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Was leisten Abnehm-Apps bei Adipositas?

19.09.2025
Leading Medicine Guide Redaktion
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Leading Medicine Guide Redaktion

Im Netz gibt es sie in jeglichen Varianten – die Rede ist von Apps zur Gewichtsreduktion. Bauchfett verlieren, Wunschfigur erreichen und weitere Versprechungen erwarten die Nutzer. Ein Großteil der Anwendungen funktioniert als Kalorienzähler und Bewegungsspeicher – nachhaltige Wirkungen sind nicht belegt. Sodass die Gewichtsabnahme für eine gewisse Zeit gelingen mag, danach folgt in vielen Fällen der berüchtigte Jojo-Effekt und die Betroffenen stehen wieder am Anfang. Möglicherweise dann sogar mit noch ein paar Extra-Kilos mehr auf den Rippen als zuvor. 

Deshalb lohnt es sich, bei der App-Auswahl genau hinzusehen und sich Rat von Experten einzuholen. Zwei Abnehm-Apps gibt es für Adipositas-Patienten mit BMI zwischen 30 und 40 als Kassenleistung. Wir werfen einen Blick in den Diät-App-Dschungel und schauen uns die beiden sogenannten Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA), für welche die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten übernehmen, genauer an.

Welche Apps zur Gewichtsreduktion sind verfügbar?

Zu den bekanntesten App-Arten zählen Kalorien-Tracker und kombinierte Diät-Applikationen. Bei MyFitnessPal und Calorie Counter geht es in erster Linie darum, die Tageskalorien zu zählen. Dabei werden alle Mahlzeiten dokumentiert, oft anwenderfreundlich durch Fotos, ein Barcode-Scanner ermöglicht das Auslesen einzelner Lebensmittel. 

Lose It!, Yazio, Lifesum und Noom verstehen sich als Kalorienzähler mit Protokollierung von körperlicher Aktivität und Gewichtsabnahme. Noom bietet darüber hinaus ein personalisiertes Ernährungscoaching an. 

Die Preise der einzelnen Apps variieren stark: von 4,99 Euro pro Monat bis hin zu mehr als 50 Euro pro Monat ist alles dabei.

Als Digitale Gesundheitsanwendungen dürfen sich bislang nur zwei Apps bezeichnen, deren Erfolg bei Adipositas-Patienten durch Studien belegt werden konnte: Oviva und zanadio sind CE-zertifiziert, vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen und können vom Arzt bei einem BMI zwischen 30 und 40 auf Rezept verschrieben werden. Die Abo-Kosten für zunächst drei Monate tragen die gesetzlichen Krankenkassen.

Apps zur Gewichtsreduktion bieten gesunde Rezepte für jeden Tag an.

Welche Kriterien sollten Abnehm-Apps erfüllen?

Um einen Adipositas-Patienten bei der Ernährungsumstellung zu unterstützen, sollten Abnehm-Apps nicht nur auf kurzfristige Erfolge angelegt sein, sondern auf eine dauerhafte Veränderung des Lebensstils abzielen. Nur so kann die Rückkehr in alte Muster verhindert werden und der Jojo-Effekt ausbleiben. 

Da es sich bei Adipositas um eine anerkannte Krankheit handelt, bei der in seltenen Fällen Verhaltensmuster von heute auf morgen abgelegt werden können, müsste die App starke Motivationsimpulse bieten und die Patienten über einen langen Zeitraum unterstützen.

