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Pilzinfektionen: Informationen & Spezialisten für Pilzinfektionen

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02.08.2022
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion

Pilzinfektionen, auch Mykosen genannt, sind Erkrankungen, die durch eine Infektion mit Pilzen hervorgerufen werden. Sie zählen weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Die Behandlung von Mykosen erfolgt mit sogenannten Antimykotika. Dabei handelt es sich um Antipilzmedikamente, die die Pilze abtöten bzw. in ihrem Wachstum hemmen.

Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Spezialisten für Pilzinfektionen.

ICD-Codes für diese Krankheit: B35-B49

Empfohlene Spezialisten für Pilzinfektionen

Pilzinfektionen Fälle in Deutschland

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Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Artikelübersicht

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Definition: Was sind Pilzinfektionen?

Bei Pilzinfektionen, auch Mykosen genannt, handelt es sich um Infektionskrankheiten. Sie werden durch bestimmte krankheitsauslösende Pilze hervorgerufen.

Mykosen können nach unterschiedlichen Gesichtspunkten eingeteilt werden. Am gebräuchlichsten ist die Unterteilung nach

  • der Lokalisation, sprich dem Ort des Auftretens,
  • der Pilzinfektion und
  • der Art des Erregers (DHS-System nach Rieth).

Bei der Lokalisation unterscheidet man grundsätzlich zwischen

  • der lokalen bzw. oberflächlichen Mykose und
  • der systemischen Mykose.

Pilzinfektionen eingeteilt nach dem Ort des Auftretens

Die Einteilung in oberflächliche und systemische Mykosen grenzt die Pilzinfektionen anhand der Stelle ihres Auftretens ab.

Lokale bzw. oberflächliche Pilzinfektionen

Bei den lokalen Mykosen handelt es sich um oberflächliche Pilzinfektionen. Sie sind in der Regel auf ein Körperteil bzw. ein Gewebe beschränkt (topische Mykose). Das heißt, sie treten an

  • der Haut,
  • den Hautanhangsgebilden und
  • den Schleimhäuten

auf. Es handelt sich also um Pilzerkrankungen der Haut – auch Dermatomykosen genannt. Verursacht werden sie meist durch Dermatophyten oder Hefepilze.

Zu den häufigsten lokalen bzw. oberflächlichen Mykosen gehören

Systemische Pilzinfektionen

Bei einer systemischen Pilzerkrankung verbreitet sich der Erreger über den Blutkreislauf im gesamten Organismus. Eine systemische Mykose tritt sehr selten auf, ist aber lebensbedrohend.

Als Beispiele für systemische Pilzinfektionen sind diese Erkrankungen zu nennen:

Systemische Pilzinfektionen betreffen fast nur Personen mit einem geschwächten Abwehrsystem.

Erreger sind Hefe- und Schimmelpilze. 

Klassifizierung von Pilzinfektionen nach Erregern

Mit dem DHS-System lassen sich die infektionsverursachenden Pilze in drei verschiedene Gruppen einteilen:

  • Dermatophyten: Erreger für 70,5 Prozent aller Pilzinfektionen
  • Hefepilze: 24,4 Prozent
  • Schimmelpilze: 5,1 Prozent

Diese Einteilung der Erreger ist für die Behandlungsplanung wichtig. Die verschiedenen Pilzgattungen unterscheiden sich im Hinblick auf

  • ihre Ansteckungsfähigkeit sowie
  • den Ort des Auftretens im menschlichen Körper.

Darüber hinaus existieren Unterschiede hinsichtlich des Verlaufs der Pilzinfektion.

Dermatophyten

Dermatophyten sind Fadenpilze. Besonders häufig kommen diese Dermatophytengattungen vor:

  • Epidermophyton
  • Mikrosporum
  • Trichophyten

Dermatophyten befallen sowohl Personen, die ein geschwächtes Immunsystem haben, als auch Gesunde.

Sie verursachen ausschließlich oberflächliche Mykosen, sodass sie niemals das Körperinnere betreffen.

