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Rhinologie und Allergologie bei chronischen und akuten Erkrankungen der Nase und Nasennebenhöhlen

Die Rhinologie ist ein spezialisiertes Teilgebiet der Nasen- und Ohrenheilkunde und befasst sich mit Erkrankungen der Nase und der Nasennebenhöhlen. In einer modernen Klinik werden Patientinnen und Patienten mit akuten oder chronisch verlaufenden Beschwerden umfassend betreut. Die Rhinologie und Allergologie arbeiten dabei eng zusammen, da allergische Erkrankungen häufig die Nasenatmung beeinträchtigen.

Zu den häufigsten Krankheitsbildern zählen Entzündung, Rhinosinusitis und wiederkehrend auftretende Nasennebenhöhlenentzündungen. Die Behandlung erfolgt je nach Befund konservativ oder operativ. Moderne Therapie- und Diagnostikverfahren ermöglichen eine gezielte Versorgung von Nasenerkrankungen. Ziel jeder Therapie ist die Wiederherstellung einer freien Nasenatmung und eine bessere Lebensqualität.

Empfohlene Rhinologie-Spezialisten

Kurzübersicht:

Die Rhinologie behandelt Erkrankungen der Nase, Nasennebenhöhlen und Schleimhäute. Häufige Beschwerden entstehen durch chronisch oder akut verlaufende Entzündungen sowie Allergien. Die Therapie umfasst konservative Maßnahmen, medikamentöse Behandlung und endoskopische Eingriffe. Die enge Zusammenarbeit von Rhinologie und Allergologie ermöglicht individuelle Behandlungskonzepte.

Artikelübersicht

Rhinologie - Weitere Informationen

Ein allgemeiner Einstieg in die Rhinologie

Die Rhinologie bzw. Nasenheilkunde beschäftigt sich mit Erkrankungen und Verletzungen

  • der Nase,
  • der Nasennebenhöhlen sowie
  • der vorderen Schädelbasis.

Die Rhinologie gilt als Teil der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO). Jegliche Krankheitszeichen in diesem Bereich, wie

  • eine Verschleimung des Rachens,
  • Beschwerden bei der Nasenatmung,
  • eine Nasenobstruktion (Nasenatmungsbehinderung) sowie
  • Blutungen aus der Nase

sind damit ein Fall für den HNO-Arzt.

Krankheitsbilder im Bereich der Rhinologie

Das Spektrum an Erkrankungen der Nase und Nasennebenhöhlen ist breit gefächert. Mit Blick auf die stetig steigende Anzahl an Betroffenen jeglicher Altersgruppe sind hier an erster Stelle Allergien zu nennen.

Experten führen diese Entwicklung unter anderem auf die hohe Konzentration an schädlichen Umwelteinflüssen zurück. Als Risikofaktoren gelten etwa

  • ein infolge übertriebener Hygienemaßnahmen im Kindesalter geschwächtes Immunsystem,
  • ein Übermaß an Stress und
  • eine insgesamt ungesunde Lebensweise.

Anatomie der Nase
Die Rhinologie beschäftigt sich mit der Diagnose und Behandlung von Problemen mit der Nase und ihrer Funktion © bilderzwerg | AdobeStock

Ein Facharzt für Rhinologie behandelt etwa folgende Symptome und Erkrankungen:

  • die allergische Rhinitis (Heuschnupfen) und die nicht allergische Rhinitis.
  • Nasenpolypen, Nasennebenhöhlenentzündungen sowie chronische Rhinosinusitis (gleichzeitige Nasenschleimhaut- und Nasennebenhöhlenentzündung),
  • pilzbedingte Arten der Sinusitis, allen voran die allergische Pilz-Rhinosinusitis,
  • Mukozele primär in den Nasennebenhöhlen (Ansammlung von Schleim), hervorgerufen durch eine Abflussstörung von Sekreten,
  • gutartige Tumore wie invertierte Papillome (Tumore der Schleimhaut der Nasenhaupt- und Nebenhöhlen), Angiofibrome (Tumore im Nasen-Rachen-Raum), Osteome (Knochentumor),
  • bösartige Tumore in Nase, Nasennebenhöhlen und vorderer Schädelbasis,
  • Dysosmien (Störungen des Geruchssinns),
  • Schädelbasisdefekte mit aus Liquorräumen austretendem Hirnwasser (Liquorleck).

Diagnostische Verfahren der Rhinologie

Den Anfang der Bestimmung vorliegender Beschwerden macht die Anamnese. Dabei stellt Ihr HNO-Arzt Fragen zu

  • Symptomatik,
  • Krankheitsgeschichte und
  • ähnlichen Beschwerden im Familienkreis.

Dieses Gespräch ermöglicht Ihrem Arzt eine erste Einordnung des jeweils zutreffenden Krankheitsbildes. Hierauf aufbauend folgen weitere Untersuchungen.

Die sogenannte Rhinomanometrie beispielsweise erweist sich als wichtiges Element der rhinologischen Diagnostik. Damit lässt sich die Nasenbelüftung messen. Das Ergebnis entscheidet über die jeweils einzuleitenden Schritte zur Linderung von Nasenatmungsbeschwerden.

Je nach Beschwerdebild greift Ihr Arzt auf unterschiedliche diagnostische Methoden zurück. Im Falle von Geruchsstörungen bieten sich beispielsweise Riechtests an. Bei Verdacht auf einen Tumor kommen Ultraschallgeräte sowie starre und flexible Optiken mit hoher Lichtstärke zum Einsatz.

