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Reisekrankheiten: Gut vorbereitet gesund in den Urlaub
Melanie Al Tikriti, BSc ·
Wer mögliche Gesundheitsrisiken kennt, kann sich auf Reisen besser schützen.
Eine Reise in ein anderes Land bedeutet für viele Menschen Erholung, Abenteuer und neue Eindrücke. Gleichzeitig bringt sie den Körper mit ungewohnten klimatischen Bedingungen, anderen Hygienestandards und Krankheitserregern in Kontakt, die in Europa kaum vorkommen. Je nach Reiseziel können dadurch gesundheitliche Risiken entstehen, die bereits mit einer guten Vorbereitung deutlich reduziert werden können.
Nicht jede Reisekrankheit verläuft schwer. Viele Infektionen verursachen lediglich vorübergehende Beschwerden, andere können jedoch ernsthafte Folgen haben und eine rasche medizinische Behandlung erforderlich machen. Deshalb lohnt es sich, sich bereits einige Wochen vor Reiseantritt über mögliche Gesundheitsrisiken zu informieren.

Welche Reisekrankheiten besonders häufig auftreten
Welche Erkrankungen auf Reisen auftreten können, hängt vor allem vom Reiseziel, der Jahreszeit und den geplanten Aktivitäten ab. Während in vielen Urlaubsländern Magen-Darm-Infektionen im Vordergrund stehen, kommen in tropischen Regionen zusätzlich Erkrankungen vor, die durch Mücken oder andere Insekten übertragen werden.
Zu den häufigsten Reisekrankheiten zählen:
- Reisedurchfall
- Malaria
- Dengue-Fieber
- Hepatitis A
- Typhus
- Cholera
- Gelbfieber
- Tollwut
Das persönliche Risiko unterscheidet sich jedoch erheblich. Ein Badeurlaub in Südeuropa ist mit anderen Gefahren verbunden als eine Rucksackreise durch Südostasien oder Afrika.
Wie es zu einer Ansteckung kommt
Krankheitserreger gelangen auf unterschiedlichen Wegen in den Körper. Besonders häufig erfolgt die Ansteckung über verunreinigte Lebensmittel oder verschmutztes Trinkwasser. Unzureichend gegartes Fleisch, rohe Meeresfrüchte oder ungeschältes Obst können ebenfalls Krankheitserreger enthalten.
In vielen tropischen Regionen spielen außerdem Mücken eine wichtige Rolle. Sie können unter anderem Malaria oder Dengue-Fieber übertragen. Auch Tierbisse sollten nicht unterschätzt werden, da sie beispielsweise Tollwut verursachen können. Je nach Reiseland erhöhen schlechte hygienische Bedingungen oder ein enger Kontakt zu infizierten Personen zusätzlich das Erkrankungsrisiko.
Nicht jede Reisekrankheit macht sich sofort bemerkbar
Die ersten Beschwerden treten nicht immer während des Urlaubs auf. Manche Erkrankungen entwickeln sich bereits nach wenigen Stunden, andere erst Tage oder sogar Wochen nach der Rückkehr.
Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Fieber
- Durchfall
- Übelkeit und Erbrechen
- Bauchschmerzen
- Hautausschläge
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Schüttelfrost
- starke Müdigkeit
Besonders Fieber nach einer Reise in tropische oder subtropische Regionen sollte immer ernst genommen werden. In solchen Fällen ist eine rasche ärztliche Abklärung wichtig, da beispielsweise eine Malaria frühzeitig behandelt werden muss.
Warum eine gute Reisevorbereitung entscheidend ist
Viele Reisekrankheiten lassen sich bereits vor der Abreise verhindern. Deshalb empfehlen Fachleute, sich spätestens vier bis sechs Wochen vor einer Fernreise reisemedizinisch beraten zu lassen. Dabei wird geprüft, welche Impfungen empfohlen werden und ob vorbeugende Medikamente sinnvoll sind. Gleichzeitig erhalten Reisende Informationen über hygienisches Verhalten, den richtigen Mückenschutz und den Umgang mit Lebensmitteln und Trinkwasser.
Je nach Reiseziel können die Empfehlungen sehr unterschiedlich ausfallen. Deshalb sollte die Reisevorbereitung immer individuell erfolgen.
Impfungen bieten einen wichtigen Schutz
Für viele Länder werden bestimmte Schutzimpfungen empfohlen oder sogar vorgeschrieben. Dazu gehören beispielsweise Impfungen gegen Hepatitis A, Typhus oder Gelbfieber. Welche Impfungen notwendig sind, richtet sich unter anderem nach Reiseziel, Reisedauer und persönlichen Vorerkrankungen. Auch die Standardimpfungen sollten vor jeder Reise überprüft werden. Ein vollständiger Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie oder Masern schützt nicht nur im Alltag, sondern auch im Ausland.
So können Sie das Infektionsrisiko senken
Bereits einfache Verhaltensregeln helfen dabei, viele Infektionen zu vermeiden.
Dazu gehören:
- nur abgefülltes oder abgekochtes Wasser trinken
- Eiswürfel möglichst meiden
- Speisen vollständig durchgaren
- Obst selbst schälen
- regelmäßig Hände waschen oder desinfizieren
- Mückenschutzmittel verwenden
- lange Kleidung in Risikogebieten tragen
- unter einem Moskitonetz schlafen
Besonders in tropischen Regionen sollte zusätzlich auf einen konsequenten Sonnenschutz und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.
Was in eine Reiseapotheke gehört
Eine gut ausgestattete Reiseapotheke kann helfen, kleinere Beschwerden selbst zu behandeln und die Zeit bis zu einer ärztlichen Versorgung zu überbrücken.
Sinnvoll sind unter anderem:
- persönliche Medikamente
- Schmerz- und Fiebermittel
- Mittel gegen Durchfall
- Elektrolytlösungen
- Pflaster und Verbandsmaterial
- Desinfektionsmittel
- Insektenschutzmittel
- Sonnenschutz
- Fieberthermometer
Je nach Reiseziel können weitere Medikamente sinnvoll sein. Darüber informiert die reisemedizinische Beratung.
Nach der Reise aufmerksam bleiben
Nicht jede Erkrankung zeigt sich sofort. Manche Erreger verursachen erst Wochen nach der Rückkehr Beschwerden. Deshalb sollte eine Fernreise bei einem Arztbesuch immer erwähnt werden.
Vor allem anhaltendes Fieber, starker Durchfall, Hautveränderungen oder ungeklärte Beschwerden sollten nach einer Auslandsreise zeitnah medizinisch abgeklärt werden. Die Information über das Reiseland kann entscheidend sein, um die richtige Diagnose zu stellen.
Fazit: Eine gute Vorbereitung schützt vor vielen Reisekrankheiten.
Viele Reisekrankheiten lassen sich durch Impfungen, konsequente Hygienemaßnahmen und einen wirksamen Insektenschutz vermeiden. Wer sich rechtzeitig informiert und erste Warnzeichen ernst nimmt, kann gesundheitliche Risiken deutlich reduzieren und den Urlaub sicherer genießen.
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Über den Fachautor
Melanie Al Tikriti, BSc
Redakteurin
Autorin für Gesundheitstexte und Patientenedukation
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