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Behandlung · Geburtshilfe

Kaiserschnitt: Spezialisten & OP-Infos

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Operative Entbindung
Beim Kaiserschnitt, fachsprachlich Sectio, kommt das Kind durch eine Öffnung der Bauchdecke und der Gebärmutter zur Welt.
Dauer und Aufenthalt
Die Operation dauert ungefähr eine Stunde; anschließend bleiben Mutter und Kind meist etwa 3 bis 4 Tage in der Klinik.
Mögliche Gründe
Ein Kaiserschnitt kommt unter anderem bei einem versperrten Geburtsweg oder einer akuten Gefährdung von Mutter oder Kind infrage.
Kostenübernahme
Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf eine ambulante oder stationäre Entbindung und die damit verbundenen Regelleistungen.
Zuständiges Fachgebiet
Ärztinnen und Ärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe führen den Kaiserschnitt durch.

Ein Kaiserschnitt ist eine operative Geburt. Dabei werden die Bauchdecke und die Gebärmutter geöffnet, um das Kind auf die Welt zu bringen.

Der Eingriff kann geplant erfolgen oder während einer bereits begonnenen Geburt notwendig werden. Er findet unter regionaler Betäubung oder Vollnarkose statt, wobei eine Vollnarkose nicht bei jedem Kaiserschnitt erforderlich ist.

Was ist ein Kaiserschnitt?

Der Kaiserschnitt ist eine Operation zur Entbindung eines Kindes. Der medizinische Fachbegriff lautet Sectio caesarea, kurz Sectio. Anders als bei einer vaginalen Geburt kommt das Kind durch die operativ geöffneten Gewebeschichten zur Welt.

Ein Notkaiserschnitt kommt infrage, wenn während der Geburt eine ernste Gefährdung für Mutter oder Kind auftritt.

Wird die Sectio erst nach Beginn der Wehen erforderlich, heißt sie sekundär. Ob eine medizinische Indikation, also ein begründeter Anlass für den Eingriff, besteht, hängt von der Situation der Schwangeren und des Kindes ab. Entscheidend ist außerdem, ob eine vaginale Geburt möglich und medizinisch vertretbar ist.

Wann ist ein Kaiserschnitt medizinisch sinnvoll?

Ein Kaiserschnitt ist medizinisch sinnvoll, wenn eine vaginale Geburt erhebliche Risiken birgt oder der Geburtsweg versperrt ist. Liegt bei einer Plazenta praevia die Plazenta vor dem Muttermund, kann ein Kaiserschnitt notwendig sein.

  • Beckenendlage: Eine Beckenendlage erfordert nicht automatisch einen Kaiserschnitt; häufig ist eine vaginale Geburt möglich.
  • Fußlage oder überstreckter Kopf: Bei diesen Formen der Beckenendlage wird in der Regel ein Kaiserschnitt empfohlen.
  • Genitalherpes: Bei einem Ausbruch zum Geburtstermin wird in der Regel eine Entbindung per Kaiserschnitt empfohlen. Ohne Anzeichen eines Ausbruchs ist eine vaginale Geburt möglich.

Eine starke Gewichtszunahme in der Schwangerschaft erhöht die Wahrscheinlichkeit für ein großes Kind mit einem Geburtsgewicht über 4000 oder 4500 g sowie für einen notwendigen Kaiserschnitt.

Welche Vor- und Nachteile haben die Verfahren?

Ob eine natürliche Geburt über die Scheide oder eine andere Alternative infrage kommt, hängt von der individuellen Ausgangslage ab. Maßgeblich sind der bisherige Geburtsverlauf und die medizinischen Gründe für einen Kaiserschnitt.

VerfahrenFür wen kommt es infrage?Zeitpunkt oder DauerVor- und Nachteile
KaiserschnittWenn eine vaginale Geburt medizinisch nicht vertretbar oder der Geburtsweg versperrt istDer Eingriff kann geplant erfolgen oder während der Geburt notwendig werden.Er ermöglicht die Entbindung trotz eines Hindernisses, ist jedoch mit Operationsrisiken und der Heilung einer Wunde verbunden.
Vaginale GeburtWenn kein zwingender medizinischer Grund gegen diesen Geburtsweg sprichtDie Dauer richtet sich nach dem Geburtsverlauf.Sie vermeidet eine Operation. Zu berücksichtigen ist jedoch die persönliche Geburtssituation.
Äußere WendungBei Beckenendlage als Alternative zum geplanten KaiserschnittSie kommt in der Regel ab der 37. Schwangerschaftswoche infrage.Das Kind soll von außen in eine günstigere Lage gedreht werden. Ob danach eine vaginale Geburt möglich ist, hängt vom weiteren Verlauf ab.

