Erfahren Sie hier mehr über das Vorgehen bei einer Total extraperitonealen Netzimplantation und finden Sie ausgewählte Spezialisten.
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Spezialisten für eine Total extraperitoneale Netzimplantation
Kurzübersicht:
Artikelübersicht
- Hintergrundinformationen zu Leistenhernien
- Therapieoptionen bei einem Leistenbruch
- Offene und minimalinvasive Verfahren
- Ablauf einer total extraperitonealen Hernioplastik
- Wie es nach der Operation weitergeht
- Vorteile der TEPP
- Mögliche Komplikationen einer TEPP
- Fazit zur TEP-Operation: schonende, minimal-invasive Lösung beim Leistenbruch
- FAQ zur Total-extraperitonealen-Netzimplantation
TEPP / Total extraperitoneale Netzimplantation - Weitere Informationen
Hintergrundinformationen zu Leistenhernien
Die häufigste Form ist die laterale Leistenhernie, die bei 70 Prozent der Patienten vorkommt. Eine Leistenhernie tritt einseitig oder beidseitig auf. Die rechte Körperseite ist häufiger betroffen.
Folgende Arten lassen sich einteilen:
- Die laterale Leistenhernie
- Die mediale Hernie
- Die Schenkelhernie
Bei Männern stellt der Leistenbereich mit dem Leistenkanal eine natürliche Schwachstelle in der Bauchwand dar. Durch diesen Kanal verläuft der Samenstrang durch die Bauchdecke in den Hodensack.
Bei der Frau läuft in diesem Kanal das Mutterband von der Gebärmutter ans Schambein. Das Bauchfell (Peritoneum) stülpt sich fingerförmig zum Teil in den Leistenkanal hinein. Das Peritoneum kann durch eine Lücke in der Bauchwand nach außen drängen und dabei Bauchinhalt oder Darmanteile enthalten.
Eine solche Bauchwandlücke nennen Mediziner Bruchpforte, das herausdrängende Peritoneum Bruchsack. Ist die Hernie groß, kann sie unter der Haut sicht- oder tastbar sein. Eine laterale Hernie kann bis in den Hodensack hineinreichen, bei Frauen bis in die großen Schamlippen.
Manchmal kommt der Bruchsack nur beim Husten oder Pressen zum Vorschein, da sich der Bauchinnendruck erhöht. Der Bruchsack drückt dann nach außen. Dies nutzt der Arzt bei der körperlichen Untersuchung zur Diagnosestellung. Selten braucht er weitere bildgebende Verfahren, wie die schmerzlose Ultraschalluntersuchung.

Ein Leistenbruch tritt häufig in Zusammenhang mit einer starken Belastung der Bauchdecke auf @ Satjawat /AdobeStock
Therapieoptionen bei einem Leistenbruch
Nicht immer müssen Ärzte eine Hernie operieren. Solange sie keine Beschwerden verursacht, warten sie eine Zeit lang ab (’’Watchful Waiting’’).
Allerdings empfiehlt die Deutsche Herniengesellschaft, die Indikation zur Operation großzügig zu stellen. Fachleute meinen, dass eine Hernie niemals spontan heilt und sie sich mit jeder Bauchinnendruck-Erhöhung vergrößern kann.
Wenn Darmabschnitte in der Bruchpforte eingeklemmt sind, besteht Lebensgefahr, da der betroffene Darmabschnitt absterben kann. Eine Einklemmung bereitet große Schmerzen. Eine Notfalloperation ist zwingend. Eine Einklemmung ist zum Glück ein seltenes Ereignis.
Der Patient muss bei einer Hernie nicht zwingend auf körperliche Aktivität verzichten. Er soll aber behindernde Bewegungen und Belastungen meiden bzw. anpassen.
Offene und minimalinvasive Verfahren
In der Hernienchirurgie stehen mehrere offene und minimalinvasive Verfahren zur Auswahl. Bei der Leistenbruchoperation verlagern Ärzte den Bruchsack zurück in die Bauchhöhle, um die Bruchpforte dauerhaft zu verschließen.
Da es sich um eine der häufigsten Operationen handelt, beherrschen viele Chirurgen diesen Eingriff. Es gibt jedoch auch spezialisierte Ärzte.
Bei den offenen OP-Verfahren eröffnet der Chirurg den Leistenkanal mit einem 5 – 8 cm langen Schnitt oberhalb der Leiste.
Bei einer minimalinvasiven oder endoskopischen Operation (Schlüsselloch-Chirurgie) sind nur drei winzige Schnitte für das Einführen der Instrumente erforderlich.
- Offene Operation
Die offenen Verfahren heißen Operation nach Shouldice beziehungsweise nach Lichtenstein. Bei beiden Verfahren öffnen Ärzte den Leistenkanal, legen den Bruchsack zurück und verschließen die Bruchpforte mit einer Naht.
Bei der Operation nach Lichtenstein legt der Chirurg zusätzlich ein Kunststoffnetz ein, um die Rückfallquote (Rezidive) zu verringern. Die offenen Operationsverfahren können unter Vollnarkose oder unter örtlicher Betäubung erfolgen.

