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Erkrankung · Allgemeine HNO

Schwindel und Gleichgewichtsstörungen: Ursachen, Symptome und Behandlung von Störungen des Gleichgewichts (Gangunsicherheit therapieren)

Hier finden Sie ausgesuchte medizinische Experten und Spezialisten in Kliniken und Praxen für die Diagnose, Behandlung, Operation und Rehabilitation im Bereich Gleichgewichtsstörungen. Alle gelisteten Ärzte sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und wurden nach strengen Richtlinien für Sie handverlesen ausgewählt.

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Gleichgewichtsstörungen verursachen häufig Schwindel, Gangunsicherheit und Probleme mit dem Gleichgewicht. Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr ist oft an der Entstehung der Störung beteiligt. Die Behandlung von Gleichgewichtsstörungen richtet sich nach der Ursache und den individuellen Symptomen. Eine gezielte Therapie kann Beschwerden lindern und das Gleichgewicht langfristig stabilisieren.

Gleichgewichtsstörungen sind eine häufige Erkrankung, die das Gleichgewicht und die Orientierung im Alltag erheblich beeinträchtigen kann. Schwindel gehört zu den häufigsten Symptomen und tritt oft gemeinsam mit weiteren Beschwerden auf. Ursache für Gleichgewichtsstörungen können Störungen des Gleichgewichtsorgans, Erkrankungen des Innenohrs oder neurologische Erkrankungen sein. Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr spielt eine zentrale Rolle für den Gleichgewichtssinn und die Körperhaltung.

Schwindel und Gleichgewichtsstörungen können akut oder chronisch auftreten und gehen nicht selten mit Übelkeit und Erbrechen einher. Eine gezielte Diagnostik hilft dabei, die Ursachen von Gleichgewichtsstörungen zu erkennen. Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Störung und kann Medikamente, Gleichgewichtsübungen oder weitere Behandlungsmaßnahmen umfassen. Eine frühzeitige Behandlung kann helfen, die Lebensqualität deutlich zu verbessern.

Definition und Unterteilungen von Gleichgewichtsstörungen

Drei Bogengänge und zwei sogenannte Maculaorgane bilden in beiden Innenohren des Menschen das Gleichgewichtsorgan.

Zusätzlich gibt es im Gehirn einen Gleichgewichts Bereich, die Vestibulariskerne. Hier treffen außerdem die Informationen der Augen, des Rückenmarks und des Kleinhirns ein. Das Gehirn kann aus diesen Mitteilungen unsere Lage im Raum feststellen. Wir können stehen, gehen und laufen. Wir sind in der Lage, Kopf und Körper im Raum zu drehen und zu wenden.

Mediziner teilen die Schwindelgefühle ein in:

  • Drehschwindel: Patienten nehmen sich selbst oder die Welt um sie herum in einer Kreisbewegung wahr.
  • Schwankschwindel: Der Boden, auf dem Sie stehen, scheint sich abwechselnd nach rechts und links zu neigen.
  • Liftschwindel: Die Umgebung bewegt sich scheinbar nach oben und unten.
  • Fallschwindel: Sie haben das Gefühl, jederzeit zu stürzen.
  • Benommenheitsschwindel: Dieses Taumelgefühl hält oft länger an.
  • Dauerschwindel oder chronischer Schwindel: Ihr Gleichgewichtssinn ist für eine längere Zeit oder für immer gestört.

Weiterhin gibt es bestimmte Situationen, die Schwindel auslösen:

  • Höhenschwindel: Sie bekommen in größerer Höhe Angst.
  • Kinetose: Bei der Reisekrankheit erleben Sie neben dem Schwindel beispielsweise eine starke Übelkeit.

In diesen beiden Fällen kann das Gehirn die Reize nicht so rasch verarbeiten und signalisiert vorsorglich Gefahr.

Diese Störungen des Gleichgewichts sind aber harmlos. Ebenso das Schwindelgefühl nach schnellem Aufstehen aus der Hocke, nach einem Karussell oder nach schnellen Körperdrehungen beim Tanzen.