Nachfolgend listen wir Kriterien auf, die von einer zielorientierten, modernen App mit Erfolgsaussichten erwartet werden:

  • einfache Dokumentation der Mahlzeiten
  • Kalorienzähler
  • Nährwertangaben
  • Bewegungstipps und -planer (Option mit Bewegungstracker zu verbinden)
  • intuitive, nutzerfreundliche Bedienung
  • persönliche Zielsetzungen vorschlagen
  • regelmäßige Informationseinheiten
  • täglich Motivation bieten, z. B. durch Auszeichnungen
  • individuelles Feedback
  • bei Rezeptvorschlägen besondere Ernährungsformen berücksichtigen
  • Vor- bzw. Begleiterkrankungen wie Diabetes einbeziehen
  • Vernetzung mit anderen Teilnehmern zum gegenseitigen Austausch ermöglichen

Das bieten die DiGAs zanadio und Oviva

Die DiGA Oviva zielt auf eine Gewichtsreduktion bei Adipositas und möchte auch auf begleitende Beschwerden eingehen. Im Vordergrund stehen dabei nicht das Kalorienzählen und Essensverbote, sondern die Anwendung soll stark Übergewichtige dabei begleiten, die Bereiche Verhalten, Bewegung und Ernährung dauerhaft positiv zu verändern. Der Fokus liegt auf:

  • Selbstmonitoring
  • Selbstmanagement 
  • und Selbstedukation

Außerdem ist es möglich, sich professionelle Hilfe im Chat zu holen. Die Wirksamkeit ist laut einer Studie belegt.

Das Gleiche gilt für die Gesundheits-App zanadio. Auch hier konnte eine 12-monatige Studie den Erfolg sichern. Bei zanadio steht die reine Adipositas-Therapie zur Gewichtsabnahme mit diesen Schwerpunkten im Vordergrund:

  • Wissensvermittlung
  • Selbstbeobachtung
  • Zielsetzung und -erreichung
  • automatisiertes Coaching

Cochrane Review bemängelt fehlende Langzeitstudien

Das internationale Forschungsnetzwerk Cochrane prüfte die vorliegenden Studien zu verschiedenen Abnehm-Apps und kam zu dem Schluss, dass auch bei den DiGAs, die in der Regel zunächst nur über einen Zeitraum von 90 Tagen verordnet werden, keine Langzeitbeobachtungen vorliegen. Damit lässt sich keine präzise Aussage über die dauerhafte Wirkung treffen. 

Erschwerend hinzu kommt der Umstand, dass viele Nutzer die Programme vorzeitig abbrechen.

Apps zur Gewichtsreduktion können aber immerhin als hilfreiche Ergänzung zu individualisierten Adipositas-Programmen dienen. Es ist außerdem zu erwarten, dass die Anwendungen in den kommenden Jahren optimiert und besser an die persönlichen Anforderungen der Anwender angepasst werden. 

Aussagekräftigere Studien sollen in den kommenden Jahren vorliegen.

Fazit

Bisher ist der langfristige Erfolg von Abnehm-Apps bei Adipositas-Patienten nicht eindeutig bewiesen. Als begleitende Maßnahme, neben persönlichen Coachings und vor allem psychologischer Begleitung, können sie aber sinnvoll erscheinen. Es ist jedoch ratsam, bei der Auswahl Fachleute hinzuzuziehen. 

Welche Möglichkeiten gibt es für Adipositas-Patienten, an Gewicht zu verlieren und die Verhaltens- und Ernährungsgewohnheiten zu verändern, wenn alle Versuche scheitern? Auch dann gibt es Optionen, die Gesundheit zu verbessern. Der Leading Medicine Guide unterstützt Sie bei der Suche nach versierten Adipositas-Zentren. Außerdem liefern wir Kontakte zu Spezialisten für bariatrische Operationen wie Magen-Bypass, Magenband oder Schlauchmagen, mit denen dauerhafte Gewichtsreduktionen möglich sind.

Quellen

  • https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/ernaehrung/abnehm-apps-welche-bei-der-diaet-mit-dem-smartphone-helfen-koennen-1225587.html
  • https://oviva.com/de/de/oviva-oder-zanadio/
  • https://www.apotheken.de/news/13834-was-bringen-apps-gegen-adipositas
  • https://wissenwaswirkt.org/mit-smartphone-apps-gegen-adipositas-hilfreich-oder-sinnlos
  • https://www.ernaehrungsradar.de/abnehm-apps/
  • https://oviva.com/de/de/abnehm-app/