Kehlkopfkrebs ist eine bösartige Krebserkrankung des Kehlkopf und wird auch als Larynxkarzinom bezeichnet. Der Tumor entsteht häufig an den Stimmlippen oder im Bereich oberhalb der Stimmlippen und verursacht frühzeitig erste Symptom wie anhaltende Heiserkeit oder Schluckbeschwerden. Kehlkopfkrebs wird häufig erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, obwohl eine früh erkannte Erkrankung deutlich bessere Heilungschancen bietet. Zu den wichtigsten Risikofaktor zählen Tabak- und Alkoholkonsum sowie Schadstoff-Belastungen im Bereich der Schleimhaut.
Je nach Stadien und Ausbreitung des Tumor kommen Operation, Strahlentherapie oder Chemotherapie zur Behandlung von Kehlkopfkrebs infrage. In manchen Fällen muss der Kehlkopf vollständig entfernt werden, wodurch ein Tracheostoma notwendig wird. Besonders wichtig sind eine sorgfältige Diagnostik, regelmäßige Nachsorge und weitere Untersuchungen bei Verdacht auf Kehlkopfkrebs.
Wird Kehlkopfkrebs früh erkannt, lassen sich Lebenserwartung und Lebensqualität der Patienten häufig deutlich verbessern.
Was ist Kehlkopfkrebs?
Der Kehlkopf (Larynx) befindet sich im Hals und verbindet den Rachen mit der Speiseröhre und der Luftröhre. Er ermöglicht das Sprechen und Atmen.
Der bösartige Larynxtumor tritt in drei Formen auf:
- Glottisches Kehlkopfkarzinom: Befällt die Stimmbänder (Glottis) und ist der am häufigsten auftretende Kehlkopfkrebs.
- Supraglottischer Kehlkopfkrebs: Wächst oberhalb der Stimmlippen.
- Subglottisches Larynkarzinom: Wächst unterhalb der Stimmlippen.
In fortgeschrittenen Stadien bildet das Kehlkopfkarzinom Metastasen. Sie treten zunächst in den benachbarten Lymphknoten und später in weiter entfernten Regionen des Körpers auf.
5 Jahre nach der Kehlkopfkrebs-Diagnose leben statistisch noch 6 von 10 Betroffenen (Fünf-Jahres-Prognose).

Die Lage und Anatomie des Kehlkopfes © bilderzwerg | AdobeStock
Ursachen und Risikofaktoren für Kehlkopfkrebs
Rauchen gilt als Hauptrisikofaktor für die Entstehung des bösartigen Tumors. Außerdem trägt der übermäßige Konsum von Alkohol zur Entstehung eines Larynxkarzinoms bei. Rauchen und Alkohol haben einen direkten Einfluss auf die Bildung der krankhaft veränderten Zellen.
Außerdem kann eine Ansteckung mit humanen Papillom-Viren (HPV) das Auftreten von Larynxtumoren begünstigen.
Auch toxische chemische Substanzen wie
- Chrom,
- Arsen,
- Asbest,
- Nickel und
- polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs)
erhöhen das Risiko, später an einem Kehlkopfkrebs zu erkranken. Manche Berufsgruppen kommen mit diesen giftigen Stoffen in Kontakt. In älteren Häusern können auch Asbestzementplatten verbaut sein und dadurch das Krebsrisiko der Bewohner erhöhen. Kehlkopfkrebs kann darüber hinaus genetisch bedingt sein.
Symptome von Kehlkopfkrebs
Die Symptome von Kehlkopfkrebs hängen davon ab, an welchem Abschnitt sich der Tumor am Kehlkopf bildet.
Bei Stimmband-Karzinomen sind Betroffene im Frühstadium oft heiser und müssen sich räuspern. Daher lässt sich diese Krebsform gut frühzeitig diagnostizieren.
Weitere Kehlkopfkrebs-Anzeichen sind dauerhaftes Kratzen im Hals und chronischer Husten. In der Folgezeit kommen noch deutlich hörbare Atemgeräusche und Atemnot hinzu.
Supraglottische Tumoren lassen sich meist erst spät erkennen. Die Erkrankten
- haben oft angeschwollene Halslymphknoten
- leiden an Schluckstörungen
- haben ein Fremdkörpergefühl ("Kloß") im Hals
Unterhalb der Glottis (Stimmritze) angesiedelte Kehlkopftumore machen sich in Form von
- Heiserkeit,
- Hustenreiz und
- später Atembeschwerden
bemerkbar.
