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Morbus Menière: Plötzlicher Schwindel aus dem Innenohr

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Melanie Al Tikriti, BSc · 7. August 2026

Schwindelattacken kommen meist ohne Vorwarnung.

Plötzlich beginnt sich die Umgebung zu drehen. Dazu kommen Übelkeit, ein Druckgefühl im Ohr und das Gefühl, schlechter zu hören. Solche Beschwerden können auf Morbus Menière hinweisen – eine chronische Erkrankung des Innenohrs, die durch wiederkehrende Schwindelanfälle gekennzeichnet ist. Die Anfälle treten oft unerwartet auf und können den Alltag erheblich beeinträchtigen. Viele Betroffene fühlen sich während einer Attacke völlig hilflos und müssen ihre Aktivitäten sofort unterbrechen.

Morbus Menière ist zwar nicht heilbar, dennoch lassen sich die Beschwerden in vielen Fällen gut behandeln. Eine frühzeitige Diagnose und eine individuell angepasste Therapie können dazu beitragen, die Häufigkeit der Anfälle zu verringern und die Lebensqualität zu verbessern. 

Morbus Meniere

Was hinter der Erkrankung steckt

Im Innenohr befinden sich sowohl das Hörorgan als auch das Gleichgewichtsorgan. Beide sind mit einer speziellen Flüssigkeit gefüllt, die für ihre normale Funktion notwendig ist. Beim Morbus Menière gerät dieser Flüssigkeitshaushalt aus dem Gleichgewicht. Dadurch steigt der Druck im Innenohr an und die empfindlichen Sinneszellen werden vorübergehend gestört.

Warum diese Veränderungen entstehen ist bis heute nicht vollständig geklärt. Vermutet wird, dass mehrere Faktoren zusammenwirken. Diskutiert werden unter anderem genetische Einflüsse, Störungen der Flüssigkeitsregulation oder Veränderungen des Immunsystems. 

Die Beschwerden treten meist anfallsartig auf

Das typische Merkmal des Morbus Menière ist das gleichzeitige Auftreten mehrerer Beschwerden. Die Schwindelattacken beginnen meist plötzlich und können zwischen 20 Minuten und mehreren Stunden andauern.

Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • starker Drehschwindel
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Hörminderung auf einem Ohr
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Druckgefühl im betroffenen Ohr
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Unsicherheit beim Gehen

Zwischen den einzelnen Anfällen fühlen sich viele Betroffene zunächst wieder völlig gesund. Mit fortschreitender Erkrankung kann sich das Hörvermögen jedoch dauerhaft verschlechtern. 

Warum der Alltag häufig stark eingeschränkt wird

Die Beschwerden betreffen nicht nur das Gleichgewichtsorgan. Viele Betroffene entwickeln mit der Zeit Unsicherheit und Angst vor der nächsten Schwindelattacke, da diese jederzeit auftreten kann.

Einfache Alltagssituationen wie Autofahren, Einkaufen oder Sport werden dadurch oft zur Herausforderung. Manche Menschen ziehen sich aus Angst vor einem erneuten Anfall zunehmend aus ihrem sozialen Leben zurück. Umso wichtiger ist eine gute medizinische Betreuung sowie ein offener Umgang mit der Erkrankung. 

Andere Ursachen müssen ausgeschlossen werden

Nicht jeder Schwindelanfall ist auf Morbus Menière zurückzuführen. Auch gutartiger Lagerungsschwindel, Entzündungen des Gleichgewichtsorgans, Migräne oder neurologische Erkrankungen können ähnliche Beschwerden verursachen. Deshalb erfolgt zuerst ein ausführliches Gespräch über die Symptome und deren Verlauf. Anschließend werden verschiedene Hör- und Gleichgewichtsuntersuchungen durchgeführt.

Je nach Befund können zusätzlich Blutuntersuchungen oder eine Magnetresonanztomographie notwendig sein, um andere Erkrankungen auszuschließen. 

Welche Behandlungsmöglichkeiten helfen

Die Behandlung richtet sich danach, ob gerade ein akuter Anfall besteht oder ob weitere Schwindelattacken verhindert werden sollen. Während eines Anfalls kommen häufig Medikamente gegen Schwindel und Übelkeit zum Einsatz. Sie können helfen, die Beschwerden zu lindern und den Kreislauf zu stabilisieren.

Langfristig stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die die Häufigkeit der Anfälle reduzieren sollen. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kommen in bestimmten Fällen spezielle Injektionen oder operative Verfahren infrage. Welche Therapie geeignet ist, hängt von der individuellen Situation der Betroffenen ab. 

Was Betroffene selbst tun können

Auch wenn sich Morbus Menière nicht vollständig verhindern lässt, können einige Maßnahmen den Alltag erleichtern.

Hilfreich sind unter anderem:

  • Stress möglichst reduzieren
  • ausreichend schlafen
  • Alkohol und Nikotin möglichst meiden
  • regelmäßig essen und trinken
  • persönliche Auslöser beobachten
  • verordnete Medikamente konsequent einnehmen

Auch ein Symptomtagebuch kann helfen mögliche Auslöser oder Zusammenhänge besser zu erkennen und die Behandlung gezielt daran anzupassen.

Wie sich die Erkrankung entwickeln kann

Der Verlauf von Morbus Menière ist sehr unterschiedlich. Manche Menschen erleben nur wenige Schwindelanfälle, während andere über Jahre hinweg darunter leiden. Mit der Zeit werden diese Anfälle bei vielen Betroffenen seltener. Gleichzeitig kann sich das Hörvermögen auf dem betroffenen Ohr dauerhaft verschlechtern. 

Fazit: Mit der richtigen Behandlung lässt sich der Alltag häufig wieder besser bewältigen.

Morbus Menière kann durch plötzlich auftretende Schwindelanfälle die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Moderne Behandlungsmöglichkeiten und ein bewusster Umgang mit der Erkrankung können jedoch dazu beitragen, Beschwerden zu lindern und den Alltag wieder sicherer zu gestalten. Eine enge Zusammenarbeit mit dem behandelten Arzt hilft dabei, die Therapie individuell anzupassen. 

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