Zahnimplantate sind in den Kieferknochen eingesetzte künstliche Zahnwurzeln nach dem Verlust eines körpereigenen Zahns.
Die Periimplantitis bezeichnet eine Entzündung des Implantatbetts. Betrifft die Entzündung zunächst nur die Schleimhaut, spricht man von einer Mukositis. Greift die Entzündung des Gewebes auf den Knochen über, so spricht man von einer Periimplantitis.
Im Bereich rund um ein Implantat lagern sich Bakterienkolonien an der Implantatoberfläche an. Diese Prozesse sind bakteriell bedingt und eine Folge unzureichender Mundhygiene.
Im Unterschied zur Parodontitis, die den Zahnhalteapparat betrifft, handelt es sich hier um eine Entzündung an den Implantaten.

Eine Periimplantitis kann Knochenabbau im Implantatbereich verursachen © Alex Mit | AdobeStock
Die Periimplantitis entsteht durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren:
Bakterielle Ursachen
Im Bereich rund um das Implantat sammeln sich Plaque und bakterielle Beläge. Diese können Entzündungen rund um das Implantat auslösen.
Unzureichende Mundhygiene kann Periimplantitis begünstigen, auch eine fehlende professionelle Zahnreinigung erhöht das Risiko einer Periimplantitis.
Systemische Risikofaktoren
Grunderkrankungen wie Diabetes und Osteoporose gelten als bedeutender Risikofaktor. Ebenso kann eine bestehende Parodontitis das Risiko für Periimplantitis steigern. Eine erfolgte Bestrahlung aufgrund einer anderen Erkrankung kann auch eine Periimplantitis zur Folge haben.
Implantatbezogene Faktoren
Eine raue Implantatoberfläche erleichtert die Anlagerung von Plaque. Auch Überlastung durch Bruxismus (Zähneknirschen) kann das Implantat schädigen. Währen eines chirurgischen Eingriffs kann es zu Traumata kommen, die die Entstehung ebenfalls fördern.
Hohlräume im Zahnersatz oder Fehlanpassungen können die bakterielle Besiedelung begünstigen.
Die Periimplantitis beginnt in vielen Fällen mit einer Mukositis. Das ist zunächst eine Entzündung der Schleimhaut mit Symptomen wie:
- Rötungen
- Blutung
- Schwellungen des Zahnfleisch und
- einem Gefühl des Wundseins
Zu den genannten Beschwerden gesellen sich bisweilen auch Schmerzen im Implantatbereich.
Das Zahnfleisch rund um das Implantat kann sich zurückziehen. Eine Lockerung des Implantats ist möglich.
Diese typischen Symptome werden aber nicht immer als schmerzhaft empfunden. Deshalb sollte eine regelmäßige Kontrolle erfolgen, um eine Periimplantitis frühzeitig zu erkennen.
Im frühen Stadium liegt eine Mukositis vor, eine Entzündung des Weichgewebes ohne Knochenbeteiligung.
Wird die Entzündung bereits hier gestoppt, kann eine Periimplantitis verhindert werden. Ohne Therapie schreitet die Erkrankung fort. Es kommt zum Knochenabbau an Zahnimplantaten. Eine fortgeschrittene Periimplantitis kann den Verlust des Implants verursachen.
Die Diagnostik erfolgt klinisch durch den Zahnarzt. Mithilfe einer Sonde werden Taschentiefen gemessen. Blutet das Zahnfleisch rund um das Implantat, ist dies ein Hinweis. Röntgenaufnahmen zeigen ob der Kieferknochen betroffen ist und helfen bei der Abgrenzung der Periimplantitis von einer Mukositis. Ziel ist es, die Periimplantits erkennen und gezielt zu therapieren.
Eine Periimplantitis kann auch durch Behandlungsfehler während der Implantierung entstehen. Die Wahl eines erfahrenen Spezialisten für Implantologie minimiert dieses Risiko. Das sorgfältige Versiegeln der Implantat-Innenräume im Anschluss an den Eingriff verhindert das Eindringen von Bakterien.
Im Stadium der Mukositis gilt es, einem Übergreifen der Entzündung auf den Knochen entgegenzuwirken. Das ist möglich durch eine mechanische Reinigung der Implantatoberfläche mittels Pulverstrahl. Eien sorgfältige, professionell durchgeführte Therapie reduziert die Keimlast.
Nach Ausbruch der Periimplantitis variieren die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung mit dem jeweiligen Schweregrad der Erkrankung.
Der behandelnde Arzt entfernt zunächst das entzündete Gewebe und führt eine gründliche Reinigung durch.
Mögliche Reinigungsverfahren sind:
- Das sogenannte Scaling
- Eine Glättung der Implantatoberfläche
- Eine Pulverstrahlreinigung sowie
- Die Reinigung mit Hilfe eines Lasers
Bei ausgeprägten Befunden ist eine chirurgische Behandlung notwendig. Entzündetes Gewebe wird entfernt und ggf. Knochenaufbau durchgeführt. Diese chirurgisch untersützte Maßnahme soll das Implantat stabilisieren.
Die Periimplantitits-Therapie ist komplex. In manchen Fällen muss das Implantat entfernt werden.
Die Prävention beinnt direkt nach dem Einsetzen der Zahnimplantate. Wesentliche Bestandteile sind konsequente Mundhygiene, regelmäßige professionelle Zahnreinigung und Kontrollen beim Zahnarzt.
Diese Maßnahmen reduzieren das Risiko einer Periimplantitis deutlich und können das Fortschreiten einer bestehenden verhindern.
Je früher eine Periimplantitis erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
Unbehandelt schreitet die Entzündung fort und führt zu weiterem Knochenabbau. Im Endstadium kann eine Lockerung des Implantats auftreten.
Eine langfristige Betreuung von Implantaten ist daher entscheidend.
Die Behandlung einer Periimplantitis ist bislang nicht Teil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen.
Privatversicherte können bei der Nachsorge und Behandlung von Zahn-Implantaten und auch bei Auftreten von Komplikationen mit einer Kostenerstattung rechnen. Das gilt auch für Patienten mit einer Zahnzusatzversicherung.
Was ist eine Periimplantitis?
Eine Periimplantitis ist eine Entzündung im Bereich eines Zahnimplantats, die sowohl die Schleimhaut, als auch den Knochen betreffen kann.
Kann man eine Periimplantitis behandeln?
Ja, je nach Stadium kann man eine Periimplantitis durch Rienigung, medikamentöse Maßnahmen oder chirurgische Behandlung therapieren.
Wie erkenne ich eine Entzündung am Implantat?
Typische Anzeichen sind Rötung, Blutung, Schwellung und Rückgang des Zahnfleisch.
Ist eine Periimplantitis heilbar?
Wird sie frühzeitig erkannt, ist die Prognose gut. Bei fortgeschrittener Periimplantitis ist die Therapie aufwendiger.
Wie kann ich einer Periimplantitis vorbeugen?
Regelmäßige professionelle Zahnreinigung, gute Mundhygiene und Kontrollen beim Zahnarzt senken das Risiko.