Der Gesundheitscheck ist eine wichtige Untersuchung zur Früherkennung von Erkrankungen und unterstützt eine gezielte Vorsorge. Der Gesundheits-Check-up wird im Rahmen regelmäßiger Check-up-Termine durchgeführt und hilft dabei, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen. Je nach Alter übernehmen Krankenkasse und gesetzlich Versicherte unterschiedliche Leistungen – unter anderem ab 18 und ab 35 Jahren.
Die Untersuchung umfasst eine körperliche Untersuchung, Laborwerte sowie eine ausführliche Anamnese. Ziel ist es, Erkrankung, Diabetes, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen möglichst früh festzustellen. Auch Nierenerkrankungen oder weitere gesundheitliche Veränderungen können erkannt werden. Der Gesundheitscheck bietet eine gute Grundlage für die langfristige Gesundheitsvorsorge.
Ablauf des Gesundheitschecks
Beim Gesundheitscheck sollen Krankheiten, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenkrankheiten und Diabetes möglichst früh erkannt werden. Darüber hinaus wird auch der allgemeine Fitness- und Gesundheitszustand des Patienten ermittelt. Dadurch können Maßnahmen ergriffen werden, die den gesundheitlichen Risiken entgegenwirken und so schwere Folgeschäden im Alter vermieden werden.
Einen Gesundheitscheck kann man sowohl bei einem Allgemeinarzt, einem praktischen Arzt als auch bei einem Internisten machen. Die Untersuchung richtet sich jedoch immer nach einem bestimmten Schema. Insgesamt dauert der Check etwa zwei Stunden.
Zuerst wird ein gründliches Erstgespräch geführt, auch Anamnese genannt. Dazu wird der Arzt folgende Bereiche abfragen:
- Ernährungsgewohnheiten
- Rauchverhalten
- Sport und Bewegung
- Vorerkrankungen
- Häufung von bestimmten Krankheiten in der Familie (Diabetes mellitus, Herzinfarkte und Schlaganfälle, Krebserkrankungen)
Anschließend wird der Arzt eine körperliche Untersuchung durchführen, bei der er Herz und Lunge abhört und das Körpergewicht sowie den Body-Mass-Index (BMI) ermittelt. Außerdem werden Blutdruck und Puls gemessen. Darüber hinaus wird eine Urinprobe gemacht und Blut abgenommen. Bei beiden werden verschiedene wichtige Laborwerte ermittelt. Besteht der Verdacht auf einer bestimmten Krankheit, kann der Arzt weitere Untersuchungen durchführen. Ohne Verdachtsdiagnose müssen diese vom Patienten selbst bezahlt werden. Bei privat Versicherten kann es sein, dass die Untersuchungen zum Leistungsspektrum ihrer Versicherung gehören. Zu den zusätzlichen Untersuchungen gehören beispielsweise Ultraschall, Belastungs-EKG oder eine Darmspiegelung.
Abhören von Herz und Lunge
Für diese Untersuchung nutzt der Arzt ein Stethoskop. Mit diesem kann er Herz und Lunge abhören und so beurteilen, ob diese normal funktionieren. Das Herz wird anhand der Regelmäßigkeit des Herzschlages beurteilt. Außerdem kann der Arzt die Funktion der Herzklappen einschätzen. Wenn diese schlecht schließen oder verengt sind, sorgen sie für Geräusche, die zusätzlich zum Herzschlag dazukommen.
Der Arzt kann diese Geräusche dann den Herzklappen zuordnen. Dadurch kann ein erster Verdacht bei Herz-Rhythmus-Störungen oder Herzklappeninsuffizienz, wenn die Herzklappen also schlecht schließen, aufkommen. Auch beim Abhören der Lunge achtet der Arzt auf abnormale Geräusche. Hören sich die Atemzüge durch das Stethoskop rasselnd oder pfeifend an, kann der Arzt erste Rückschlüsse auf Wassereinlagerungen oder Lungenkrankheiten ziehen.

Herzuntersuchung mit einem Stethoskop @ Klaus Eppele /AdobeStock
Körpergewicht und Body-Mass-Index
- Untergewicht: unter 18,5
- Normalgewicht: 18,5 – 25
- Übergewicht: 25 – 30
- Adipositas: über 30
Dabei gelten für Kinder jedoch andere Tabellen als für Erwachsene. Darüber hinaus kann es auch sein, dass beispielsweise Sportler einen BMI im Bereich des Übergewichts haben, da Muskeln schwerer als Fett sind. Der BMI dient also nur als Richtwert und sollte immer unter Berücksichtigung aller Faktoren interpretiert werden. Übergewicht kann viele verschiedene Krankheiten begünstigen. Dazu gehören zum Beispiel Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arthrose.

