Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronisch verlaufende Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis greift das Immunsystem das eigene Schilddrüsengewebe an, wodurch eine Entzündung entsteht. Diese Erkrankung führt häufig zu einer Schilddrüsenunterfunktion, auch Hypothyreose genannt. Typische Symptom sind Müdigkeit, Gewichtszunahme und eine verminderte Leistungsfähigkeit.
Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine der häufigsten Erkrankungen der Schilddrüse und betrifft vor allem Frauen. Antikörper spielen eine zentrale Rolle bei der Zerstörung der Schilddrüsenzellen. Dadurch kommt es zu einer verminderten Produktion von Schilddrüsenhormonen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung ist wichtig, um Beschwerden zu lindern und Folgeschäden zu vermeiden.
Definition: Was ist das Hashimoto Syndrom?
Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, die das Schilddrüsengewebe betrifft. Bei Autoimmunkrankheiten richtet sich das Immunsystem gegen gesunde Teile des eigenen Körpers, statt nur gegen schädliche Zellen.
Die Ursache für die Krankheit steckt im körpereigenen Abwehrsystem. Dieses bekämpft irrtümlich das Schilddrüsengewebe und fügt ihm dadurch Schaden zu. Auf diese Weise kommt es zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse, was wiederum zu einer Schilddrüsenunterfunktion führt.
Gleichzeitig ist Hashimoto die häufigste Form der Schilddrüsenentzündung. Frauen leiden etwa neunmal häufiger an Hashimoto-Thyreoiditis als Männer. Die Krankheit tritt in den meisten Fällen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren auf. Den exotischen Namen verdankt die Krankheit übrigens ihrem Entdecker - dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto.

Die Lage der Schilddrüse im Hals © SciePro | AdobeStock
Symptome bei Hashimoto
Durch die schrittweise Zerstörung des Schilddrüsengewebes kommt es zu einer Schilddrüsenunterfunktion. Betroffene nehmen die damit verbundenen Symptome sehr verschieden wahr. Manchen Patienten haben bereits bei einer leichten Unterfunktion verschiedene Beschwerden. Andere sind auch bei ausgeprägten Veränderungen des Schilddrüsenhormons TSH beschwerdefrei.
Die Erkrankung beginnt in der Regel schleichend und äußert sich zunächst durch unspezifische Beschwerden. Sie können verschiedene Bereiche betreffen:
- Stoffwechsel und Verdauung: Allgemeines Kältegefühl, rasche Gewichtszunahme (selbst bei wenig Essen), Verstopfungen
- Antrieb und Psyche: Müdigkeit, Kraftlosigkeit, depressive Verstimmungen
- Herz- und Kreislaufsystem: Bluthochdruck und langsamer Herzschlag
- Fruchtbarkeit: Impotenz bei Männern, Zyklusstörungen, verringerte Fruchtbarkeit, ein höheres Risiko für Fehlgeburten bei Frauen.
Nur sehr selten treten sämtliche aufgelisteten Beschwerden bei einem Patienten kombiniert auf. Häufig stehen nur einige wenige Symptome im Vordergrund.
Ursachen und Risikofaktoren von Hashimoto
Autoimmunerkrankungen entstehen durch Fehler der körpereigenen Abwehr. Das Immunsystem bekämpft normalerweise nur schädliche Viren oder Bakterien. Das Immunsystem bildet dann Antikörper gegen die Eindringlinge, um sie unschädlich zu machen. Das körpereigene Abwehrsystem wird außerdem aktiv, wenn einzelne Körperzellen stark geschädigt oder infiziert sind und aus diesem Grund beseitigt werden müssen.
Im Falle einer Autoimmunerkrankung reagiert der Organismus jedoch gegen gesundes körpereigenes Gewebe. Bei der Hashimoto-Erkrankung handelt es sich hierbei um die Schilddrüse.
Bisher ist nicht genau bekannt, warum es zu diesem Fehler des Immunsystems kommt. Die Forschung geht davon aus, dass unter Umständen eine virale oder bakterielle Infektion Auslöser für die Autoimmunreaktion sein könnte.
Gesichert ist hingegen, dass die Neigung zur Bildung einer Hashimoto-Thyreoiditis bereits genetisch bedingt ist. So sind Verwandte von Hashimoto-Patienten häufiger betroffen als der Durchschnitt der Bevölkerung.