Gleichgewichtsstörungen

© ArTo | AdobeStock

Ursachen von Gleichgewichtsstörungen

Die Ursachen für Gleichgewichtsstörungen sind sehr unterschiedlich:

Sie spüren ein Schwindelgefühl (Drehschwindel), wenn Sie morgens zu schnell aufstehen. Ursache ist meist ein zu niedriger Blutdruck.

Drehschwindel als Lagerungsschwindel: Ohrsteinchen lösen sich und verändern ihre Position im Ohr. Schwindelanfälle entstehen, wenn Sie den Kopf und/oder den Rumpf bewegen. Der Gleichgewichtsnerv hat sich entzündet. Ursache dafür sind Herpesviren.

Bilaterale Vestibulopathie: Das Gleichgewichtsorgan beider Innenohren ist gestört. Das Gehen fällt schwer, im Dunkeln wird es besonders schlimm. Sie können einen Dreh- und/oder einen Schwankschwindel bekommen. Die Ursache dieser Krankheit ist unbekannt.

Morbus Menière: Zu der plötzlichen Schwindelattacke können Ohrgeräusche und Schwerhörigkeit hinzukommen. Dabei lagert sich zusätzliche Flüssigkeit im Innenohr an. Warum dies so ist, weiß die Forschung noch nicht.

Labyrinthitis: Das Innenohr ist stark entzündet. Bei der klassischen Mittelohrentzündung ist Schwindel ein Alarmzeichen.

Vestibuläre oder Schwindelmigräne: Sie zeigt neben dem Schwindel häufig weitere Anzeichen von Migräne, kann aber auch ohne Kopfschmerzen auftreten. Chronischer Schwindel ist meist auf psychische Ursachen zurückzuführen. Alternativ kann er sich beispielsweise als Dauerzustand nach einem Schlaganfall einstellen. Schwindel kann durch Schielen und andere Augenerkrankungen entstehen. Daneben sind verkalkte und veränderte Gefäße oder ein Schlaganfall mögliche Ursachen für Gleichgewichtsstörungen.

Symptome und Diagnose von Gleichgewichtsstörungen

Schwindel ist stets ein Alarmzeichen des Gehirns, dass irgendetwas buchstäblich nicht im Gleichgewicht ist. Falls Sie krank sind, der Schwindel öfter eintritt oder die Ursache nicht klar ist, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dabei nennen Sie die Symptome so genau wie möglich und auch die zeitliche Abfolge. Es gibt neben klaren Fällen auch immer wieder atypische Erscheinungen.

So treten beispielsweise häufig Schwindel und Übelkeit oder gelegentlich Schwindel und Kopfschmerzen gemeinsam auf, aber nicht zwangsläufig.

Weiterhin können folgende Beschwerden auftreten:

  • Sehstörungen
  • Über- oder Unterzucker
  • zu hoher oder zu niedriger Blutdruck
  • Atemnot (unter anderem bei Panikattacken)
  • kurze Ohnmachten und
  • Schmerzen

Manchmal treffen mehrere Symptome zusammen, dann wieder nacheinander. Je mehr Ihr Arzt weiß, umso besser kann er eine korrekte Diagnose stellen.

Behandlung von Gleichgewichtsstörungen

Zunächst sollten Sie Ihren Hausarzt über die Problematik informieren. Im Zweifelsfall überweist er Sie zu diversen Fachärzten, beispielsweise zu einem:

An manchen Kliniken gibt es eine Schwindelambulanz, die am Abend oder Wochenende und in akuten Fällen erster Ansprechpartner ist.

Der gutartige Lagerungsschwindel und die beidseitige Störung des Innenorgans bessern oder verschwinden durch bestimmte Körper- und Kopfdrehungen. So fallen beispielsweise die Ohrsteinchen zurück an ihren Ursprungsort, wo sie sich abbauen. Schwindelmigräne und Entzündungen lassen sich überwiegend mit Medikamenten behandeln. Bei Schwindelattacken durch Herpesviren hilft Kortison. Die Behandlung dauert allerdings einige Zeit. In Sachen Migräne ist eine systematische Grundbehandlung empfehlenswert.

