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Erkrankung · Allgemeine HNO

Mittelohrentzündung – Symptome und Behandlung bei Otitis media und Komplikationen der chronischen Mittelohrentzündung

Hier finden Sie ausgesuchte medizinische Experten und Spezialisten in Kliniken und Praxen für die Diagnose, Behandlung, Operation und Rehabilitation im Bereich Mittelohrentzündung. Alle gelisteten Ärzte sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und wurden nach strengen Richtlinien für Sie handverlesen ausgewählt.

Sabine_Schneider.pngChefredakteurinSabine SchneiderStand: ICD-10: H65, H66, H67

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Die Mittelohrentzündung beziehungsweise Otitis media betrifft das Mittelohr und verursacht häufig Ohrenschmerzen sowie Fieber. Besonders Babys und Kleinkinder erkranken oft an einer akute Otitis media nach einer Erkältung. Typische Symptome sind Flüssigkeit hinter dem Trommelfell, Hörprobleme und allgemeine Beschwerde. Eine frühzeitige Behandlung hilft, Komplikation wie Mastoiditis oder chronische Mittelohrentzündung zu vermeiden.

Die Mittelohrentzündung gehört zu den häufigsten Erkrankung des Ohres und tritt besonders oft bei Kleinkind auf. Eine akute Mittelohrentzündung, auch Otitis media genannt, entsteht meist infolge einer Erkältung oder eines Infekt im Rachen. Durch eine gestörte Belüftung des Mittelohrs sammelt sich Flüssigkeit hinter dem Trommelfell an. Typische Symptome einer Mittelohrentzündung sind starke Ohrenschmerzen, Fieber und Druckgefühl im Mittelohr.

Häufig sind Viren oder Bakterien als Erreger beteiligt, die über die Ohrtrompete beziehungsweise Eustachische Röhre in das Mittelohr gelangen. In manchen Fällen kann Sekret aus dem Ohr abfliessen oder das Trommelfell entzünden sich deutlich sichtbar. Die Behandlung einer Mittelohrentzündung reicht von schmerzlindernden Maßnahmen bis hin zur Behandlung mit Antibiotika bei bakterieller Entzündung.

Was ist eine chronische Mittelohrentzündung?

Die chronische Mittelohrentzündung heißt medizinisch auch Otitis media chronica. Davon ist die Rede, wenn das Mittelohr immer wieder unter Entzündungen leidet. Dadurch entstehen Schmerzen und eine verminderte Hörfähigkeit

Mittelohrentzündung
Bei einer Mittelohrentzündung bilden sich Sekrete hinter dem Trommelfell © bilderzwerg / Fotolia

Man unterscheidet drei unterschiedliche Formen:

  • das Cholesteatom
  • die chronische Schleimhauteiterung
  • die chronische Schleimhaut- und Knocheneiterung

Ohne eine fachkundige Therapie ist bei keiner dieser Formen eine Heilung möglich. Es drohen sogar ernstzunehmende Komplikationen wie

Im schlimmsten Fall tritt eine Meningitis (Hirnhautentzündung) oder ein Hirnabszess ein.

Was sind die Ursachen einer chronischen Mittelohrentzündung?

Die verschiedenen Formen einer chronischen Mittelohrentzündung haben unterschiedliche Ursachen.

Wiederholte Nasennebenhöhlenentzündungen oder eine akute Mittelohrentzündung lösen eine chronische Schleimhaut- und Knocheneiterung aus. Dafür verantwortlich sind oftmals

  • Defekte an der Nasenscheidewand,
  • Tumore innerhalb des Nasen-Rachenraums (HNO-Tumore) oder
  • Allergien wie Heuschnupfen.

Unfälle oder Verletzungen können einen Trommelfelldefekt verursachen. Das ist aber eher selten der Auslöser für eine chronische Mittelohrentzündung.

Bei Kindern sind häufig Nasenpolypen die Ursache für eine chronische Mittelohrentzündung. Nasenpolypen sind vergrößerte Mandeln, die Belüftungsstörungen des Mittelohrs zur Folge haben. Außerdem wird der Druckausgleich durch die Eustachische Röhre (Ohrtrompete) in Mitleidenschaft gezogen. Dringen durch die Ohrtrompete Keime wie Bakterien ins Mittelohr vor, droht dadurch eine chronische Entzündung.

Ursachen eines Cholesteatoms

In der Regel verursachen Belüftungsstörungen des Mittelohrs ein Cholesteatom. Dabei kommt es innerhalb des Mittelohrs zu Unterdruck. Dadurch wird das Trommelfell in den Mittelohrbereich eingezogen. Der Arzt spricht dann von einer Trommelfell-Retraktion. Aus einer solchen Einziehung entsteht mitunter ein Cholesteatom.

Eine weitere mögliche Ursache ist das Auftreten eines Lochs am Oberrand des Trommelfells. In seltenen Fällen wird es aufgrund von Verletzungen wie Brüchen des Schädelbeins oder des Felsenbeins hervorgerufen. Bei manchen Menschen ist das Cholesteatom bereits angeboren.

Welche Symptome treten bei einer chronischen Mittelohrentzündung auf?

