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Behandlung · Allgemeine HNO

Ohrenkorrektur: Informationen & Ohrenkorrektur-Spezialisten

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Bei einer Ohrenkorrektur, auch Otoplastik genannt, werden abstehende Ohren, zu große oder asymmetische Ohren operativ behandelt. Dabei wird der Ohrknorpel neu modelliert und dauerhaft in seiner neuen Position fixiert. Der Eingriff erfolgt meist ambulant unter örtlicher Betäubung, auf Wunsch aber auch in Vollnarkose. Das Anlegen der Ohren dauert in der Regel zwischen ein und zwei Stunden. Nach der Behandlung schützt ein Verband bzw. Kopfverband die neu geformten Ohren. Die meisten Patientinnen und Patienten sind bereits nach wenigen Tagen wieder gesellschafts- und arbeitsfähig.

Eine Ohrenkorrektur ist ein bewährter ästhetisch - chirurgischer Eingriff, mit dem vor allem abstehende Ohren dauerthaft korrigiert werden können. Besonders Kinder leiden häufig unter Hänselein in der Schule, doch auch Erwachsene entscheiden sich aus ästhetischen oder persönlichen Gründen für eine Behandlung. Die Ohrenkorrektur ist in der Regel bereits ab dem Vorschulalter möglich und wird von einem erfahrenen Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie durchgeführt. Ziel der Behandlung ist es, die Ohren harmonisch an den Kopf anzulegen und das natürliche Erscheinungsbild zu verbessern.

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen sowie qualifizierte Ohrenkorrektur-Spezialisten.

Definition: Was ist eine Ohrenkorrektur?

Unter einer Ohrenkorrektur versteht man die operative Korrektur angeborener oder erworbener Formveränderungen der Ohren. Am häufigsten wird der Eingriff durchgeführt, um Segelohren bzw. abstehende Ohren zu behandeln. Medizinisch spricht man von einer Otoplastik.

Von abstehenden Ohren wird in der Regel gesprochen, wenn die Ohren mehr als 30 Grad vom Kopf abstehen. Ursache ist meist eine Fehlstellung des Knorpels. Häufig ist die innere Ohrfalte nur unzureichend ausgebildet oder die Ohrmuschel zu groß angelegt. Das Ergebnis ist, dass die Ohrmuschel deutlich vom Kopf abstehen kann.

Beim Ohren anlegen formt der Chirurg den Ohrknorpel neu, sodass beide Ohren möglichst symmetrisch am Kopf anliegen. Ziel ist ein natürliches und ästhetisch ansprechendes Ergebnis. Moderne Verfahren der plastische und ästhetische Chirurgie ermöglichen dabei sehr unauffällige Narben und dauerhafte Resultate.

Ohrenkorrektur
Mittels Ohrenkorrektur lassen sich abstehende Ohren behandeln © Марина Демешко | AdobeStock

Ursachen für Segelohren

Abstehende Ohren gelten in einigen Kulturen als Zeichen von Klugheit und Wohlstand. In Europa werden sie jedoch häufig als ästhetisch störend empfunden. Die Ursachen liegen fast immer in einer angeborenen Veränderung der Ohrentwicklung.

Typischerweise besteht eine angeborene Verformung der Ohrknorpel, eine asymmetrische Entwicklung einzelner Korpelanteile oder eine zu schwache Ausbildung bzw. das Fehlen der inneren Ohrfalte (Anthelix).

Die Folge ist, dass die Ohren deutlich vom Kopf abstehen. Vor allem Kinder leiden häufig unter der Hänselei durch Gleichaltrige. Eltern sollten deshalb einen erfahrenen Facharzt für ein persönliches und unverbindliches Beratungsgespräch konsultieren. Im Rahmen eines unverbindlichen Beratungsgesprächs werden die individuellen Voraussetzungen, der geeignete Zeitpunkt sowie Möglichkeiten der plastischen Behandlung erläutert.

Eine Ohrenkorrektur kann grundsätzlich in jedem Alter erfolgen. Der Schuleintritt stellt jedoch häufig einen wichtigen Zeitpunkt dar, da psychische Belastungen durch Hänseleien vermieden werden sollen. Deshalb Empfehlen Experten: Ohren anlegen lassen bereits vor der Einschulung, sofern ein entsprechender Leidensdruck besteht.

