Vasektomie: Informationen & Vasektomie-Experten

Die Vasektomie ist ein Routineeingriff, der zur Sterilisation beim Mann führt. Sie ist die zuverlässigste Verhütungsmethode für den Mann, da sie zu dessen permanenten Unfruchtbarkeit führt. Der Mann ist weiterhin fähig zum Geschlechtsverkehr, zum Orgasmus und zur Ejakulation. Das Ejakulat enthält jedoch keine Spermien mehr.

Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Vasektomie-Experten und Zentren.

Empfohlene Vasektomie-Experten

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Vasektomie - Weitere Informationen

Die Vasektomie ist ein Eingriff, in deren Verlauf der Chirurg den Samenleiter des Mannes unterbricht. Dadurch wird der Transport von Spermien in Richtung der Prostata und der Harnröhre unterbunden. Ein Experte kann diesen Eingriff in seinem Zentrum sogar ambulant durchführen.

Jährlich werden in der Bundesrepublik Deutschland ca. 25.400 Vasektomien durchgeführt. In den letzten 20 Jahren beobachtete man in Deutschland eine Zunahme von vasektomiewilligen Männern. Weltweit haben bereits 40 bis 60 Millionen Männer eine Vasektomie vornehmen lassen.

Eine Vasektomie ist sinnvoll, wenn der Mann keine Schwangerschaft mehr verursachen möchte.

Die Vasektomie gilt als sicherste Methode zur Verhütung beim Mann. Lediglich bei einem von 1.000 Paaren, die nach dem Eingriff ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, kommt es zu einer ungewollten Schwangerschaft (Pearl-Index = 0,1).

Damit stellt die Vasektomie sogar eine sicherere Methode zur Verhütung dar als die Pille (Pearl-Index =0,1 bis 0,9). Während die Pille jedoch Nachteile für die Frau hat und zu Beschwerden führt, ist eine Vasektomie nebenwirkungsfrei.

Die Vasektomie bietet ein sehr hohes Maß an Sicherheit. Allerdings gibt es keine hundertprozentige Gewährleistung für die dauerhafte Unfruchtbarkeit. Auch nach Jahren wurden in diversen Studien Regenerationsprozesse festgestellt, durch die die Zeugungsfähigkeit wiederhergestellt wurde.

Die Wahrscheinlichkeit dafür ist allerdings äußerst gering und betrifft lediglich 0,03 bis 1,2 Prozent der Patienten.

Vasektomie
Durchführung einer Vasektomie © bilderzwerg | AdobeStock

Die Durchführung der Vasektomie

Männer, die

  • sich in der Vergangenheit bereits einer Leistenoperation unterzogen haben,
  • Probleme in der Lendenwirbelsäule haben oder
  • ein gelegentliches Ziehen in den Hoden verspüren,

sollten dies bereits im Beratungsgespräch mitteilen. Das gilt auch, wenn anderweitig chronische Schmerzen vorliegen.

Der Urologe versetzt den Patienten in einen leichten Dämmerschlaf oder führt eine örtliche Betäubung durch. Anschließend durchtrennt er den Samenleiter. Das führt dazu, dass das Ejakulat keine Samenzellen mehr enthält.

Die Vasektomie lässt sich normalerweise sehr gut mithilfe einer örtlichen Betäubung durchführen. Nur in seltenen Fällen bietet sich stattdessen eine Allgemeinnarkose eine kurze Narkose an. Diese Fälle sind beispielweise

  • ein sehr kurzes Skrotum, wo beide Samenleiter digital nicht zu tasten und zu isolieren sind, 
  • bei Zustand nach Varikozelenresektion oder anderen Skrotumeingriffen oder
  • bei Angstpatienten.


Zu den verschiedenen Vasektomie-Techniken zählen u.a.:

  • Die klassische konventionelle Vasektomie (Ligaturtechnik),
  • die minimal-invasive Non-Skalpell Vasektomie,
  • die Fulgurationstechnik (durch Einbringen einer Diathermienadel in den Samenleiter) und
  • die Open-ended Vasektomie.

Welches Ziel verfolgt die Vasektomie?

Die Vasektomie hat ausschließlich das Ziel, eine Schwangerschaft zu verhindern. Eine ungewollte Vaterschaft kann nach der Operation nahezu ausgeschlossen werden.