Für eine sichere Diagnose unverzichtbar ist zudem die Endoskopie. Erwähnenswert sind hier drei Unterkategorien:

  1. die Video-Endoskopie: Die filmische Abbildung und Speicherung von Befunden,
  2. die flexible Fiberendoskopie: Bietet einen Einblick in nur schwer zugängliche Bereiche, wie den Nasenrachenraum, sowie
  3. die Nasenendoskopie: Ermöglicht die Darstellung der inneren Nase inklusive der Ausführungsgänge der Nebenhöhlen.

Behandlungsmethoden in der Rhinologie

Viele Beschwerden aus dem Bereich der Nasenheilkunde lassen sich medikamentös behandeln, etwa Allergien.

Bei operativen Eingriffen gab es in den letzten Jahren große Fortschritte. Entsprechend sind große Einschnitte im Kopf- oder Gesichtsbereich heute für effektive operative Eingriffe nicht mehr notwendig.

Vielmehr kommen nunmehr minimal-invasive, computerassistierte chirurgische Techniken zum Einsatz. Bei einem Großteil der Operationen erfolgt der Eingriff durch die Nasenlöcher. Dann ist kein Hautschnitt notwendig.

Patienten profitieren von der neuen Methodik bei Nasenoperationen gleich in mehrfacher Hinsicht:

  • Der Heilungsprozess wird beschleunigt,
  • die Beschwerden klingen im Idealfall vollkommen ab und
  • eine Bildung von für die Außenwelt deutlich wahrnehmbaren, unästhetischen Narben ist nicht zu befürchten.

Qualifizierte Ansprechpartner: Spezialisten der Rhinologie

HNO-Ärzte sind der erste und beste Ansprechpartner bei Beschwerden mit der Nase. Erste Hilfe und Orientierung vermag jedoch auch Ihr Hausarzt zu leisten.

Je nach Zusatzqualifikation finden Sie auf diese Weise vielleicht bereits den richtigen Ansprechpartner für Ihr Leiden. Viele Hausarztpraxen können Sie etwa auf eine Pollenallergie testen. Im Zweifelsfall wird Ihr Hausarzt Sie jedoch an einen Facharzt für Allergologie weiterleiten.

Je nach Beschwerdebild ist außerdem der Einsatz eines interdisziplinären Teams gefragt. Bei einer Verletzung oder einen Tumor im Bereich des Schädels kommen auch Neurochirurgen ins Spiel.

Möglichkeiten & Chancen der Rhinologie

Nicht nur gesundheitliche Probleme der Nase und der Nasennebenhöhle sind Teil der Rhinologie. Auch ästhetische Aspekte können Rhinologen beschäftigen.

Ein chirurgischer Eingriff, wie eine Nasenkorrektur, kann oft gleich zwei Anliegen beheben. Die operative Therapie einer Nasenfehlstellung kann etwa einerseits Geruchsstörungen beheben. Je nach Wunsch des Patienten kann ein Rhinoplastiker gleichzeitig die Fehlstellung korrigieren.

FAQ

Was ist Rhinologie?

Die Rhinologie ist ein Schwerpunkt der Nasen- und Ohrenheilkunde und beschäftigt sich mit Erkrankungen der Nase und der Nasennebenhöhlen. Dazu gehören sowohl akute als auch chronisch verlaufende Erkrankungen, die die Nasenatmung, Schleimhaut und Lebensqualität beeinträchtigen können. Die Behandlung erfolgt durch einen erfahrenen HNO-Arzt oder in einer spezialisierten HNO-Klinik.

Welche Erkrankungen werden in der Rhinologie behandelt?

Zu den häufigsten Erkrankungen der Nase zählen Rhinosinusitis, Nasennebenhöhlenentzündungen, Polyp, Nasenbluten und allergische Beschwerden. Auch chronische Entzündungen der Nasennebenhöhlen, Polyposis sowie anatomisch bedingte Probleme der Nasenscheidewand werden in der Rhinologie behandelt. Darüber hinaus gehören Erkrankungen der äußeren Nase und der Nasenmuscheln zum Fachgebiet.

Wann ist eine Operation notwendig?

Wenn konservativ oder medikamentös keine ausreichende Besserung erreicht wird, können operative oder endoskopische Verfahren sinnvoll sein. Häufige Eingriffe umfassen die Korrektur der Nasenscheidewand, die Nasennebenhöhlenchirurgie oder andere chirurgische Eingriffe zur Verbesserung der Nasenatmung. Moderne Operationsverfahren erfolgen meist schonend und mit geringer Narbenbildung.

Welche Rolle spielt die Allergologie in der Rhinologie?

Die Allergologie ist eng mit der Rhinologie verbunden, da viele Nasenerkrankungen durch Allergie oder allergischer Reaktionen ausgelöst werden. Typische Symptome sind laufende Nase, Schleimhautschwellungen und eine beeinträchtigte Nasenatmung. Eine gezielte Diagnostik hilft dabei, ursächlich wirksame Therapiestrategien zu entwickeln.

Welche Beschwerden können auf eine Erkrankung der Nasennebenhöhlen hinweisen?

Typische Symptome sind Kopfschmerz, Gesichtsschmerzen, verstopfte Nase, eingeschränkte Nasenatmung und wiederkehrend auftretende Entzündung. Auch Schleimhäute, Rachen und Atemluft können betroffen sein. Bei chronischen Beschwerden kommen zusätzlich moderne Therapiemöglichkeiten wie Biologika, endoskopische Behandlungen oder konservative und operative Behandlung infrage.

Quellen

  • Friedrich, E. P.: Rhinologie, Laryngologie und Otologie in ihrer Bedeutung für die allgemeine Medizin, Nabu Press 2010.
  • Grevers, G.: Praktische Rhinologie, Urban & Fischer Verlag 1998.
  • Stucker, F. J. u. a. (Hrsg.): Rhinologie and Facial Plastic Surgery, Springer-Verlag 2009.