Dermatophyten führen dementsprechend nur zu Erkrankungen der Haut, der Fuß- oder Fingernägel oder der Haare. Besonders häufig verursachen diese Erreger Fußpilz und Nagelpilz

Hefepilze

Hefepilze werden auch als Sprosspilze bezeichnet. Zu den am weitesten verbreiteten Hefepilzen gehören:

  • Candida
  • Cryptococcus
  • Pityrospsorum

Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr sind besonders häufig von einer Hefepilzinfektion betroffen.

Hefepilze können zu einer lokalen Mykose führen. Sie tritt zumeist auf der Haut und an den Schleimhäuten auf. Seltener kommt es zu einem Pilzbefall von Haaren und Nägeln. Hefepilze können auch systemische Pilze auslösen.

Häufig führen Hefepilze zu einer der folgenden Pilzinfektionen:

  • Candidose (vor allem im Mund- und Rachenraum)
  • Soor
  • Scheidenpilz

Schimmelpilze

Schimmelpilze gehören zu den Fadenpilzen. Bekannte Schimmelpilzgattungen sind zum Beispiel Aspergillus und Mucor.

Schimmelpilze befallen meist nur Personen, die ein geschwächtes Immunsystem haben. Dabei lösen sie in der Regel Erkrankungen der inneren Organe aus, etwa an der Lunge.

Wesentlich seltener sind Schimmelpilze die Verursacher von oberflächlichen Mykosen, die an

  • der Haut,
  • den Schleimhäuten oder
  • an den Haaren

auftreten. 

So kommt es zu einer Pilzinfektion

Dermatophyten werden durch eine Schmierinfektion übertragen. Eine direkte Schmierinfektion setzt eine unmittelbare Berührung eines infizierten Menschen oder Tiers voraus. Von einer indirekten Schmierinfektion spricht man bei der Infektion über den Kontakt mit einer kontaminierten Oberfläche.

Hefepilze und Schimmelpilze übertragen sich in der Regel durch das Einatmen ihrer Sporen. Anschließend breiten sich die Sporen über das Blut im gesamten Organismus aus. Auch die Übertragung von Hefe- und Schimmelpilzen über kontaminierte Lebensmittel ist möglich.

Risikofaktoren für eine Pilzinfektion

In der Regel kann die Immunabwehr die meisten Pilze im Schach halten. Nur bei einer gravierenden Schwächung des Abwehrsystems besteht die Gefahr einer schweren Pilzinfektion. Von diesem Risiko sind insbesondere die folgenden Personen betroffen:

Darüber hinaus existieren unabhängig von schweren Erkrankungen weitere Risikofaktoren:

  • feuchtes und saures Hautklima, etwa durch starkes Schwitzen oder ein feucht-heißes Klima. Dazu gehören die Zehenzwischenräume und die Achselhöhlen.
  • geschädigte Haut, die den Pilzen die Überwindung der natürlichen Hautbarriere erleichtert
  • das Benutzen von öffentlichen Duschen, Saunas oder Schwimmerbädern
  • genetische Veranlagung

Diese Pilzinfektionen treten am häufigsten auf

Oberflächliche Mykosen treten sehr häufig auf. Dagegen sind Fußpilz und Nagelpilz echte Volkskrankheiten. Hierzulande leiden nach seriösen Schätzungen etwa 30 Prozent der Bevölkerung unter Fußpilz. Jeder sechste Deutsche beziehungsweise 16 Prozent haben Nagelpilz.

Noch häufiger tritt der Scheidenpilz auf. Mehr als Dreiviertel aller deutschen Frauen bekommt diese Erkrankung mindestens einmal im Leben.

Zu systemischen Pilzinfektionen kommt es dagegen nur äußerst selten.

Ursachen und Symptome von Fußpilz

Diese Hautinfektion heißt medizinisch Tinea pedis oder Interdigitalmykose. Oft verläuft Fußpilz chronisch. Meistens sind Dermatophyten der ursächliche Erreger. Aber auch Schimmel- oder Hefepilze können Fußpilz auslösen.

