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Erkrankung · Neurologie

Zerebrale Ischämie: Symptome, Diagnostik und Behandlung bei ischämischem Schlaganfall und Hirninfarkt - Der ischämischer Schlaganfall

Hier finden Sie ausgesuchte medizinische Experten und Spezialisten in Kliniken und Praxen für die Diagnose, Behandlung, Operation und Rehabilitation im Bereich Zerebrale Ischämie. Alle gelisteten Ärzte sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und wurden nach strengen Richtlinien für Sie handverlesen ausgewählt.

Sabine_Schneider.pngChefredakteurinSabine SchneiderStand: ICD-10: I67.88

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Die zerebrale Ischämie ist eine Durchblutungsstörung des Gehirns, bei der das betroffene Hirngewebe nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Ursache kann beispielsweise die Verengung oder der Verschluss einer Arterie durch ein Blutgerinnsel sein. Hält die Ischämie an, können Nervenzellen geschädigt werden und ein Hirninfarkt beziehungsweise ischämischer Schlaganfall entstehen. Ein typisches Symptom ist eine plötzlich auftretende Lähmung , daneben sind Sprachstörungen und Sehstörungen möglich. Eine vorübergehende neurologische Störung kann auf eine transitorische ischämische Attacke (TIA) hinweisen und ist ebenfalls ein medizinischer Notfall. Zur Diagnostik einer zerebralen Ischämie werden insbesondere CT und MRT eingesetzt. Bei einem akuten Schlaganfall ist eine schnelle Behandlung entscheidend, um die Durchblutung möglichst früh wiederherzustellen und bleibende Schäden zu begrenzen. Kurzübersicht Eine zerebrale Ischämie entsteht durch eine unzureichende Blutversorgung des Gehirns und kann zu einem ischämischen Hirninfarkt führen. Häufige Ursachen für einen ischämischen Schlaganfall sind ein Blutgerinnsel, eine Embolie oder arteriosklerotische Veränderungen großer hirnversorgender Arterien. Plötzlich auftretende neurologische Symptome wie Lähmung, Sprachstörungen oder Sehstörungen müssen sofort abgeklärt werden. In der Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls kommen bei geeigneten Betroffenen unter anderem Thrombolyse und mechanische Thrombektomie infrage.

Die zerebrale (lat.: cerebrum = Gehirn) Ischämie (griech.: ischaimia = Blut zurückhalten) zählt zu den Hirndurchblutungsstörungen und wird auch als Hirninfarkt oder Hirnschlag bezeichnet. Sie gilt als häufigste Variante eines Schlaganfalls und basiert auf einer zu geringen Durchblutung des Gehirns, die plötzlich in Erscheinung tritt. Die Langzeitfolgen dieser verminderten arteriellen Blutzufuhr sind oftmals gravierend und bemessen sich an der Schwere des Vorfalls sowie der Dauer, die zwischen dem Ereignis und dem Beginn der Behandlung lag.

Ursachen für eine zerebrale Ischämie

Bei 85 Prozent aller Fälle ist ein Gefäßverschluss für einen Schlaganfall verantwortlich. Bei den verbleibenden 15 Prozent liegt ein hämorrhagischer (blutender) Schlaganfall, auch Hirnblutung genannt, vor. Hier ist ein geplatztes Gefäß der Auslöser. Ursache für eine zerebrale Ischämie ist meist eine Thrombose oder eine Embolie.

Die Thrombose

Oberflächliche Venenthrombose am linken Bein
Oberflächliche Venenthrombose am linken Bein @ hriana / AdobeStock

Die Embolie

Bei einer Embolie (Gefäßverschluss) besteht ein Blutgerinnsel, das außerhalb des Gehirns liegt. Zum Beispiel im Herzen. Von dort aus gelangt der Thrombus über den Blutkreislauf ins Gehirn und verursacht den Verschluss eines Blutgefäßes. Grund für Verstopfungen im Hirnbereich sind Arterien, die immer dünner werden, je näher sie dem Gehirn liegen.

Blutversorgende Hirngefäße (Willis-Kreis)

Die Versorgung des Gehirns mit Blut ist lebensnotwendig. Zwei Arterienpaaren regeln die Blutversorgung. Beide treffen sich in der Hirnbasis zu einem ringförmigen Arterienkreis, der sogenannte Willis-Kreis (nach dem Arzt Thomas Willis benannt).   Wenn eine zerebrale Ischämie unterhalb des Willis-Kreises geschieht, dann können die anderen Arterien die Blutversorgung weitgehend übernehmen.   Passiert der Verschluss hingegen oberhalb des Willis-Kreises - in den Hirnarterien - dann ist ein Ausgleichen nicht mehr möglich. Eine dauerhafte Schädigung ist die Folge. Bereits zehn Sekunden ohne ausreichende Blutzufuhr führen zur Bewusstlosigkeit. Nach etwa zwei bis drei Minuten sterben Nervenzellen und eine Schädigung des Hirngewebes  ist die Folge.    

