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Gynäkomastie und Männerbrust – Vergrößerung der männlichen Brustdrüse und die Korrektur der Vergrösserung der Männerbrust

10.02.2026
Dr. med. Christian Lenz
Medizinischer Fachautor

Die Gynäkomastie bezeichnet eine gutartige Vergrößerung der männlichen Brust und wird häufig als Männerbrust wahrgenommen. Ursache ist meist eine hormonelle Veränderung, bei der das Gleichgewicht zwischen Östrogen und Testosteron gestört ist.

Die Erkrankung kann einseitig oder beidseitig auftreten, betrifft Jungen in der Pubertät ebenso wie erwachsene Männer und kann sowohl körperlich als auch psychisch belastend sein. Je nach Ursache und Ausprägung stehen konservative oder operative Maßnahmen zur Gynäkomastie Behandlung zur Verfügung.

ICD-Codes für diese Krankheit: N62

Kurzübersicht:

Die Gynäkomastie ist eine Erkrankung mit Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann und muss von der Pseudogynäkomastie unterschieden werden, bei der überwiegend Fettgewebe vorliegt. Sie tritt häufig in der Pubertät, im höheren Alter oder bei hormonellen Störungen auf. Die Diagnostik dient der Abklärung möglicher Ursachen wie Hormonveränderungen, Medikamente oder Tumoren. Die Behandlung einer Gynäkomastie reicht von Beobachtung bis zur operativen Korrektur durch plastische und ästhetische Chirurgie.

Artikelübersicht

Was versteht man unter Gynäkomastie?

Gynäkomastie ist die medizinische Bezeichnung für vergrößerte Brüste bei Männern. Das Wort leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet "Frauen-Brüste".

Rund 65 % aller Männer sind im Laufe ihres Lebens von Gynäkomastie betroffen. Sehr häufig tritt die Erscheinung als Säugling auf und verschwindet meistens im Laufe des erstens Lebensjahrs. Auch während der Pubertät leiden rund die Hälfte der Jungen an vergrößerten Brüsten. Auch hier bilden sich diese in 90 % der Fälle innerhalb von zwei Jahren zurück.

Danach sind vor allem Männer in ihren späteren Lebensjahren betroffen.

Männer, die unter einer Gynäkomastie leiden,

  • kommen oft in Verlegenheit,
  • werden gehänselt oder
  • erleben soziale Traumata.

Betroffene Männer tragen aus Scham eher locker sitzende als enge Hemden. Außerdem vermeiden viele Sport und Aktivitäten mit nacktem Oberkörper. Besonders junge Männer leiden stark unter ihrer "weiblichen" Erscheinung.

Gynäkomastie - Vergrößerte Brüste bei Männern
Viele junge Männer leiden darunter, wenn ihre Brüste größer sind als gewünscht © saran | AdobeStock

Was sind die Ursachen einer Gynäkomastie?

Gynäkomastie ist offenbar vor allem genetisch bedingt. Daneben können aber auch verschiedene Substanzen die Erkrankung auslösen, darunter

  • anabole Steroide,
  • Medikamente mit Östrogen,
  • Alkohol und
  • Marihuana.

Es gibt auch einige medizinische Ursachen, wie Krebs oder eine eingeschränkte Leberfunktion. Beim Großteil der Gynäkomastie-Patienten geht man jedoch von bisher unbekannten Gründen aus. Die "weibliche" Brustkontur entsteht durch überschüssiges Fett- oder Drüsengewebe. Es lagert sich vor allem entlang der unteren Brust an.

Eine gesunde Ernährung und Bewegung können helfen, überschüssiges Fett zu reduzieren. Es gibt aber keine Möglichkeit, speziell das Fett der Brust zu reduzieren.

Auch gibt es weder eine Diät, noch spezielle Übungen, die dazu beitragen, überschüssiges Drüsengewebe abzubauen. Im Gegenteil, verstärktes Trainieren der Brustmuskulatur verschiebt das darüber liegende Fett- und Drüsengewebe weiter nach vorne. Das führt dazu, dass die Gynäkomastie optisch noch verstärkt wird.

Wie kann man die Gynäkomastie am besten vom Facharzt behandeln lassen 

Kann man Gynäkomastie operieren?

Eine Gynäkomastie-OP gilt als männliche Brustverkleinerung. Das Verfahren eignet sich für gesunde Männer jeden Alters.

Teenager sollten sich erst mit 17 Jahren operieren lassen. So kann der Körper und auch die Psyche noch reifen, und oft bildet sich die Gynäkomastie von allein zurück.

Sollte die Gynäkomastie bis dahin nicht verschwunden sein, ist die OP aber anzuraten. Ein längeres Warten über das Alter von 18 oder 19 Jahren hinaus verursacht bei den Jugendlichen oft große emotionale Probleme.