Eine länger als 3 Wochen andauernde Heiserkeit ohne erkennbare andere Ursache (Halsentzündung) können auf Kehlkopfkrebs hindeuten. Wenn Sie diese Symptome haben, kontaktieren Sie bitte schnellstmöglich einen Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten.
Fortgeschrittener Kehlkopfkrebs zeigt sich mit weniger spezifischen Anzeichen wie
- blutigem Auswurf
- starkem Mundgeruch
- Gewichtsabnahme
Diagnose von Kehlkopfkrebs
Bei Verdacht auf einen Larynxtumor führt der Arzt zuerst eine Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie) durch. Das geschieht meist mit Hilfe eines flexiblen Endoskops und einer 90° Winkeloptik. Der Patient befindet sich dabei in Vollnarkose. Während der Laryngoskopie entimmt der Arzt eine Gewebeprobe, die er zur Untersuchung ins Labor einsendet. Dort wird sie auf Krebszellen untersucht.
Beim Abtasten des Halses oder der Ultraschalluntersuchung lassen sich mitunter auch geschwollene Lymphknoten feststellen.
Eine Mikrolaryngoskopie liefert ihm weitere Informationen. Der Arzt erkennt so bspw., ob der Tumor nach innen, außen oder unter der Schleimhaut wächst und ob die Stimmbänder noch beweglich sind.
Bildgebende Technologien wie
zeigen die genaue Lokalisation und das Ausmaß des Tumors.
Außerdem muss der HNO-Facharzt abklären, ob ein weiterer bösartiger Tumor zum Beispiel in der Speiseröhre oder der Lunge vorliegt. Dazu nimmt er eine Speiseröhren- und eine Bronchial-Spiegelung (Bronchoskopie) vor. Ein Röntgenbild der Lunge zeigt Größe und Lage der Tochtergeschwulst.
Medizinische Behandlung des Kehlkopfkrebses
Die Kehlkopfkarzinom-Therapie ist davon abhängig,
- wo sich die Geschwulst befindet,
- wie groß sie ist und
- welches Krebsstadium diagnostiziert wurde.
Auch der gesundheitliche Zustand und das Alter des Patienten spielt eine Rolle bei der Entscheidung. Anhand dieser Voraussetzungen rät der Facharzt zu einem operativen Eingriff oder/und einer Strahlen- oder Chemotherapie. Mitunter kommen letztere auch zusammen zum Einsatz.
Operation von Kehlkopfkrebs im Anfangsstadium
Kehlkopfkrebs im Anfangsstadium hat eine günstige Prognose, da man ihn oft vollständig herausoperieren kann.
Befindet er sich an einer gut über den Mund zugänglichen Stelle, lässt sich der Tumor endoskopisch und mikroskopisch per Laser herausschneiden. Dieses minimal-invasive Verfahren hinterlässt nur einen kleinen Schnitt und schont gesundes Gewebe. Ist das nicht möglich, öffnet man den Kehlkopf mit dem Skalpell.
Nach der Operation haben Patienten meistens Atembeschwerden. Damit er ausreichend Luft bekommt, legt man meist vorrübergehend an der Hals-Vorderseite eine künstliche Atemöffnung (Tracheostoma) an.
Operation von Kehlkopfkrebs in fortgeschrittenen Stadien
Bei Kehlkopftumoren in fortgeschrittenen Stadien ist die OP schwieriger. Sie lassen sich nur durch eine vollständige Entfernung des Kehlkopfes (Laryngektomie) behandeln. Sind bereits die Hals-Lymphknoten befallen, müssen auch sie herausgenommen werden.
Die Patienten brauchen nach dem chirurgischen Eingriff ein Tracheostoma und sprechen über ein künstliches Sprechventil. Nach der OP können sich im Köper noch immer Tumorzellen befinden. Um diese abzutöten, setzt man im fortgeschrittenen Tumorstadium die Strahlentherapie und/oder Medikamente (konservative Behandlung) ein.
Wäre das Operationsrisiko für den Patienten zu groß, bleibt dem Patienten nur die konservative Therapie als Behandlungsmöglichkeit. Das ist auch auch im früheren Tumorstadium der Fall. In den auf die Operation folgenden 5 Jahren sollte sich der Patient regelmäßigen Kontrolluntersuchungen unterziehen.
