Der Kehlkopf heißt in der medizinischen Fachsprache Larynx. Er kann von verschiedenen gutartigen, aber auch bösartigen Erkrankungen betroffen sein. Zu den gutartigen Kehlkopferkrankungen gehören die Laryngitis (Kehlkopfentzündung) oder die Laryngozele.
Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie Ärzte, die Kehlkopfentzündungen und andere Kehlkopferkrankungen behandeln.
Kurzübersicht:
Eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis) ist eine Entzündung des Larynx, meist viral bedingt, mit Heiserkeit, Hustenreiz, Halsschmerzen und trockenem Rachen – Flüstern verschlimmert die Belastung der Stimmbänder. Auslöser sind v. a. Infekte, Stimmüberlastung, trockene Luft/Rauch (Noxen) oder Reflux; bakteriell ist seltener. Therapie: Stimmschonung, Inhalationen, Flüssigkeit, Rauchstopp; bei bakterieller Ursache ggf. Antibiotika. Dauern Beschwerden >3 Wochen an oder treten Atemnot/Schluckprobleme auf, sollte eine HNO-Abklärung erfolgen.
Artikelübersicht
Kehlkopfentzündung (Laryngitis)
Eine Entzündung des Kehlkopfes heißt auch Laryngitis. Mediziner unterscheiden vor allem zwischen einer akuten und einer chronischen Laryngitis.
Akute Laryngitis
Bei dieser Kehlkopferkrankung handelt es sich meist um eine viral ausgelöste Entzündung der Stimmlippen.
Klinische Symptome sind ähnlich wie bei einer Erkältung, Heiserkeit mit Hustenreiz, Halsschmerzen sowie ein Trockenheitsgefühl im Rachen.
Zur Behandlung des Infekts sollen die Patienten inhalieren, in schweren Fällen kommen auch Sprays zum Einsatz. Dadurch werden die Symptome gelindert. Zudem sollten Betroffene ihre Stimmbänder schonen, und auf das Rauchen verzichten.
Betroffene greifen intuitiv zum Flüstern, doch gerade bei einer Kehlkopfentzündung führt dies zu einer zusätzlichen Belastung der Stimme.
Bei einer Infektion durch Bakterien sollte die Behandlung der Kehlkopfentzündung zusätzlich mit Antibiotikum erfolgen. Hier kommt Cefuroxim, bei Allergie Clindamycin in Frage.
Eine Kehlkopfentzündung heilt meist innerhalb von 7-10 Tagen ab und ist je nach Ursache ebenfalls ansteckend.
Chronische Kehlkopfentzündung, auch Laryngitis genannt)
Zur chronischen Entzündung des Kehlkopfes kommt es zu einer Virusinfektion durch zu trockene Luft (Klimaanlage) oder Noxen (Staub, Zigarettenrauch andere Schadstoffe). Insbesondere die Stimmlippen reagieren dadurch empfindlich und neigen zu Entzündungen.
Man spricht ebenfalls von einer Chronischen Kehlkopfentzündung, wenn die Symptome einer Kehlkopfentzündung länger als drei Wochen bestehen. Das sollte unbedingt ärztlich abgeklärt werden.
Bei Menschen, die viel durch den Mund atmen (behinderte Nasenatmung) ist die Luftfeuchtigkeit ebenfalls nicht ausreichend. Das kann zu einer chronischen Laryngitis führen.

Die Anatomie des Kehlkopfes © bilderzwerg | AdobeStock
Die Symptome sind ähnlich denen einer akuten Laryngitis:
- Gefühl eines Kloß im Hals
- Heiserkeit & Stimmverlust
- Husten und
- häufiges Räuspern & Räusperzwang
Therapeutisch ist folgendes vorgesehen:
- das Vermeiden von Noxen
- ggf. Wiederherstellung der Nasenatmung auf Dauer sowie
- kurzfristig eine Stimmschonung mit Inhalationstherapie
Weitere Formen der Laryngitis
Pseudokrupp (Laryngitis subglottica acuta): Auch der Pseudokrupp ist eine primär virale Erkrankung. Kommt auch noch eine bakterielle Infektion hinzu, sprechen Mediziner von einer Superinfektion.