Ergebnis des Eingriffs einer Ohrenkorrektur

Eine Ohrenkorrektur führt in den meisten Fällen zu einem sehr gutem ästhetischen Ergebnis. Ziel des Eingriffs ist es, die Ohren harmonisch an den Kopf anzulegen, ohne dass ihre natürliche Form verloren geht. Dennoch ist zu berücksichtigen, dass kein Ohr dem anderen vollständig gleicht. Weder vor, noch nach der Behandlung. Kleine Unterschiede in der Größe, Form oder Stellung der Ohrmuschel sind anatomisch völlig normal.

Je nach Ausgangsbefund kann ein Ohr etwas größer sein als das andere oder geringfügig weiter vom Kopf abstehen. Auch der Aufbau des Ohrknorpels kann sich zwischen beiden Seiten unterscheiden. Ein erfahrener Operateur berücksichtigt diese individuellen Gegebenheiten bereits bei der Planung des Eingriffs.

In seltenen Fällen kann es nach der Heilung durch Narbenbildung oder Rückstellkraft des Knorpels zu einer erneuten Veränderung der Ohrform kommen. Dann können die Ohren im Rahmen einer weiteren Behandlung erneut korrigiert werden. Solche Folgeeingriffe gehören ebenfalls zum Spektrum der Ohrenkorrekturen.

Vorbereitung auf die Operation

Vor der Operation findet ein Vorgespräch statt. Der Arzt bespricht mit dem Patienten den geplanten Ablauf einer Ohrenkorrektur und mögliche Risiken.

Zur Vorbeugung von Komplikationen sollte der Patient den Arzt über bestehende Krankheiten oder Allergien informieren. Außerdem muss der Chirurg vorab wissen, ob der Patient regelmäßig Medikamente einnimmt.

Manche Patienten neigen zu auffälligen blauen Flecken oder anhaltenden Blutungen nach kleineren Verletzungen. Dann muss der Arzt im Vorfeld mit speziellen Untersuchungen unbedingt Blutgerinnungsstörungen ausschließen.

Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure und andere Medikamente können die Blutgerinnung beeinträchtigen. Sie sollten daher in den 10 Tagen vor der OP auf diese Mittel verzichten. Sie können sonst zu Nachblutungen mit Schädigungen des Ohrknorpels und der Haut führen.

Ablauf einer Ohrenkorrektur

Für die Operation wird der Patient mit leicht erhöhtem Kopf in Rückenlage gelagert. Vor Beginn der eigentlichen Operation wird zunächst das Gesicht und der Haaransatz gewaschen und desinfiziert. Das OP-Team deckt den Körper des Patienten bis zum Hals mit sterilen Tüchern ab. Das Gesicht bleibt dabei frei.

Anschließend erfolgt die örtliche Betäubung mit einem kleinen Einstich hinter dem Ohrläppchen, der kaum schmerzt.

Der plastische Chirurg setzt nun einen weitgehend verdeckten kleinen Schnitt innerhalb des Ohrmuschelrandes bzw. einen kleinem Schnitt hinter dem ohr. Dadurch wird der Ohrknorpel freigelegt. Diesen dünnt er mit einem feinen Diamantschleifkopf aus und bringt ihn in die gewünschte Form.

Zum Schluss der Ohrenkorrektur wird der neugeformte Ohrknorpel mit feinen Nähten fixiert und die Hautwunde vernäht. (Fadenmethode)

Die Haut hinter den Ohren heilt in der Regel mit einer später kaum sichtbaren Narbe ab.

Eine Operation zum Ohren anlegen dauert zwischen 1 bis 2 Stunden. Die Ohren werden nach der Operation mit Pflasterzügen fixiert und mit einem Mützenverband verbunden. Erwachsene können nach der operativen Ohrenkorrektur auch gleich ein breites Stirnband tragen.

Nach der Korrektur

Direkt nach der Operation treten in der Regel

  • leichte Schmerzen,
  • Schwellungen und
  • bläuliche Verfärbungen

als typische Reaktionen in den ersten Tagen nach der Operation auf. Sie klingen innerhalb weniger Tage von selbst ab.

Die Wundheilung verläuft bei den meisten Patienten unkompliziert. Bereits drei bis vier Tage nach dem Eingriff ist der Patient wieder arbeits- bzw. schulfähig. Damit das Operationsergebnis dauerhaft erhalten bleibt, sollten die Empfehlungen des behandelnden Arztes sorgfältig beachtet werden.