Tabelle für Erwachsene @ Ali /AdobeStock
Blutdruck und Puls
Mit dem Puls wird die mechanische, rhythmische Ausdehnung und Kontraktion der Gefäßwände gemessen, welche durch das Pumpen des Herzens bedingt ist. Der Puls lässt Rückschlüsse auf Herzfrequenz und Herzrhythmus zu. Allerdings wird der Puls durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst, er steigt beispielsweise bei körperlicher Betätigung oder Aufregung an. Deshalb wird bei der Untersuchung der Ruhepuls bestimmt. Dieser liegt bei einem Erwachsenen normalerweise bei 60 bis 80 Schlägen pro Minute. Anhand des Pulses des Patienten kann der Arzt feststellen, ob das Herz regelmäßig schlägt und so eine Herz-Rhythmus-Störung ausschließen.
Der Blutdruck gibt den Druck an, mit dem das Blut durch die Gefäße gepumpt wird. Er wird in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) gemessen und besteht aus zwei Werten. Der erste Wert ist der systolische Blutdruck und der zweite Wert der diastolische Blutdruck. Der systolische Blutdruck wird gemessen, wenn das Herz das Blut in die Gefäße pumpt. Diese Phase bezeichnet man als Systole. Danach erschlafft das Herz wieder und der Druck lässt nach. Diese Phase wird Diastole genannt und wird mit dem diastolischen Blutdruck gemessen. Die Werte können durch eine Blutdrucktabelle in verschiedene Stufen eingeteilt werden:
- Optimale Werte: unter 120/80mmHg
- Normalwerte: unter 130/85mmHg
- Hohe Normalwerte: unter 140/90mmHg
- Bluthochdruck (Schweregrad 1): unter 160/100mmHg
- Bluthochdruck (Schweregrad 2): unter 180/110mmHg
- Bluthochdruck (Schweregrad 3): über 180/110mmHg
- Isolierter systolischer Bluthochdruck: über 140/ unter 90mmHg
Herrscht dauerhaft ein zu hoher Druck in den Blutgefäßen, so kann das zu verschiedenen Folgeerkrankungen führen. Dazu gehören Arteriosklerose (Arterienverkalkung), Schlaganfall und Herzinfarkt.

Der Blutdruck kann Hinweise auf Gesundheit und ernsthafte Erkrankungen geben @ eyetronic /AdobeStock
Urin- und Blutuntersuchung
Mithilfe der Laborwerte der Urinprobe können verschiedene Stoffwechselstörungen (zum Beispiel Diabetes mellitus) und Nierenerkrankungen ermittelt werden. Ist der Zuckerwert sowohl im Blut als auch im Urin zu hoch, handelt es sich um Diabetes. Werden erhöhte Blutfettwerte, wie Tryglyceride und Cholesterin festgestellt, so gibt das Hinweise auf erbliche Fettstoffwechselstörungen oder eine falsche Ernährung. Diese erhöhen das Risiko für Arteriosklerose und somit auch für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt. Befinden sich im Urin rote Blutkörperchen oder ist der Eiweißgehalt und der Kreatiningehalt hoch, so kann das auf eine Nierenerkrankung hinweisen.
Abschlussbesprechung
Fazit
FAQ
Was ist ein Gesundheitscheck?
Der Gesundheitscheck ist ein Gesundheits-Check-up zur Früherkennung von Erkrankung und gesundheitlichen Risikofaktoren. Die Untersuchung umfasst eine Anamnese, eine körperliche Untersuchung sowie verschiedene Laboruntersuchungen und dient der Vorsorge. Beim Gesundheitscheck beurteilt der Hausarzt beziehungsweise der Arzt oder die Ärztin den aktuellen Gesundheitszustand und bespricht die Ergebnisse im Abschlussgespräch.
Ab wann kann ich einen Gesundheits-Check-up durchführen lassen?
Gesetzlich Versicherte können den Gesundheitscheck bereits ab 18 wahrnehmen. Für Versicherte ab 35 beziehungsweise ab einem Alter von 35 Jahren ist der Gesundheits-Check-up Bestandteil der regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen und kann im Lebensjahr alle drei Jahre erfolgen. Der Hausarzt informiert darüber, ab wann und wie oft eine Untersuchung empfohlen wird und welche Leistungen die gesetzliche Krankenkasse übernimmt.
Welche Untersuchungen gehören zum Gesundheitscheck?
Beim Gesundheits-Check-up erfolgen unter anderem eine Blutprobe, Blutuntersuchung, Urinprobe sowie Untersuchungen von Blut und Urin auf Hinweise für chronische Erkrankungen. Bestimmt werden beispielsweise Eiweiß, Nitrit sowie Hinweise auf einen möglichen Diabetes beziehungsweise Diabetes mellitus. Zusätzlich werden Impfstatus, Impfpass, Vorerkrankungen, Übergewicht oder Bluthochdruck sowie weitere Risikofaktor beurteilt.
Welche Erkrankungen können früh erkannt werden?
Der Gesundheitscheck unterstützt die Früherkennung von Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus oder Nierenerkrankungen. Außerdem können Krankheitsverdacht, Infektion, Übergewicht oder Bluthochdruck sowie Vor- oder Frühstadium verschiedener Erkrankungen erkannt werden. Ergänzend gehören Krebsfrüherkennung, Hautkrebs-Screening und – bei entsprechender Indikation – eine Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung beziehungsweise eine Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung eines Bauchaortenaneurysmas oder einer Erweiterung der Bauchschlagader dazu.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den Gesundheitscheck?
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für den Gesundheitscheck entsprechend den geltenden Richtlinien für gesetzlich Versicherten ab 18 beziehungsweise Versicherte ab 35. Zusätzliche Untersuchungen zur Vorsorge oder Leistungen ab 45 beziehungsweise ab 50 können abhängig von Alter, individuellen Risiken oder medizinischer Notwendigkeit angeboten werden. Beim Gesundheitscheck erhalten Sie außerdem Empfehlungen zu Bewegung, Kurse zu Bewegung, Ernährung und weiteren Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitszustands.