Fußpilz entsteht in der Regel in den Zwischenräumen zwischen den einzelnen Zehen oder an der Fußsohle. Erst bei fortgeschrittenem Verlauf kommt es zu einem Befall des Fußrückens.

Fußpilz macht sich meistens mit einem starken Juckreiz zwischen den Zehen bemerkbar. Dieser hält lange an und geht in der Regel mit einer Rotfärbung der betroffenen Hautregionen einher. Außerdem kommt es verstärkt zur Schuppenbildung in diesem Hautbereich. Des Weiteren zeigen sich häufig kleine Pusteln oder Blasen, die sich entzünden.

Die infizierten Hautstellen riechen oft unangenehm und verursachen Schmerzen.

Sie sollten einen Fußpilz unverzüglich behandeln. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich aus dieser Pilzinfektion Nagelpilz entwickelt. 

Fußpilz
Fußpilz zerstört die Haut an den Füßen © chaipanya | AdobeStock

Ursachen und Symptome von Nagelpilz

Nagelpilz wird auch Tinea unguium, Nagelmykose oder Onchomykose genannt. Es handelt sich um eine oftmals chronische Pilzinfektion der Zehen- oder Fingernägel. Erreger von Nagelpilz sind meist Dermatophyten. In seltenen Fällen kann ein Nagelpilz aber auch von Hefe- oder Schimmelpilzen verursacht werden.

Nagelpilz an den Zehennägeln ist meist die Folge eines unbehandelten Fußpilzes. Er tritt insgesamt häufiger auf als Nagelpilz an den Fingernägeln.

Nagelpilz zerstört nach und nach die Nagelplatte und damit auch die Schutzfunktion der Nägel.

Ein typisches Kennzeichen für einen Nagelpilz sind Farbveränderungen der Nägel wie

  • weißliche, gelbe oder braune Flecken im Nagel sowie
  • weißliche oder gelbliche Verfärbungen am Nagelrand.

Darüber hinaus geht Nagelpilz mit

  • Verdickungen der Nagelplatte,
  • einer Brüchigkeit der Nägel,
  • einem entzündeten Nagelbett und
  • Schmerzen beim Gehen bzw. Bewegen der Finger

einher.

Nagelpilz am großen Zeh
Bei Nagelpilz verformen und verfärben sich die Nägel © Serhad | AdobeStock

Ursachen und Symptome von Scheidenpilz

Mediziner bezeichnen die Pilzinfektion Scheidenpilz als Vaginalmykose. Diese besondere Form einer Schleimhautmykose tritt im Genitalbereich der Frau auf. Dabei kommt es zu einer Entzündung des äußeren und inneren Genitalbereichs. In den meisten Fällen liegt einem Scheidenpilz die Infektion mit einem Hefepilz zugrunde. Besonders häufig tritt dabei der Hefepilz Candida albicans auf.

Eine Infektion mit Scheidenpilz macht sich durch starken Juckreiz im Genitalbereich bemerkbar. Weitere Symptome sind

  • ein unangenehmes Brennen der Scheide oder des äußeren Genitalbereichs
  • ein verstärktes Auftreten von Ausfluss
  • Schwellungen und Rötungen im Intimbereich
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Wasserlassen.

Andere oberflächliche Pilzinfektionen

Wesentlich seltener als Fußpilz, Scheidenpilz und Nagelpilz treten andere oberflächliche Mykosen auf. Beispiele sind die folgenden Pilzinfektionen:

So erfolgt die Diagnose einer Pilzinfektion

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Im Rahmen der Diagnose stellt der Arzt fest, ob und welche Art von Pilzinfektion vorliegt. Dazu ist eine Untersuchung in drei Schritten erforderlich:

  • Untersuchung des Patienten und Anamnesegespräch
  • Entnahme eines Nativpräparats zum Nachweis des Erregers
  • Anlegen einer Pilzkultur zur Bestimmung des Erregers

Anamnesegespräch und Untersuchung

In der Regel führt der Hautarzt die Untersuchung des Patienten durch. Mit dem Verdacht auf Scheidenpilz wenden sich betroffene Frauen an den Gynäkologen.