In den ersten drei Wochen nach der Behandlung empfielt es sich, beim Schlafen einen Mützenverband oder ein weiches Stirnband zu tragen. Dadurch wird verhindert, dass die frisch modellierte Ohrmuschel versehentlich abgeknickt wird. Auch beim Haarewaschen sollte darauf geachtet werden, keinen Druck auf die operierten Ohren auszuüben.

Auf Sport, insbesondere Kontakt- und Ballsportarten, sollte für etwa sechs Wochen verzichtet werden. Das Entfernen der Fäden und des Pflasterverbandes erfolgt meist sieben bis zehn Tage nach dem Eingriff.

Mit fortschreitender Wundheilung verblasst auch die Narbe zunehmend. Eine endgültige Beurteilung des Ergebnisses ist meist nach zwei bis drei Monaten möglich. Zu diesem Zeitpunkt sind die Restschwellungen vollständig abgeklungen und die neue Ohrform hat sich stabilisiert.

Mögliche Risiken und Komplikationen bei einer Ohrenkorrektur

Trotz größter Sorgfalt sind während und nach der operativen Ohrenkorrektur vereinzelt Komplikationen möglich. Hierzu gehören unter anderem

  • starke Schmerzen und Blutergüsse,
  • Narbenwucherungen,
  • Infektionen,
  • Störungen der Blutversorgung und
  • Gefühlsminderungen oder Missempfindungen an den Ohren.

In seltenen Fällen kann es zudem zu einem erneuten Abstehen der Ohren kommen. Das ist dann der Fall, wenn der Patient eine Unverträglichkeit gegenüber dem Fadenmaterial hat, die zur Abstoßung des Fadens führt.

Bluterguss

Starke Schmerzen der Operation zum Anlegen der Ohren können auf einen zu engen Verband oder einen Bluterguss zurückzuführen sein. Kontrollen durch den Arzt sind daher notwendig.

Ein Bluterguss kann meist durch eine Punktion behandelt werden und macht nur in seltenen Fällen einen erneuten Eingriff notwendig.

Narbenwucherung

In sehr seltenen Fällen kann nach der Operation in der Narbe eine Narbenwucherung, auch Keloid genannt, entstehen. Dabei handelt es sich um eine dicke, wulstige, verfärbte, schmerzhafte und juckende Narbe. Sie kann durch

  • Cortison-Injektionen,
  • Druckverbände oder
  • eine operative Entfernung

behandelt werden.

Infektionen oder Störungen der Blutversorgung

Infektionen der Wunde oder des Ohrknorpels können zu einer Verzögerung des Heilungsprozesses führen. Zudem kann es durch eine Störung der Blutversorgung in sehr seltenen Fällen zu einer Schädigung der Haut oder des Knorpels kommen.

Patienten, bei denen bereits früher Ohreneingriffe durchgeführt wurden, haben ein höheres Risiko auf solche Komplikationen. Diese Stellen heilen aber meist spontan ab, ohne eine Operation notwendig zu machen.

Störung der Berührungsempfindung

Eine operative Ohrenkorrektur erfordert die Durchtrennung feiner Hautnerven. Daher ist es normal, wenn die Berührungsempfindung am Ohr vorübergehend gestört ist.

Nach dem Eingriff können beispielsweise Gefühlsminderungen oder Missempfindungen am Ohr auftreten. Diese verschwinden aber normalerweise im Laufe der Zeit von selbst.

Benefits einer ästhetisch - chirurgischen Ohrenkorrektur

Die Benefits einer Ohrenkorrektur gehen häufig über die rein äußerliche Veränderung hinaus. Viele betroffene berichten nach dem Anlegen der Ohren über ein gesteigertes Selbstbewusstsein und ein entspannteres Sozialleben. Gerade Kinder profitieren häufig davon, dass sie nicht länger unter dem Druck der Hänselein leiden. Auch Erwachsene entscheiden sich häufig aus beruflichen oder pesönlichen Gründen für diesen ästhetischen Eingriff.

Ohrenkorrektur finanzieren

Viele Patienten fragen sich, ob sich eine Ohrenkorrektur finanzieren lässt. Handelt es sich um einen rein ästhetischen Eingriff, übernehmen die Krankenkassen in der Regel die Kosten nicht. Liegt hingegen ein erheblicher psychischer Leidensdruck oder eine medizinische Indikation vor, kann im Einzelfall die Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich sein. Ob dies zutrifft, sollte vorab mit dem behandelnden Arzt und der jeweiligen Versicherung geklärt werden.

Häufige Fragen

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Über den Fachautor

Sabine Schneider

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Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.

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