Reflux-Operation (Fundoplikatio): Operative Behandlung der Refluxkrankheit und von Sodbrennen

Eine Reflux-Operation – auch Reflux-OP oder Fundoplikatio genannt – ist ein operativer Eingriff, der bei chronischem Sodbrennen und Refluxkrankheit zum Einsatz kommt, wenn Medikamente keine ausreichende Linderung mehr bieten.
Dabei wird der obere Teil des Magens um das untere Ende der Speiseröhre gelegt, um den Schließmuskel zu stärken und den Rückfluss von Magensäure dauerhaft zu verhindern.
Die Operation kann auch bei einem Zwerchfellbruch (Hiatushernie) sinnvoll sein, da dieser häufig den Rückfluss von Magensaft begünstigt.
Ziel der Reflux-OP ist es, die Beschwerden zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und Patienten langfristig beschwerdefrei zu machen.
Durch moderne, laparoskopische Verfahren erfolgt der Eingriff meist minimalinvasiv, was eine schnelle Heilung ermöglicht.

Empfohlene Spezialisten für eine Reflux-Operation

Kurzübersicht:

Die Reflux-Operation (Fundoplikatio) ist ein minimalinvasiver Eingriff, bei dem der obere Teil des Magens um das untere Ende der Speiseröhre gelegt wird, um den Schließmuskel zu stärken und den Rückfluss von Magensäure zu verhindern.
Sie kommt dann zum Einsatz, wenn eine konservative oder medikamentöse Therapie keine ausreichende Linderung von Sodbrennen und saurem Aufstoßen bringt.
In spezialisierten Kliniken für Viszeralchirurgie wird die Operation meist laparoskopisch durchgeführt, was eine besonders schonende Behandlung mit kleinen Schnitten und schneller Heilung ermöglicht.
Die Fundoplikatio nach Nissen und die Fundoplikatio nach Toupet sind die häufigsten Verfahren und führen bei den meisten Patienten zu einer dauerhaften Beschwerdefreiheit.

Artikelübersicht

Reflux-Operation - Weitere Informationen

Wie entsteht Reflux und wann ist eine Operation notwendig?

Die Refluxkrankheit entsteht, wenn der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen nicht richtig funktioniert und Mageninhalt oder Magensaft in die Speiseröhre zurückfließt.
Das häufigste Symptom ist Sodbrennen, oft begleitet von saurem Aufstoßen oder Schluckbeschwerden. Diese Beschwerden treten vermehrt in der westlichen Welt auf und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

In vielen Fällen helfen Verhaltensänderungen – etwa kleinere Mahlzeiten, Gewichtsreduktion oder der Verzicht auf säurehaltige Lebensmittel – sowie eine medikamentöse Therapie mit Protonenpumpenhemmern (PPI), um die Magensäureproduktion zu senken.
Wenn diese konservative Therapie jedoch keine ausreichende Linderung bringt oder die Beschwerden immer wiederkehren, wird eine Reflux-Operation (Fundoplikatio) empfohlen.

RefluxReflux entsteht, wenn der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre nicht richtig funktioniert @ AntonioDiaz /AdobeStock

Bei diesem operativen Eingriff wird aus einem Teil des Magens eine Manschette gebildet, die um das untere Ende der Speiseröhre gelegt wird. Diese sogenannte Fundusmanschette stabilisiert den Schließmuskel und verhindert, dass Mageninhalt in die Speiseröhre gelangt.
So lässt sich der Rückfluss von Magensäure dauerhaft unterbinden und Patienten werden meist wieder beschwerdefrei.

Arten der Fundusmanschetten bei der Reflux-Operation

Die Reflux-Operation (Fundoplikatio) wird heute fast ausschließlich als minimalinvasives Schlüsselloch-Verfahren (laparoskopisch) durchgeführt. Dabei führt der Chirurg über mehrere kleine Schnitte im Bauchraum eine Kamera und feine Operationsinstrumente ein. Diese schonende OP-Technik ermöglicht eine präzise operative Behandlung der Refluxkrankheit mit deutlich weniger Schmerzen, geringem Blutverlust und schnellerer Wundheilung.
Patienten profitieren außerdem von einer kürzeren Erholungszeit und einer schnelleren Rückkehr in den Alltag.

