
- Lungenembolie, wenn sich ein Teil des Thrombus löst und in die Lunge gelangt
- Postthrombotisches Syndrom, eine chronische Venenschwäche mit Schwellungen, Hautveränderungen oder offenen Beinen
- Wiederholte Thrombosen durch unzureichende Gerinnungshemmung
Regelmäßige Nachsorge und Kontrolle der Gerinnungswerte verringern das Risiko.
