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Wenn jeder Schritt schmerzt: Moderne Therapien bei Sprunggelenksarthrose

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Sabine Schneider · 12. Februar 2026

Das Knie und die Hüfte sind die "Klassiker" beim Gelenkverschleiß. Doch auch das Sprunggelenk trägt unser gesamtes Körpergewicht – und ist anfälliger als man denkt. Eine Sprunggelenksarthrose (OSG-Arthrose) entwickelt sich oft schleichend, führt aber langfristig zu massiven Einschränkungen im Alltag. Wo früher oft nur die Versteifung des Gelenks als letzte Lösung galt, bieten moderne Endoprothesen heute neue Perspektiven für mehr Beweglichkeit.

Moderne Therapien bei Sprunggelenksarthrose

Anders als Knie und Hüfte: Die Ursachen

Während Arthrose an Knie oder Hüfte oft altersbedingter Verschleiß ist, hat die Sprunggelenksarthrose meist eine konkrete Vorgeschichte. In etwa 80 % der Fälle ist sie die Spätfolge eines Unfalls (posttraumatische Arthrose). Das kann ein komplizierter Knöchelbruch sein, der Jahre zurückliegt, oder chronische Instabilität durch häufiges Umknicken (Bänderrisse). Das Tückische: Auch wenn die Verletzung längst verheilt scheint, kann durch kleinste Fehlstellungen oder Knorpelschäden über Jahre hinweg eine Arthrose entstehen. Der Knorpel nutzt sich ab, der Gelenkspalt verschmälert sich, und Knochen reiben schmerzhaft aufeinander.

Typische Warnsignale

  • Anlaufschmerz: Die ersten Schritte morgens oder nach langem Sitzen sind steif und schmerzhaft.

  • Belastungsschmerz: Nach längeren Spaziergängen schwillt der Knöchel an und schmerzt.

  • Bewegungseinschränkung: Das Abrollen des Fußes fällt zunehmend schwerer, was oft zu einem hinkenden Gangbild führt.

Therapie: So lange wie möglich gelenkerhaltend

In frühen Stadien versuchen Orthopäden immer, das Gelenk zu erhalten. Konservative Maßnahmen wie spezielle Einlagen, physikalische Therapie oder entzündungshemmende Spritzen (z. B. Hyaluronsäure oder Kortison) können die Beschwerden oft lange lindern. Auch eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) kann helfen, indem störende Knochenkanten oder entzündetes Gewebe minimalinvasiv entfernt werden ("Gelenktoilette").

Wenn nichts mehr geht: Versteifung oder Prothese?

Ist der Knorpel komplett zerstört (Arthrose Grad 4), stehen Patienten vor der Entscheidung: Versteifung (Arthrodese) oder künstliches Gelenk (Prothese)?

  1. Die Versteifung (Arthrodese): Sie gilt nach wie vor als "Goldstandard" für dauerhafte Schmerzfreiheit und hohe Belastbarkeit. Dabei werden Schienbein und Sprungbein fest miteinander verbunden. Vorteil: Das Gelenk ist extrem stabil und schmerzfrei. Patienten können meist wieder normal gehen, da die benachbarten Fußgelenke die Bewegung teilweise kompensieren. Nachteil: Die Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk geht verloren. Das kann langfristig zu Überlastungsschäden in den Nachbargelenken führen.

  2. Die Sprunggelenksprothese: Moderne 3-Komponenten-Prothesen haben die Versorgung revolutioniert. Sie bestehen aus Metallkomponenten für Schienbein und Sprungbein sowie einem gleitfähigen Kunststoffkern dazwischen. Vorteil: Das natürliche Gangbild bleibt erhalten. Die Nachbargelenke werden geschont. Geeignet für: Patienten mit guter Knochenqualität, die nicht schwer körperlich arbeiten, aber ihre Mobilität erhalten wollen (z. B. beim Wandern oder Radfahren).

Fazit: Individuelle Entscheidung

Es gibt nicht "die eine" beste Lösung. Ob Versteifung oder Prothese besser geeignet ist, hängt vom Alter, dem Aktivitätslevel und der Knochenbeschaffenheit ab. Spezialisierte Fußchirurgen können heute oft maßgeschneiderte Lösungen anbieten, damit Patienten wieder festen Boden unter den Füßen haben – ohne Schmerz bei jedem Schritt.

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Über den Fachautor

Sabine Schneider

Chefredakteurin

Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.

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