Bei dieser Erkrankung, die im Kindesalter auftritt, schwillt die Schleimhaut unterhalb der Stimmritze an. Das Kind leidet an einem grippalen Infekt, bellenden Husten und verengten Atemwegen, die sich durch deutlich hörbare Atemgeräusche bemerkbar machen.
Wichtig sind abschwellende Inhalationen und ggf. eine Antibiotika-Therapie mit Cefuroxim, bei Allergie, Clindamycin. In seltenen Fällen kann eine Intubation notwendig werden (Notfallsituation). Es empfiehlt sich eine übermäßige Belastung der Stimme zu vermeiden und die Schleimhäute feucht zu halten.
Tuberkulöse Laryngitis: Eine Infektion mit M. tuberculosis kann im Bereich des Kehlkopfes zu einer Monochorditis führen. Sie zeichnet sich durch granulomatöse Veränderungen (körnchenartige Gewebeneubildungen) aus.
Das Beschwerdebild entspricht den anderen aufgeführten chronischen Erkrankungen des Kehlkopfes. Die Diagnose erfolgt durch eine Biopsie (Gewebeprobe). Therapeutisch kommt der tuberkulostatische Vorgang (Tripeltherapie) zum Einsatz.
Laryngitis posterior: Diese Form bildet sich aufgrund einer Refluxerkrankung. Dabei gelangt immer wieder Magensäure in die Speiseröhre. Die Magensäure schädigt die Schleimhäute des Larynx, insbesondere im Bereich der Aryknorpel und der Interaryregion.
Bei Rötung und Schwellung sind die Symptome Heiserkeit und ein Hustenreiz, sowie Entzündung der Kehlkopfschleimhaut.
Die Therapie besteht in der Verminderung/Vermeidung des Reflux durch:
- Nahrungsumstellung und
- medikamentös mit einer Anti-Refluxtherapie (Protonenpumpenhemmer)
Larynxpapillomatose
Die Larynxpapillomatose tritt häufig schon im Kindesalter auf. Sie entsteht durch humane Papillomaviren (HPV 6/11/16/18). Die Folge ist eine Papillomatose an den Stimmlippen. Papillomatosen sind durch Viren hervorgerufene Warzen.
Bei Kindern treten diese oft an mehreren Stellen des Körpers auf, beim Erwachsenen oft nur an einer Stelle.
Therapeutisch tragen Ärzte die Papillome mittels Laser ab. Für die Abtragung mittels Laser ist ein stationärer Aufenthalt von zwei Tagen notwendig. Außerdem können Ärzte Wirkstoffe injizieren, die das Immunsystem aktivieren, so dass es die Erreger selbst bekämpft.
Das Hauptproblem bei dieser Erkrankung ist die Rezidivneigung und die Ausdehnung nach unten.
Laryngomalazie - Kehlkopferweichung
Bei dieser Kehlkopferkrankung handelt es sich um eine meist angeborene krankhafte Erweichung des Kehlkopfes. Bei zu weichen Strukturen kommt es beim Einatmen zu einem Ansaugeffekt, so dass nicht ausreichend Luft passieren kann.
Patienten mit Laryngomalazie zeigen typische Atemgeräusche beim Ausatmen. Diese Beschwerden können angeboren sein.
In den ersten Jahren verbessern sich die Beschwerden oft von selbst. Daher ist nur selten ein operatives Vorgehen notwendig. Neben einer Laserung kommt ggf. eine temporäre Tracheotomie (Luftröhrenschnitt) in Frage.
Laryngozele - Kehlkopfbruch
Bei Laryngozelen handelt es sich um hernienartige Aussackungen im Bereich des Larynx. Abhängig von der Lokalisation unterscheiden Mediziner innere und äußere Laryngozelen.
Häufige Symptome sind:
- ein Globusgefühl
- Schluckstörungen (Dysphagie) oder
- Atembeschwerden (Dyspnoe)
Die Therapie ist operativ, meistens endoskopisch mittels Laser. Seltener ist ein offener Eingriff von außen erforderlich.
