Die Gebärmutterentfernung (Uterusentfernung, Hysterektomie, Uterusexstirpation) gehört zu den häufigsten Eingriffen innerhalb der Gynäkologie. Bei einigen Erkrankungen gibt es Alternativen zu dieser Operation. Gebärmutterkrebs hingegen macht zumeist eine radikale Entfernung des Uterus (Gebärmutter) notwendig (totale Hysterektomie). Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Spezialisten und Zentren, um sich über die Vor- und Nachteile, alternative Behandlungsmöglichkeiten und etwaige Komplikationen zu informieren.
Empfohlene Spezialisten für Gebärmutterentfernung
Kurzübersicht:
Die Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) ist einer der häufigsten gynäkologischen Eingriffe. Gründe sind gutartige Erkrankungen wie Myome, Blutungsstörungen oder Endometriose sowie bösartige Tumoren wie Gebärmutterkrebs. Je nach Befund erfolgt die Entfernung abdominal, vaginal oder minimal-invasiv (laparoskopisch). Eine komplette Entfernung schließt Gebärmutterkörper und -hals ein, bei Krebs oft auch Eierstöcke und Lymphknoten. Folgen sind der Verlust der Gebärfähigkeit und – je nach Ausmaß – das Ausbleiben der Menstruation. Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe führen den Eingriff durch.
Artikelübersicht
Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) - Weitere Informationen
Wann ist eine Gebärmutterentfernung angezeigt?
Die Entfernung wird sowohl bei gutartigen als auch bösartigen gynäkologischen Erkrankungen durchgeführt. Die häufigsten Gründe für diese Operation sind
- Myome der Gebärmutter
- Blutungsstörungen,
- Endometriose (Verwachsungen von Gewebe im Bauch und Beckenraum)
- im Rahmen einer Senkungsoperation,
- Schmerzen im Unterbauch und
- Gebärmutterhalskrebs, Gebärmutterkrebs, Eileiterkrebs oder Eierstockkrebs.
- extreme Blutungen nach einer Geburt

Lage und Größe der Gebärmutter im weiblichen Körper © SciePro | AdobeStock
Die meisten der vorkommenden Myomen müssen i.d.R. nur operiert werden, wenn sie Beschwerden verursachen. Zu diesen Beschwerden gehören
- Druck auf andere Organe,
- Blutungsstörungen,
- Schmerzen,
- Mangel an roten Blutkörperchen,
- Infektionen des Organs.
Bei Schmerzen im kleinen Becken / Unterbauch muss zunächst die Ursache genau abgeklärt werden. Vor der Operation muss herausgefunden werden, ob die Ursache dadurch behoben ist.
Eine Gebärmutterentfernung muss nicht immer sein. So stehen beispielsweise im Fall von Gebärmuttermyomen auch uteruserhaltende Therapien zur Verfügung, darunter
- Myomenukleation,
- hochfokussierter Ultraschall,
- Myomembolisation,
- medikamentöse Therapie.
Nicht selten stehen Frauen vor der Wahl, mit leichteren Schmerzen und kleineren Problemen zu leben oder die Gebärmutter entfernen zu lassen. Vor dem Entschluss für eine radikale (vollständige) Hysterektomie sollten sich Patientinnen ausführlich von ihrem Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe beraten lassen.
Von den Gründen der Gebärmutterentfernung ist abhängig, welcher Zugang gewählt wird.
Operationsmethoden
Eine Möglichkeit ist die subtotale Hysterektomie (oder auch suprazervikale Hysterektomie). Hier wird nur der Gebärmutterkörper entfernt, damit der Zervix/ Gebärmutterhals erhalten bleibt.
Bei der kompletten Gebärmutterentfernung wird einschließlich des Gebärmutterhalses entfernt und somit der gesamte Gebärmutterkörper und -hals herausgenommen. Diese Form der Hysterektomie kommt in den meisten Fällen vor.
Noch weiter geht die radikale Hysterektomie, die bei Gebärmutterkrebs vorgenommen wird. Hierbei kommt es zur Entfernung von
- Gebärmutterkörper,
- Gebärmutterhals,
- dem oberen Teil der Scheide sowie
- einem Großteil des Halteapparats
- zusätzlich, je nach Ausgangsbefund, ebenso Eileiter und/oder Eierstöcke
Bei bösartigen Krebserkrankungen ist in vielen Fällen auch die Entfernung der Lymphknoten im Becken und entlang der Bauchschlagader notwendig. Zudem müssen oft die Eierstöcke und Eileiter ebenfalls mit entfernt werden. Ob dies bei gutartigen Erkrankungen sinnvoll ist, muss individuell entschieden werden.