Wie wird ein primärer Kaiserschnitt vorbereitet?

Bei einem wegen Beckenendlage vorgesehenen Kaiserschnitt liegt der Termin etwa eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin.

Für die Zeit nach der Entlassung ist es sinnvoll, frühzeitig eine Hebamme zu organisieren. Sie kann Mutter und Kind zu Hause betreuen und die Heilung der Wunde begleiten.

Nach einem früheren Kaiserschnitt sollte die Patientin den Operationsbericht zum Gespräch über die nächste Geburt mitbringen. Darin stehen Angaben zum damaligen Eingriff, die für die erneute Geburtsplanung hilfreich sind.

Wie wird ein Kaiserschnitt durchgeführt?

Der Kaiserschnitt wird unter regionaler Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt. Zu den regionalen Verfahren gehören die Spinalanästhesie und die Periduralanästhesie, kurz PDA. Eine Vollnarkose ist nicht immer erforderlich.

Wird die Operation während einer vaginalen Geburt notwendig und liegt bereits eine PDA, kann diese höher dosiert werden. Eine Periduralanästhesie zur Schmerzlinderung während der Geburt erhöht nach den ausgewerteten Studien nicht das Kaiserschnittrisiko.

  1. Zur Vorbeugung von Infektionen erhält die Patientin eine perioperative Antibiotikaprophylaxe, also eine vorbeugende Antibiotikagabe rund um die Operation.
  2. Nach Einleitung der Betäubung öffnet die Ärztin oder der Arzt zunächst die Bauchdecke und anschließend die Gebärmutter.
  3. Danach hebt das ärztliche Team das Kind aus der Gebärmutter. So kann es auf die Welt kommen und die Frau wird entbunden.
  4. Nach der Geburt verschließt die Ärztin oder der Arzt die geöffneten Gewebeschichten.

Der Kaiserschnitt dauert insgesamt ungefähr eine Stunde. Anschließend bleiben Mutter und Neugeborenes üblicherweise etwa 3 bis 4 Tage in der Klinik.

Welche Komplikationen kann ein Kaiserschnitt verursachen?

Als operativer Eingriff kann ein Kaiserschnitt verschiedene Komplikationen verursachen.

  • Blutung: Während oder nach dem Verfahren kann Blut verloren gehen.
  • Verletzung der Gebärmutter: Bei etwa 2 von 1000 Kaiserschnitten muss die Gebärmutter infolge einer Verletzung entfernt werden.
  • Plazentastörung: Nach einem Kaiserschnitt ist die Plazenta bei etwa 1 von 1000 späteren Schwangerschaften mit der Gebärmutterwand verwachsen oder durch sie hindurchgewachsen.
  • Riss der Gebärmutter: Bei einer vaginalen Geburt nach einem früheren Kaiserschnitt betrifft diese Uterusruptur etwa 3 von 1000 Frauen.
  • Intensivbehandlung des Kindes: Bei einem wegen Beckenendlage geplanten Kaiserschnitt kommen nach internationalen Studiendaten 29 von 1000 Kindern auf eine Intensivstation.
  • Infektion: Einer Infektion rund um die Operation soll eine vorbeugende Antibiotikagabe entgegenwirken.
Vorbereitung eines Kaiserschnitts
Für einen Kaiserschnitt ist ein größer Schnitt oberhalb des Schambereichs notwendig © fotoatelier.hamburg | AdobeStock

Diese Risiken betreffen unterschiedliche Situationen. Das Risiko für Komplikationen bei einer späteren Geburt wird daher anhand des früheren Operationsverlaufs und der aktuellen Schwangerschaft eingeschätzt.

Worauf sollte ich nach der Geburt achten?

Die Kaiserschnittwunde heilt innerhalb von zwei Wochen. Beschwerden durch den Eingriff können jedoch länger anhalten. Die sichtbare Narbe und die Beschwerden bilden sich deshalb nicht immer im gleichen Zeitraum zurück.