Zunächst findet ein Anamnesegespräch statt. Unter Anamnese versteht man die Erfassung der Beschwerden und Leidensgeschichte des Patienten. Durch die Befragung des Patienten versucht der Arzt, Rückschlüsse auf die Ursachen der Pilzinfektion zu ziehen.

Der Arzt nimmt dann eine körperliche Untersuchung vor. Dabei begutachtet er genau die Hautstellen, die von der Erkrankung betroffen sind. In der Regel stellt der Arzt aufgrund der erkennbaren Symptome bereits die Diagnose.

Erregernachweis mithilfe eines Nativpräparats

Während der körperlichen Untersuchung entnimmt der Arzt in aller Regel auch ein Nativpräparat. Als Nativpräparat bezeichnen Mediziner eine frische und nicht fixierte Materialprobe. Im Falle der Diagnose einer Pilzinfektion dienen kleine Haut-, Nagel- oder Schuppenproben als Nativpräparat.

Der behandelnde Arzt setzt das Präparat im Anschluss auf einen Objektträger. Dann betrachtet er es unter einem Mikroskop. Hier kann er erkennen, ob Pilzelemente vorhanden sind.

Allerdings reicht das Nativpräparat nicht aus, um den konkreten Erreger festzustellen. Um diese Frage zu klären, ist die Anlage einer Pilzkultur notwendig.

Den Erreger der Mykose mithilfe einer Pilzkultur bestimmen

Zur Bestimmung des genauen Pilzerregers züchtet man im Labor den Erreger in einer Pilzkultur an. Dazu wird das Nativpräparat auf einen geeigneten Nährboden gelegt. Bei passender Umgebungstemperatur vermehren sich die Erreger und eine Kultur entsteht.

Nach ungefähr drei bis vier Wochen ist die Pilzkultur so weit gewachsen, dass sich der Erreger bestimmen lässt.

Die Bestimmung des Erregers ist nötig, um die Behandlung genau darauf abzustimmen. Nur so bestehen die besten Chancen auf einen optimalen behandlungserfolg.

Die Behandlung einer Pilzinfektion mit Antipilzmitteln

Antipilzmittel heißen wissenschaftlich Antimykotika. Sie bekämpfen Pilzinfektionen wirksam. Diese Medikamente haben eine abtötende (fungizide) oder eine wachstumshemmende (fungistatische) Wirkung.

Darüber hinaus ist eine Unterscheidung hinsichtlich der Bandbreite der Wirkung von Antimykotika zu treffen. Sogenannte Schmalspektrum-Antimykotika richten ihre Wirkung nur gegen eine begrenzte Anzahl von Erregern. Dagegen bekämpfen Breitband-Antimykotika eine große Zahl von unterschiedlichen Pilzerregern.

Zur Auswahl des richtigen Mittels ist daher die Kenntnis des ursächlichen Erregers von großer Bedeutung.

Hinweis: Halten Sie sich bei der Anwendung der verschriebenen Antimykotika exakt an die Anweisungen des Arztes. Wenden Sie das Mittel über den vorgeschriebenen Zeitraum an. Auch dann, wenn Sie keine Symptome mehr haben. Ein vorzeitiger Behandlungsabbruch erhöht das Rückfallrisiko, weil sich noch vorhandene Erreger erneut vermehren können.

Antimykotika zum Einnehmen oder zur äußerlichen Anwendung

Grundsätzlich lassen sich die Antipilzmittel in zwei Kategorien einteilen:

  • topische Antimykotika
  • systemische Antimykotika.

Topische Antipilzmittel bekämpfen die Erreger einer Pilzinfektion durch eine äußerliche Anwendung. Systemische Antipilzmittel werden dagegen innerlich eingenommen.