Abbildung Willis-Kreis
Abbildung Willis-Kreis @ joshya / AdobeStock

Symptome bei Hirndurchblutungsstörungen

Die Symptome, die mit einer Minderdurchblutung des Gehirns einhergehen, fallen sehr unterschiedlich aus und sind häufig auch parallel möglich. Die Symptome variieren, da unterschiedliche Areale betroffen sein können. Auch hinsichtlich Dauer gibt es Unterschiede. Symptome können fortlaufend bestehen bleiben oder aber wieder vergehen.   Die häufigsten Symptome sind:
  • Störungen des Sprachzentrums
  • Motorische Einschränkungen
  • Einseitige Taubheitsgefühle
  • Verständnisstörungen
  • Schwindel
  • Beeinträchtigung des Sehens
  • Starke Kopfschmerzen
Sollten Sie bei sich selbst oder bei jemand anderem solche Symptome bemerken, müssen Sie umgehend den Rettungsdienst rufen.   Die erste Anlaufstelle ist das sogenannte Schlaganfallzentrum (Stroke Unit) eines Krankenhauses. Stroke Units sind auf die Behandlung von Schlaganfallpatienten spezialisiert. Ihr Handeln trägt maßgeblich dazu bei, dass der Patient überlebt und ob er Folgeschäden davonträgt.

Diagnose von Hirndurchblutungsstörungen

Lebensrettung und Folgeschäden hängen stark von der zeitnahen und richtigen Diagnose ab. Je schneller die Ärzte handeln, desto höher sind die Chancen einer Genesung.   Die Stroke Unit klärt ab, wie stark die Einschränkungen der Nervenfunktionen sind. Danach kontrollieren die Spezialisten das Ausmaß der Schädigung. Die Ärzte nehmen dem Patienten Blut ab und untersuchen den Gerinnungsfaktor und den Blutzuckerwert.   Damit der Patient die richtige Behandlung erhält, müssen die Ärzte die genaue Form des Schlaganfalls feststellen. Patienten mit einer zerebralen Ischämie erhalten eine andere Behandlung als jene, die eine Hirnblutung haben. Menschen mit einer Hirnblutung brauchen häufig eine Operation.

Heilungschancen bei zerebralen Durchblutungsstörungen

Wenn Ärzte eine zerebrale Ischämie nicht rasch erkennen, ist die Aussicht auf Heilung äußerst gering. Ein ischämischer Schlaganfall ist grundsätzlich ein medizinischer Notfall. Rasches Handeln ist entscheidend.   Faktoren, die einen Schlaganfall begünstigen, sind vor allem:
  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Chronischer Bewegungsmangel
Wenn Sie ein Risikopatient sind und an Gedächtnisstörungen leiden, dann sollten Sie jedenfalls einen Arzt aufsuchen.   Eine frühzeitig erkannte Arteriosklerose ist gut behandelbar. Ein gesunder Lebensstil und Medikamente senken das Schlaganfallrisiko deutlich.

Behandlung von Hirndurchblutungsstörungen

Wenn der Patient einen Schlaganfall erleidet, dann sind die ersten sechs Stunden entscheidend für die Heilungschancen. Innerhalb dieses Zeitrahmens ist häufig noch eine medikamentöse Therapie möglich.   Das wichtigste Verfahren ist hier die sogenannte Lyse (griech.: lösen). Der Arzt verabreicht Injektionen, die das Gerinnsel auflösen.   Eine weitere Möglichkeit ist der Stent-Retriever (Gitternetz). Der Stent-Retriever ist ein Instrument, das Ärzte bei der Schlaganfalltherapie einsetzen. Über die Leistenarterie schieben die Spezialisten den Stent-Retriever bis zur verschlossenen Arterie. Das Gerinnsel bleibt im Gitternetz hängen und kann so beseitigt werden.    

Mechanische Thrombektomie zur Behandlung des akuten ischämischen Schlaganfalls
Mechanische Thrombektomie zur Behandlung des akuten ischämischen Schlaganfalls @ songkram / AdobeStock

Wenn diese beiden Methoden nicht mehr greifen, helfen noch therapeutische Interventionen, die zur Besserung der Langzeitfolgen beitragen. Rehabilitative Maßnahmen (physiotherapeutische, ergotherapeutische oder logopädische Übungen) können das Ausmaß der Folgeschäden minimieren.

