Ein Analekzem gehört zu den häufigsten entzündlichen Hauterkrankungen rund um den Anus. Typisch sind Juckreiz, Brennen, Nässen und Rötungen, die sowohl akut als auch chronisch auftreten können. Da die Beschwerden leicht mit Hämorrhoiden verwechselt werden, ist eine genaue Diagnostik wichtig. Je früher ein solches Ekzem erkannt wird, desto schneller lässt es sich behandeln und desto geringer ist das Risiko, dass sich die Haut dauerhaft reizt oder infiziert.
Kurzübersicht:
Artikelübersicht
- Definition: Was ist ein Analekzem?
- Symptome eines Analekzems: Wie sieht ein Analekzem aus?
- Formen des Analekzems
- Ursachen von Analekzemen
- Diagnose des Analekzems
- Therapie des Analekzems: welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
- Prognose: Ist ein Analekzem gefährlich oder ansteckend?
- FAQ Häufige Fragen zum Analekzem
Definition: Was ist ein Analekzem?
Ein Analekzem ist eine entzündliche Hautreaktion rund um den Anus, meist ausgelöst durch Feuchtigkeit, Reibung oder Allergene. Die Haut reagiert empfindlich, wird gerötet, nässt oder juckt. Ein Analekzem kann akut auftreten oder sich zu einer chronischen Form entwickeln. Da es ähnliche Symptome verursachen kann wie Hämorrhoiden , ist eine sichere Abgrenzung wichtig.

Ein Analekzem ist eine entzündliche Hautreaktion am After © Henrie | AdobeStock
Symptome eines Analekzems: Wie sieht ein Analekzem aus?
Typische Beschwerden eines Analekzems in der Analregion sind:
- quälender Juckreiz am After, oft zunehmend und besonders belastend
- Brennen oder Stechen, verstärkt beim Sitzen oder beim Stuhlgang
- Rötung und gereiztes Hautbild rund um den Anus
- Nässen oder feuchte Hautstellen
- Schuppungen oder Verhärtungen bei längerer Dauer
- Schmerzen, v.a. bei offenen Stellen oder Fissuren
- gelegentliche Blutungen durch Kratzen
- Sekret
Die Symptome eines Analekzems können akuten oder chronische Formen annehmen und sich je nach Ursache unterschiedlich entwickeln.
Formen des Analekzems
- Irritativ-toxisches Analekzem: entsteht durch Reibung, Feuchtigkeit, Stuhlkontakt, Schwitzen oder aggressive Reinigung und gehört zu den häufigsten Formen.
- das kontaktallergische Analekzem: ausgelöst durch allergische Reaktionen auf Inhaltsstoffe z.B. in Cremes, Salben, Waschmitteln, Toilettenpapier oder Intimsprays
- das Kumulativ-toxische Analekzem: entwickelt sich, wenn mehrere Reizfaktoren gleichzeitig wirken und die Hautbarriere überlasten.
- das atopische Analekzem: tritt bei Menschen mit Neurodermitis oder atopischer Veranlagung auf und zeigt eine besonders empfindliche Hautreaktion.
Ursachen von Analekzemen
Das Analekzem kann eine Vielzahl von Ursachen haben, jedoch lassen sie sich auf wenige Hauptmechanismen zurückführen. Zu den häufigsten Ursachen von Analekzemen zählen ein feuchtes, reizanfälliges Hautmilieu. Schwitzen, Stuhlreste, Flüssigkeit oder Reibung können die Hautbarriere schädigen. Auch aggressive Reinigung, feuchtes Toilettenpapier oder stark parfümierte Produkte tragen häufig zur Entstehung des Analekzems bei.
Ein kontaktallergisches Analekzem entsteht durch allergische Reaktionen auf Inhaltsstoffe in Cremes, Salben, Waschmitteln oder Intimsprays.
Bei Personen mit Neurodermitis kann ein atypisches Analekzem auftreten.
In seltenen Fällen führen Pilze oder Bakterien zu einer Entzündung, die das Ekzem verstärkt.