Die Vasektomie beeinträchtigt keine anderen Körperfunktionen. Die Operation wirkt sich also nicht negativ auf

  • die Potenz,
  • den Orgasmus,
  • die Lust auf Sex (Libido) oder
  • die Penisversteifung und
  • Ejakulation

aus. Ebenso wenig ändert sich das Empfinden während des Orgasmus. Auch der Samenerguss ändert sich nicht gravierend. Der einzige Unterschied ist, dass die Samenflüssigkeit nach der Vasektomie keine Spermien mehr enthält.

Bei vielen Paaren verbessert sich das Sexualleben nach dem Eingriff, weil die Sorge vor einer ungewollten Schwangerschaft wegfällt.

Auch die Funktionen des Hodens verändern sich nicht. So wird auch nach der Vasektomie unverändert das männliche Sexualhormon Testosteron produziert.

Die Samenzellen, die im Hoden gebildet werden, baut der Körper selbst wieder ab. So ist ein sogenannter Spermienstau ausgeschlossen. Der Spermienstau wird im Volksglauben gerne erwähnt, wenn es über längere Zeit zu keinem Samenerguss kommt.

Die Kontrolluntersuchung

Spermien können sich bis zu 12 Wochen nach einer erfolgreichen Vasektomie in der Samenflüssigkeit befinden. Daher sind hierfür mehrere Laboruntersuchungen durchzuführen, bevor eine Zeugungsunfähigkeit sichergestellt werden kann. Dabei kommt ein Spermiogramm zum Einsatz. Das ist eine Analyse des Ejakulats im Labor.

Die erste Kontrollspermaprobewird etwa 4 bis 6 Wochen nach der Vasektomie (bzw. nach etwa 20 Ejakulationen) zur Untersuchung abgegeben. Die zweite Kontrolle sollte nach weiteren 4 Wochen erfolgen.

Die Zeugungsunfähigkeit gilt dann als gesichert, wenn in beiden Ejakulatuntersuchungen keine Spermien zu finden sind.

Nach der Vasektomie

Insgesamt treten nach einer Vasektomie nur in seltenen Fällen Komplikationen auf. Ob das der Fall ist, hängt allerdings auch stark von der Erfahrung des behandelnden Arztes ab. Es empfiehlt sich deshalb, eine Vasektomie einem erfahrenen Spezialisten für Vasektomien zu überlassen.

Bei einem bis zwei Prozent der Männer können nach der Operation verschiedene Beschwerden wie

  • Druckgefühle im Hoden,
  • Blutergüsse,
  • eine Infektion der Wunde oder
  • eine Entzündung der Nebenhoden

auftreten. Diese Erscheinungen lassen sich allerdings entsprechend behandeln, sodass sie sich schon nach kurzer Zeit zurückbilden.

Monate nach dem Eingriff können sich außerdem noch sogenannte Sperma-Granulome bilden. Sperma-Granulome sind knotenartige Gewebeeinschlüsse von Samenzellen. Sie entstehen meist durch Druck in den Hoden, der dadurch entsteht, dass weiterhin Spermien produziert werden.

Zwar bleiben diese in den meisten Fällen unentdeckt. In Einzelfällen können sie jedoch dazu beitragen, dass der Samenleiter wieder zusammenwächst.

Weitere Spätfolgen der Vasektomie können neben seelischen Problemen wegen der Unfruchtbarkeit auch chronische Schmerzen in den Hoden sein. Diese Schmerzen können sich bei sexueller Aktivität verstärken und somit auch die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken.

Wie viele Männer davon betroffen sind, ist noch nicht hinlänglich geklärt. Man geht davon aus, dass die Zahl zwischen einem und 14 Prozent liegt. Auch die Ursache für die Schmerzen ist noch nicht definitiv geklärt. Man nimmt an, dass der Druckausgleich in den Hoden nicht ausreichend reguliert werden kann.

Möglich wäre auch, dass durch den Eingriff Nerven geschädigt wurden. Unter Umständen ist deshalb eine weitere Operation nötig, beispielsweise

  • die gezielte Rekanalisierung oder
  • die Entfernung von Samenstrangnerven oder der Nebenhoden.

Dass von einer Vasektomie ein erhöhtes Risiko für Hoden- oder Prostatakrebs ausgeht, konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

In den meisten Fällen lässt sich dieser Eingriff durch mikrochirurgische Verfahren übrigens wieder rückgängig machen. Man spricht dann von einer Refertilisierung oder auch Vasovasostomie.

Quellen

  • Engelmann,Urologe B 1989; 29: 29–33
  • urologenportal.de der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU): https://www.urologenportal.de/patienten/patienteninfo/patientenratgeber/testvarianten/sterilisation-des-mannes.html 
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