Eine kostenlose Beratung mit dem plastischen und ästhetischen Chirurgen kann sowohl dem Patienten wie auch seinen Eltern die notwendige Hilfe bieten, um eine richtige Entscheidung zu treffen. Die Gynäkomastie-OP zeigt die besten Resultate bei Männern mit festen Konturen und elastischer Haut.

Wie läuft die männliche Brustverkleinerung?

Je nach Art und Umfang der Gynäkomastie kann schon eine Fettabsaugung für die Brustverkleinerung ausreichen. Das ist dann der Fall, wenn das überschüssige Fettgewebe die Haut nicht übermäßig gedehnt hat. In manchen Fällen ist auch das Ausschneiden überschüssigen Drüsengewebes mit oder ohne Haut notwendig.

Der Eingriff dauert im Durchschnitt zwei Stunden. Er wird meistens ambulant mit Vollnarkose oder unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

Bei einer reinen Fettabsaugung setzt der Operateur sehr kleine Einschnitte in der Nähe der Brustwarze. Durch diese saugt er mit sehr schmalen Kanülen das Fett ab. In solchen Fällen werden die Narben sehr klein und kaum sichtbar. Die Ergebnisse sind dauerhaft.

Ist auch überschüssiges Drüsengewebe zu entfernen, erfolgt ein Schnitt entlang der Areola (Brustwarzenhof). Über diesen Schnitt kann dann das überschüssige Drüsengewebe entfernt werden.

In sehr ausgeprägten Fällen kann über diesen Zugang auch überschüssige Haut entfernt werden. Somit erfolgt gleichzeitig eine Bruststraffung.

Mögliche Komplikationen und Risiken der Gynäkomastie-OP

Bei einigen Patienten kann es vorübergehend zu Taubheitsgefühlen im Brustbereich kommen. Diese Missempfindungen können bis zu einem Jahr anhalten.

Seltene Komplikationen im Zusammenhang mit diesem Verfahren sind, wie bei vielen chirurgischen Eingriffen,

  • die Möglichkeit einer Infektion,
  • Wassereinlagerungen,
  • Blutungen,
  • breite Narben,
  • Pigmentveränderungen oder
  • postoperative Asymmetrie.

In seltenen Fällen kann eine zweite Operation notwendig werden, um eine bessere Straffung des Gewebes zu schaffen.

Genesung nach der chirurgischen Gynäkomastie-Behandlung

Die Ausfallzeiten nach diesem Eingriff sind sehr kurz. Die Patienten können in der Regel nach einer Woche wieder arbeiten, es sei denn, die Arbeit ist sehr anstrengend.

Es kann vorübergehend zu einigen Blutergüssen und Schwellungen kommen. Zur Unterstützung des Heilungsprozesses bekommt der Patient für 3 bis 6 Wochen ein elastisches Mieder. Wenn man die Möglichkeit hat, ist auch Lymphdrainage sehr sinnvoll.

Auf die Narben sollte für mindestens 6 Monate keine Sonne bzw. UV-Licht strahlen. Selbstverständlich kann jeder Patient das "männliche Profil" durch Training der Brustmuskulatur noch verbessern. Die Narben um die Brustwarze herum werden erst nach einiger Zeit verblassen.

FAQ

Was ist eine Gynäkomastie?

Die Gynäkomastie bezeichnet eine krankhafte Vergrößerung der männlichen Brustdrüse durch Zunahme von Brustdrüsengewebe. Sie unterscheidet sich von der Pseudogynäkomastie, bei der es sich um eine reine Fetteinlagerung handelt.

Welche Ursachen hat eine Gynäkomastie?

Zu den Ursachen der Gynäkomastie zählen hormonelle Veränderungen, ein Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Testosteron, Pubertätsgynäkomastie, Altersgynäkomastie, Übergewicht, Anabolika, Medikamente sowie Erkrankungen der Hoden oder hormonproduzierende Tumoren.

Wie wird eine Gynäkomastie diagnostiziert?

Die Diagnostik umfasst eine körperliche Untersuchung, Ultraschall des Brustbereichs, Hormonanalysen und gegebenenfalls weitere bildgebende Verfahren. Ziel ist die Abklärung, ob eine echte Gynäkomastie oder eine Pseudogynäkomastie vorliegt und ob eine behandlungsbedürftige Ursache besteht.

Wie erfolgt die Behandlung der Gynäkomastie?

Die Behandlung der Gynäkomastie richtet sich nach Ursache und Ausprägung. In vielen Fällen kann sich die Vergrößerung zurückbilden. Bleibt sie bestehen oder ist stark ausgeprägt, kann ein operativer Eingriff mit Entfernung von Drüsengewebe und Fettabsaugung erfolgen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Gynäkomastie OP?

Ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt, hängt davon ab, ob die Gynäkomastie als krankhaft eingestuft wird. Bei nachgewiesener Erkrankung und erheblicher psychischer Belastung kann eine Kostenübernahme möglich sein.

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