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Diagnostik · Allgemeine Gastroenterologie

Defäkographie: Dynamische MRT-Defäkographie zur Abklärung von Beckenbodenstörungen

Hier finden Sie ausgesuchte medizinische Experten und Spezialisten in Kliniken und Praxen für die Diagnose, Behandlung, Operation und Rehabilitation im Bereich Defäkographie. Alle gelisteten Ärzte sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und wurden nach strengen Richtlinien für Sie handverlesen ausgewählt.

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Die Defäkographie untersucht die Funktion des Beckenbodens während der Stuhlentleerung. Die MRT-Defäkographie stellt Beckenorgane und den Enddarm dynamisch dar. Sie dient der Diagnostik von Entleerungsstörungen und Erkrankungen des Beckenbodens. Moderne Verfahren wie das Upright-MRT verbessern die Aussagekraft der Untersuchung.

Die Defäkographie ist eine spezialisierte Untersuchungsmethode zur funktionellen Diagnostik von Erkrankungen des Beckenbodens. Besonders die MRT-Defäkographie ermöglicht eine dynamische Beurteilung von Enddarm, Rektum und den Beckenorganen während der Entleerung.

Mithilfe eines MRT und eines speziellen Kontrastmittels in Form eines Gels lassen sich Veränderungen der Beckenbodenmuskulatur präzise darstellen. Die Untersuchung dient der Abklärung von Beschwerden wie Stuhlentleerungsstörungen oder Funktionsstörungen des Beckenbodens. Moderne Verfahren wie die dynamische MRT-Defäkographie oder das Upright-MRT liefern detaillierte Bilder unter nahezu natürlichen Bedingungen. Dadurch können strukturelle und funktionelle Veränderungen zuverlässig erkannt werden. Die Defäkographie ist heute ein wichtiger Bestandteil der radiologischen Diagnostik.

Definition: Was ist eine Defäkographie?

Bei der Defäkographie wird der Vorgang der Darmentleerung (Defäkation) mittels Röntgenuntersuchung aufgezeichnet. Dazu sind einige Vorbereitungen nötig, die gesamte Untersuchung dauert etwa 20 Minuten.

Eine Defäkographie dient dazu, die anatomischen Verhältnisse im Enddarmbereich und die Funktion der Darmentleerung zu prüfen. Mithilfe der Defäkographie lassen sich viele Endarmerkrankungen, die nur direkt während des Pressvorgangs der Stuhlentleerung nachweisbar sind, diagnostizieren.

Dazu gehören beispielsweise Stuhlentleerungsstörungen wie die Stuhlinkontinenz sowie Beckenboden- und Schließmuskeldysfunktionen.

Indikationen für eine Defäkographie

Eine Defäkographie untersucht die Vorgänge im Darm während des Pressvorgangs der Stuhlentleerung. Bei Verdacht auf Erkrankungen, die mit diesem Vorgang zusammenhängen, kann eine Defäkögraphie wichtige Hinweise bieten.

Zu diesen Erkrankungen gehören etwa

  • Stuhlentleerungsstörungen wie Stuhlinkontinenz, Schmierstuhl oder eine unvollständige Darmentleerung,
  • Schließmuskeldysfunktionen,
  • Beckenbodeninsuffizienz oder Beckenbodensenkung,
  • rektale Schmerzen sowie
  • eine chronische Verstopfung (Obstipation).

Vorbereitung auf eine Defäkographie

Vor der Durchführung einer Defäkographie erfolgt ein ärztliches Aufklärungsgespräch. Der Patient muss zur Defäkographie nicht nüchtern erscheinen und auch eine spezielle Diätvorbereitung ist nicht notwendig. Er sollte aber in den Tagen vor der Defäkographie keine Abführmittel einnehmen.

Im Vorfeld der Defäkographie müssen alle Hohlorgane des Beckens, also

  • der Dünndarm,
  • der Dickdarm und
  • die Harnblase,

mit Röntgenkontrastmittel gefüllt und kontrastiert werden. Damit können die Mediziner später im Röntgenbild genau sehen, wie sich diese Organe während des Stuhlgangs bewegen.

Die Anatomie des Darms
Eine Defäkographie zeigt die Vorgänge der beteiligen Organe während der Stuhlentleerung © Henrie | AdobeStock

Hierzu muss der Patient 24 Stunden sowie zwei bis drei Stunden vor der eigentlichen Defäkographie einen Becher mit Röntgenkontrastmittel trinken. Bei Frauen muss zudem eine Markierung der Vagina erfolgen. Dies geschieht in der Regel mit einem in Kontrastmittel getränkten Tampon.

Durchführung einer Defäkographie

Im Rahmen der eigentlichen Defäkographie wird der Enddarm zunächst mit Röntgenkontrastmittel gefüllt. Das Mittel wird über einen dünnen, über den After eingeführten Schlauch eingebracht.