Reflux-OP nach Nissen-Rosetti Die Reflux-OP nach Nissen ist das chirurgische Standardverfahren zur Verhinderung eines Reflux @ Pepermpron /AdobeStock

In spezialisierten Kliniken für Viszeralchirurgie stehen zwei Hauptverfahren der Fundoplikatio zur Verfügung:

1. Fundoplikatio nach Nissen (Vollmanschette):
Dieses Verfahren gilt als chirurgischer Standard der Reflux-Operation. Hierbei wird der obere Teil des Magens (Fundus) vollständig um das untere Ende der Speiseröhre gelegt und vernäht.
Die so entstehende Fundusmanschette verstärkt den Schließmuskel und verhindert zuverlässig, dass Mageninhalt in die Speiseröhre gelangt. Die Nissen-Fundoplikatio wird besonders häufig bei Patienten mit ausgeprägter Refluxkrankheit oder Zwerchfellbruch (Hiatushernie) eingesetzt.

2. Fundoplikatio nach Toupet (Teilmanschette):
Bei dieser Variante wird der Magenanteil nur teilweise um die Speiseröhre gelegt und an der Vorderseite befestigt. Diese Methode eignet sich besonders für Patienten mit eingeschränkter Speiseröhrenbeweglichkeit oder bestimmten Grunderkrankungen wie Diabetes.
Auch dieses operative Verfahren sorgt für eine stabile Refluxbarriere, lässt jedoch das Schlucken meist etwas leichter zu.

Beide Verfahren verfolgen dasselbe Ziel: den Rückfluss von Magensäure und Sodbrennen dauerhaft zu verhindern und die Behandlung der Refluxkrankheit langfristig erfolgreich zu gestalten.
Dank moderner laparoskopischer Fundoplikatio sind die Ergebnisse heute in über 90 % der Fälle sehr gut – viele Patienten berichten über eine nachhaltige Linderung der Beschwerden und vollständige Beschwerdefreiheit.

Wann kann eine Operation bei Reflux sinnvoll sein?

Eine Reflux-Operation ist dann sinnvoll, wenn konservative Therapien wie Ernährungsumstellung oder medikamentöse Behandlung mit Protonenpumpenhemmern (PPI) keine ausreichende Linderung der Beschwerden bringen.
Patienten mit chronischem Sodbrennen, häufigem sauren Aufstoßen oder Schluckbeschwerden, bei denen der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre trotz Therapie fortbesteht, können von einer operativen Behandlung (Reflux-OP) deutlich profitieren.

Auch bei einem Zwerchfellbruch (Hiatushernie) – einer Lücke im Zwerchfell, durch die ein Teil des Magens nach oben rutscht – wird häufig eine Reflux-Operation in Kombination mit einer Hiatoplastik durchgeführt. Dabei wird das Zwerchfell chirurgisch rekonstruiert und der Übergang zwischen Speiseröhre und Magen stabilisiert.
Diese Kombination beseitigt die anatomische Ursache des Rückflusses von Mageninhalt in die Speiseröhre und ermöglicht den meisten Betroffenen, nach der Reflux-OP dauerhaft beschwerdefrei zu leben.

In erfahrenen Kliniken für Viszeralchirurgie wird individuell entschieden, welches OP-Verfahren – etwa die Fundoplikatio nach Nissen oder Toupet – für den jeweiligen Patienten am besten geeignet ist.
Moderne minimalinvasive Verfahren gelten heute als sicher und effektiv, insbesondere bei Patienten mit der Reflux-OP, die eine langfristige Lösung der Refluxkrankheit anstreben.

Welche Risiken bestehen bei einer Reflux-Operation?