Spezialisten für Hirndurchblutungsstörungen

Für die Behandlung von Hirndurchblutungsstörungen sind unterschiedliche Fachärzte zuständig:   Der Neurologe ist Spezialist für Gehirn- und Nervenerkrankungen und damit primär der behandelnde Arzt. Der Internist (Innere Medizin) bringt seine Kompetenz im Bereich von Gefäßerkrankungen ein. Der Kardiologe ist für Herzerkrankungen und den Zusammenhang zwischen einem Gerinnsel im Herzen und dem Schlaganfall zuständig.   Je nach präziser Diagnosestellung kommen weitere Fachrichtungen hinzu, darunter Gefäßchirurgen und Radiologen.

Fazit

Bei der zerebralen Ischämie sind Sie mit der häufigsten Form eines Schlaganfalls konfrontiert. Die Ursache ist eine akut auftretende Minderdurchblutung des Gehirns. Die auftretenden Symptome hängen davon ab, wo genau der Arzt die Durchblutungsstörung lokalisiert. Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall und muss zeitnah in einer Stroke Unit behandelt werden. Die Heilungs- und Genesungschancen hängen primär vom schnellen Therapiebeginn und der Schwere des Vorfalls ab.

FAQ

Was ist eine zerebrale Ischämie?
Eine zerebrale Ischämie bezeichnet eine unzureichende Durchblutung beziehungsweise Minderdurchblutung eines Bereichs im Gehirn. Dadurch erhält das Hirngewebe zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe. Ursächlich kann eine Verengung oder vollständige Unterbrechung des Blutflusses in einer Arterie sein. Bleibt die Blutversorgung länger beeinträchtigt, kann Gewebe dauerhaft geschädigt werden und ein Infarkt beziehungsweise Hirninfarkt entstehen.

Welche Symptome verursacht eine zerebrale Ischämie?
Das jeweilige Symptom hängt davon ab, welches Stromgebiet im Gehirn betroffen ist. Typisch sind plötzlich einsetzende Lähmung oder Gefühlsstörungen, Sprachstörungen, Sehstörungen, Schwindel oder Koordinationsprobleme. Beispielsweise kann ein Verschluss der Arteria cerebri media charakteristische neurologische Ausfälle hervorrufen. Solche Beschwerden können Zeichen für einen ischämischen Schlaganfall sein und erfordern sofortige medizinische Hilfe.

Was ist der Unterschied zwischen einer TIA und einem ischämischen Schlaganfall?
Eine transitorische ischämische Attacke, kurz TIA, verursacht vorübergehend neurologische Ausfälle aufgrund einer zerebralen Ischämie, ohne dass in der modernen Definition ein akuter Hirninfarkt nachweisbar ist. Die früher gebräuchliche Abgrenzung über Symptome innerhalb von 24 Stunden gilt daher nicht mehr als entscheidendes diagnostisches Kriterium. Auch wenn die Beschwerden rasch verschwinden, kann eine TIA einen späteren Schlaganfall ankündigen und muss dringend ärztlich abgeklärt werden.

Wie wird ein ischämischer Schlaganfall diagnostiziert und behandelt?
Die Diagnostik beginnt mit der neurologischen Untersuchung und einer schnellen Bildgebung mittels CT oder MRT. Dadurch lassen sich unter anderem eine Hirnblutung ausschließen und Hinweise auf einen ischämischen Hirninfarkt erkennen. Bei geeigneten Patientinnen und Patienten kann eine Thrombolyse eingesetzt werden, um ein verursachendes Blutgerinnsel aufzulösen. Bei Verschlüssen großer hirnversorgender Arterien kann eine mechanische Thrombektomie infrage kommen. Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem vom Befund, dem Zeitpunkt des Symptombeginns und der betroffenen Arterie ab.

Welche Risikofaktoren können eine zerebrale Ischämie begünstigen?
Ein wichtiger Risikofaktor für einen Schlaganfall sind Erkrankungen, die Gefäßveränderungen oder die Entstehung von Blutgerinnseln fördern. Dazu gehören insbesondere Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Rauchen und Arteriosklerose. Eine Ablagerung in einem Gefäß kann eine Verengung begünstigen, während eine Embolie eine Arterie akut verschließen kann. Prävention und konsequente Behandlung beeinflussbarer Risikofaktoren können dazu beitragen, das Schlaganfallrisiko zu reduzieren.

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Über den Fachautor

Sabine Schneider

Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.

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