Gallengangskarzinom (Gallengangskrebs / cholangiozelluläres Karzinom ) - Informationen & Spezialisten

13.10.2025

Das Gallengangskarzinom (Cholangiokarzinom oder cholangiozelluläres Karzinom, CCC) sind bösartige Tumoren der Gallenwege, die eher selten auftritt. Pro 100.000 Einwohner erkranken in der westlichen Welt jährlich ein bis zwei Menschen an einem cholangiozellulären Karzinomen.

Die Therapie des CCC hat in den letzten Jahren massive Fortgeschritte gemacht, so gibt es zugelassene Immuntherapien und gezielte Therapien für genetische Mutationen des Tumors. Daher müssen alle Tumoren in einem palliativen (nicht heilbaren) Stadium genetisch untersucht werden.

Hier finden Sie alle Informationen sowie ausgewählte Spezialisten für die Diagnose und Behandlung von Cholangiokarzinom.

ICD-Codes für diese Krankheit: C24

Kurzübersicht:

Das Gallengangskarzinom (Cholangiokarzinom, CCC) ist ein seltener, bösartiger Tumor der Gallenwege, der oft erst spät diagnostiziert wird. Typische Symptome in fortgeschrittenen Stadien sind Gelbsucht, heller Stuhl, dunkler Urin, Juckreiz und Oberbauchschmerzen. Heilung ist nur durch eine vollständige operative Entfernung möglich. Ist dies nicht machbar, stehen heute Immunchemotherapien sowie zielgerichtete Therapien bei bestimmten genetischen Mutationen zur Verfügung, die Lebensqualität und Prognose verbessern können.

Artikelübersicht

Gallengangskarzinomen – bösartiger Tumor der Gallengänge oder Gallenblase

Charakteristisch für das cholangiozelluläre Karzinom ist, dass der Tumor nur sehr langsam wächst. Deshalb wird er meist nicht in frühen Stadien entdeckt und es treten in vielen Fällen erst in späteren Erkrankungen erste Anzeichen auf. Das ist ein Grund dafür, dass die Krankheit häufig zu spät erkannt wird.

Die auch unter dem Namen Cholangiokarzinome oder biliäre Karzinome bekannten Tumore gehören zur Klasse der Adenokarzinome. Das bedeutet, dass die bösartigen Veränderungen aus dem Drüsengewebe der Gallengänge hervorgehen. Die Gallengangskarzinome werden entsprechend ihrer anatomischen Lage in extrahepatische, intrahepatische und perihiläre Gallengangskarzinome unterteilt, das Cholangiokarzinom zählt ebenfalls dazu.

Mit einem Anteil von 60 bis 70 Prozent ist das perihiläre Karzinom, der sogenannte Klatskin-Tumor, das häufigste Gallengangskrebs. Der Tumor befindet sich hier im Bereich der Gallengangsgabel, wo der linke und der rechte Hauptgallengang zusammenfließen. Während die intrahepatischen Tumore in den Gallengängen der Leber zu finden sind, liegen extrahepatische Karzinome außerhalb der Leber. Distale Tumore treten im letzten Gallengangsabschnitt bis zur Mündung in den Zwölffingerdarm auf.

Gallengang

Ursachen des Gallengangskarzinoms

Wie bei vielen Krebserkrankungen sind die genauen Ursachen des Gallengangskarzinoms unbekannt, viele Tumoren treten spontan auf. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, welche das Risiko für Gallengangskrebs begünstigen können. Einer dieser Risikofaktoren ist die primär sklerosierende Cholangitis (PSC). Es handelt sich dabei um eine chronische Entzündung der Gallenwege. Sie tritt häufig im Zusammenhang mit der chronisch entzündlichen Darmerkrankung Colitis ulcerosa auf.

Menschen mit einer primär sklerosierenden Cholangitis weisen eine Erkrankungswahrscheinlichkeit von bis zu 15 Prozent auf. Warum sich aus der primär sklerosierenden Cholangitis ein Gallengangskarzinom entwickeln kann, ist bisher nicht genau bekannt. Es hängt aber wahrscheinlich mit den Entzündungszuständen zusammen.

Auch verschiedene parasitäre Erkrankungen der Leber und der Gallengänge erhöhen das Risiko für eine Entartung des Gewebes in den Gallengängen. Dieser Risikofaktor ist in der westlichen Welt jedoch zu vernachlässigen. Die auslösenden Parasiten sind nämlich vor allem in Ländern wie Thailand, Laos, Malaysia, Japan und Korea beheimatet.