Auch bei Morbus Menière erhalten Patienten Medikamente. Im Ganzen helfen heilgymnastische Übungen und Medikamente bei vielen Schwindelvarianten. Bei Durchblutungsstörungen ist Bewegung empfehlenswert, zusätzlich erhält der Patient Medikamente. Bei Schwindelanfällen und Gleichgewichtsstörungen, deren Ursache nicht bekannt ist, müssen Patienten Präparate und Bewegungseinheiten über mehrere Wochen ausprobieren.

Psychischer Schwindel, der meistens durch Angst (phobischer Schwindel)entsteht, heilt am besten mit vertrauensvollen Gesprächen und Psychotherapie.

FAQ

Was sind Gleichgewichtsstörungen?

Gleichgewichtsstörungen sind Störungen des Gleichgewichts, bei denen das Zusammenspiel von Gleichgewichtsorgan, Augen, Gehirn und Nervensystem beeinträchtigt ist. Typische Symptome sind Schwindel, Gangunsicherheit, Unsicherheit beim Gehen oder ein gestörter Gleichgewichtssinn. Schwindel und Gleichgewichtsstörungen treten häufig gemeinsam auf und können die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.

Welche Ursachen können Gleichgewichtsstörungen haben?

Die Ursachen von Gleichgewichtsstörungen sind vielfältig. Häufig liegt eine Störung des Gleichgewichtsorgans oder eine Erkrankung des Innenohrs vor. Auch Morbus Menière, Lagerungsschwindel, Durchblutungsstörungen, Migräne, neurologische Erkrankungen, Tumor, Schlaganfall oder bestimmte Medikamente können Schwindel auslösen. Weitere mögliche Ursachen sind niedriger Blutdruck, Reisekrankheit oder altersbedingte Veränderungen des Gleichgewichtssystems.

Welche Symptome treten bei Gleichgewichtsstörungen auf?

Zu den Symptomen von Gleichgewichtsstörungen zählen Drehschwindel, Schwankschwindel, Schwindelgefühl, Schwindelattacken sowie Schwierigkeiten beim Gehen. Viele Betroffene leiden zusätzlich unter Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen oder Schwindel und Übelkeit. Bei einer Störung des Gleichgewichtsorgans können die Beschwerden besonders ausgeprägt sein und das Gleichgewicht dauerhaft beeinträchtigen.

Wie erfolgt die Diagnostik und Behandlung von Gleichgewichtsstörungen?

Die Diagnostik und Therapie beginnt mit einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung. Je nach Verdacht können HNO-ärztliche, neurologische oder bildgebende Untersuchungen durchgeführt werden. Die Behandlung von Gleichgewichtsstörungen richtet sich nach der Ursache und umfasst Medikamente, Gleichgewichtsübungen, Physiotherapie oder spezifische Verfahren zur Therapie von Schwindel. In manchen Fällen lassen sich Beschwerden auch durch das Absetzen bestimmter Medikamente verbessern.

Kann man Gleichgewichtsstörungen vorbeugen?

Eine vollständige Prävention von Gleichgewichtsstörungen ist nicht immer möglich. Regelmäßige Bewegung, Gleichgewichtsübungen und die Behandlung bestehender Erkrankungen können jedoch helfen. Besonders ältere Menschen profitieren von Training der Koordination und des Gleichgewichtssinns. Wer wiederholt unter Schwindel, Schwindelattacken oder einer Gleichgewichtsstörung leidet, sollte frühzeitig einen Arzt konsultieren, um mögliche Ursachen und Risikofaktoren abzuklären.

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Über den Fachautor

Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Thomas P. U. Wustrow

Medizinischer Fachautor · Gesellschafter und Arzt in der HNO-Gemeinschaftspraxis · München

Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Thomas P. U. Wustrow – medizinischer Fachautor: fundierte Fachbeiträge, Expertenwissen und medizinische Einblicke im Leading Medicine Guide.

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