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Dystonie: Neurologische Bewegungsstörung durch Dystonien und moderne Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit Dystonie

11.06.2026

Die Dystonie ist eine neurologisch bedingte Bewegungsstörung, die durch unwillkürliche Muskelkontraktionen und anhaltend abnorme Bewegungen gekennzeichnet ist. Dystonien können einzelne Körperregionen oder den gesamten Körper betreffen. Typische Symptome sind Fehlhaltungen, Muskelkrämpfe und ungewöhnliche Körperhaltungen. Die Erkrankung tritt in unterschiedlichen Formen auf, darunter die fokale Dystonie, die generalisierte Dystonie und die sekundäre Dystonie.

Für Menschen mit Dystonie können die Beschwerden die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Die Diagnose erfolgt durch eine neurologische Untersuchung sowie ergänzende Diagnostik. Je nach Ursache kommen medikamentöse Therapie, Botulinumtoxin-Injektionen oder eine tiefe Hirnstimulation infrage. Eine frühzeitige Behandlung kann dazu beitragen, Symptome zu lindern und die motorische Funktion zu verbessern.

ICD-Codes für diese Krankheit: G24

Kurzübersicht:

Dystonie ist eine neurologische Störung mit unwillkürlichen Muskelkontraktionen und Bewegungsstörungen. Dystonien können fokal, segmental oder generalisiert auftreten und verschiedene Körperregionen betreffen. Die Diagnose basiert auf klinischen Befunden und neurologischer Diagnostik. Moderne Therapien wie Botulinumtoxin-Injektionen oder tiefe Hirnstimulation können Beschwerden wirksam reduzieren.

Artikelübersicht

Was ist eine Dystonie?

Der Begriff Dystonie (griech., gestörte Muskelspannung) bezeichnet eine organische Erkrankung des Gehirns. Sie führt zu unwillkürlichen, teils krampfhaften Bewegungen oder abnormen Fehlhaltungen einzelner Körperregionen bzw. des gesamten Körpers. In Deutschland leiden mindestens 32.000 Menschen an einer Dystonie.

Ursachen einer Dystonie

Die Dystonie wird durch Fehlfunktionen spezifischer Netzwerke des Gehirns hervorgerufen. Mediziner nehmen an, dass in tieferen Gehirnzentren, den Basalganglien, eine Störung auftritt. Die Aktivität der dort lokalisierten Nervenzellen sind krankhaft erhöht.

Für die genaue Diagnose muss der behandelnde Neurologe abklären, ob eine idiopathische oder eine symptomatische Form der Dystonie vorliegt. Dies ist für die weitere Behandlung von entscheidender Bedeutung.

Unterscheidung zwischen idiopathischer und symptomatischer Dystonie

In den überwiegenden Fällen liegt eine derzeit noch nicht heilbare idiopathische Dystonie (d.h. ohne fassbare Ursache) zugrunde. Dabei stehen jedoch in vielen Fällen gute Behandlungsmethoden zur Verfügung.

Eine symptomatische Dystonie kann durch

hervorgerufen werden. Sie erfordert eine Therapie der entsprechenden Grunderkrankung.

Symptome einer Dystonie

Bei der Dystonie kann eine gestörte Muskelspannung zu einer abnormen Haltung des gesamten Körpers oder einzelner Körperegionen führen.

Durch kontinuierliche oder phasenweise auftretende Muskelkontraktionen entsteht eine Fehlhaltung der einbezogenen Körperpartie (z.B. Schiefhals). Sie ist nach außen hin sichtbar und bedingt dadurch oft auch eine sozialen Stigmatisierung des Betroffenen. Zudem sind diese unkontrollierten Muskelkontraktionen bei einer Dystonie oft mit Schmerzen vergesellschaftet.

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Eine Dystonie kann zu unwillkürlichen Muskelkontraktionen führen © Andrey Popov | AdobeStock

Diagnose einer Dystonie

Der behandelnde Neurologe führt eine gründliche Anamneseerhebung und eine klinische Untersuchung durch. Dazu kommen verschiedene Zusatzuntersuchungen. Dabei sollte immer eine strukturelle Bildgebung des Gehirns zum Ausschluss einer „symptomatischen“ Dystonie erfolgen.

