Brustwiederaufbau mit DIEP-Flap: Infos & DIEP-Flap-Spezialisten

Die DIEP-Flap-Methode ist eine Methode der Brustrekonstruktion, bei der Eigengewebe verwendet wird. Die Brust wird dabei mit einem Unterbauchhautfettgewebslappen rekonstruiert. Die Rekonstruktion der Brust mit einem solchen DIEP-Flap ist ein technisch sehr anspruchsvolles Verfahren. Der Vorteil ist ein besonders natürliches Rekonstruktionsergebnis.

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen sowie qualifizierte DIEP-Flap-Spezialisten.

Empfohlene DIEP-Flap-Spezialisten

Artikelübersicht

Brustwiederaufbau mit DIEP-Flap - Weitere Informationen

Wann ist ein Brustwiederaufbau notwendig?

Jährlich erkranken in Deutschland 45.000 Frauen an Brustkrebs. Von diesen Frauen können circa 70 Prozent brusterhaltend operiert und therapiert werden.

Doch in circa 30 Prozent der Fälle muss die Brustdrüse komplett entfernt werden. Die Entfernung der Brust ist für viele Betroffene ein großer Verlust, da ihre Brüste für sie ein wichtiger Teil ihres Selbstbildes als Frau sind.

Für sie ist der Entschluss zum Brustwiederaufbau gleichzeitig ein entscheidender Schritt zu neuer Lebensqualität.

Brustrekonstruktion nach Brustentfernung
Nach der Abnahme einer Brust aufgrund von Brustkrebs wünschen sich viele Betroffene eine Brustrekonstruktion © Akarat Phasura | AdobeStock

Brustrekonstruktion durch Eigengewebe mit der DIEP-Flap-Methode

Ziel eines Brustwiederaufbaues ist es, eine dauerhaft natürliche Form und weiche Konsistenz der Brust zu erreichen. Verschiedene Verfahren stehen dafür zur Verfügung. Am besten gelingt die Brustrekonstruktion mit Eigengewebe.

Früher wurde dafür entweder der große Rückenmuskel oder der gerade Bauchmuskel verwendet. An spezialisierten Zentren muss dafür heute aber kein Muskel mehr geopfert werden. Stattdessen verwendet man einen Unterbauchhautfettlappen – den sog. DIEP-Flap (Deep Inferior Epigastric artery Perforator flap).

Wer eignet sich für eine DIEP-Flap-Operation?

Die Behandlung der Krebserkrankung sollte vor einer DIEP-Flap-Operation abgeschlossen sein (außer Hormontherapie).

Die DIEP-Flap-Methode ist eine länger dauernde, technisch sehr anspruchsvolle Operation. Daher dürfen die Patientinnen keine wesentlichen Einschränkungen der Herz-Kreislauf- und Lungenfunktion aufweisen. Gegebenenfalls sollten sie vor der DIEP-Flap-Operation diesbezüglich nochmals speziell untersucht und medikamentös therapiert werden.

Nikotin verschlechtert die Durchblutung. Daher ist es angeraten, das Rauchen mindestens 3 Monate vor der DIEP-Flap-Operation aufzugeben. Bestimmte Medikamente sollten - nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt - vor der Operation nicht eingenommen werden.

Die Patientinnen sollten ihren behandelnden Arzt über eventuelle Allergien und alle bekannten Nebenerkrankungen und Voroperationen am Bauch (z.B. Fettabsaugungen) informieren.

Vorgehen bei der DIEP-Flap-Operation

Die Operation mit der DIEP-Flap-Methode erfolgt in Vollnarkose. Die Brust wird aus Unterbauchhautfettgewebe unter Schonung der Bauchwandmuskulatur rekonstruiert.

1 bis 2 mm kleine Blutgefäße sind für die Durchblutung des Unterbauchhautfettgewebes verantwortlich. Diese kleinen Blutgefäße werden mikrochirurgisch präpariert und dargestellt. Sie geben diesem Lappen auch ihren Namen: DIEP-Flap – Deep Inferior Epigastric artery Perforator flap.

