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Warum ein zu langsamer Herzschlag nicht einfach zum Älterwerden gehört

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Melanie Al Tikriti, BSc · 23. September 2026

Das Herz schlägt Tag für Tag rund 100.000-mal und versorgt den Körper zuverlässig mit sauerstoffreichem Blut. Gerat dieser natürliche Takt aus dem Gleichgewicht, kann das weitreichende Folgen haben. Manche Menschen bemerken zunächst nur Schwindel, Müdigkeit oder eine nachlassende Belastbarkeit. Andere leiden unter Herzstolpern oder werden sogar plötzlich bewusstlos. Häufig steckt eine Störung der elektrischen Reizleitung des Herzens dahinter. In solchen Fällen kann ein Herzschrittmacher die Lebensqualität deutlich verbessern, und in manchen Situationen sogar Leben retten.

Die Implantation eines Herzschrittmachers gehört heute zu den häufigsten Eingriffen in der Herzmedizin. Die modernen Geräte sind klein, leistungsfähig und können den Herzrhythmus individuell an die Bedürfnisse des Patienten anpassen. 

Herzschrittmacher

Wie funktioniert ein Herzschrittmacher?

Das Herz besitzt ein eigenes elektrisches Reizleitungssystem. Der sogenannte Sinusknoten gibt normalerweise den Takt vor und erzeugt elektrische Impulse, die sich über spezielle Leitungsbahnen im Herzen ausbreiten. Dadurch ziehen sich die Herzmuskeln regelmäßig zusammen und pumpen Blut durch den Körper. Kommt es zu Störungen dieser Reizbildung oder Reizleitung, schlägt das Herz zu langsam oder mit längeren Pausen. Ein Herzschrittmacher erkennt diese Veränderungen und sendet bei Bedarf kleine elektrische Impulse aus, damit das Herz wieder im richtigen Rhythmus schlägt.

Moderne Herzschrittmacher überwachen den Herzrhythmus kontinuierlich und unterstützen das Herz bei zu langsamen Herzschlägen oder Aussetzern. 

Wann ist ein Herzschrittmacher notwendig?

Ein Herzschrittmacher kommt vor allem bei Erkrankungen infrage, die zu einer dauerhaft verlangsamten Herzfrequenz führen. Dabei sprechen Ärztinnen und Ärzte von einer Bradykardie.

Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Sick-Sinus-Syndrom
  • höhergradige AV-Blockierungen
  • ausgeprägte Bradykardien
  • längere Herzpausen
  • bestimmte angeborene Reizleitungsstörungen
  • Herzrhythmusstörungen nach Herzoperationen

Ob tatsächlich ein Herzschrittmacher notwendig ist, hängt nicht allein von der Herzfrequenz ab. Entscheidend sind vor allem die Beschwerden und die Auswirkungen auf den Alltag.

Welche Symptome können auftreten?

Eine verlangsamte Herzfrequenz führt dazu, dass Gehirn und Organe zeitweise nicht ausreichend mit Blut versorgt werden. Dadurch entstehen häufig unspezifische Beschwerden, die zunächst anderen Ursachen zugeschrieben werden.

Typische Anzeichen sind:

  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • eingeschränkte Belastbarkeit
  • Atemnot bei Belastung
  • Herzstolpern
  • Konzentrationsstörungen
  • Ohnmachtsanfälle
  • kurze Bewusstlosigkeit

Insbesondere wiederholte Ohnmachtsanfälle oder plötzlich auftretender Schwindel sollten immer kardiologisch abgeklärt werden. 

Wie wird die Diagnose gestellt?

Am Anfang stehen ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung. Danach wird ein Elektrokardiogramm (EKG) durchgeführt, um Herzrhythmusstörungen sichtbar zu machen.

Da viele Rhythmusstörungen nur zeitweise auftreten, kommen häufig Langzeit-EKGs über 24 Stunden oder mehrere Tage zum Einsatz. Ergänzend können Belastungs-EKG, Echokardiographie oder spezielle elektrophysiologische Untersuchungen notwendig sein. Erst wenn eindeutig nachgewiesen wurde, dass die Beschwerden durch eine behandlungsbedürftige Störung der Reizleitung verursacht werden, wird die Implantation eines Herzschrittmachers empfohlen. 

Wie läuft die Implantation ab?

Die Implantation erfolgt meist unter örtlicher Betäubung und dauert in der Regel weniger als eine Stunde. Über eine Vene unterhalb des Schlüsselbeins werden eine oder mehrere Elektroden bis zum Herzen vorgeschoben und das eigentliche Schrittmacheraggregat wird unter der Haut im Bereich des Brustkorbs eingesetzt und mit den Elektroden verbunden.

Bereits kurze Zeit nach der Implantation können die meisten Patienten wieder aufstehen und sich bewegen. Der Krankenhausaufenthalt beträgt häufig nur wenige Tage. 

Was ist nach der Implantation zu beachten?

Nach dem Eingriff sollte der betroffene Arm in den ersten Wochen nicht übermäßig belastet werden, damit die Elektroden sicher einheilen können. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind wichtig, um die Funktion des Herzschrittmachers zu überprüfen und die Einstellungen bei Bedarf anzupassen. Moderne Geräte speichern viele Informationen über den Herzrhythmus und ermöglichen teilweise sogar eine telemedizinische Überwachung. Die Batterien eines Herzschrittmachers halten je nach Gerät und Nutzung meist zwischen acht und fünfzehn Jahren. Danach wird in einem vergleichsweisen kleinen Eingriff lediglich das Aggregat ausgetauscht, während die Elektroden häufig erhalten bleiben können. 

Können Menschen mit Herzschrittmacher ein normales Leben führen?

In den meisten Fällen JA. Nach der Heilungsphase können viele Patienten wieder Sport treiben, reisen und ihren Alltag uneingeschränkt gestalten, da sich die Lebensqualität häufig verbessert.

Trotzdem sollten Betroffene ihren Kardiologen über geplante Untersuchungen oder medizinische Eingriffe informieren. Auch starke Magnetfelder oder bestimmte technische Geräte können unter Umständen Einfluss auf einzelne Herzschrittmachermodelle haben. Moderne Systeme sind jedoch deutlich besser geschützt als frühere Generationen. 

Fazit: Zuverlässiger Unterstützung der Herzfunktion

Ein Herzschrittmacher ist eine bewährte und sichere Behandlungsmöglichkeit für Menschen mit einer dauerhaft zu langsamen Herzfrequenz oder Störungen der elektrischen Reizleitung. Moderne Geräte arbeiten zuverlässig, passen sich dem individuellen Herzrhythmus an und ermöglichen vielen Betroffenen ein aktives Leben mit deutlich verbesserter Lebensqualität. Wer unter wiederkehrendem Schwindel, Ohnmachtsanfällen oder ausgeprägter Müdigkeit leidet, sollte diese Beschwerden ärztlich abklären lassen. Eine frühzeitige Diagnose kann entscheidend sein um Komplikationen zu vermeiden und die passende Therapie einzuleiten. 

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Über den Fachautor

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