Weitere Auslöser für Hashimoto können auch
- Umwelteinflüsse,
- emotionale Stresssituationen sowie
- ein Ungleichgewicht im Jodstoffwechsel
sein.
Untersuchung und Diagnose
Zur Diagnose von Hashimoto-Thyreoiditis sind Bluttests und bildgebende Verfahren die besten Mittel.
Ultraschalluntersuchung
Die Untersuchung der Schilddrüse per Ultraschall (Sonographie) ist schmerzfrei und schnell durchzuführen. Damit lassen sich erste Hinweise auf die Erkrankung erkennen.
Im Anfangsstadium zeigen sich nur geringe Änderungen in der Gewebestruktur der Schilddrüse. Diese Veränderungen werden durch die zunehmende Ansammlung von Entzündungszellen im Laufe der Zeit immer ausgeprägter.

Eine Untersuchung der Schilddrüse mittels Ultraschall kann erste Hinweise auf Hashimoto liefern © Kalim | AdobeStock
Antikörper im Blut
In der Regel lassen sich erhöhte Schilddrüsenantikörper-Werte im Blut (TPO-AK, Tg-AK, TRAK) bereits vor Veränderungen der Schilddrüsenfunktion beobachten.
Das Immunsystem bildet irrtümlich sogenannte TPO-Antikörper. Zusätzlich lassen sich im Blut häufig auch Antikörper gegen Thyreoglobulin finden, ein besonderes Eiweiß, das sich in der Schilddrüse befindet.
Hormone
Erstes Anzeichen für eine Unterfunktion der Schilddrüse ist ein Anstieg des TSH-Wertes im Blut.
Zur Einordnung des TSH-Wertes gibt es bestimmte Grenzwerte. Ein TSH-Wert im Bereich von 2,0 bis 3,0 gilt, je nach Befinden und Symptomen, als Normalbereich. Bei Hashimoto und einer Schilddrüsenunterfunktion liegt der TSH-Wert unbehandelt meist deutlich darüber.
Ein leicht höherer oder niedrigerer TSH-Wert kann jedoch individuell der "Wohlfühlbereich" sein. Bei Kinderwunsch sollte der TSH-Wert jedoch niedriger liegen und sich um 1 einpendeln.
Die TSH-Bestimmung ist daher die wichtigste Untersuchung, um eine Unterfunktion der Schilddrüse zu erkennen.
Behandlung von Hashimoto
Die Behandlung von Hashimoto erfolgt mithilfe von Medikamenten. Tabletten ersetzen die Schilddrüsenhormone.
Mit einer guten medikamentösen Einstellung lässt sich bei vielen Patienten Beschwerdefreiheit erzielen. Je ausgeprägter die Unterfunktion der Schilddrüse allerdings ausfällt und umso länger sie anhält, umso mehr Zeit benötigt eine stabile medikamentöse Einstellung.
In der Regel erfolgt die Behandlung bei Hashimoto mit Thyroxin (T4). Dieses ist dem Hormon ähnlich, das von der Schilddrüse selbst ins Blut abgegeben wird. Dabei hat Thyroxin kaum eine Wirkung auf den Stoffwechsel. Es dient als Depot und wird vom Körper langsam abgebaut.
Aus Thyroxin können unterschiedliche Organe die erforderliche Menge an dem Schilddrüsenhormon Trijodthyronin (T3) bilden. Dieses ist für den Stoffwechsel notwendig.
Verlauf und Prognose
Vielfach verläuft Hashimoto ohne Beschwerden. Der Körper ist dann in der Lage, den Hormonspiegel noch eine Zeit lang aufrecht zu erhalten.
Greift die Entzündung die Hormonspeicher in der Schilddrüse an, können größere Mengen an Schilddrüsenhormonen ins Blut gelangen. So wird eine Überfunktion der Schilddrüse ausgelöst.
Das Gewebe der Schilddrüse erleidet dadurch immer mehr Schaden, was seine Funktionsfähigkeit weiter beeinträchtigt. Daraus folgt das Absinken des Schilddrüsenhormonspiegels, was wiederum Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion auslöst.
