Fundoplilatio: Informationen & Fundoplikatio-Spezialisten

Die laparoskopische Fundoplikatio ist ein operatives Verfahren zur Behandlung der Refluxkrankheit. Zu den notwendigen Voruntersuchungen vor einer Fundoplikatio gehören die Magenspiegelung, die Manometrie und die pH-Metrie der Speiseröhre. Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Fundoplikatio-Spezialisten und Zentren.

Empfohlene Fundoplikatio-Spezialisten

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Fundoplikatio - Weitere Informationen

Was ist eine laparoskopische Fundoplikatio?

Die Fundoplikatio ist ein minimal-invasiv durchgeführter operativer Eingriff zur Behandlung der Gastrooesophagealen Refluxkrankheit („GERD“). Dabei legt der Operateur die oberen Anteile des Magens als Manschette um den untersten Teil der Speiseröhre herum und fixiert sie im Anschluss. Diese Maßnahme reduziert den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre.

Die Fundoplikatio wurde im Jahr 1956 erstmals von dem Chirurgen Rudolf Nissen publiziert. Er hatte das Verfahren über viele Jahre entwickelt und wissenschaftlich untersucht.

Das operative Vorgehen wurde seitdem vielfach verändert. Das Grundprinzip der OP gilt aber als unübertroffener Standard für die Antirefluxplastik zur Behandlung der Refluxkrankheit.

Die Fundoplikation wird auch bei anderen Krankheitsbildern in diesem Bereich angewendet, wie der Hiatushernie oder der Achalasie.

In der Regel ist für eine laparoskopische Fundoplikatio ein etwa einwöchiger Krankenhausaufenthalt notwendig. Anschließende muss sich der Patient 6 bis 8 Wochen schonen.

Refluxkrankheit
Darstellung der Refluxkrankheit, bei der Mageninhalt zurück in die Speiseröhre fließt © bilderzwerg | AdobeStock

Grund zur Fundoplikatio

Eine operative Therapie der Refluxkrankheit ist nur selten notwendig. In den meisten Fällen genügt eine medikamentöse Behandlung. Die Patienten nehmen dann regelmäßig Protonenpumpenblocker (=PPI, wie z.B. Pantoprazol, Omeprazol u.s.w.) ein.

Bei einem kleinen Teil der Patienten bessern sich die Beschwerden dadurch zwar anfangs, lassen sich aber nicht dauerhaft beseitigen. Manchmal lässt sich das Sodbrennen zwar behandeln, nicht jedoch der Rückfluss von Nahrung in die Speiseröhre. Unter Umständen reicht der Rückfluss bis in den Mund oder in die Atemwege.

Dieses Symptom kann man medikamentös meist nicht vollständig beseitigen. Der Rückfluss von Nahrung kann zudem eine chronische Bronchitis und schwere Lungenerkrankungen verursachen. 

In diesem Fall empfehlen wir unbedingt eine Vorstellung beim Spezialisten, um die Möglichkeit einer Fundoplikatio auszuloten. Der Arzt wird mit dem Patienten dessen Beschwerden besprechen und ihn körperlich untersuchen.

Voruntersuchungen vor einer Fundoplikatio

Magenspiegelung

Die Magenspiegelung („Gastroskopie“) gehört zu den grundlegenden Untersuchungen bei einer Refluxkrankheit. Der Arzt untersucht dabei auch die angrenzenden Bereiche (Speiseröhre und Zwölffingerdarm).

Der Arzt muss vor einer Fundoplikatio sicherstellen, dass im unteren Anteil der Speiseröhre keine schwerwiegenden Schleimhautveränderungen vorliegen. Dabei sind vor allem die Dysplasie oder intraepitheliale Neoplasie zu nennen.

Funktionsdiagnostik der Speiseröhre

In vielen Fällen ist eine Funktionsdiagnostik der Speiseröhre sinnvoll.

Dazu gehört eine Manometrie („Druckmessung“). Damit lässt sich die Kraft der peristaltischen Welle feststellen, mit der die Nahrung in den Magen transportiert und die Speiseröhre „gereinigt“ wird. Eine Störung dieser Bewegungsabläufe kann eine wesentliche Ursache der Refluxkrankheit sein. Sie würde auch das OP-Verfahren beeinflussen.

Zur Funktionsdiagnostik der Speiseröhre gehört auch die pH-Metrie. Darunter versteht man eine pH-Wert- Messung in der Speiseröhre. Sie wird in der Regel mit einer dünnen Sonde über mindestens 24 Stunden durchgeführt. Danach steht die Intensität und Häufigkeit des „sauren Refluxes“ in die Speiseröhre bei einem normalen Tagesablauf fest.

Damit kann man gegebenenfalls die Begründung einer Operation sichern.

Röntgenuntersuchung vor und nach einer Fundoplikatio

Früher war eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel üblich. Heute kommt sie eher bei Patienten mit nicht eindeutiger Symptomatik oder Rezidiven zum Einsatz. Unter einem Rezidiv versteht man das Wiederauftreten der Beschwerden nach zunächst erfolgreicher OP.

Bei den meisten Patienten führen wir in unserer Klinik am ersten Tag nach dem Eingriff eine Röntgenuntersuchung durch. Es handelt sich um eine einfache Form der Röntgenuntersuchung und ist damit wenig belastend. Das Röntgenbild dient dazu, das Ergebnis zu sichern und Komplikationen auszuschließen.

