Mastodynie bezeichnet Schmerzen in den Brüsten, die besonders häufig bei Frauen im gebärfähigen Alter auftreten. Die Brustschmerzen können zyklisch mit dem weiblichen Zyklus verbunden oder unabhängig vom Menstruationszyklus vorhanden sein. Bei einer zyklusabhängigen Mastodynie spielen hormonelle Veränderungen von Östrogen und Progesteron eine wichtige Rolle.
Typische Beschwerden sind ein Spannungsgefühl, eine erhöhte Berührungsempfindlichkeit und unterschiedlich starke Schmerzen der Brüste. Häufig verstärken sich die Symptome in der zweiten Zyklushälfte und lassen mit dem Einsetzen der Menstruation wieder nach. Eine Mastodynie ist überwiegend gutartig, dennoch können verschiedene Ursachen wie eine Zyste, Mastopathie oder andere Brusterkrankungen zugrunde liegen.
Neu aufgetretene oder anhaltende Brustschmerzen sollten deshalb insbesondere bei zusätzlichen Veränderungen der Brust gynäkologisch abgeklärt werden.
Was ist eine Mastodynie?
Spüren Sie ein schmerzhaftes Ziehen oder eine erhöhte Sensibilität beim Berühren der Brust? Dann liegt oft eine Mastodynie vor. Mitunter kommen ein Brennen, ein Stechen oder tastbare Knoten hinzu. Diese spezifischen Beschwerden sind besonders bei Frauen im Alter zwischen 35 und 55 Jahren anzutreffen.
Solche Spannungsgefühle im Brustbereich verweisen auf vielerlei Ursachen. Meist treten die Schmerzen kurz vor oder während der Regelblutung (Menstruation) auf. Denn in der letzten Phase dieses biologischen Rhythmus der Frau sind starke Hormonschwankungen häufig. So kommt es öfters zur Konzentration von Wasser im Brustgewebe, was gewöhnlich zu den unangenehmen Schwellungen führt.

Zwei von drei Frauen leiden unter Mastodynie @ motortion /AdobeStock
Wie wirken sich diese Beschwerden auf Betroffene aus?
Da sich eine zyklische Mastodynie zumeist mehrere Tage hinzieht, zeigen sich oft physische beziehungsweise psychische Folgekomplikationen.
Außer Schmerzattacken und Entzündungen in den Brüsten leiden Frauen kurz vor der Menstruation an Migräne oder Rückenschmerzen. Diese Beschwerden zählen zum typischen prämenstruellen Syndrom.
Einige Frauen sind depressiv oder reizbar. Es tritt eine ausgeprägte Instabilität in der Stimmungslage auf. Neben der Nervosität stellt sich ebenso ein gestörter Antrieb ein.
Welche Risikofaktoren gibt es bei der Mastodynie?
Für die Symptome der Mastodynie sind sowohl gynäkologische als auch ganz andere Auslöser in Betracht zu ziehen. Ein rein gynäkologischer Risikofaktor für das Verursachen von Brustschmerzen ist die Mastopathie. Diese betrifft circa 50 Prozent aller Mädchen und Frauen.
Bei der Mastopathie geht es um eine Modifikation der Brust, die nicht auf ein Wachstum von Gewebe zurückzuführen ist. In der Regel handelt es sich eher um einen degenerativen Rückbau im Zellgewebe der Brustdrüsen.
Als Ursache liegen Störfaktoren im Hormongleichgewicht vor. Öfter ein Zuviel an Östrogenen. Die Balance zwischen dem Östrogen und dem Progesteron fehlt, wobei sich Letzteres im Gelbkörper und im Mutterkuchen bildet. Außer dem Mangel an Progesteron wirkt sich ebenso die Pille nachteilig auf den Hormonhaushalt aus. Darüber hinaus ist ein Defizit an Hormonen aus der Schilddrüse problematisch.
Wie untersuchen Gynäkologen die Mastodynie?
Anfänglich findet für die Diagnose eine Anamnese statt. Im Gespräch erfragt der Gynäkologe zunächst die Art des Zyklus und erkundigt sich nach Schwangerschaften.
Anschließend stellt der Facharzt Fragen zur Einnahme von Medikamenten. Hierzu zählt speziell die Pille als Verhütungsmittel. Gern möchte der Arzt schließlich noch Auskünfte über Fälle von Brustkrebs in der Herkunftsfamilie erlangen. Zuletzt sind noch die Art und das lokale Auftreten Ihrer Brustbeschwerden wichtig.
Zweckmäßig ist es, wenn Sie monatlich ein Tagebuch zu Ihren Brustschmerzen führen. Auf diese Weise kann der Arzt einen Zusammenhang zur Periode erkennen.
Bei einer genaueren Untersuchung tastet Ihr Frauenarzt die Brüste ab. Am Anfang des Zyklus ist die Brust normalerweise weicher und nicht so schmerzempfindlich. Deswegen ist gerade dieses Zeitfenster für die Diagnose optimal. Ebenfalls untersucht der Fachmediziner noch die Lymphgefäße unter dem Schlüsselbein und in den Achselhöhlen.
Mittels Röntgen und Ultraschall erkennt der Gynäkologe Abszesse, Zysten, Tumore und erweiterte Milchgänge. Diese Medizintechnik zielt auf den Ausschluss ernsterer Krankheiten ab.

Ultraschalluntersuchung bei Mastodynie @ Yakobchuk Olena /AdobeStock
Welche Möglichkeiten gibt es für eine wirksame Therapie?
