Zum Inhalt springen
Leading Medicine Guide Logo

Behandlung · Ästhetische Chirurgie

Lipolyse: Informationen und Lipolyse-Spezialisten

Sabine SchneiderChefredakteurinSabine SchneiderStand:

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Die Lipolyse ist eine minimalinvasive, nicht-chirurgische Behandlungsmethode zur Reduktion kleiner, klar begrenzter Fettpolster. Typische Problemzonen sind das Doppelkinn, die Wangen, der Oberarm oder die Innenseite der Knie. Das Präparat enthält meist Phosphatidylcholin und Desoxycholsäure und wird mit sehr feinen Nadeln direkt ins Fett gespritzt. Für ein sichtbares Ergebnis sind in der Regel mehrere Termine im Abstand von einigen Wochen nötig. Vorübergehende Schwellungen, Rötungen und Blutergüsse sind häufig und klingen meist rasch ab. Da der Eingriff rein ästhetisch motiviert ist, übernimmt die Krankenkasse die Kosten in der Regel nicht.

Anwendungsbereiche: Kleine Fettdepots gezielt Behandeln mit Injektionslipolyse

Die Fett-weg-Spritze eignet sich für umschriebenen Fettdepots, die sich auch durch gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung nicht zurückbilden. Am häufigsten wird das Doppelkinn behandelt. Weitere typische Areale sind die Wangen und die Kieferlinie, die Innenseite der Oberarme, kleine Röllchen am Bauch, die Hüften, die Innenseiten von Oberschenkeln und Knien sowie Pölsterchen im BH-Bereich am Rücken.

Grundsätzlich gilt: Je kleiner und klarer begrenzt die Stelle, desto besser lässt sie sich behandeln. Entscheidend ist auch die Dicke des Fettgewebes an der jeweiligen Stelle. Pro Sitzung kann nur eine begrenzte Menge des Mittels lokal gespritzt werden, weshalb die Methode vor allem bei kleinen Fettpolstern sinnvoll ist.

Die Methode ersetzt keine Hautstraffung. Ist die Haut bereits deutlich erschlafft, kann sie sich nach dem Eingriff nicht ausreichend zusammenziehen. In solchen Fällen sind andere Verfahren besser geeignet.

Risiken & Nebenwirkungen: Mit welcher Nebenwirkung ist bei der Fettwegspritze zu rechnen?

Das Verfahren gilt in erfahrenen ärztlichen Händen als vergleichsweise sicher. Da das Mittel eine gewollte Entzündungsreaktion im Gewebe auslöst, sind Beschwerden in den ersten Tagen jedoch normal. Die häufigste Nebenwirkung ist eine Schwellung des behandelten Bereichs. Am Kinn kann sie ausgeprägt sein und bis zu 2 Wochen anhalten. Hinzu kommen häufig eine Rötung, Brennen, Juckreiz, Druckschmerz und Hämatome. Auch ein Taubheitsgefühl der Haut ist möglich und kann einige Wochen bestehen bleiben. Diese Beschwerden klingen in der Regel folgenlos ab.

Seltener bilden sich tastbare Verhärtungen, Knötchen oder ungleichmäßige Stellen. Bei der Behandlung des Kinns kann in seltenen Fällen ein Nervenast gereizt werden, der die Mundwinkel bewegt. Das Lächeln wirkt dann vorübergehend schief, bildet sich aber meist innerhalb einiger Wochen zurück. Auch vorübergehende Schluckbeschwerden sind beschrieben. Sehr selten kommt es zu Gewebeuntergängen (Nekrosen) der Haut, etwa wenn das Mittel zu oberflächlich oder versehentlich in ein Blutgefäß gespritzt wird. Zudem sind allergische Reaktionen möglich.

Wie gut das Ergebnis ausfällt und wie hoch das Risiko ist, hängt stark von Ausbildung und Erfahrung des Behandelnden ab. Experten sind unter anderem im Netzwerk Lypolyse organisiert. Es lohnt sich daher, sich vorab gezielt über geeignete Zentren und Behandler zu informieren.

Indikation und Kontraindikationen: Für wen eignet sich die Injektions-Lipolyse?

Geeignet ist die Methode für gesunde Erwachsene mit normalem oder leicht erhöhtem, stabilem Körpergewicht, die einzelne hartnäckige Fettdepots verringern möchten. Wichtig sind außerdem realistische Erwartungen: Ziel ist eine sanfte Konturverbesserung, keine sichtbare Gewichtsabnahme.

Nicht durchgeführt werden sollte die Behandlung in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Minderjährigen, bei einer Allergie gegen Soja oder andere Bestandteile des Mittels sowie bei Entzündungen oder Infektionen im Behandlungsbereich. Patienten mit Durchblutungsstörungen sollten sich keiner Lipolyse unterziehen. Auch Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen oder unter Gerinnungsstörungen leiden, müssen verzichten. Hier besteht das Risiko, stärkere Blutungen auszulösen. Auch die Wirkung der fettlösenden Wirkstoffe ist bei diesen Patienten noch nicht untersucht worden.

Weitere Gegenanzeigen können schwere Leber- oder Nierenerkrankungen, Autoimmunerkrankungen, ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus sowie Krebserkrankungen sein. Für viele dieser Gruppen fehlen zudem Studien zur Sicherheit des Verfahrens.