Bei der offenen Leistenbruch Operation entsteht in der Leistenregion ein 5-10 cm langer Schnitt @ luciano /AdobeStock
Minimalinvasive Operation- Minimalinvasive Verfahren sind:
- Die transabdominelle präperitoneale Plastik (TAPP) oder
- Die total extraperitoneale Hernioplastik (TEP)
Bei der TAPP-Technik erfolgt ein Zugang durch die Bauchhöhle. Der Chirurg deckt die Bruchpforte mit einem Netz von innen ab. Vorteil bei dieser Methode ist, dass eine bisher noch nicht bekannte Hernie oder andere Probleme im Bauchraum sichtbar werden. Diese können Ärzte ebenfalls versorgen. TEP und TAPP erfolgen immer in Vollnarkose.
Obwohl beide Verfahren recht sicher sind, ist die total extraperitoneale Hernioplastik sehr komplikationsarm und hat das geringste Rückfallrisiko.
Ablauf und Nachsorge der TEPP-Technik: minimal-invasive Operation bei Leistenbruch, Hernien und als Alternative zu TAPP – Netzplatzierung im extraperitonealen Raum
Ablauf einer total extraperitonealen Hernioplastik
Zuerst setzt der Chirurg einen winzigen Einschnitt unterhalb des Bauchnabels. Hier führt er die Kamera ein. Er schiebt sie über dem Peritoneum vor, das er dabei nicht durchstößt. Die Bauchhöhle muss er also nicht öffnen. Daher heißt die Operation extraperitoneal, das bedeutet wörtlich: außerhalb des Peritoneums.
Mit der Kamera weitet er den Raum zwischen dem Peritoneum und der Faszie mit einem Ballon auf. Der Chirurg leitet in den entstandenen Hohlraum CO₂-Gas ein, um ihn offen zu halten und gute Sichtverhältnisse zu schaffen.
Als Nächstes führt der Operateur rechts und links vom ersten zwei weitere Trokare über kleine Einschnitte ein. Der erste Trokar trägt die Kamera und stellt den Überblick in der Operationshöhle sicher. Die anderen beiden führen die Instrumente.
Vorsichtig löst er den Bruchsack und legt ihn in den Bauch zurück. Damit er nicht erneut nach außen drängen kann, legt er ein hauchdünnes Netz zwischen Bauchdecke und Peritoneum ein.
Dieses besteht aus verschiedenen Kunststoffmaterialien. Der Chirurg muss das Netz nicht befestigen, da es der Bauchinnendruck und die Bauchmuskeln an Ort und Stelle halten. Manchmal fixieren Ärzte (bei der TEP-Technik) das Kunststoffnetz mit chirurgischem Kleber, einer Naht oder Klammern.
Wie es nach der Operation weitergeht
Die winzigen Einschnitte für die Trokare heilen üblicherweise schnell und komplikationslos. Leichte Belastung ist bereits am Folgetag nach der Operation möglich. Wer keine schwere körperliche Arbeit verrichtet, ist innerhalb von wenigen Tagen wieder arbeitsfähig.
Nach einer TEPP erholt sich die Muskulatur in der Regel rasch, weil nur ein kleinen Schnitt und minimaler Zugang nötig sind. Die Belastbarkeit steigt meist innerhalb weniger Tage deutlich an, da die Kraftvektoren außerhalb der Lücke wieder größer werden und die Bauchwand schneller stabilisiert ist.
Während der Operation wird ein gefaltete Netz eingeführt, häufig ein dünne Kunststoffnetz, das sich optimal anlegt. Je nach Technik fixiert der Chirurg es mit Clips aus Metall oder Kunststoff, um eine sichere Position zu gewährleisten und das Risiko einer Narbenhernie zu reduzieren. Auch Varianten wie die Patch-Plastik können zur stabilen Abdeckung der Bruchpforte beitragen.
Total-extraperitoneale-Netzimplantation: minimal-invasiv gesetztes Netz und Vorteile sowie Risiken der TEP-Technik
Vorteile der TEPP
Die Total extraperitoneale Plastik bietet entscheidende Vorteile, weil sie vollständig minimal-invasive erfolgt und in der Laparoskopie ohne Eröffnung des Bauchfells auskommt. Das schont die inneren Strukturen, reduziert Schmerzen und senkt das Risiko von Komplikationen wie Narbenhernien. Gleichzeitig bleibt die natürliche Anatomie weitgehend erhalten, was besonders für eine stabile Bauchmuskulatur wichtig ist.
Ein weiterer Vorteil ist, dass das eingelegte Netz sich durch den Bauchinnendruck selbst anlegt. Häufig besteht es aus leichtem Polypropylen, das sich gut an die verschiedenen Baucheckenschichten anpasst und die Bruchlücke zuverlässig abdeckt. Dadurch genügen meist wenige oder keine zusätzlichen Befestigungen mit Clips, was das Operationstrauma weiter reduziert.