Therapiemöglichkeiten bei einer Dystonie

Derzeit lassen sich bei der Behandlung einer Dystonie drei Therapieoptionen unterscheiden:

  • Orale medikamentöse Therapie
  • Botulinumtoxin-Therapie
  • Tiefe Hirnstimulation

Orale medikamentöse Therapie bei einer Dystonie

Bei der medikamentösen Therapie sollte man den Erkrankungsgrad und -beginn der Dystonie berücksichtigen. Grundsätzlich stehen eine Reihe verschiedener Medikamente zur Behandlung einer Dystonie zur Verfügung:

  • L-Dopa,
  • Anticholinergika,
  • Baclofen,
  • Benzodiazepin sowie
  • Dopaminspeicherentleerer wie Reserpin und Neuroleptika.

Das Ansprechen auf die oral medikamentöse Behandlung ist oft unbefriedigend und erfordert dann weitere therapeutische Maßnahmen.

Botulinumtoxin-Therapie bei einer Dystonie

Die Botulinumtoxin-Therapie wird seit mehreren Jahren sehr erfolgreich zur Behandlung der Dystonie eingesetzt. Mittlerweile gilt diese in den meisten Fällen einer Dystonie als Mittel der Wahl.

Botulinumtoxin ist ein Nervengift, das niedrig dosiert in die betroffene Muskulatur eingespritzt wird. Dort führt es zu einer leicht lähmenden Wirkung der Muskelaktivität. Häufig kommt es in der Folge zu einem Rückgang der durch die Dystonie verursachten Beschwerden. Dieser Zustand hält in der Regel 2 bis 4 Monate an.

In der Langzeitbehandlung kann es jedoch zu einer „Immunisierung“, d.h. zu einem Nachlassen des Therapieeffektes kommen.

Tiefe Hirnstimulation bei einer Dystonie

Manchmal spricht eine Dystonie weder auf Medikamente noch auf eine Botulinumtoxin-Therapie ausreichend an. Für diese Fälle steht seit Ende der 1990er Jahre die „Tiefe Hirnstimulation“ als wirksames Therapieverfahren zur Verfügung. Die tiefe Hirnstimulation ist auch als Hirnschrittmacher-Therapie bekannt.

Dabei werden zwei Elektroden in die überaktive Region des Gehirns implantiert. Dort unterdrücken sie mittels gezielt gesteuerter elektrischer Impulse im Sinne eines „Störsenders“ die krankhaften Informationen.

FAQ

Was ist eine Dystonie?

Dystonie ist eine Bewegungsstörung, die durch unwillkürliche Muskelkontraktionen gekennzeichnet ist. Die Erkrankung führt häufig zu Fehlstellungen, Muskelanspannungen und ungewöhnlichen Körperhaltungen. Dystonie ist eine Bewegungsstörung, die als eigenständiges Krankheitsbild oder sekundär infolge einer Grunderkrankung auftreten kann.

Welche Symptome treten bei einer Dystonie auf?

Zu den häufigsten Symptomen zählen anhaltend unwillkürliche Bewegungen, Muskelkrämpfe, Fehlhaltungen und abnorme Körperhaltungen. Je nach Form der Dystonie können einzelne Körperregionen, benachbarte Körperregionen oder der gesamten Körper betroffen sein. Frühe Symptome zeigen sich oft zunächst in einer bestimmten Körperregion.

Wie wird eine Dystonie diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt durch eine neurologische Untersuchung, eine körperliche Untersuchung und eine ausführliche Anamnese. Zur Diagnostik können zusätzlich MRT oder Magnetresonanztomografie eingesetzt werden. Die genaue Ursache der Dystonie lässt sich dadurch häufig besser bestimmen und andere neurologische Erkrankungen ausschließen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Dystonie?

Die Behandlung einer Dystonie richtet sich nach Ursache und Ausprägung der Beschwerden. Häufig kommen medikamentöse Therapie, Botulinumtoxin-Injektionen und physiotherapeutische Maßnahmen zum Einsatz. Bei schweren Dystonie-Formen kann die tiefe Hirnstimulation im Bereich von Globus pallidus und Basalganglien eine wirksame Therapieoption darstellen.

Welche Formen der Dystonie gibt es?

Zu den wichtigsten Dystonie-Formen gehören die fokale Dystonie, die segmentale Dystonie, die zervikale Dystonie und die generalisierte Dystonie. Bekannte Beispiele sind Schiefhals (Torticollis spasmodicus), Blepharospasmus, Lidkrampf oder Schreibkrampf. Darüber hinaus werden primäre Dystonie, sekundäre Dystonie sowie genetisch oder erblich bedingt auftretende Formen unterschieden.

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