Ablauf der Behandlung mit der Fettwegspritze

Am Anfang steht ein ausführlicher Beratungstermin. Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Vorerkrankungen, Allergien und Medikamenten, untersucht die gewünschte Stelle und klärt über Wirkung, Risiken, Kosten und die Anwendung außerhalb der Zulassung auf. Häufig werden Fotos gemacht, um das Ergebnis später vergleichen zu können. Blutverdünnende Medikamente sollten nur nach ärztlicher Rücksprache pausieren.

Lipolyse
Bei der Lipolyse löst ein Wirkstoff Fettzellen auf © Svitlana | AdobeStock

Die Behandlung selbst erfolgt ambulant und dauert meist nicht lange. Zunächst wird die Haut desinfiziert und das Areal markiert, oft mit einem Raster aus kleinen Punkten im Abstand von etwa einem Zentimeter. Eine Narkose ist nicht nötig. Zur Schmerzlinderung wird die Stelle vorab gekühlt oder mit einer betäubenden Creme vorbereitet. Anschließend wird das Mittel mit einer sehr feinen Nadel in die markierte Punkte injiziert.

Nach der Injektion wird der Bereich gekühlt. In den ersten Tagen sollten Sie auf Sauna, intensive Sonne und schweißtreibenden Sport verzichten. Für ein sichtbares Ergebnis sind in der Regel zwei bis vier Termine im Abstand von etwa 4 bis 8 Wochen nötig. Die endgültige Wirkung lässt sich meist erst rund 2 Monate nach der letzten Sitzung beurteilen.

Vergleich mit einer Liposuktion: Lipolyse oder Fettabsaugung?

Bei der Liposuktion wird Bett chirurgisch über kleine Hausschnitte und dünne Kanülen abgesaugt. Der Eingriff ist operativ, erfolgt in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose und kann bereits bei einem Termin deutlich größere Fettmengen entfernen. Dafür sind die Risiken höher. Zu den allgemeinen Operationsrisiken kommen meist eine Ausfallzeit von einigen Tagen bis Wochen und das Tragen von Kompressionswäsche.

Die Fettwegpritze kommt dagegen ohne Schnitt aus. Sie eignet sich für kleine Areale, erfordert aber mehrere Termine und das Ergebnis stellt sich langsamer ein. Die Reduktion fällt pro Termin geringer aus, als bei einer Absaugung. Beide Verfahren sind keine Methoden zur Gesichtsabnahme.

Welches Verfahren passt, hängt von der Größe der Fettdepots, der Beschaffenheit der Haut und den persönlichen Wünschen ab.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie lange hält das Ergebnis der Fettwegspritze?

Die zerstörten Zellen bildet der Körper nicht einfach neu, das Ergebnis gilt daher als langfristig. Belastbare Langzeitdaten sind allerdings begrenzt. Nimmt man deutlich zu, können die verbliebenen Fettzellen an der behandelten Stelle wieder an Volumen gewinnen.

Tut die Fettwegspritze weh?

Die Einstiche selbst sind durch die feinen Nadeln meist gut auszuhalten. Viele spüren in den Minuten danach ein Brennen oder Stechen, das rasch nachlässt. Kühlung und betäubende Creme machen den Eingriff angenehmer.

Ab wann sieht man ein Ergebnis?

Weil das Gewebe anfangs anschwillt, wirkt die Stelle in den ersten Tagen oft sogar voller. Erste Veränderungen zeigen sich meist nach ein paar Wochen, das endgültige Ergebnis etwa zwei bis drei Monate nach dem letzten Termin.

Was kostet die Behandlung mit der Fett-Weg-Spritze?

Da es sich um einen rein ästhetischen Eingriff handelt, tragen Sie die Kosten selbst. Die Krankenkassen übernehmen sie in der Regel nicht. Der Preis hängt von der Größe des Areals, der benötigten Menge und der Anzahl der Termine ab und liegt meist bei einigen Hundert Euro pro Termin. Einen verbindlichen Kostenvoranschlag erhalten Sie im Beratungsgespräch.

Sabine Schneider

Über den Fachautor

Sabine Schneider

Chefredakteurin

Sabine Schneider ist ausgebildete Medizinische Praxisassistentin und verfügt über langjährige praktische Erfahrung im medizinischen Umfeld.

Mehr über den Fachautor →
Quellen
  • aerztezeitung.de/Medizin/Spritze-rueckt-Fettpolstern-und-Lipomen-zu-Leibe-288750.html
  • flexikon.doccheck.com/de/Injektionslipolyse
  • mesotherapie.org/lipolyse/
  • network-globalhealth.com/network-globalhealth/forphysicians/network-lipolyse/

Geprüfte Expertise

Empfohlene Spezialisten

4 Spezialisten

Hier finden Sie ausgesuchte medizinische Experten und Spezialisten in Kliniken und Praxen für die Diagnose, Behandlung, Operation und Rehabilitation im Bereich Lipolyse. Alle gelisteten Ärzte sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und wurden nach strengen Richtlinien für Sie handverlesen ausgewählt.

Medizinisches Spektrum

Medizinisch verwandte Themen