Für eine Therapie der zyklusbedingten Mastodynie sind unterschiedliche Therapiemethoden verfügbar. Je nach Dauer und Stärke der typischen Symptome variieren diese. Der Einsatz eines Gels mit dem Hormon Progesteron auf der schmerzenden Brust stellt meist eine erfolgreiche Therapie dar.
Generell geht es darum, auf der hormonellen Ebene den Überschuss an Östrogen während der zweiten Zyklushälfte zu reduzieren. Die Gabe eines Ovulationshemmers erweist sich hier gerade bei jüngeren Frauen als effektiv und lindert die Symptome der Mastodynie.
Bei extremen Verläufen der zyklusbedingten Brustschmerzen ist eine Therapie mit Danazol günstig. Das Danazol stellt einen Abkömmling des Testosterons dar, das eine Freisetzung des Follikelhormons FSH bewirkt. Es gibt aber auch Nachteile, die zu androgenen Effekten führen. Für leichtere Symptome sind pflanzliche Wirkstoffe eine gute Option.
Dazu gehören:
- Natives Öl von Leinsamen
- Mönchspfeffer
- Nachtkerzenöl
- Vitamin E
Fazit: Verlauf und Prognose der Mastodynie
Die typischen Symptome einer Mastodynie klingen nach dem Einsetzen der Menstruation schnell wieder ab. Doch ist es ratsam, bei stärkeren Beschwerden einen Gynäkologen aufzusuchen. Generell sind Behandlungen mit einem spezifischen Progesterongel erfolgreich.
FAQ
Was ist Mastodynie und welche Symptome treten auf?
Mastodynie bezeichnet Schmerzen in den Brüsten und wird teilweise auch als Mastalgie bezeichnet. Typische Symptome sind Brustschmerzen, Brustspannen, ein Druckgefühl und eine erhöhte Berührungsempfindlichkeit der Brust. Die Brüste können sich außerdem geschwollen oder besonders empfindlich anfühlen. Häufig handelt es sich um eine zyklusbedingte Mastodynie, deren Beschwerden vor der Menstruation stärker werden. Eine solche zyklische Mastodynie ist meistens gutartig.
Warum treten Brustschmerzen in der zweiten Zyklushälfte auf?
Brustschmerzen in der zweiten Zyklushälfte stehen häufig mit hormonellen Veränderungen im weiblichen Zyklus in Verbindung. Die Sexualhormone Östrogen und Progesteron beeinflussen das Brustgewebe und können Flüssigkeitseinlagerungen beziehungsweise Ödeme begünstigen. Nach dem Eisprung verändert sich außerdem die Aktivität des Gelbkörpers. Dadurch können sich die Brüste gespannt und empfindlich anfühlen. Zyklusabhängige Brustschmerzen können auch im Rahmen des prämenstruellen Syndroms (PMS) auftreten und lassen typischerweise mit dem Einsetzen der Menstruation nach.
Welche möglichen Ursachen hat eine zyklusunabhängige Mastodynie?
Eine zyklusunabhängige Mastodynie kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise Veränderungen des Brustgewebes, eine Zyste, Mastopathie oder andere Erkrankungen der Brust. Auch Beschwerden aus Muskeln oder dem Brustkorb können als Brustschmerz wahrgenommen werden. Treten zusätzlich ein Knoten in der Brust, Veränderungen der Brustwarze oder andere auffällige Symptome auf, sollte dies ärztlich abgeklärt werden. Brustschmerzen allein sind nur selten ein Anzeichen für Brustkrebs, dennoch sollte insbesondere eine neue oder anhaltende Beschwerde untersucht werden.
Was kann Mastodynie und Brustschmerzen lindern?
Welche Behandlung die Mastodynie lindern kann, hängt von der Ursache und der Stärke der Beschwerden ab. Bei zyklusbedingten Brustschmerzen kann bereits das Tragen eines gut sitzenden BHs angenehm sein. In der Gynäkologie können bei starken Beschwerden weitere Behandlungsmöglichkeiten geprüft werden. Dazu können nach individueller ärztlicher Beurteilung beispielsweise Schmerzmittel wie Ibuprofen oder bestimmte hormonell wirksame Behandlungen gehören. Auch Mönchspfeffer wird bei zyklusabhängigen Beschwerden eingesetzt, seine Einnahme sollte jedoch insbesondere bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme ärztlich beziehungsweise pharmazeutisch abgeklärt werden.
Wann sollte man mit Brustschmerzen zum Arzt gehen?
Patientinnen mit Brustschmerzen sollten eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, wenn starke Schmerzen neu auftreten, länger anhalten oder deutlich zunehmen. Eine gynäkologische Untersuchung ist ebenfalls wichtig, wenn ein Knoten in der Brust, Veränderungen der Brustwarze, eine auffällige Schwellung oder andere ungewöhnliche Brustbeschwerden hinzukommen. Auch zyklusunabhängige Brustschmerzen sollten bei anhaltenden Beschwerden abgeklärt werden. In der Gynäkologie lässt sich beurteilen, ob eine gutartige Veränderung oder eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt.
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Über den Fachautor
Sabine Schneider
Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.
Vollständiges Expertenprofil ansehen →Quellen
https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/brusterkrankungen-gutartig/mastodynie-schmerzen-in-der-brust/
https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/166668/1/Ursachen-Abklaerung-und-Behandlung-der-Mastodynie.pdf
https://www.onmeda.de/krankheiten/brustschmerzen.html
https://www.progesteron.de/therapie/brustschmerzen/
