Pleuratumoren (Brustfelltumoren) sind Geschwulste des Brustfells. Dieses besteht aus den Pleurablättern, dem Rippenfell und dem Lungenfell. Es schützt die Lunge und ermöglicht die Atmung.
Bei der Pleurakarzinose ist das Brustfell im Rahmen einer Krebserkrankung von Metastasen befallen @ stockdevil /AdobeStock
Primäre Pleuratumoren entstehen direkt im Brustfell und sind äußerst selten. Etwa drei Prozent aller Pleuratumoren sind primär, wobei 80 Prozent vom Lungenfell und 20 Prozent vom Rippenfell ausgehen. Diese Tumoren werden oft mit einer Asbestexposition in Verbindung gebracht.
Dahingegen entstehen sekundäre Pleuratumoren infolge einer Streuung von Krebszellen (Metastasierung) aus anderen Krebserkrankungen. Insbesondere Lungenkrebs oder Brustkrebs. Diese sekundären Pleuratumoren bezeichnen Experten auch als Pleurakarzinosen. Sie machen etwa 97 Prozent aller Brustfelltumoren aus.
Pleuratumoren bleiben oft „stumm“, sodass mehr als die Hälfte der Betroffenen keine Symptome zeigt.
Treten Symptome auf, sehen sie folgendermaßen auf:
- Schmerzen im Brustkorb
- Atemnot
- Chronischer Husten
- Zu den Krebssymptomen im fortgeschrittenen Stadium zählen:
- Müdigkeit
- Erschöpfungszustände
- Verminderte Leistungsfähigkeit
- Appetitlosigkeit
- Ungewollter Gewichtsverlust
Eine häufige Komplikation der Pleurakarzinose ist der Pleuraerguss, der die Atmung zusätzlich erschwert und starke Atemnot hervorrufen kann. Der maligne Pleuraerguss zeigt eine bereits fortgeschrittene Tumorerkrankung oder Pleurakarzinose an.
Die Diagnose erfolgt durch klinische Untersuchungen und verschiedene bildgebende Verfahren wie:
Eine Gewebeprobe (Biopsie) ist am Ende entscheidend, um zwischen gut- und bösartigen Tumoren der Pleura unterscheiden zu können. Jedoch auch, um bösartige Pleurakarzinosen vor dem Therapiestart besser zu charakterisieren. Eine solche Gewebeprobe findet im Rahmen einer Brustkorbspiegelung (Thorakoskopie) statt.
Da klassischen Pleurakarzinosen meist Metastasierungen von anderen Tumoren sind, müssen Ärzte zunächst den Primärtumor finden und untersuchen. Am häufigsten sind Primärtumoren in Brust, Lunge oder Haut zu finden.
Die Therapie von Pleuratumoren erfordert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Facharztgruppen:
Sie arbeiten alle als Pleurakarzinose-Spezialisten zusammen, um individuelle Behandlungspläne für den Patienten zu erstellen. Die Pleurakarzinosen müssen Ärzte meist operativ entfernen. Eine regelmäßige Nachsorge ist anschließend wichtig, um Rückfälle (Rezidive) frühzeitig zu erkennen.
Beim Eingriff steht die partielle oder die totale Pleurektomie zur Verfügung. Das bedeutet, dass Ärzte das Brustfell teilweise oder ganz entfernen. Durch die teilweise oder vollständige Entfernung des Brustfells bessert sich schließlich die Atemnot (Dyspnoe) der Patienten.
Die Prognose bei Pleuratumoren ist sehr unterschiedlich, da sie vom Tumorcharakter und vom Grundleiden abhängt.
Besteht bereits ein maligner Pleuraerguss, kommen meist nur noch palliative Therapien zum Einsatz. Eine Heilung ist aufgrund der fortgeschrittenen Erkrankung nicht mehr möglich.
Eine Maßnahme ist in solchen Fällen beispielsweise die Drainage des Pleuraergusses. So kann die Flüssigkeit abfließen und die Atmung ist für den Patienten leichter.
Der Pleurakarzinose lässt sich nicht mit spezifischen Maßnahmen vorbeugen. Dennoch ist das Vermeiden von Risikofaktoren wie z. B. Rauchen wichtig, um das Krebsrisiko allgemein zu senken.
Die Früherkennung der Pleurakarzinose erfolgt durch aufmerksames Handeln bei anhaltendem Husten oder Brustschmerzen. In diesen Fällen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
Die Pleurakarzinose ist eine komplexe Erkrankung, die eine sorgfältige und möglichst frühe Diagnose benötigt. Je nach Erkrankungsstadium ist eine individuell angepasste Therapie bzw. eine palliativmedizinische Versorgung notwendig.
Was ist eine Pleurakarzinose?
Eine Pleurakarzinose beschreibt Metastasen eines bösartigen Tumors in der Pleura oder im Rippenfell. Häufig entsteht der Befall durch Brustkrebs, Lungenkrebs oder andere Tumorerkrankungen. Die Ausbreitung der Krebszelle im Brustfell führt oft zu einem malignen Pleuraerguss.
Welche Symptome verursacht eine Pleurakarzinose?
Typische Symptome der Pleurakarzinose sind Atemnot, Luftnot, Husten und Schmerzen im Brustkorb. Durch die Flüssigkeitsansammlung im Pleuraspalt kann sich ein Pleuraerguss entwickeln. Beschwerden wie Atemnot treten besonders im fortgeschrittenen Stadium auf.
Wie wird eine Pleurakarzinose diagnostiziert?
Zur Diagnose Pleurakarzinose gehören Diagnostik mittels Röntgenuntersuchung, Ultraschalluntersuchung und CT. Zusätzlich werden häufig Gewebeprobe, Pleurapunktion oder Biopsie durchgeführt. Damit lässt sich der Befall der Pleura und die Art der Tumorzelle genauer bestimmen.
Welche Therapie gibt es bei Pleurakarzinose?
Die Therapie der Pleurakarzinose richtet sich nach Primärtumor, Ausbreitung und allgemeinem Zustand der Patientinnen und Patienten. Behandlungskonzepte der Pleurakarzinose mit malignem Pleuraerguss umfassen Chemotherapie, Pleurodese, Thoraxdrainage und chirurgisch unterstützte Eingriffe. Auch ein minimalinvasiven Eingriff kann zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen.
Wie ist die Prognose bei einer Pleurakarzinose?
Die Pleurakarzinose hat insgesamt eine schlechte Prognose, da sie meist bei einer fortgeschrittenen Krebserkrankung auftritt. Entscheidend sind die Art des ursprünglichen Tumors, das Wachstum des Tumors und die Ausbreitung der Metastasen. Moderne Therapieansätze können jedoch Symptome lindern und die Lebensqualität verbessern.