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Augenkrebs: Symptome, Therapie und Behandlung sowie verschiedene Tumoren im Auge (Arten von Augentumoren)

18.05.2026
Prof. Dr. med. Burkhard Dick
Medizinischer Fachautor

Augenkrebs ist eine seltene, aber ernstzunehmende Erkrankung, bei der sich ein Tumor im Auge oder in angrenzenden Strukturen bildet. Je nach Art kann dieser Tumor gutartig oder bösartig sein und unterschiedliche Symptome verursachen. Häufig bleibt Augenkrebs lange unbemerkt, da erste Symptome unspezifisch sind. Besonders wichtig ist es daher, Veränderungen am Auge frühzeitig zu erkennen.

Zu den bekanntesten Formen zählen das Aderhautmelanom bei Erwachsenen und das Retinoblastom bei Kindern. Die Behandlung richtet sich nach Art, Größe und Lage des Tumors. Moderne Therapien wie Strahlentherapie oder Chemotherapie verbessern die Prognose deutlich. Ein früher Besuch beim Augenarzt kann entscheidend sein.

ICD-Codes für diese Krankheit: C69

Kurzübersicht:

Augenkrebs umfasst verschiedene Tumoren im und am Auge. Symptome sind oft unspezifisch und treten erst spät auf. Häufige Formen sind das Aderhautmelanom und das Retinoblastom. Die Behandlung erfolgt individuell je nach Tumorart und Stadium.

Artikelübersicht

Wo können Augentumore entstehen?

Die wichtigsten anatomischen Abschnitte des Auges, an denen bösartige Augentumoren entstehen können, sind:

  • die Lider,
  • die Augenoberfläche wie z.B. die Bindehaut,
  • die Netzhaut und
  • die Aderhaut.

Im Folgenden stellen wir die gefährlichsten Krebserkrankungen des Auges (Augentumore) vor:

  • Das Basaliom des Augenlides (Lidtumor)
  • Das Karzinom der Bindehaut
  • Das Retinoblastom
  • Melanome der Aderhaut, der Iris, der Bindehaut

Das Basaliom des Augenlides (Lidtumor)

Die meisten Geschwülste am Augenlid sind gutartig. Das hat jüngst eine Analyse von mehr als 5.000 Lidtumoren durch die Universitätsaugenklinik in Lausanne belegt. Doch die Erkennung eines malignen Wachstums ist umso wichtiger. Bösartige sind nämlich dann gut behandelbar, wenn sie noch nicht zu groß sind.

In einem Punkt ist das Basaliom völlig untypisch für einen bösartigen Tumor: es metastasiert sehr selten. Nicht rechtzeitig erkannt oder behandelt kann es sich jedoch durch seine nähere Umgebung fressen - sogar durch Knochen. Das kann einen umfassenden plastischen Eingriff erfordern.

Häufigkeit von Lidtumoren

Das Basaliom ist mit ca. 90 Prozent der bei weitem häufigste bösartige Lidtumor. Es kommt immer öfter vor: zahlreiche epidemiologische Studien weisen auf eine rapide Zunahme der Erkrankungszahlen in einigen Ländern hin. Als ein wichtiger Risikofaktor gilt die Exposition gegenüber Sonnenlicht.

Sonnenschein

Sonnenlicht gilt als großer Risikofaktor für die Entstehung von Basaliomen.

Dieser Augentumor sieht wie ein erhabener Knoten aus. Oft weist er eine kraterförmige, manchmal blutende und verkrustete Einsenkung in seiner Mitte auf. Das Basaliom tritt in mehr als 40 Prozent der Fälle am Unterlid auf. In 12 Prozent tritt es am Oberlid und ansonsten im inneren wie im äußeren Lidwinkel auf.

Das Basaliom – übrigens der häufigste maligne Hauttumor überhaupt – betrifft überwiegend ältere Menschen jenseits des 60. Lebensjahres. Besonders gefährdet sind Individuen mit hellem Hauttyp.