Durchführung einer Gebärmutterentfernung
Nach dem Zugangsweg werden vier verschiedene Methoden zur operativen Entfernung der Gebärmutter unterschieden:
- Abdominale Hysterektomie (über Bauchschnitt)
- Vaginale Hysterektomie (von der Vagina aus)
- Endoskopische Hysterektomie (über Bauchspiegelung)
- Laparoskopisch assistierte vaginale Hysterektomie (Kombination der Operation von der Scheide aus mit einer Bauchspiegelung)
Welcher Zugangsweg vom Gynäkologen gewählt wird, hängt u.a. von der Erkrankung, der Größe der Gebärmutter. Ebenso stimmt er dies gemeinsam mit der Patientin ab.
Die abdominale Hysterektomie ist die Gebärmutterentfernung über einen Schnitt in die Bauchdecke. Der Vorteil dieses Zugangsweges besteht in
- der dadurch zustande kommenden guten Übersicht über das Operationsgebiet im Bauchraum und
- der Möglichkeit, das Operationsgebiet zu erweitern.
Früher wurde die abdominale Hysterektomie öfters durchgeführt. Heutzutage wird allerdings versucht, einen Bauschnitt durch eine der folgenden Methoden zu vermeiden, da diese weniger belastend sind und die Klinik wenige Tage nach dem Eingriff wieder verlassen kann.

Die Anatomie der Gebärmutter © bilderzwerg | AdobeStock
Bei der vaginalen Hysterektomie wird die Gebärmutter durch die Scheide entfernt. Dies ist möglich, wenn die Gebärmutter nicht zu groß ist. Vorteilhaft an dieser Methode sind
- die kurzen Operationszeiten,
- die oft geringeren Schmerzen und
- die schnellere Erholung als bei der abdominalen Hysterektomie.
Heutzutage wird bei nicht bösartigen Erkrankungen immer öfter die laparoskopisch assistierte Hysterektomie (LAVH) durchgeführt. Diese Methode kombiniert eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) und einen vaginalen Zugangsweg. Hierfür sind nur kleine Schnitte in der Bauchdecke nötig.
Die totale laparoskopische Hysterektomie (TLH) ist die Entfernung der gesamten Gebärmutter über eine Bauchspiegelung. Die Möglichkeit einer laparoskopischen suprazervikalen Hysterektomie (LASH) besteht ebenfalls, hier verbleibt der Gebärmutterhals im Körper.
Insgesamt nimmt der Anteil von subtotalen Gebärmutterentfernungen bei gutartigen Erkrankungen weltweit zu. Nachteile sind, dass postoperativ in bis zu 20 % der Fälle mit persistierenden zyklischen Blutungen und in 2–5 % mit der sekundären Entfernung des Gebärmutterhalses gerechnet werden muss.
Ein Vorteil ist die etwas raschere Erholung von dem Eingriff. Gelegentlich angeführte angenommene Vorteile wie
- eine Reduktion von Senkung und Inkontinenz und
- ein besserer Erhalt des sexuellen Erlebens
konnten nie bewiesen werden.
Die Zeit nach der Gebärmutterentfernung: welche Folgen hat eine Gebärmutterentfernung?
Zu den dauerhaften Folgen der Gebärmutterentfernung zählt in erster Linie der Verlust der Gebärfähigkeit. Es kann sich keine Schwangerschaft mehr einstellen, daher sollte vor der operativen Entfernung ein bestehender Kinderwunsch abgeklärt werden.
Wenn zusätzlich zum Gebärmutterkörper der Gebärmutterhals und Eierstöcke entfernt wurde, kommt es auch zu keiner Menstruationsblutung mehr.
Welcher Facharzt führt eine Gebärmutterentfernung durch?
Sollten Sie Fragen oder Hilfe zum oben genannten Thema haben wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.
Ausgebildet für die Gebärmutterentfernung ist der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.