Viele Patienten bemerken zunächst eine chronischen Entzündung ihres Mittelohrs gar nicht. Im Anfangsstadium ruft die Erkrankung nicht immer Schmerzen hervor. Das ist ein großer Unterschied zur akuten Mittelohrentzündung, die plötzlich einsetzt und

  • stechende Ohrenschmerzen,
  • Schwindelgefühle und
  • Fieber

verursacht. Die Beschwerden bei einer chronischen Mittelohrentzündung treten eher schleichend auf. Daher ist die chronische Form oft schon weit fortgeschritten, wenn sie diagnostiziert wird. Als typische Anzeichen für die chronische Ohrerkrankung gelten:

  • Ohrensausen,
  • eine Verminderung der Hörfähigkeit,
  • das anhaltende Ausscheiden von Flüssigkeit aus dem Gehörgang und
  • das Wuchern von entzündetem Gewebe.

Außerdem sind auch bei einer chronischen Mittelohrentzündung ausgeprägte Schmerzen und Schwindel möglich. Im Unterschied zur akuten Form schreiten die Beschwerden jedoch erheblich langsamer voran.

Wann muss ein Arzt aufgesucht werden?

Wenn Flüssigkeit aus dem Ohr läuft, sollten Sie so schnell wie möglich einen Arzt zu Rate zu ziehen. Gleiches gilt bei starken Ohrenschmerzen oder Druckgefühlen im Ohr.

Vor allem bei Kindern sollten Sie sich rasch an einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt wenden, der sich auf die Therapie von chronischen Mittelohrentzündungen spezialisiert hat.

Diagnose

Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt erkundigt sich zunächst nach der Krankengeschichte des Patienten. Er befragt Sie dabei zu eventuellen Vor- oder Begleiterkrankungen.

Mithilfe eines Ohr-Mikroskops untersucht er anschließend das Trommelfell. Meistens hat es im Zentrum ein Loch. Entdeckt der Arzt dagegen am hinteren oberen Trommelfellrand eine Retraktionstasche oder eine zwiebelartige Perlgeschwulst, ist das ein Hinweis auf ein Cholesteatom.

Als weitere Diagnosemöglichkeiten kommen

infrage.

Wie wird eine chronische Mittelohrentzündung behandelt?

Eine akute Mittelohrentzündung kann einfach abheilen. Bei der chronischen Mittelohrentzündung müssen dagegen die Ursachen medizinisch behandelt werden. Sonst kann sie nicht heilen.

Mitunter erfordert dies sogar eine Operation. Diese erfolgt zum Beispiel, wenn übergroße Polypen für die chronische Mittelohrentzündung verantwortlich sind. Im Falle von anatomischen Ursachen bei erwachsenen Patienten lassen sich Nase und Nasennebenhöhlen ebenfalls operativ behandeln.

Oft ist ein Riss des Trommelfells die Ursache für eine chronische Mittelohrentzündung. Dadurch ist der Zugang zum Mittelohr offen. Der Patient sollte daher darauf achten, dass beim Waschen der Haare kein Wasser in die Ohren gelangt. Gelangen dadurch Bakterien in das Mittelohr, besteht die Gefahr einer Verschlimmerung der Beschwerden. Auch ein akuter Schwindelanfall ist möglich. Aus diesem Grund sollten Sie beim Baden oder Duschen eine Badehaube tragen.

Gegen das Absondern von Eiter helfen in der Regel spezielle Ohrentropfen. Im Falle von Komplikationen verordnet der Arzt meist Antibiotika.

Fazit

Der Verlauf einer chronischen Mittelohrentzündung hängt von der Erkrankungsform ab. Eine wichtige Rolle spielt außerdem der Zeitpunkt des Therapiebeginns. Am günstigsten fällt die Prognose bei einer chronischen Schleimhauteiterung aus.

FAQ

Was ist eine Mittelohrentzündung?
Die Mittelohrentzündung ist eine Entzündung des Mittelohrs, die medizinisch als Otitis media bezeichnet wird. Häufig entsteht die Erkrankung nach einer Erkältung oder einem Infekt der oberen Atemwege. Besonders Kinder und Erwachsene können daran erkranken.

Welche Symptome treten bei einer Mittelohrentzündung auf?
Typische Symptome einer Mittelohrentzündung sind Ohrenschmerzen, Fieber, Druckgefühl und Hörminderung. Bei einer akute Mittelohrentzündung kann zusätzlich Sekret aus dem Ohr austreten. Manche Betroffene klagen auch über starke Ohrenschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl.

Wie wird eine Mittelohrentzündung behandelt?
Die Behandlung einer Mittelohrentzündung richtet sich nach Ursache und Verlauf der Erkrankung. Bei unkomplizierten Mittelohrentzündungen helfen oft Schmerzmittel, Ruhe und abschwellende Maßnahmen zur besseren Belüftung des Mittelohrs. Bei bakterieller Entzündung erfolgt häufig eine Behandlung mit Antibiotika.

Wie lange dauert eine Mittelohrentzündung?
Wie lange dauert eine Mittelohrentzündung, hängt von Schwere und Erreger ab. Eine akute Otitis media heilt oft innerhalb weniger Tage bis Wochen aus. Chronische Otitis media oder wiederkehrende Mittelohrentzündungen benötigen dagegen häufig eine längere ärztlich überwachte Behandlung.

Kann man einer Mittelohrentzündung vorbeugen?
Zur Vorbeugung einer Mittelohrentzündung sollten Infekte früh behandelt und Risikofaktor wie Rauchbelastung reduziert werden. Besonders bei Babys und Kleinkinder ist eine gute Belüftung der Eustachische Röhre wichtig. Wer eine Mittelohrentzündung erkennen und früh behandeln lässt, kann Komplikation vermeiden.

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Über den Fachautor

Sabine Schneider

Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.

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