 

Behandlung von Lidtumoren

Die am häufigsten angewandte Therapieform bei dieser Art von Augentumor ist die chirurgische Exzision. Bei der mikroskopisch kontrollierten Chirurgie (Mohs Chirurgie) untersucht der Facharzt Gewebeproben feingeweblich. Bei sehr seltenen komplexen Ausgangsbefunden erfolgt dies, während der Patient noch auf dem OP-Tisch liegt. Falls die Grenzen der Schnitte nicht frei von Tumorzellen sind, wird der Eingriff erweitert bis die Schnittränder tumorfrei sind.

In einem Kollektiv von 385 Basaliompatienten blieben nach über 12 Jahren Follow-Up 92 Prozent von einer Wiedererkrankung verschont. In seltenen Fällen wird ein Basaliom auch mit Kryotherapie, also einer lokalen Kälteapplikation, behandelt. Diese Behandlung kann zum Beispiel bei älteren Patienten, bei denen ein umfassender Eingriff zu gefährlich erscheint, stattfinden. Die Prognose ist bei diesem Augentumor insgesamt gut.

 

Das Karzinom der Bindehaut

Sonneneinstrahlung ist auch ein wichtiger Risikofaktor beim Bindehautkarzinom. Dieses kann undramatisch als weißliche Erhebung auf der Bindehaut, beginnen, zu der ggf. recht auffallende Blutgefäße ziehen. Das Gefährliche am Bindehautkarzinom ist, dass es kein typisches Bild abgibt und in den Anfangsstadien wenig dramatisch aussieht. Auch verursacht es kaum subjektive Beschwerden. Die Therapie dieser Art von Augentumor besteht in der chirurgischen Entfernung. Je nach Ausdehnung muss gegebenenfalls nachbestrahlt oder lokal mit dem Zytostatikum Mitomycin C behandelt werden.

Das Retinoblastom

Das Retinoblastom, das aus krankhaft veränderten, unreifen Netzhautzellen entsteht, ist der häufigste Augentumor bei Kindern.

Retinoblastom

Es tritt ungefähr einmal auf 10.000 bis 20.000 Geburten auf und manifestiert sich praktisch immer vor dem 3. Lebensjahr. Bei gut einem Drittel der Kinder tritt dieser Augentumor bilateral auf: beide Augen sind von dem Tumor befallen. Die Ursache ist eine genetische Veranlagung oder eine Mutation während der embryonalen Entwicklung der Netzhaut. Liegen in einer Familie Fälle von Retinoblastom vor, sollten sich Paare mit Kinderwunsch genetisch beraten lassen. Nach der Geburt sollte ein Augenarzt das Baby frühzeitig untersuchen.

Retinoblastoma.jpg
Von http://visualsonline.cancer.gov/details.cfm?imageid=2418, Gemeinfrei, Link

Symptome beim Retinoblastom

Da das Kind zu klein ist, um Beschwerden zu äußern, fällt es häufig nur den Eltern auf: der Pupillenreflex, wenn das Auge beleuchtet ist (zum Beispiel bei einem Foto mit Blitzlicht), ist nicht rot, sondern weiß. Das Retinoblastom ist von heller Farbe. Es wächst meist in das Augeninnere, in den Glaskörper hinein, nachdem der Tumor die Netzhaut abgelöst hat.

Auch ein Wachstum aus dem Auge hinaus, in den Sehnerv und damit in Richtung Gehirn, ist möglich. Ein weiterer Hinweis auf ein Retinoblastom kann ein Schielen sein. In diesem Fall ist es eine Abweichung des betroffenen und praktisch sehuntüchtigen Auges.

Retinoblastom Symptome

Behandlung des Retinoblastoms

Bis vor noch gar nicht langer Zeit war die Enukleation, die Entfernung des Augapfels, die Standardtherapie des Retinoblastoms. Fortschritte in der Chemo- wie der Strahlentherapie ermöglichen in den meisten Fällen das Überleben und die Erhaltung des Auges. Auch wenn dieses meist massiv sehschwach oder blind ist.

