Kryptitis - Informationen und Spezialisten

27.10.2021
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Bei einer Kryptitis handelt es sich um einen entzündlichen Prozess im Enddarm, bei dem die sogenannten Lieberkühn-Krypten entzündet sind. Im Folgenden erhalten Sie weitere Informationen zu Symptomen, Diagnose und Therapiemöglichkeiten bei einer Kryptitis. Außerdem finden Sie hier Spezialisten für die Behandlung einer Kryptitis.

ICD-Codes für diese Krankheit: K62.8

Empfohlene Spezialsten für eine Kryptitis

Artikelübersicht

Worum geht es bei der Erkrankung Kryptitis?

Bei einer Kryptitis handelt es sich um einen entzündlichen Prozess im Enddarm. Die Krankheitsbezeichnung stammt von den Lieberkühn-Krypten. Sie befinden sich als taschenähnliche Vertiefungen unter anderem in diesem auch als Analkanal bezeichneten Darmabschnitt. Umgeben sind die Krypten von den Analpapillen, den ausgezogenen Längsfaltungen innerhalb des Analkanals.

Jeder Mensch hat in seinem unteren Dickdarm 2 bis 3 cm oberhalb vom Darmausgang – Anus – solche kreisförmig angeordneten Krypten, insgesamt 10 bis 15 Stück. In gesundem Zustand verursachen die 1 bis 2 mm tiefen Krypten keine Beschwerden. Entzünden sie sich jedoch, sind sie druckempfindlich und schmerzen.

Zu einer Entzündung der Krypten kommt es insbesondere durch Probleme bei der Stuhlentleerung. Gelangt dabei Kot in die taschenartigen Vertiefungen und verbleibt dort, entzündet sich der Bereich und wird druckempfindlich.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Kryptitis?

Die durch eine Kryptitis ausgelösten Schmerzen hängen fast immer mit dem Stuhlgang zusammen. Dabei treten sie nicht unbedingt sofort nach der Darmentleerung auf. Häufig treten die Schmerzen der drucksensiblen Krypten erst ein bis zwei Stunden später auf, wobei sie nicht selten den gesamten Tag über andauern. Gelegentlich nässt und schmiert der Analbereich. Manchmal treten nach dem Stuhlgang vorübergehend Blutungen auf. Neben den Schmerzen sind Juckreiz und parallel dazu oft noch Brennen der Analregion typische Symptome der Kryptitis. Einige Patienten berichten zudem von einem Fremdkörpergefühl im unteren Dickdarm.

Ursachen und Risikofaktoren einer Kryptitis

Weiche, breiige Stühle sind ebenso ursächlich für eine Kryptitis wie harte Stühle bei Verstopfungen. Weicher Stuhlgang gelangt durch seine Konsistenz leicht in die Vertiefungen, wo er gelegentlich – eventuell als Rest – verbleibt. Bei hartem Stuhlgang kommt es durch das Pressen bei den Entleerungsbemühungen zur Stuhlablagerung in einer oder mehreren Krypten. Dabei kann der Stuhl so hart sein, dass er die zarte Darmschleimhaut verletzt, was zusätzlich eine Entzündung begünstigt.

Bei einigen Betroffenen entwickelt sich ein Teufelskreis: Sie halten ihren Kot zurück, um die Toilettengänge aufzuschieben beziehungsweise deren Häufigkeit zu verringern. Das verhärtet bei Verstopfung den Kot zusätzlich und verstärkt die Stuhlentleerungsstörungen und daraus resultierende Beschwerden einschließlich der Schmerzen. Daneben reduzieren manche Patienten ihre Nahrungszufuhr, um so die Zahl ihrer Stuhlgänge zu senken.

Zur allgemeinen Beruhigung sei gesagt, dass derartige Stuhleinlagerungen in die Krypten des Dickdarms eine Ausnahme darstellen. Normalerweise brauchen Sie nicht unweigerlich mit so einem Geschehen zu rechnen. Es ist nur gut, wenn Sie hierüber informiert sind. Ein Risiko für Kryptitis besteht allerdings bei Stuhlentleerungsproblemen. Treten diese Probleme regelmäßig auf, zum Beispiel in Form von Verstopfungen, sind Gegenmaßnahmen mit dem Ziel eines weicheren, geschmeidigeren Kots ratsam.

Eine fortschreitende Entzündung führt leicht zur Entstehung von einem Abszess oder einer Fistel, oft begleitet von Fieber und Abgeschlagenheit. Beim Verdacht auf eine Kryptitis empfiehlt sich ein sofortiger Arztbesuch. Immer noch konsultieren viele Betroffene aus Scham erst spät einen Arzt. Ihnen sei gesagt: Was für Patienten eine unangenehme Ausnahmesituation bedeutet, ist für den Arzt Alltagsroutine ohne Sensationscharakter. Ein Besuch beim Arzt ist bei einer Kryptitis unumgänglich – je früher, desto besser. Auftretende Komplikationen, darunter Infektionen und eine mögliche Blutvergiftung, hängen deutlich mit einem verzögerten Arztbesuch und Behandlungsbeginn zusammen.