Dieser Unterbauchhautfettlappen wird bei der DIEP-Flap-Operation vollständig von der Bauchwand gelöst. Anschließend wird daraus die Brust geformt. Die kleinen Blutgefäße verbindet der Operateur unter dem Mikroskop mit den Gefäßen der Brustwand.

Durch die DIEP-Flap-Operation entsteht ein Defekt am Unterbauch. Dieser wird durch Straffung der Oberbauchhaut – wie bei einer Bauchdeckenplastik – verschlossen. Die Bauchmuskeln werden bei dieser modernen DIEP-Flap-Methode nicht mehr mitgenommen. Der Nabel wird in der gestrafften Haut neu platziert.

Die Rekonstruktion der Brustwarze erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Vor- und Nachbehandlung einer DIEP-Flap-Operation

Eine Eigenblutspende wird 4 und 8 Wochen vor der Operation angeboten. Die Patientinnen üben dann bereits auch spezielle isometrische Muskelübungen.

Die Patientin führt vor dem Eingriff noch ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit dem Operateur. Es beinhaltet eine sorgfältige Aufklärung über mögliche Operationsrisiken der DIEP-Flap-Methode.

Am Vortag der DIEP-Flap-Operation erfolgen in der Klinik notwendige Voruntersuchungen. Oftmals ist dabei eine Ultraschalluntersuchung von

  • Brust,
  • Brustwand und
  • Bauchdecke

vorgesehen. Dabei markieren die Ärzte mittels Duplexsonographie die Perforatorgefäße und zeichnen sie entsprechend an.

Nach der DIEP-Flap-Operation ist eine Bettruhe von 5 Tagen einzuhalten. Die Patientinnen erhalten durchblutungsverbessernde Medikamente. Auch während der Bettruhe sollten sie ihre isometrischen Muskelübungen weiter durchführen.

Die Drainagen werden nach durchschnittlich 3 bis 5 Tagen gezogen. 10 bis 14 Tage nach der DIEP-Flap-Operation können Sie bei normalem Verlauf nach Hause entlassen werden.

Die Zeitdauer bis zur völligen Regeneration nach einer DIEP-Flap-Operation hängt vom individuellen Fall ab. 8 bis 12 Wochen sollten sich Patientinnen körperlich schonen. Danach können die sportlichen Betätigungen langsam gesteigert werden.

Die meisten Hautnähte bestehen aus resorbierbarem Nahtmaterial, das vom Körper aufgenommen wird. Lediglich die Fäden um den Bauchnabel herum werden nach etwa 2 bis 3 Wochen gezogen. Es empfiehlt sich eine Narbenpflege und Massage mit fetthaltigen Salben, z.B. Panthenol. Die frischen Narben sollte vor UV-Licht geschützt werden.

Die Rekonstruktion der Brust mit dem DIEP-Flap ist ein technisch sehr anspruchsvolles Verfahren. Die Vorteile sind die natürlichen Rekonstruktionsergebnisse und der meist unkomplizierte Langzeitverlauf.

Die Tumornachsorge kann problemlos sonographisch oder in besonderen Fällen kernspintomographisch erfolgen.

Welche Komplikationen und Risiken birgt die DIEP-Flap-Operation?

Das Hauptrisiko bei der Operation mit der DIEP-Flap-Methode ist eine mangelhafte Durchblutung des DIEP-Lappens. In diesem Fall ist mit einem Verlust des Unterbauchhautfettlappens zu rechnen. Diese Komplikation tritt bei 1 bis 2 Prozent der Patientinnen auf.

Ansonsten gelten – wie für anderen Operationen – allgemeine Operationsrisiken wie

  • Wundinfektionen,
  • Blutungen,
  • Blutergüsse,
  • Verletzung von Nachbarstrukturen,
  • Narbenbildung,
  • Sensibilitätsstörungen,
  • Lymphabflussstörungen,
  • Thrombose- und Embolierisiko etc.

Eine Korrekturoperation ist nach einer DIEP-Flap-Operation oft erforderlich, um ein optimales ästhetisches Endresultat zu erlangen.

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