Wenn der Augentumor nicht allzu groß ist, kann ein Strahlenträger von außen über dem Tumor auf die Lederhaut aufgenäht werden. Dieser “Plaque” verbleibt dort für einige Monate, zerstört die Tumorzellen und bringt das Retinoblastom zum Schrumpfen. In spezialisierten Zentren kann auch eine Bestrahlung mit Protonen (vor außen) erfolgen.

Chemotherapeutika können über die ins Auge führende Arterie (“Chemochirurgie”) in den Augentumor gebracht werden. Nach erfolgreicher Therapie müssen die Kinder über die nächsten Jahre regelmäßig nachuntersucht werden. So kann ein mögliches Rezidiv rechtzeitig entdeckt werden.

Insgesamt ist die Prognose bei dieser Art von Augentumor heute viel besser als noch vor wenigen Jahren: eine Ende 2012 veröffentlichte Studie aus Singapur belegte eine 5-Jahres-Überlebensrate bei einseitigem Retinoblastom von 97 Prozent.

Melanome der Aderhaut, der Iris, der Bindehaut

Melanome gehen von pigmenthaltigen Zellen, den Melanozyten, aus. Es gibt sie in verschiedenen Schichten des Auges. Das Melanom der Aderhaut, der unter der Netzhaut gelegenen Blutgefäßschicht, ist der häufigste bösartige Tumor des Augeninneren. Er kommt etwa einmal auf 2.500 Menschen vor.

Symptome, Diagnose und Behandlung des Aderhautmelanoms

Leider macht es kaum subjektive Beschwerden. So bemerkt der Betroffene erst etwas, wenn der Augentumor schon recht groß ist und das Sehen beeinträchtigt. Der Augenarzt sieht bei der Ophthalmoskopie, der Untersuchung des Augenhintergrundes bei erweiterter Pupille, eine tiefdunkle Vorwölbung. Diese löst die Netzhaut ab und wächst in den Glaskörper vor.

Das Aderhautmelanom ist eine tödliche Bedrohung: zwischen 30 und 50 Prozent der Betroffenen sterben an Leber- oder Lungenmetastasen. Von harmlosen Befunden des Augenhintergrundes mit Pigmentierung ist es durch eine Ultraschalluntersuchung und eine Fluoreszenzangiographie abzugrenzen.

Ähnlich wie beim Retinoblastom kann mit der Strahlentherapie die Augapfelentfernung oft verhindert werden. Auch eine operative Entfernung (Resektion) ist bei dieser Art von Augentumor oft möglich.

Symptome, Diagnose und Behandlung des Melanoms der Iris

Tritt das Melanom in der Iris auf, wird es meist gut und rechtzeitig erkannt. Auch bei dieser Lokalisation merkt der Betroffene subjektiv wenig. Ein Blick in den Spiegel kann zur Entdeckung des Befundes führen. Der Augenchirurg kann diesen Augentumor meist gut resezieren.

Symptome, Diagnose und Behandlung des Bindehautmelanoms

Die Bindehaut ist jene Schicht des Auges, auf der Melanome eigentlich gut zu erkennen und problemlos zu identifizieren sind: als dunkle Knoten vor dem Hintergrund der weißen Sklera. Allerdings ist die Abgrenzung gegenüber anderen Formen von Pigmenteinlagerungen in dieser durchsichtigen Schicht nicht ganz einfach.

Bei der Melanose der Bindehaut färben melaninenthaltende Zellen weite Teile der Bindehaut dunkelbraun. Bei Kaukasiern gilt das als eine potentielle Vorform eines Melanoms. Bei Afrikanern hingegen ist die Melanose harmlos.