Topische Therapie gegen oberflächliche Pilzinfektionen

Topische Antimykotika dienen ausschließlich der lokalen, äußerlichen Anwendung. Sie tragen diese Antimykotika direkt auf die betroffenen Bereiche des Körpers auf. Beachten Sie dabei die Anweisungen des Arztes oder Apothekers! Topische Antipilzmittel gibt es rezeptfrei als

  • Salben,
  • Cremes oder
  • Nagellack.

Diese oberflächliche Therapie ist bei einer Pilzinfektion

  • der Haut,
  • der Hautanhangsgebilde sowie
  • der Schleimhäute

üblich. So werden etwa Fußpilz, Nagelpilz und Scheidenpilz behandelt.

Zu den am häufigsten eingesetzten topischen Antimykotika gehören:

  • Schmalspektrum-Antimykotika, insbesondere Tolnafat und Nystatin, das sich als sehr wirksam gegen Hefepilze erwiesen hat.
  • Breitspektrum-Antimykotika, zu denen Azole wie zum Beispiel Clotrimazol und Bifonazol (mit zusätzlicher fungizider Wirkung), Econazol, Miconazol sowie Ketoconazol zählen. Außerdem verordnen Ärzte Amorolfin und Terbinafin als fungizid wirkende Breitsprektrumantimykotika.

Schwere Nebenwirkungen treten bei topischen Antimykotika in der Regel nicht auf. Mögliche Nebenwirkungen beschränken sich meistens auf Hautreaktionen, wie z.B. Hautreizungen. 

Systemische Therapie gegen Pilzinfektionen im Körperinneren

Systemische Antimyotika werden meistens in Tablettenform oder als Infusion angewendet. Auf diese Weise kann sich der Wirkstoff über die Blutbahnen im gesamten Organismus verteilen.

Als Wirkstoffe für die systemische Pilztherapie kommen insbesondere

  • Flucytosin,
  • Terbinafin sowie
  • Amphoterion B

infrage.

Die systemische Behandlung einer Pilzinfektion ist notwendig, wenn sich der Erreger im Inneren des Körpers ausgebreitet hat. In manchen Fällen ist ein oberflächlicher Pilzbefall auch zu weit fortgeschritten oder die topische Anwendung zeigt keine Wirkung. Dann kommen auch hier systemische Antimykotika zum Einsatz.

Weitere Indikationen zur Anwendung systemischer Antimykotika sind:

  • betroffene Patienten vertragen die äußerlich anzuwendenden Antimykotika nicht
  • massive Hautveränderungen

Ihr behandelnder Arzt wägt den Nutzen und die Risiken einer systemischen Therapie bei der Pilztherapie genau ab.

So beugen Sie einer Pilzerkrankung wirksam vor

Mit geeigneten Maßnahmen und der Einhaltung einiger Verhaltensregeln lässt sich das Infektionsrisiko verringern. Dabei geht es darum,

  • eine Ansteckung mit einem Erreger von vorneherein zu vermeiden oder
  • die Ausbreitung des Pilzes im Organismus zu verhindern.

Gemeinsam genutzte Handtücher können ein möglicher Übertragungsweg bei Pilzerkrankungen sein. Teilen Sie daher Ihr Handtuch nicht mit anderen. Auch das regelmäßige Waschen des Handtuchs bei Temperaturen von über 60° ist ratsam.

Haustiere können viele Pilzerreger in sich tragen. Lassen Sie Ihr Tier regelmäßig durch den Tierarzt untersuchen. So kann eine Pilzinfektion beim Tier erkannt und behandelt werden, bevor sie sich überträgt.

Vorsicht in öffentlichen Einrichtungen

Ein feucht-warmes Milieu begünstigt die Vermehrung von Pilzerregern außerordentlich. Ein solches Milieu findet sich in Saunen, Schwimmbädern oder Gemeinschaftsduschen. Hier ist die Wahrscheinlichkeit auf kontaminierte Oberflächen sehr groß.