Tumoren des Kehlkopfes
Kehlkopfkrebs ist die häufigste Krebserkrankung im Halsbereich. Männer sind circa zehnmal häufiger betroffen als Frauen. Als häufigste Ursachen für bösartige Tumoren des Kehlkopfes gelten Rauchen und Alkoholmissbrauch.
Bei Kehlkopfkrebs handelt es sich um ein Plattenepithelkarzinom, also eine Form von Hautkrebs.
Je nach Lokalisation unterscheiden Mediziner vier Formen:
- Stimmlippen – Glottiskarzinom: Der Tumor befindet im Bereich der Stimmlippen und der Kehlkopf Hinterwand
- Unterhalb der Stimmlippen - Subglottisches Larynxkarzinom: Der Tumor befindet sich unterhalb der Stimmlippen
- Kehldeckel - Supraglottisches Larynxkarzinom: Der Tumor befindet sich im Bereich des Kehldeckels
- Ganzer Kehlkopf - Transglottisches Larynxkarzinom: Der Tumor erstreckt sich über den gesamten Kehlkopf
Die Behandlung erfolgt im Allgemeinen durch eine chirurgische Entfernung des Tumors (Tumorresektion). Hierfür stehen sowohl laser-endoskopische als auch offen-chirurgische Verfahren zur Verfügung.
Bei größeren Tumoren sollte postoperativ eine Bestrahlung erfolgen. Ist der Tumor inoperabel oder liegen schwere Begleiterkrankungen vor, steht auch eine kombinierte Radiochemotherapie zur Verfügung. Ggf. kommt dazu auch eine Antikörpertherapie zum Einsatz.
Fremdkörper und Traumen am Kehlkopf
Verschluckte Fischgräten und andere Fremdkörper verursachen nur selten Probleme, wenn sie sich im Bereich des Kehlkopfes verfangen. Sollten aber doch Komplikationen auftreten, ist eine Entfernung des verschluckten Gegenstands notwendig.
Meist kommt es zu einem stumpfen Trauma des Kehlkopfes, etwa durch einen Autounfall oder einen Motorradhelm verursacht. Ein scharfes Trauma, etwa durch ein Messer, ist selten.
Durch Kehlkopf Frakturen bis hin zum Trachealabriss kann es durch Verlegungen oder Einblutungen zu folgenden Symptomen kommen:
- Atemnot
- Schluckproblemen und
- Stimmveränderungen
Wesentlich ist primär die Sicherung der Atemwege durch eine operative Rekonstruktion. Durch den Intubationsvorgang im Rahmen einer Vollnarkose kann es zur Luxation (Verletzung) eines oder beider Aryknorpel kommen.
Bei längerer Inkubationszeit können sich Intubationsgranulome bilden. Häufig entsteht bei langzeit-intubierten Patienten eine subglottische Trachealstenose oder eine Tracheomalazie im Bereich des Cuffs.
Eine temporäre Tracheotomie (Luftröhrenschnitt) muss rechtzeitig erfolgen, um diesen Beschwerden vorzubeugen.
Reinke-Ödem
Ein Reinke-Ödem ist eine Flüssigkeitsansammlung im Reinke-Raum der Stimmlippen. Es entsteht durch Stimmüberlastung und/oder Rauchen, auch Passivrauchen. Es resultiert eine heisere Stimme, gelegentlich auch ein Hustenreiz.
Als Therapieansatz sollte der Patient zunächst seine Stimmhygiene verbessern und Noxen vermeiden. Unter Stimmhygiene versteht man die Anpassung der Lebensweise zum Erhalt und zur Schonung der Stimme.
Tritt dadurch keine Besserung ein, kann eine phonochirurgische Abtragung zum Einsatz kommen. Die Abtragung erfolgt in Vollnarkose im Rahmen einer Mikrolaryngoskopie.
Mögliche Komplikationen sind eine bleibende Heiserkeit und eine erneute Ödembildung nach der Operation.