Da der Raum zwischen Bauchwand und Bauchfell über eine schonende Bauchdeckenspiegelung geschaffen wird, bleiben die Summe der Kraftvektoren rund um die Bruchstelle physiologisch günstig verteilt. So wird das Netz stabil gehalten, die Umgebung geschont und das Gewebe kann sich festigen. In Summe gilt die TEPP als technisch anspruchsvoll, aber für Patientinnen und Patienten als besonders schonendes und dauerhaft stabiles Verfahren.
Mögliche Komplikationen einer TEPP
Zu nennen sind die üblichen Narkoserisiken. Diese sind extrem selten. Um diese noch zu minimieren, wird der Anästhesist, der die Narkose durchführt, vor der Operation ausführlich mit Ihnen sprechen.
Das Blutungsrisiko ist gering, sofern Sie keine Blutverdünner einnehmen. Diese müssen Sie in Absprache mit dem Chirurgen und verantwortlichen Hausarzt oder Kardiologen rund um den Eingriff pausieren.
Da der Arzt die Bauchhöhle bei der total extraperitonealen Hernioplastik nicht öffnen muss, werden keine Bauchorgane (Darm) verletzt. Alle Hernieneingriffe zeigen selten Nervenreizungen nach dem Eingriff. Diese ist meistens vorübergehend und bei der TEP sehr selten! Erfreulicherweise ist nach der TEP das Rückfallrisiko (bei korrekter Lage des Netzes) sehr klein.
Abschließend lohnt sich der Blick auf den strukturellen Vorteil der Methode: Bei der TEPP bleibt die Zwischenschicht zwischen Bauchfell und Muskelwand das einzige Operationsfeld. Dadurch entfällt eine Bauchhöhlenspiegelung, und die Bauchmuskulatur fixiert sich nach dem Eingriff wieder stabil über dem eingelegten Netz. Weil keine unnötige Gewebedurchtrennung und Naht im Inneren erfolgt, heilt das Areal meist rasch und mit geringer Belastung für den gesamten Organismus – ein weiterer Grund, warum diese Technik als besonders schonend gilt.
Fazit zur TEP-Operation: schonende, minimal-invasive Lösung beim Leistenbruch
Mit der total extraperitonealen Hernioplastik steht ein sicheres Operationsverfahren zur Behandlung von Leistenhernien zur Verfügung.
Da Hernien nicht spontan heilen und sich verschlimmern können (Darmeinklemmung), empfehlen Experten in jedem Fall eine Operation. Bei der total extraperitonealen Hernioplastik besteht ein geringes Rezidivrisiko. Patienten sind nach der Operation sehr schnell wieder fit.
FAQ zur Total-extraperitonealen-Netzimplantation
Wie wähle ich gemeinsam mit dem Arzt zwischen TAPP oder TEP aus?
Die Entscheidung richtet sich nach deiner Anatomie, eventuellen Voroperationen und dem genauen Bruchtyp. Beide Verfahren sind bewährt, unterscheiden sich aber im Zugangsweg: TAPP erfolgt durch die Bauchhöhle, TEP arbeitet komplett extraperitoneal und ist besonders schonend.
Hält ein eingelegtes Netz durch den Bauchinnendruck wirklich sicher?
Ja. Der natürliche Bauchinnendruck presst das Netz stabil gegen die Bauchwand, sodass es in den meisten Fällen ohne zusätzliche Fixierung sicher einheilt und die Bruchstelle zuverlässig stabilisiert.
Welche Vorteile bietet eine minimal-invasiv durchgeführte Hernienoperation?
Sie verursacht weniger Schmerzen, kleinere Narben und führt meist schneller zurück in den Alltag. Da nur winzige Schnitte nötig sind, bleiben Muskulatur und Weichteile weitgehend unverletzt.
Welche Rolle spielen Bauchinnendruck und den Gegendruck bei der Heilung?
Beide Kräfte wirken zusammen: Der Bauchinnendruck drückt das Netz an seine Position, während der Gegendruck der Muskeln verhindert, dass sich die Bruchlücke wieder öffnet. Das fördert eine stabile und langfristige Einheilung.
Was passiert bei der transabdominellen präperitonealen Technik innerhalb der Bauchdeckenschichten?
Bei TAPP öffnet der Chirurg die Bauchhöhle minimal-invasiv, hebt das Peritoneum an und arbeitet präzise zwischen den Bauchdeckenschichten. Der Bruchsack wird zurückgelagert und ein stabilisierendes Netz eingelegt, das die Schwachstelle dauerhaft stärkt.
Quellen
https://www.chirurgie-minimalinvasiv.de/leistenbruch/tapp-technik/
https://flexikon.doccheck.com/de/Total_extraperitoneale_Hernioplastik
https://www.aerzteblatt.de/archiv/175103/Evidenzbasierte-Behandlung-der-Leistenhernie-des-Erwachsenen