Vermeiden Sie an diesen öffentlichen Orten konsequent den Kontakt mit Oberflächen, um sich keinem Risiko auszusetzen. Legen Sie ein Handtuch auf Sitze und Bänke, bevor Sie sich setzen. Tragen Sie unbedingt Badelatschen und laufen Sie nicht barfuß. Damit verringern Sie das Ansteckungsrisiko signifikant.

Ein starkes Immunsystem als wirksamer Schutz vor Pilzinfektionen

Pilze sind Bestandteil der Flora, die den menschlichen Organismus besiedelt. Die Pilzerreger können sich aber nur bei einem geschwächten Abwehrsystem vermehren und eine Infektion verursachen.

Ein gesundes Immunsystem ist also sehr wichtig für die Vorbeugung gegen Pilz- und andere Erreger. Ein gesunder Lebensstil stärkt direkt das Immunsystem. Dazu gehören die folgenden Verhaltensweisen:

  • Ausgewogene Ernährung: Viel Obst und Gemüse und nicht zu viele Kohlenhydrate. Kohlenhydrate werden im Körper in Zucker umgewandelt. Einige Pilzerreger ernähren sich von Zucker.
  • Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung und sorgt für einen gesunden Körper.
  • Ggf. können Nahrungsergänzungsmittel hefen, wertvolle Mineralien und Vitamine im Körper aufzustocken.

Angemessene Körperpflege und -hygiene

Achten Sie bei der täglichen Körperpflege darauf, ein zu feuchtes Hautmilieu zu vermeiden. Das betrifft ganz besonders Hautfalten, in denen sich Schweiß und Feuchtigkeit ansammelt. Dazu gehören

  • die Zehenzwischenräume,
  • die Leistengegend und
  • die Achselhöhlen.

Sorgen Sie hier stets für eine gute Belüftung und waschen Sie sich regelmäßig. Nach dem Waschen achten Sie darauf, diese Bereiche gut abzutrocknen.

Auch das Austrocknen der Hautoberfläche erhöht das Ansteckungsrisiko. Trockene Haut bekommt leicht feine Risse. In diese können Pilzerreger eindringen und sich anschließend weiter verbreiteten.

Eine Wasch- oder Körperlotion spendet Feuchtigkeit und pflegende Fette und verhindert das Austrocknen der Haut.

Übertreiben Sie es aber nicht mit der Körperpflege. Eine zu häufige oder aggressive Reinigung kann die natürliche Hautflora aus dem Gleichgewicht bringen. Diese Gefahr besteht etwa im weiblichen Genitalbereich.

Auch die richtige Kleidung ist wichtig

Tragen Sie atmungsaktive, luftdurchlässige Kleidung, in der Sie möglichst wenig schwitzen. Darüber hinaus helfen folgende Tipps, eine Pilzinfektion zu vermeiden:

  • Tauschen Sie Ihre Kleidung nicht mit anderen
  • Schuhe aus luftdurchlässigem Material verhindern die Entstehung von Nagel- oder Fußpilz
  • Bei Bedarf können Sie die Schuhe mit speziellem Spray desinfizieren
  • Bevorzugen Sie Socken und Strümpfe aus Baumwolle und wechseln Sie diese täglich
  • Tragen Sie Unterhosen aus Baumwolle, die Sie ebenfalls täglich wechseln
  • Vermeiden Sie das Tragen von zu engen Hosen
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Quellen

  • Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft: Tinea der freien Haut: http://www.oegstd.at/res/013-002.pdf
  • Der Brockhaus Gesundheit, Krankheiten erkennen, verstehen und heilen. 6. Auflage, Herausgegeben von der Lexikonredaktion des Verlags F.A. Brockhaus, Mannheim. 2004.
  • MSD Manual, Handbuch Gesundheit. 2. Auflage, Herausgegeben von Mark H. Beers, M.D. et.al, Wilhelm Goldmann Verlag, München. 2005.
  • Lehnen, Jutta, Beratungspraxis Pilzinfektionen, Deutscher Apotheker Verlag. 2012.
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