Nach dem Verfahren können Schmerzmittel nötig sein. Damit die Operationswunde heilen kann, sollte die Frau in den ersten Wochen nach dem Kaiserschnitt schweres Heben vermeiden. Eine bereits vor der Geburt organisierte Hebamme kann die Betreuung zu Hause übernehmen.

Ein Kaiserschnitt schließt eine spätere vaginale Geburt nicht aus. Von 100 Frauen, die sich nach einem Kaiserschnitt dafür entscheiden, bringen 75 ihr Kind tatsächlich vaginal zur Welt. Der frühere Operationsbericht unterstützt die individuelle Planung.

Was übernimmt die Krankenkasse?

Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf eine ambulante oder stationäre Entbindung. Bei einer stationären Geburt umfasst dieser Anspruch auch Unterkunft, Pflege und Verpflegung für Mutter und Neugeborenes.

Ist die Kostenübernahme für einen gewünschten Kaiserschnitt nicht gesichert, muss die Patientin vor der Behandlung in Textform über die voraussichtlichen Kosten informiert werden. Bei einer privaten Krankenversicherung hängt die Erstattung vom individuellen Vertrag ab und sollte vorab geklärt werden.

Den Aufpreis für ein Familienzimmer mit übernachtender Begleitperson übernimmt die gesetzliche Krankenkasse normalerweise nicht. Auch eine gewünschte Chefarztbehandlung sowie ein Ein- oder Zweibettzimmer sind zusätzliche Wahlleistungen, für die eine gesonderte Vereinbarung erforderlich ist.

Kann die Frau wegen der Entbindung ihren Haushalt nicht führen und übernimmt diese Aufgabe niemand anderes im Haushalt, besteht ein Anspruch auf Haushaltshilfe. Dafür fällt keine gesetzliche Zuzahlung an. Auch verordnete Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmittel im Zusammenhang mit der Entbindung sind zuzahlungsfrei.

Welche Ärztinnen und Ärzte führen einen Kaiserschnitt durch?

Der Kaiserschnitt gehört zum Weiterbildungsgebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Entsprechend qualifizierte Ärztinnen und Ärzte führen die Operation in einer geburtshilflichen Klinik durch.

Im Vorgespräch können Sie klären, welche Betäubung vorgesehen ist und wie die Klinik mit ungeplanten Situationen umgeht. Auch mögliche Alternativen und die Betreuung nach der Entlassung sollten zur Sprache kommen.

  • Welche Form der Betäubung ist für den geplanten Eingriff vorgesehen?
  • Wie geht die Klinik vor, wenn während der Geburt ein Notkaiserschnitt erforderlich wird?
  • Welche Alternativen bestehen in meiner persönlichen Geburtssituation?
  • Wie wird die Nachsorge nach der Entlassung organisiert?

Spezialistinnen und Spezialisten für Kaiserschnitt finden Sie im Anschluss an diesen Text.

Häufige Fragen zum Kaiserschnitt

Ist ein Kaiserschnitt eine Form der Geburt?

Ja, ein Kaiserschnitt ist eine operative Form der Geburt. In der Fachsprache heißt der Eingriff Sectio.

Ist bei einer Beckenendlage immer ein Kaiserschnitt erforderlich?

Nein, ein Kaiserschnitt ist bei einer Beckenendlage nicht automatisch erforderlich. Liegt das Kind mit den Füßen voran oder ist sein Kopf überstreckt, wird in der Regel ein Kaiserschnitt empfohlen.

Muss ein Kaiserschnitt unter Vollnarkose stattfinden?

Nein, der Eingriff kann unter regionaler Betäubung oder Vollnarkose erfolgen. Liegt während der Geburt bereits eine Periduralanästhesie, kann sie für einen notwendigen Kaiserschnitt höher dosiert werden.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für einen Kaiserschnitt?

Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf eine ambulante oder stationäre Entbindung und die damit verbundenen Regelleistungen. Bei einem gewünschten Kaiserschnitt muss die Patientin vorab über die voraussichtlichen Kosten informiert werden, falls die Kostenübernahme nicht gesichert ist.

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Über den Fachautor

Prof. Dr. med. Markus Wallwiener

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