Da ein Analekzem durch viele Ursachen ausgelöst wird, ist eine genaue Diagnostik entscheidend. Bei Verdacht auf ein Analekzem ist es ratsam sich an seinen behandelnden Arzt zu wenden.
Diagnose des Analekzems
Die Diagnose des Analekzems beginnt mit einer klinischen Untersuchung der Haut rund um den Anus. Der Arzt beurteilt, wie das Analekzem aussieht, ob Rötung, Nässen oder Verdickungen bestehen und ob Hinweise auf eine Grunderkrankung vorliegen Bei Verdacht auf eine Infektion wird ein Abstrich genommen, um Pilze oder Bakterien festzustellen. Eine Proktoskopie kann notwendig sein, wenn gleichzeitig Hämorrhoiden, Fissuren oder andere Erkrankungen des Enddarms vermutet werden. Weitere Untersuchungen wie Allergietests kommen infrage, wenn der Verdacht auf eine Dermatitis durch eine Kontaktallergie besteht.
Therapie des Analekzems: welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlung hängt von der jeweiligen Ursache ab. Zunächst wird die Haut entlastet, indem Reizstoffe vermieden werden. Die Analhygiene sollte möglichst nur mit Wasser durchgeführt und im Bereich des Afters vorsichtig getrocknet werden. Pflegende Cremes oder Salben unterstützen die Regeneration der Haut. Bei stärkeren Beschwerden kommen Cortison-haltige Präparate kurzfristig zum Einsatz. Liegt eine Infektion durch Pilze oder Bakterien vor, erfolgt eine gezielte Behandlung. Sitzbäder können Juckreiz und Entzündungen lindern. Wenn Hämorrhoiden oder eine andere Grunderkrankung beteiligt sind, müssen diese ebenfalls therapiert werden, damit das Analekzem heilen kann. Das Analekzem lässt sich in der Regel gut ausheilen, die Behandlung von Grunderkrankungen sollte ebenfalls erfolgen.
Prognose: Ist ein Analekzem gefährlich oder ansteckend?
Ein Analekzem gefährlich zu nennen wäre übertrieben, da es überwiegend harmlos und sehr gut behandelbar ist. Nur in seltenen Fällen wird es chronisch, wenn die Reizfaktoren bestehen bleiben.
Ansteckend ist ein Analekzem nur dann, wenn eine echte Infektion mit Pilzen oder Bakterien vorliegt. In allen anderen Fällen handelt es sich um eine nicht übertragbare Erkrankung.
FAQ Häufige Fragen zum Analekzem
Ist ein Analekzem ansteckend?Nein, in den meisten Fällen ist ein Analekzem nicht ansteckend. Nur wenn Pilze oder bestimmte Bakterien beteiligt sind, besteht ein potenzielles Übertragungsrisiko.
Wie sieht ein Analekzem aus?Ein Analekzem zeigt sich typischerweise durch Rötung, Nässen, gereizte oder geschwollene Haut im Bereich des Anus. In manchen Fällen treten Bläschen, kleine Einrisse oder Verhärtungen auf.
Wie lange dauert die Heilung eines Analekzems?Beim Analekzem kommen verschiedene Ursachen infrage, die Heilungsdauer hängt davon ab, ob es sich um eine akute oder chronische Entzündung handelt. Viele akute Ekzeme bessern sich innerhalb weniger Tage, chronische Formen des Analekzems benötigen jedoch längere Pflege und konsequente Reizvermeidung.
Kann man einem Analekzem vorbeugen?
Ja, durch gute Hygiene können Analekzeme vermieden werden. Durch das meiden von Duftstoffen, das Tragen luftdurchlässiger Kleidung und das Vermeiden übermäßiger Feuchtigkeit im Analbereich senken das Risiko deutlich.
Wann sollte man wegen eines Analekzems zum Arzt gehen?Wenn die Beschwerden länger als einige Tage bestehen, Nässen und Schmerzen sich verschlimmern, sollte eine medizinische Abklärung erfolgen. Auch bei starkem Juckreiz oder unklaren Hautveränderungen ist ärztlicher Rat sinnvoll.