Hashimoto-Thyreoiditis gilt als eine der häufigsten Ursachen für eine Unterfunktion der Schilddrüse im Erwachsenenalter. Bis heute ist diese Erkrankung nicht heilbar. Mithilfe einer guten medikamentösen Einstellung lässt sich bei vielen Patienten jedoch Beschwerdefreiheit und die Lebenserwartung eines gesunden Menschen erreichen.
Fazit
Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Form einer Autoimmunthyreoiditis und gilt als häufigste Ursache einer Hypothyreose. Für Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis verläuft die Erkrankung meist chronisch, wobei der Verlauf einer Hashimoto-Thyreoiditis individuell unterschiedlich ist. Klinisch zeigen sich typische Symptome sowie Symptome der Schilddrüsenunterfunktion, die früh erkannt werden sollten. Die Diagnose einer Hashimoto-Thyreoiditis basiert vor allem auf dem Nachweis von TPO-Antikörper und der Bestimmung von T3 und T4 sowie Trijodthyronin.
Die Entzündung der Schilddrüse führt langfristig zu einer Vergrößerung der Schilddrüse oder auch zu deren Verkleinern. Die Hashimoto Thyreoiditis ist die häufigste Ursache einer manifesten Hypothyreose und betrifft häufiger als Männer vor allem Frauen. Oft bestehen Zusammenhänge mit anderen Erkrankungen wie Morbus Basedow, Morbus Addison oder Diabetes mellitus Typ 1. Der Begriff Hashimoto-Thyreoiditis geht auf den Arzt Hakaru Hashimoto zurück, der diese Erkrankung erstmals beschrieben hat.
Die Behandlung einer Hashimoto-Thyreoiditis erfolgt in der Regel medikamentös mit Levothyroxin und wird an die aktueller Symptomatik und Befunden therapieren angepasst. Die Therapie der Wahl besteht darin, den Hormonmangel auszugleichen, da eine kausale Therapie des zugrunde liegenden Prozesses bisher nicht möglich ist. Ergänzend wird Selen bei der Hashimoto-Thyreoiditis diskutiert, insbesondere bei einem Teil der Patienten. Die Behandlung der latenten Hypothyreose erfolgt individuell, abhängig von Beschwerden und Laborwerten.
Bei vielen betroffenen mit Hashimoto-Thyreoiditis kommt es zu Beginn der Erkrankung zu unspezifischen Beschwerden, bevor sich weitere Symptome entwickeln. Die meisten Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis können bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung eine gute Lebensqualität erreichen. Wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle, da denen wiederum die Hashimoto-Thyreoiditis langfristig Veränderungen verursacht. Patienten mit einer Hashimoto-Thyreoiditis sollten engmaschig betreut werden, da die Erkrankung unterschiedlich fortschreiten kann.
Die Diagnose der Hashimoto-Thyreoiditis und die Behandlung orientiert sich stets an individuellen Faktoren. Die Inzidenz der Hashimoto-Thyreoiditis zeigt, dass es sich um eine häufige Erkrankung handelt. Insgesamt gilt, dass die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Ursache hormoneller Funktionsstörungen der Schilddrüse und daher frühzeitig erkannt werden sollte.
FAQ
Was ist die Hashimoto-Thyreoiditis?
Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, bei der das Immunsystem das Schilddrüsengewebe angreift. Dies führt häufig zu einer Schilddrüsenunterfunktion.
Welche Symptome treten bei Hashimoto-Thyreoiditis auf?
Typische Symptom sind Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit und Konzentrationsprobleme. Diese Symptome der Schilddrüsenunterfunktion entwickeln sich meist schleichend.
Wie wird Hashimoto diagnostiziert?
Die Diagnose einer Hashimoto-Thyreoiditis erfolgt durch Blutuntersuchungen, bei denen Antikörper sowie TSH und Schilddrüsenhormone bestimmt werden. Ergänzend kann eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse erfolgen.
Wie wird die Hashimoto-Thyreoiditis behandelt?
Die Behandlung einer Hashimoto-Thyreoiditis erfolgt meist durch die Einnahme von L-Thyroxin, um den Hormonmangel auszugleichen. Ziel ist es, die Schilddrüsenhormone im Körper zu normalisieren.
Ist Hashimoto heilbar?
Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Erkrankung und nicht heilbar. Mit der richtigen Behandlung können die Symptome jedoch gut kontrolliert werden.
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Über den Fachautor
Sabine Schneider
Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.
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