Fazit
Kehlkopfkrebs ist eine bösartige Erkrankung des Kehlkopf und sollte möglichst früh erkannt werden, um die Heilungschancen deutlich zu verbessern. Die Ursachen und Risikofaktoren umfassen vor allem Tabak- und Alkoholkonsum, wodurch sich das persönliche Risiko erhöhen kann. Männer sind deutlich häufiger von Kehlkopfkrebs betroffen, jedoch können auch Frauen erkranken. Die Entstehung der Erkrankung beginnt häufig an den Stimmlippen, wobei sie dort bereits früh wächst und rasch Symptome verursachen kann.
Typische Symptome bei Kehlkopfkrebs sind Heiserkeit, Schluckbeschwerden oder andere Anzeichen von Kehlkopfkrebs, weshalb Betroffene bei länger anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufsuchen sollten. Die Diagnose erfolgt durch spezielle Untersuchungen, wobei das Ergebnis oft erst nach Gewebeproben eindeutig gestellt werden kann. Wird Kehlkopfkrebs diagnostiziert, stehen je nach Stadium verschiedene Spezialisten für die Behandlung zur Verfügung. Zur Behandlung von Kehlkopfkrebs stehen Operation oder eine Strahlentherapie sowie Chemotherapie zur Auswahl.
Da Kehlkopfkrebs wachsen bösartige Veränderungen der Schleimhaut verursacht und streut Kehlkopfkrebs in fortgeschrittenen Stadien häufiger, ist eine frühe Diagnose besonders wichtig. Wenn Verdacht besteht oder Fragen zu Kehlkopfkrebs auftreten, sollte immer ärztlich abgeklärt werden, ob Kehlkopfkrebs vorliegen könnte.
FAQ
Welche Symptome verursacht Kehlkopfkrebs?
Typische Symptome bei Kehlkopfkrebs sind anhaltende Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Schmerzen im Rachen oder geschwollene Halslymphknoten. Besonders Kehlkopfkrebs an den Stimmlippen wächst häufig langsam und fällt früh durch Veränderungen der Stimme auf. Weitere Anzeichen von Kehlkopfkrebs können Husten, Atemprobleme oder Beschwerde beim Schlucken sein.
Welche Risikofaktoren erhöhen das Risiko für Kehlkopfkrebs?
Die wichtigsten Risikofaktoren für Kehlkopfkrebs sind Tabak- und Alkoholkonsum. Schadstoff-Belastungen, chronische Reizungen der Schleimhaut sowie genetische Faktoren können ebenfalls das persönliche Risiko für Kehlkopfkrebs erhöhen. Männer sind deutlich häufiger von Kehlkopfkrebs betroffen als Frauen.
Wie wird die Diagnose von Kehlkopfkrebs gestellt?
Bei Verdacht auf Kehlkopfkrebs untersucht der Arzt den Kehlkopf und die Stimmlippen gründlich. Zur Diagnose von Kehlkopfkrebs gehören endoskopische Untersuchungen, CT, MRT sowie Gewebe-Proben des Tumor-Gewebes. Weitere Untersuchungen helfen dabei festzustellen, ob Metastasen oder Halslymphknoten betroffen sind.
Wie wird Kehlkopfkrebs behandelt?
Die Behandlung von Kehlkopfkrebs richtet sich nach Stadien, Lokalisation und Ausbreitung des Tumor. Im Frühstadium reicht häufig eine Operation oder eine Strahlentherapie aus. Bei fortgeschrittenem Kehlkopfkrebs kommen Chemotherapie, Laryngektomie oder kombinierte Therapieformen infrage, um den bösartige Tumor vollständig entfernen zu können.
Wie sind die Heilungschancen bei Kehlkopfkrebs?
Die Heilungschancen bei Kehlkopfkrebs hängen davon ab, ob der Tumor früh erkannt wird und wie weit sich der Tumor bereits ausgebreitet hat. Kehlkopfkrebs früh diagnostiziert verbessert die Lebenserwartung und die Chancen auf eine erfolgreiche Genesung deutlich. Nach Therapie und Nachsorge sollten Patienten regelmäßig kontrolliert werden, um Rückfälle oder neue Veränderungen rechtzeitig zu erkennen.
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Über den Fachautor
Sabine Schneider
Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.
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