Analekzem: Arzt finden und Informationen

10.01.2023
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Wenn der Analbereich stark juckt oder brennt, kann ein Analekzem (oder auch perianales Ekzem) vorliegen. Das ist eine entzündliche Hautreaktion. Die Ursache dafür ist fast immer harmlos. Auch wenn die Analregion für viele Menschen ein Tabu ist, sollten Sie ggf. einen Arzt aufsuchen. Er kann nicht nur Abhilfe schaffen, sondern auch eine schwerere Erkrankung, etwa Krebs, ausschließen.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen sowie ausgewählte Ärzte für die Behandlung eines Analekzems.

Empfohlene Ärzte für Analekzem

Artikelübersicht

Was ist ein Analekzem?

Ein Analekzem ist eine entzündliche Reaktion der Haut um den After herum. Es ist keine Erkrankung ansich, sondern eher Begleiterscheinung anderer Erkrankungen, aber oft auch einer falschen Analhygiene. Starker Juckreiz ist das häufigste Symptom.

Für die Behandlung ist es wichtig, die Ursache für das Analekzem zu finden. Nur dann kann man es wirksam behandeln.

Viele Betroffene vermuten zunächst fälschlicherweise ein Hämorrhoidalleiden, das durch die gleichen Symptome gekennzeichnet ist.

Analekzem
Ein Analekzem ist eine entzündliche Hautreaktion am After © Henrie | AdobeStock

Symptome für ein Analekzem

Typische sicht- und tastbare Eigenschaften eines Analekzems sind:

  • leichte bis starke Rötung der Haut, in der Regel ohne scharfe Begrenzung
  • rote Flecken, die manchmal auch hellrosa bis weiß erscheinen können
  • nässende und offene Stellen
  • Flechtenbildung (gröbere Hautstruktur)
  • Bläschen, manchmal mit Flüssigkeit gefüllt

Diese Kennzeichen müssen nicht bei jedem Patienten auftreten. Sie können sich einzeln oder in Kombination zeigen.

Viele Betroffene haben den Wunsch, sich selbst ein Bild vom Zustand ihres Afters zu machen, bevor sie einen Arzt aufsuchen. Das geht etwa mit einem Spiegel oder einer Handykamera. Im Zweifel sollte aber selbstverständlich immer ein Arzt aufgesucht werden.

Typische spürbare Beschwerden eines Analekzems sind:

  • ein sehr intensiver Juckreiz und
  • ein unangenehmes Brennen, das entweder von Beginn an oder im Laufe der Zeit hinzukommt.

Insbesondere das häufige Kratzen und Reiben an den juckenden Stellen verschlimmert die Situation. Für viele Betroffene ist es jedoch sehr schwer, dem Kratzbedürfnis nicht nachzugeben.

Ursachen für ein Analekzem

Folgende Ursachen kommen für die meisten perianalen Ekzeme infrage:

Das allergische Analekzem entsteht durch den Kontakt mit Allergenen. Typisch ist etwa

  • eine Allergie gegen bestimmte Inhaltsstoffe (vor allem Duftstoffe) von Seifen und anderen Reinigungsmitteln, oder
  • eine Kontaktallergie beim Tragen von Slipeinlagen oder der Benutzung bestimmter Toilettenpapiere (insbesondere feuchtem Toilettenpapier).

Auch die Anwendung von Salben, z.B. gegen Hämorrhoiden, kann eine allergische Reaktion hervorrufen.

Beim atopischen Analekzem liegt die Ursache in einer Überempfindlichkeit der Haut. Ursache können

  • chemische Inhaltsstoffe von kosmetischen Produkten und Salben sein, 
  • Inhaltsstoffe bestimmter Nahrungsmittel (scharfe Gewürze, Zitrusfrüchte etc.),
  • mangelnde oder übertriebene Hygiene oder
  • eine mechanische Reizung der Perianalregion.

Eine mechanische Reizung erleben häufig bspw. Radfahrer und andere Sportler. Sie schwitzen stark und das Aneinanderreiben der Pobacken gehört zur Grundbewegung.

Übermäßige Hygiene kann ebenfalls zu Rötungen führen, ähnlich wie übertriebenes Händewaschen.

Die Ursache für ein kumulativ-toxisches Analekzem sind Flüssigkeiten oder Sekrete, die von anderen Perianalerkrankungen herrühren, etwa bei

  • vergrößerten und nässenden Hämorrhoiden,
  • Analfisteln und anderen derartigen Erkrankungen.

Die austretenden Sekrete sammeln sich in Hautfalten und können zu Reizungen führen. Oft geht die Problematik Hand in Hand mit Analekzemen, die durch Pilze oder Bakterien verursacht werden.

Besonders bei Vorliegen einer Durchfallerkrankung kann das Analekzem zu einem zusätzlichen Problem werden. Dann hat auch die mechanische Reizung (häufige Reinigung mit Toilettenpapier) eine verstärkende Wirkung.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Hautfalten in der Perianalregion nur schwierig zu reinigen sind. Nach jedem Toilettengang sind alle hygienischen Maßnahmen oder das Aufbringen von Salben zu wiederholen. Bei Durchfall ist das nicht praktikabel und erschwert die Behandlung.

Sind Analekzeme gefährlich und/oder ansteckend?

Viele juckende und nässende Hauterkrankungen sind ansteckend. Die meisten Analekzeme können (ähnlich wie Neurodermitis oder Schuppenflechte) aber nicht auf andere Menschen übertragen werden.

Liegt die Ursache allerdings in einer Infektion durch Viren, Bakterien oder Pilze, ist eine Ansteckungsgefahr prinzipiell gegeben.

Gefährlich sind Analekzeme nur in den seltensten Fällen. Dennoch besteht wie bei allen Hautveränderungen ein Risiko, dass eine bösartige Krebserkrankung die Grundursache sein kann.

Auch deswegen ist es wichtig, einen Arzt zu Rate zu ziehen, wenn keine Besserung eintritt.

Behandlung des Analekzems

Bei schwach ausgeprägten Symptomen kann man das Analekzem durchaus zunächst mit Hausmitteln behandeln. Die wichtigsten Tipps hierzu:

  • Reize stoppen: Nicht kratzen, nur mit Wasser reinigen, Kontakt mit möglichen Allergenen vermeiden
  • Grunderkrankung bekämpfen (falls möglich)
  • Salben zur Pflege und Heilung einsetzen (z.B. mit Zink)
  • Sitzbäder zur richtigen Analhygiene

Bringen solche Maßnahmen keine Linderung oder Heilung innerhalb weniger Tage, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dieser kann dann entscheiden, ob gegebenenfalls der Einsatz einer cortisonhaltigen Salbe notwendig ist, die gegen Analekzeme häufig sehr gut wirkt.

Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt, bei fortbestehender Symptomatik sollte der Proktologe als Facharzt konsultiert werden.

Die Inhaltsstoffe von Salben und Pflegeprodukten können ihrerseits reizauslösend wirken. Das gilt auch für die Ernährung. Meiden Sie scharfe Gewürze oder säurehaltige Lebensmittel während der Erkrankung. Das gilt auch dann, wenn sie nicht als eigentlicher Auslöser ausgemacht werden können.

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