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff können auch bei einer Reflux-Operation (Fundoplikatio) bestimmte Risiken und Nebenwirkungen auftreten. Dank moderner laparoskopischer Techniken und erfahrener Operateure sind Komplikationen jedoch selten.
Zu den häufigsten Beschwerden in den ersten Tagen nach der Reflux-OP zählen:

  • Schwellungen oder Schmerzen im Bereich der Operationswunde
  • Völlegefühl oder ein vorübergehendes Druckgefühl im Oberbauch
  • Schluckbeschwerden, Aufstoßen oder Erbrechen durch die Anpassung des Verdauungssystems
  • Blutergüsse oder leichte Nachblutungen im Bereich der Nähte
  • Wundinfektionen oder Reizungen im Operationsgebiet
  • In seltenen Fällen: Verletzungen des Zwerchfells, der Speiseröhre, des Magens oder anderer angrenzender Organe

Diese Nebenwirkungen klingen meist nach wenigen Tagen bis Wochen ab. Durch die minimalinvasive, schonende OP-Technik ist das Risiko schwerwiegender Komplikationen heute äußerst gering.
In spezialisierten Zentren für Viszeralchirurgie wird großer Wert auf eine sichere operative Durchführung gelegt, sodass die Behandlung der Refluxkrankheit in über 90 % der Fälle erfolgreich verläuft.

Prognose einer Reflux-Operation

Die Reflux-Operation ist eine erfolgreiche Methode, um die Refluxkrankheit dauerhaft zu heilen. Laut einer Studie ist sie langfristig erfolgreicher als eine medikamentöse Therapie. 

Bei jüngeren Betroffenen hat die Reflux-OP einen Kostenvorteil gegenüber der langjährigen (dauerhaften) Medikation. Etwa 90 % der Patienten einer Reflux-Operation haben nach dem Eingriff keinen Rückfluss und kein Sodbrennen mehr.

Bei 8 % der Patienten ist die Reflux-Operation erfolglos. Bei diesen kann die Manschette den Reflux nicht stoppen. 

Nicht selten klagen Patienten trotz erfolgreicher Reflux-Operation über Nachwirkungen des Eingriffes, wie:

  • Völlegefühl
  • Probleme beim Aufstoßen
  • Erbrechen

Prognose und Erfolgsaussichten der Reflux-Operation

Die Reflux-Operation (Fundoplikatio) ist heute eines der effektivsten Verfahren zur Behandlung der Refluxkrankheit (Gastroesophageal Reflux Disease). Sie wird in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt und gilt als dauerhaft wirksame operative Therapie, wenn die Einnahme von Säureblockern oder Protonenpumpenhemmern keine ausreichende Linderung bringt.
Bei vielen Patienten bleibt trotz konservativer Behandlung das Sodbrennen bestehen oder die Beschwerden kehren nach Absetzen der Medikamente zurück.

Während der Reflux-Operation wird der obere Teil des Magens so um die Speiseröhre gelegt, dass der Schließmuskel der Speiseröhre gestärkt und das Zurückfließen von Magensäure in die Speiseröhre dauerhaft verhindert wird.
Dadurch kann der Mageninhalt nicht mehr nach oben gelangen, was die typischen Beschwerden wie Sodbrennen, Schluckbeschwerden und saures Aufstoßen zuverlässig beseitigt.
Ziel der Operation ist es, den Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre zu unterbinden und die natürliche Refluxbarriere wiederherzustellen.

Langzeitstudien zeigen, dass rund 90 % der Patienten nach einer Reflux-OP beschwerdefrei sind. Besonders bei starkem Sodbrennen oder einer Hiatushernie (Zwerchfellbruch) ist die Operation sinnvoll, da sie die anatomische Ursache behebt und eine langfristige Heilung ermöglicht.
In spezialisierten Kliniken für Viszeralchirurgie erfolgt der Eingriff laparoskopisch, also minimalinvasiv, wodurch nur kleine Schnitte in der Magenwand nötig sind. Die Operation erfolgt in der Regel schonend und sicher – mit kurzer Erholungszeit und deutlich weniger postoperativen Beschwerden.