Folgende Erkrankungen können eine Krebserkrankung der Gallengänge begünstigen:

  • chronische Lebererkrankungen wie die Virushepatitis vom Typ B oder C,
  • alkoholbedingte Lebererkrankungen,
  • Leberzirrhose
  • Infektion mit dem HI-Virus und
  • Hepatikolithiasis und das Caroli-Syndrom
  • angeborene Missbildungen der Leber.

Ein Zusammenhang zwischen dem Vorkommen von Gallensteine und dem cholangiozellulären Karzinom wird vermutet. Das konnte aber bislang nicht sicher wissenschaftlich belegt werden.

Symptome und Beschwerden beim Gallengangskrebs

Patienten mit einem Gallengangskrebs verspüren über einen langen Zeitraum keinerlei Beschwerden. Erst in fortgeschritteneren Stadien treten Symptome wie eine Gelbfärbung der Haut (Ikterus) auf. Diese Gelbfärbung entsteht durch eine erhöhte Konzentration von Bilirubin im Blut. Bilirubin ist ein Abbauprodukt des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff).

Normalerweise wird das Bilirubin mit der Gallenflüssigkeit in den Darm abgeführt und von dort über den Stuhl ausgeschieden. Bei einem fortgeschrittenen Gallengangskarzinom kann der Tumor jedoch den Gallengang verschließen. So kommt es zu einem gestörten Galleabfluss und zu einem Übergang des Bilirubins ins Blut. Folglich gelangt weniger Bilirubin in den Darm.

Da die Substanz dem Stuhl normalerweise seine bräunliche Farbe verleiht, kommt es nun zu einer Entfärbung des Stuhls. Durch eine vermehrte Ausscheidung über die Nieren kommt zu bräunlichem Urin. Weitere typische Anzeichen des Gallengangskarzinoms sind:

  • Schmerzen im Oberbauch
  • Juckreiz am gesamten Körper
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust

Therapie des Gallengangs- bzw. Gallenblasenkarzinom

Die Prognose des Gallengangskarzinoms hängt davon ab, ob der Tumor bei einem chirurgischen Eingriff vollständig entfernt werden kann. Ist eine komplette operative Entfernung nicht möglich, gilt der Krebs der Gallengänge als nicht heilbare, palliative Erkrankung, die Lebenserwartung ist eingeschränkt. Tumore, die vollständig operiert werden können, haben eine deutlich bessere Vorhersage.

Bei der Operation werden, falls erforderlich, nicht nur die Gallengänge, sondern auch die Gallenblase und Teile der Leber entfernt. In der Regel handelt es sich um größere Leberresektionen. Um den Galleabfluss von der Leber in den Darm weiterhin zu gewährleisten, legt der Chirurg dort gegebenenfalls neue Verbindungen an.

Der Nutzen einer sogenannten neoadjuvanten Therapie ist bisher nicht belegt. Hierbei erhalten die Patienten vor der Operation eine Chemotherapie oder Strahlentherapie, die den Tumor verkleinern soll. Eine anschließende Chemo- oder Strahlentherapie ist besonders sinnvoll, wenn die vollständige Tumorentfernung nicht gelang und/oder um die Rezidivgefahr zu senken. Hierzu gibt es bislang ausserhalb von Studien aber keine Empfehlung.

In vielen Fällen ist das Gallengangskarzinom leider inoperabel. In diesem Fall erfolgt in der Regel eine palliative Immunchemotherapie. Diese soll die Lebensqualität der Patienten verbessern und ihr Leben verlängern.

In den letzten Jahren sind hier deutliche Fortschritte erzielt worden, so erhalten die Patienten als erste Therapielinie inzwischen eine Chemotherapie kombiniert mit einer Immuntherapie.

Bei allen Patienten mit einem palliativen CCC muss eine genetische Untersuchung des Tumorgewebes erfolgen. Das CCC weisst häufiger als andere Tumoren genetische Mutationen auf, die dann in der zweiten Therapielinie direkt behandelt werden können. Aktuell gibt es zugelassene Medikamente für die FGFR2-Fusionen/Rearrangements und die IDH-1 Mutationen. Viele weitere Optionen sind vorhanden und müssen individuell besprochen werden mit dem Patienten.

Um den Galleabfluss zu gewährleisten, erhalten die Patienten bei Bedarf einen sogenannten Stent (Plastik oder Metallröhrchen). Dieser wird in den Gallengang eingelegt. Der Stent hält die Gallenwege offen, sodass die Gallenflüssigkeit besser abfließen kann. Auch ein Abfluss nach außen durch die Einlage einer Drainage ist möglich (PTCD).

Insgesamt betrachtet ist die Vorhersage des cholangiozellulären Karzinoms eher schlecht. Bei einem großen Teil der Patienten ist lediglich eine palliative Therapie möglich. Fünf Jahre nach Diagnosestellung leben nur noch 10 bis 20 Prozent der Betroffenen.

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