Anschließend setzt sich der Patient auf einen speziellen Toilettenstuhl vor einem Durchleuchtungsschirm und entleert seinen Darm.

Während des Pressvorgangs und der Darmentleerung werden einzelne Röntgenaufnahmen von den verschiedenen Funktionszuständen angefertigt. Alternativ kann der Vorgang der Darmentleerung auch röntgenologisch als Video aufgezeichnet werden, man spricht dann von einer Videodefäkographie.

Eine Defäkographie dauert insgesamt etwa 20 Minuten und verursacht, abgesehen von einem einsetzenden Stuhldrang, keine Schmerzen. Anschließend wertet ein Radiologe die Aufzeichnungen aus.

Mögliche Komplikationen bei einer Defäkographie

Komplikationen treten bei einer Defäkographie sehr selten auf. Möglich sind

  • Infektionen,
  • Blutungen oder
  • Verletzungen

der Harnblase, der Scheide oder des Enddarms. Zudem können in sehr seltenen Fällen allergische Reaktionen auf das Röntgenkontrastmittel auftreten.

Bis zu etwa einer Woche nach der Defäkographie können weiße Stuhlauflagerungen, die aber harmlos sind, vorkommen.

Beurteilung einer Defäkographie

Die Aufnahmen aus der Defäkographie ermöglichen eine Beurteilung der Bewegungen der Organe und der Motorik der Beckenbodenmuskulatur. So können die Mediziner eventuelle Fehlfunktionen bei der Darmentleerung feststellen.

Durch die Defäkographie-Aufnahmen ist beispielsweise erkennbar, ob

  • der Schließmuskel richtig dicht schließt,
  • sich der Enddarm zur Entleerung aufrichtet und
  • sich Aussackungen des Enddarmes (Rektozelen), Einstülpungen in das Becken (Enterozelen) oder innere Einstülpungen des Enddarms (Intussuszeptionen) bilden.

Auf Basis dieser Beobachtungen kann der Arzt anschließend das Erkrankungsbild eingrenzen und eine Therapieentscheidung treffen.

FAQ

Was ist eine Defäkographie?

Die Defäkographie ist eine funktionelle Untersuchungsmethode der Radiologie zur Beurteilung des Beckenbodens. Während der Untersuchung werden der Enddarm, das Rektum und weitere Beckenorgane beim Pressen und bei der Defäkation dargestellt. Die Untersuchung unterstützt die Diagnostik verschiedener Erkrankungen und liefert wichtige Informationen über die Funktion des Beckenbodens.

Wann wird eine MRT-Defäkographie durchgeführt?

Eine MRT-Defäkographie wird bei entsprechender Indikation eingesetzt, wenn Stuhlentleerungsstörungen, Stuhlinkontinenz oder andere Entleerungsstörungen abgeklärt werden sollen. Die dynamische MRT-Defäkographie eignet sich außerdem bei Verdacht auf Rektozele, Enterozele, Intussuszeption oder eine Beckenbodensenkung. Auch Verlagerungen der Beckenbodenorgane sowie eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur lassen sich diagnostisch beurteilen.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Vor der MRT-Untersuchung wird ein Gel als Kontrastmittel in den Mastdarm beziehungsweise Enddarm eingebracht. Anschließend erfolgt die Untersuchung des Beckenbodens im MRT, teilweise auch im Upright-MRT in sitzender Position oder einer natürlichen Position. Während der Darmentleerung werden die funktionsabhängigen Verlagerungen der Beckenbodenorgane aufgezeichnet. Die Untersuchungsergebnisse ermöglichen eine präzise funktionelle Beurteilung.

Welche Erkrankungen können erkannt werden?

Mit der MRT Defäkographie lassen sich Funktionsstörungen des Beckenbodens, Rektozelen, Enterozelen, Intussuszeptionen sowie Veränderungen von Harnblase, Gebärmutter, Scheide oder Blase oder Enddarm erkennen. Darüber hinaus können strukturellen und funktionellen Veränderungen im Bereich des Beckenbodens sowie eine Beckenbodenschwäche oder Beckenbodenfunktionsstörungen diagnostiziert werden. Die Klassifikation der Befunde unterstützt die weitere Behandlung.

Gibt es Risiken oder Kontraindikationen?

Die Defäkographie gilt als gut verträgliche Untersuchung. Wie bei jeder MRT-Untersuchung bestehen jedoch Kontraindikationen, beispielsweise bestimmte Metallimplantate oder ausgeprägte Klaustrophobie. Der behandelnde Arzt prüft vor der Abklärung, ob die Untersuchung geeignet ist. Eine hohe Bildqualität ist entscheidend, um Veränderungen des Dünndarms, Mastdarmes und der übrigen Beckenorgane zuverlässig beurteilen zu können.

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