Durchführung der Fundoplikatio

Die Fundoplikatio wird heute meistens laparoskopisch (d. h. über eine Bauchspiegelung) durchgeführt. Dafür sind 4 bis 5 kleine Einstiche im Oberbauch erforderlich.

Bei Notwendigkeit, vor allem bei mehrfachen Voroperationen ist auch das offene chirurgische Vorgehen möglich.

Die Fundoplikatio beinhaltet die lockere „Raffung“ (lat. plicatio) und Fixierung der oberen Anteile des Magens (lat. fundus). Die Magenanteile werden teilweise (270°) oder vollständig (360°) um den untersten Teil der Speiseröhre herumgelegt.

Durch körpereigenes Material entsteht somit eine Manschette. Sie dient als „pneumatisches Ventil“ der Unterstützung des „Schließmuskels“ am Mageneingang. Füllt sich der Magen beim Essen, baut sich nun Druck in der Manschette um die Speiseröhre auf. Dieser verhindert den Rückfluss des Mageninhaltes in die Speiseröhre.

Fundoplikatio nach Nissen
Die Fundoplikatio nach Nissen © Alila Medical Media | AdobeStock

Ergebnis und Folgeerscheinungen der Fundoplikatio

Die erfolgreich durchgeführte Fundoplikatio führt meistens zum sofortigen Verschwinden der Refluxsymptome, einschließlich des Sodbrennens. Die Einnahme von Tabletten ist nicht mehr notwendig.

Allerdings muss der Patient ein Bewusstsein dafür entwickeln, welche Veränderungen an seinem Magen vorgenommen wurden. Die Ärzte haben praktisch eine „Schwelle“ in der „Tür“ zum Magen angebracht, über die man unvermeidlich „stolpert“, wenn man nicht daran denkt!

Es ist daher unbedingt erforderlich, grundsätzlich sein Essverhalten darauf einzustellen. Das heißt vor allem

  • gut zu kauen,
  • langsam zu essen und
  • wenig Luft zu verschlucken.

Die Luft, einmal im Magen angekommen, kann nur sehr schwer entweichen. Aufstoßen und Erbrechen sind insbesondere in den ersten Wochen nach der Fundoplikatio kaum möglich.

Der Patient sollte daher in der Anfangsphase nach der OP auf kohlensäurehaltige Getränke und blähende Speisen verzichten. Die Verträglichkeit verschiedener Nahrungsmittel ist individuell sehr unterschiedlich und muss von jedem Patienten selbst getestet werden.

Stellt sich der Patient darauf ein und befolgt diese Regeln, profitiert er vom Ausbleiben der Refluxbeschwerden und des Sodbrennens. Dies bedeutet für die meisten Patienten eine deutliche Erhöhung der Lebensqualität. Sie nun viele Getränke (Orangensaft, Kaffee, Rotwein…) oder Nahrungsmittel (Süßigkeiten, gebratenes Fleisch) wieder genießen.

Zudem ist die Einnahme der Säureblocker-Tabletten gar nicht mehr oder nur noch gelegentlich notwendig. Inwieweit das Risiko einer Krebserkrankung in der unteren Speiseröhre damit reduziert werden kann, ist im Einzelfall nur schwer zu kalkulieren.

Komplikationen und Risiken bei einer Fundoplikatio

Wie bei jeder Operation können auch während und nach einer Fundoplikatio Komplikationen auftreten. Einerseits gibt es allgemeine Risiken, die für die meisten Eingriffe im Bauchbereich relevant sind.

Dazu gehören die Verletzung von

Daraus können weitere Komplikationen resultieren, etwa Blutungen während oder nach der Fundoplikatio. Eine Verletzung der Speiseröhrenwand muss sofort erkannt und sicher versorgt werden. Ansonsten droht eine schwerwiegende Infektion mit lebensbedrohlicher Entzündungsreaktion. Diese äußerst schwerwiegenden Komplikationen sind aber bei sorgfältigem Vorgehen und entsprechender Erfahrung des Operateurs äußerst selten.

Weniger schwere Probleme, wie

kommen vor allem bei der laparoskopischen Fundoplikatio ebenfalls nur selten vor.

Einige Patienten berichten auch bei Beachtung der oben genannten Hinweise zur Nahrungsaufnahme über Veränderungen in der Verdauung. Dazu gehören vermehrte Blähungsneigung oder gelegentlich auftretender Durchfall. Diese Symptome lassen sich aber meist durch eine Diät oder auch kurzfristige Medikamenteneinnahme gut beeinflussen.

Schweres Heben und Pressen kann sich ungünstig auf die Heilung der Fundoplikatio auswirken.

Schwere und anhaltende Hustenattacken sowie starkes Erbrechen belasten das OP-Gebiet auch später erheblich. Das kann dazu führen, dass sich die Manschette wieder öffnet oder in den Brustkorb verlagert wird. Meist bemerken die Betroffenen diese Veränderung sehr rasch und stellen sich wieder beim Arzt vor.

Nachdem die konkrete Situation mittels Magenspiegelung und gegebenenfalls Röntgen festgestellt wurde, ist eine wiederholte Operation zu erwägen. Auch diese kann in der Regel mittels Bauchspiegelung erfolgen und ein gleichwertiges Ergebnis erbringen wie der erste Eingriff.

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