Auch im Fall des Bindehautmelanoms ist die frühzeitige Entfernung die Therapie der Wahl. Die Bindehautmelanome metastasieren leider frühzeitig und zwar meist zunächst in die Lymphknoten im Kopf- und Halsbereich.

Fazit

Der Begriff Augenkrebs umfasst verschiedene Arten von Augentumoren, darunter gutartige Tumore und bösartige Tumore, die sich als Tumor am Auge entwickeln können. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung ist entscheidend, da Symptome von Augenkrebs oft erst spät auftreten und diese Symptome frühzeitig erkannt werden sollten. Zu den wichtigsten Anzeichen für Augenkrebs zählen Sehstörungen oder sichtbare Veränderungen, weshalb bei Verdacht auf Augenkrebs unbedingt ein Augenarzt aufgesucht werden sollte.

Die Ursachen von Augenkrebs sind vielfältig, wobei genetische Faktoren und andere Risikofaktoren für Augenkrebs eine Rolle spielen können. Das Risiko für Augenkrebs erhöhen bestimmte Einflüsse, auch wenn die genauen Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind. Augenkrebs ist eine seltene Erkrankung, dennoch sollte man wissen, dass Augenkrebs bei Erwachsenen ebenso wie bei Kindern auftreten kann. Besonders das Retinoblastom und Aderhautmelanom sind bekannte Beispiele für verschiedene Arten von Augenkrebs.

Bei der Behandlung von Augenkrebs wird je nach Art und Lage des Tumors individuell entschieden. Die Behandlung des Retinoblastoms unterscheidet sich deutlich von der Therapie beim Aderhautmelanom, wobei beim Aderhautmelanom meist gezielt vorgegangen wird, um das Wachstum zu stoppen und die Ausbreitung des Tumors zu verhindern. In einigen Fällen ist eine Entfernung des Tumors notwendig, in fortgeschrittenen Situationen kann sogar das Auge entfernt werden, um Metastasen zu vermeiden.

Tumore im und am Auge können je nach Art unterschiedlich verlaufen. Symptome von Augenkrebs können je nach Art variieren, weshalb Augenkrebs – Symptome immer individuell bewertet werden müssen. Je nach Art wird die Therapie gezielt auf den Tumor gerichtet, um eine erfolgreichen Behandlung zu ermöglichen.

Mehr über Augenkrebs zeigt, dass eine frühzeitige Abklärung beim Augenarzt entscheidend ist, da Augenkrebs frühzeitig zu erkennen die Prognose deutlich verbessert. Das gilt besonders für seltene Formen von Augenkrebs, bei denen Symptome erst spät auffallen. Dass diese Symptome ernst genommen werden, ist entscheidend, um die Ausbreitung des Tumors zu verhindern, bevor dieser Metastasen bildet oder weiter im Auge wachsen kann.

FAQ

Was ist Augenkrebs?
Augenkrebs ist eine Krebserkrankung, bei der sich ein Tumor im Auge bildet. Es gibt verschiedene Arten von Augentumoren, die gutartig oder bösartig sein können.

Welche Symptome treten bei Augenkrebs auf?
Symptome von Augenkrebs können je nach Art unterschiedlich sein. Dazu gehören Sehstörungen, Veränderungen der Pupille oder sichtbare Veränderungen am Auge.

Welche Formen von Augenkrebs gibt es?
Zu den häufigsten Formen zählen das Aderhautmelanom bei Erwachsenen und das Retinoblastom bei Kindern. Beide unterscheiden sich in Ursache, Verlauf und Behandlung.

Wie wird Augenkrebs behandelt?
Die Behandlung von Augenkrebs umfasst je nach Tumor Strahlentherapie, Chemotherapie oder operative Verfahren. Ziel ist es, das Wachstum zu stoppen und das Auge möglichst zu erhalten.

Wie hoch ist die Prognose bei Augenkrebs?
Die Prognose hängt stark von der Art des Tumors und dem Zeitpunkt der Diagnose ab. Wird Augenkrebs frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen deutlich besser.

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