Beinachsenkorrektur - Informationen & Spezialisten

Die Beinachsenkorrektur wird auch als Umstellungsosteotomie bezeichnet. Es handelt sich um einen operativen Eingriff, der die Notwendigkeit einer Kniegelenkprothese verhindern bzw. hinauszögern soll. Liegt eine Fehlstellung der Beinachse vor, wird das Kniegelenk überbeansprucht. Dies kann zu frühzeitiger Arthrose führen. Bei einer Korrektur der Fehlstellung achtet der Arzt auf eine korrekte Stellung der Beinachse. Patienten können die Klinik drei bis fünf Tage nach der Operation wieder verlassen.

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Empfohlene Spezialisten für eine Beinachsenkorrektur

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Beinachsenkorrektur - Weitere Informationen

Wann wird eine Beinachsenkorrektur durchgeführt?

Die am häufigsten vorkommende Fehlstellung der Beinachse ist das sogenannte O-Bein. O-Beine sind für gewöhnlich einer Fehlstellung des Schienbeins geschuldet. Bei dieser Komplikation verschleißt der Knorpel an der Innenseite des Kniegelenks. Außerdem kann es auch zu Verschleißerscheinungen am Innenmeniskus kommen. Patienten mit O-Beinen verspüren in der Regel Schmerzen an der Innenseite des Kniegelenks. Beim X-Bein hingegen ist der äußere Gelenkbereich überlastet.

Eine Fehlstellung der Beinachse macht Betroffenen in der Regel erst im Erwachsenenalter zu schaffen. Der Arzt zieht eine Beinachsenkorrektur dann in Erwägung, wenn sich die Schmerzen trotz konservativer Therapie nicht verringern. Bei O-Beinen besteht die konservative Therapie in einer Schuhaußenranderhöhung.

Patienten bis zu einem Alter von 60 Jahren, deren Beinachse eine hohe Abweichung aufweist, profitieren besonders von einer Beinachsenkorrektur. Neben dem O- und X-Bein gibt es weitere Fehlstellungen der Knochen im Ober- und Unterschenkel (sogenannte Torsionsfehlstellungen), die auf Dauer zu Schmerzen und Abnutzung des Gelenkknorpels führen können. Bei der anfänglichen Untersuchung ermittelt der Arzt die Art sowie den Grad der Fehlstellung, um die beste OP-Methode zu wählen.

Welche Methoden bzw. OP-Verfahren kommen bei der Beinachsenkorrektur zum Einsatz?

Bei der Beinachsenkorrektur wird der Knochen durchtrennt und anschließend in der korrekten Stellung mit Platten verbunden, damit er wieder zusammenwachsen kann. Welche Methode zum Einsatz kommt und an welcher Stelle der Arzt den Knochen durchtrennt, hängt von der Art der Fehlstellung ab.

Bei O-Beinen besteht die Fehlstellung in der Regel im Schienbein. Der Arzt durchtrennt den Knochen ungefähr 4 cm unterhalb des Schienbeinkopfes und spreizt ihn einige Millimeter weit auf. Danach erfolgt die Korrektur der Fehlstellung, die zudem durch Röntgenbilder belegt wird. Zum Schluss fixiert der Chirurg den Knochen mit einer Titanplatte und -schrauben.

Bei X-Beinen ist das Verfahren ähnlich. Allerdings muss der Arzt den Knochen hier nicht aufspreizen, sondern einen Knochenkeil entfernen. Bei der Korrektur von X-Beinen dauert die Rehabilitation normalerweise etwas länger.

Es kann auch vorkommen, dass eine Fehlstellung im Oberschenkelknochen vorliegt. Ob dies der Fall ist, lässt sich mittels Röntgenbildern in Erfahrung bringen. Bei einer Fehlstellung des Oberschenkelknochens erfolgt die Operation an der entsprechenden Stelle. Bei größeren Abweichungen kann es zu einer Durchtrennung des Oberschenkel- ebenso wie des Unterschenkelknochens kommen.

Wie ist die Nachsorge nach einer Beinachsenkorrektur gestaltet?

Nach rund drei bis fünf Tagen kann der Patient die Klinik wieder verlassen. Nun braucht das Kniegelenk vor allem Ruhe und Entlastung, um richtig heilen zu können. Im Regelfall trägt der Patient zwei Wochen lang eine Schiene für das Kniegelenk und nutzt beim Gehen sechs Wochen lang Unterarmgehstützen. Während der gesamten Zeit hilft Physiotherapie mit der Erhaltung der Beweglichkeit.

Die Dauer der Rehabilitation variiert von Patient zu Patient. Sie ist von individuellen Faktoren abhängig, zu denen unter anderem der Korrekturwinkel gehört. Im Regelfall können Patienten sechs Wochen nach der Operation wieder kürzere Strecken ohne Gehstützen zurücklegen. Um Ihre volle Mobilität zurückzuerlangen, sollten Sie sich mindestens vier Monate lang physiotherapeutisch behandeln lassen.

Der Arzt entfernt die Titanplatten rund 12 bis 18 Monate nach der Operation. Unter Umständen führt der Chirurg dann auch eine Arthroskopie durch, um den Knorpel zu untersuchen und, wenn nötig, ungenügend geheilte Knorpelstellen zu behandeln und anzufrischen. Nach dem Entfernen der Metallplatte sind ein paar Wochen der Entlastung erforderlich.

Die Umstellungen im Knochen heilen schneller als der Knorpel, der zur Bildung einer sogenannten Bioprothese etwas mehr Zeit benötigt. Während der Heilungszeit sollte der Patient regelmäßig zur Kontrolle beim Arzt erscheinen. Mit der Zeit erreicht das Bein erneut seine volle Belastbarkeit. Wer einen Beruf ausübt, der einem körperlich nur wenig abverlangt, darf bald nach der Operation wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehren. Bei körperlich belastenden Berufen muss sich der Patient rund 12 Wochen lang gedulden.

Komplikationen, Risiken, Prognose

Wie bei jeder Operation besteht auch bei der Beinachsenkorrektur die Gefahr, dass sich eine Infektion oder eine Thrombose entwickeln. Sehr selten kann es zu einer Schädigung von Gefäßen und Nerven kommen.

Darüber hinaus besteht das Risiko für eine Fehlverheilung des Knochens. Falls sich im Osteotomiespalt nicht genügend Knochen bildet, nennt sich ein solcher Zustand Pseudoarthrose.

Für Raucher oder stark übergewichtige Patienten ist eine Beinachsenkorrektur in der Regel weniger empfehlenswert. Allgemein lässt sich sagen, dass der Eingriff als sehr sicher gilt und Komplikationen in der Regel gänzlich ausbleiben.

Die Prognosen nach der Umstellungsosteotomie sind sehr gut. Nach zehn Jahren sind die Langzeitergebnisse mehr als zufriedenstellend. Nicht immer kann ein Gelenkersatz verhindert werden. In den meisten Fällen lässt er sich jedoch hinauszögern. Statistiken zufolge benötigt rund ein Drittel der Patienten innerhalb von zehn Jahren nach der Operation eine Gelenkprothese.

Quellen

https://www.orthopaedie-linz.com/downloads/HTO.pdf
https://www.hessing-kliniken.de/orthopaedische-fachkliniken/sportorthopaedie-arthroskopische-chirurgie-und-schulterchirurgie/beinachsenfehlstellung/
https://www.chirurgie-orthopaedie.de/operation/umstellungsoperationen/index_ger.html
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