Etwa eine Woche nach der OP sind die meisten Betroffenen wieder weitgehend belastbar. Eine Magenspiegelung kann nach einigen Monaten zur Kontrolle der Heilung durchgeführt werden.
Im Vergleich zur medikamentösen Therapie bietet die Reflux-Operation eine nachhaltige Lösung, da sie die Ursache der Erkrankung beseitigt und nicht nur die Symptome des Sodbrennens lindert.

Für viele Patienten bedeutet die Reflux-Operation eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität – sie können wieder normal essen, liegen und schlafen, ohne dass Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt.
Die Behandlung ihrer Refluxkrankheit ist damit dauerhaft erfolgreich, und bei richtiger Nachsorge bleiben die meisten Betroffenen langfristig beschwerdefrei.

FAQ: Häufige Fragen zur Reflux-Operation

Wann ist eine Reflux-Operation sinnvoll?
Eine Reflux-Operation ist sinnvoll, wenn die Einnahme von Säureblockern oder Protonenpumpenhemmern die Beschwerden wie Sodbrennen nicht ausreichend lindert. Besonders bei einem Zwerchfellbruch oder anhaltendem gastroesophageal reflux kann die operative Therapie die anatomische Ursache beseitigen und den Schließmuskel der Speiseröhre dauerhaft stärken.

Wie läuft eine Reflux-OP ab?
Die Reflux-Operation erfolgt in der Regel laparoskopisch (minimalinvasiv) unter Vollnarkose. Dabei legt der Chirurg den oberen Teil des Magens um die Speiseröhre, um den Rückfluss zu verhindern. Dieses Verfahren – die sogenannte Fundoplikatio – stellt die natürliche Refluxbarriere wieder her und verhindert, dass Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt.

Wie lange dauert die Heilung nach einer Reflux-OP?
Die Genesung verläuft meist schnell: Bereits etwa eine Woche nach der OP können viele Patienten wieder ihren Alltag aufnehmen. Nach wenigen Wochen ist meist eine vollständige Heilung erreicht. Eine Magenspiegelung kann zur Kontrolle des Operationsergebnisses durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Speiseröhre frei von Entzündungen bleibt.

Wie erfolgreich ist die Reflux-Operation bei chronischem Sodbrennen?
Die Reflux-OP hat sehr gute Langzeitergebnisse. Studien zeigen, dass rund 90 % der Patienten nach der Operation beschwerdefrei sind. Die Fundoplikatio verhindert dauerhaft das Zurückfließen von Magensäure und bietet damit eine wirksame Therapie der Refluxkrankheit, insbesondere bei starkem Sodbrennen oder wiederkehrendem Reflux trotz medikamentöser Behandlung.

Wo sollte eine Reflux-Operation durchgeführt werden?
Empfohlen wird, den Eingriff in einer spezialisierten Klinik für Viszeralchirurgie durchführen zu lassen. Dort verfügen erfahrene Operateure über hohe Expertise in der laparoskopischen Fundoplikatio und wenden standardisierte Verfahren an. So wird die Reflux-Operation besonders schonend und sicher durchgeführt – mit besten Aussichten auf ein langfristig beschwerdefreies Leben.

Quellen

Bergmann H et al., Die laparoskopische Fundoplicatio nach Nissen-deMeester und Toupet im retrospektiven Vergleich. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-642-55715-6_121
flexikon.doccheck.com/de/Fundoplikatio
Fuchs K-H. Stellenwert der laparoskopischen Fundoplicatio. Dtsch Arztebl 1998; 95(40): A-2466 / B-2108 / C-1974
gesundheitsinformation.de/wie-wird-reflux-behandelt.html
Grant AM et al., Minimal access surgery compared with medical management for gastro-oesophageal reflux disease: five year follow-up of a randomised controlled trial (REFLUX). BMJ 2013; 346: f1908
pschyrembel.de/Fundoplicatio/K089T
sodbrennen.de/hilfe-sodbrennen/operation/