Untersuchung und Diagnose einer Kryptitis

Erster Ansprechpartner bei Darmerkrankungen einschließlich einer Kryptitis ist häufig der Hausarzt. Er fungiert bei Bedarf traditionell als Lotse zur Überweisung an seine auf bestimmte Krankheiten spezialisierten Kollegen. Als Darmspezialist ist der Proktologe Facharzt zur Behandlung einer Kryptitis.

Am Anfang der Untersuchung tastet der Arzt mit seinem Finger von innen den betroffenen Darmabschnitt gründlich ab. Als ergänzende Diagnoseinstrumente nutzt er Spekulum und Sonde. Weil die Symptome einer Kryptitis solchen der obendrein häufiger auftretenden Hämorrhoiden ähneln, kommt es hier gelegentlich zu Fehldiagnosen. Zusätzliche Klarheit in der Diagnosefindung bringt eine Darmspiegelung.

Behandlung der Kryptitis

So belastend eine Kryptitis für Betroffene auch ist, ist sie erfreulicherweise gut behandelbar. Erster Schritt ist die Bekämpfung der Entzündung des Darmbereichs. Dafür verschreibt der Arzt Ihnen als Medikamente lindernde und entzündungshemmende Salben oder Zäpfchen, wobei Letztere für Patienten besonders bequem und sicher anzuwenden sind. Als zweiter Schritt folgen Tipps zur Ernährungsumstellung: Der Stuhl soll von mittelfester Konsistenz sein, also weder zu weich, noch zu hart.

Vom Arzt erklärte Übungen für den Schließmuskel zur Verbesserung der Durchblutung des Analbereichs unterstützen den Heilungsprozess.

Für größere Entzündungen wie insbesondere Abszesse und Fisteln reicht eine medikamentöse Behandlung nicht aus, sodass ein Chirurg die betroffenen Stellen entfernt. Erfahrungsgemäß erholen sich Patienten nach einer Kryptitis-OP rasch. Schon nach wenigen Tagen können sie das Krankenhaus verlassen.

Kryptitis: Verlauf und Prognose

Die möglichst früh beginnende Behandlung einer Kryptitis ist meistens kurz und führt fast immer zu völliger Beschwerdefreiheit.

Hingegen drohen bei später oder keiner Behandlung ernsthafte Gesundheitsschäden. Der Darm kann in Teilbereichen seine Funktionsfähigkeit verlieren. Tumore und sogar vorzeitiger Tod sind weitere Risiken einer spät oder gar nicht erfolgenden Therapie der Kryptitis.

Eine auskurierte Kryptitis bewahrt zwar nicht vor erneutem Auftreten. Mehr Wissen über das Krankheitsbild sensibilisiert für die ersten Anzeichen einer Kryptitis. Besondere Bedeutung kommt der Vorbeugung zu.

Vorbeugung einer Kryptitis

Die Ursache der Erkrankung ist gleichzeitig der entscheidende Hinweis, wie Sie der Kryptitis vorbeugen können: Essen Sie ausgewogen und ballaststoffreich. Trinken Sie ausreichend, mindestens 1,5 l täglich. Die in Vollwertkost mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten enthaltenen Ballaststoffe regen die Verdauung an. Nehmen Sie wenig Fleisch zu sich. Vermeiden Sie Verstopfungen. Abführmittel sollten Sie dabei nur ausnahmsweise einnehmen.

Was ebenfalls die Darmtätigkeit anregt und dadurch einer Kryptitis vorbeugt, ist Bewegung. Es darf gern, aber muss nicht zwingend Sport sein. Gehen Sie bereits im Alltag viel zu Fuß, fahren Sie mit dem Rad und nutzen Sie lieber Treppen statt Fahrstühle oder Rolltreppen.

Fazit

Merkmal einer Kryptitis sind die mit Kot gefüllten taschenartigen Vertiefungen im Enddarm. Aus diesen mit Kot gefüllten Krypten entsteht die Kryptitis. Die entzündeten Krypten sind sehr druck- beziehungsweise schmerzempfindlich. Ein umgehender Arztbesuch ist dringend anzuraten. Eine Kryptitis ist unangenehm, dazu Betroffenen oft peinlich. Sie hat aber bei möglichst frühzeitigem Behandlungsbeginn gute Heilungschancen. Eine an das Erkrankungsrisiko angepasste Ernährungsumstellung bietet zudem eine aussichtsreiche Vorbeugung.

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