Ellenbogenbruch und Ellenbogenfraktur – Diagnose und Behandlung der Orthopädie beim Bruch des Ellenbogens 

20.01.2026
Dr. rer. nat. Marcus Mau
Autor des Fachartikels

Ein Ellenbogenbruch ist eine häufige Verletzung des Ellenbogengelenks und entsteht meist infolge von Stürzen auf den ausgestreckten oder gebeugten Arm. Dabei kann es zu einer Ellenbogenfraktur kommen, bei der Knochen wie Elle, Speiche oder der Oberarmknochen betroffen sind.

Je nach Frakturform, Verschiebung der Knochen und Beteiligung des Gelenks reicht die Behandlung von einer konservativen Therapie bis zu einer operativen Versorgung. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung sind entscheidend, um die Beweglichkeit des Ellenbogens langfristig zu erhalten.

ICD-Codes für diese Krankheit: S52.00

Kurzübersicht:

Ein Ellenbogenbruch betrifft das komplexe Ellenbogengelenk, das aus drei Knochen besteht. Typische Symptome sind Schmerzen, Schwellung und Bewegungseinschränkungen. Die Diagnose erfolgt meist mithilfe einer Röntgenaufnahme. Abhängig von der Schwere der Fraktur kommen Ruhigstellung, Gips, Physiotherapie oder eine Operation zum Einsatz.

Artikelübersicht

Definition und Formen des Ellenbogenbruchs

Der Ellenbogenbruch ist streng genommen ein Bruch der anliegenden Knochen im Bereich des Ellenbogens.

Dazu zählen Frakturen wie:

  • Olekranonfraktur
  • Radiusfraktur
  • Radiuskopffraktur oder die
  • Ulnafraktur

Da ein solcher Bruch infolge eines Traumas (Verletzung) akut auftritt, kommt es häufig zu folgenden Symptomen:

  • Starken Schmerzen
  • Blutergüssen und
  • Starke Schwellung im Bereich des Ellenbogengelenks

Ellenbogenfraktur

Brüche des Ellenbogens betreffen alle Altersgruppen @ Mathis /AdobeStock

Die Eigenbeweglichkeit des Ellenbogengelenks ist zudem nur eingeschränkt möglich. Je nach Schwere der Fraktur kann der Arzt auch Knochenstücke ertasten. Beim offenen Bruch treten Knochenteile über eine Wunde nach außen. Bleibt ein Ellenbogenbruch unbehandelt, so kommt es in der Regel zur Gelenksteifigkeit und zu dauerhaften Bewegungseinschränkungen.

Die Ursachen eines Ellenbogenbruchs

Am häufigsten kommt es beim Sturz auf den Arm oder beim Abstützen während des Fallens zum Ellenbogenbruch. Ist die mechanische Belastung für den Arm zu groß, bricht der Knochen an der schwächsten Stelle. Oft im Bereich der Gelenke, wie z. B. in der Nähe des Ellenbogengelenks.

Weitere mögliche Ursachen für einen Ellenbogenbruch sind:

  • Stumpfe Gewalteinwirkung auf den Ellenbogen
  • Osteoporose („Knochenweiche“)
  • Knochentumoren
  • Knochenmetastasen bei streuenden Tumorerkrankungen oder
  • Ermüdungsbrüche nach anhaltender Überlastung der Knochen

Diagnose und Behandlung der Fraktur

Die Diagnose eines Ellenbogenbruchs

Erste Hinweise erhält der Arzt anhand folgender klinischer Symptome im Bereich des Ellenbogens nach einem Sturz:

  • Schwellung
  • Blaue Färbung
  • Schlechte Beweglichkeit
  • Starke Schmerzen

Treten diese Anzeichen auf, dann kann eine Ellenbogenfraktur vorliegen.

Zur Sicherung der Diagnose macht der Arzt eine Röntgenaufnahme. Weitere Untersuchungen zeigen, ob Schäden an Muskeln, Bändern und Blutgefäßen vorliegen.

Da Teile der Knochen im Bereich des Ellenbogens als Sehnenansatz für die Armmuskulatur dienen, können Knochenfragmente tastbar sein. Komplizierte Brüche, Trümmerbrüche und offene Brüche kennzeichnen sich meist durch eine Vielzahl von Knochenfragmenten. Diese sind schwieriger zu heilen. In der Regel benötigen solche Knochenbrüche eine operative Korrektur und Stabilisierung.

Die Behandlung des Ellenbogenbruchs

Bevor es zum Arzt geht, sollten Sie den Arm kühlen und ruhigstellen. Dadurch lassen sich weitere Komplikationen und Schäden im Ellenbogengelenk vermeiden.

Nach der Untersuchung und Diagnose behandelt der Ellenbogenbruch-Spezialist die Fraktur in den meisten Fällen konservativ. 

Der Arm erhält für etwa sechs Wochen einen Gipsverband, der den Arm stabilisiert. Der Gipsverband unterstützt ebenfalls das Zusammenwachsen der Knochen entlang der Bruchkante.

Wichtig ist, dass ein solcher Gipsverband nur bei unkomplizierten Ellenbogenfrakturen zum Einsatz kommt. Liegen bewegliche Knochenfragmente vor oder handelt es sich um einen offenen Bruch, ist eine Operation nötig. Verschraubungen, Drähte oder kleinen Metallplatten rekonstruieren und stabilisieren den Knochen zusätzlich. Dieser Eingriff erfolgt unter Vollnarkose.

Ergänzend ist bei Verdacht auf eine Fraktur darauf zu achten, dass Unterarm und die Hand konsequent geschont bleiben, um zusätzliche Verletzungen der Weichteile zu vermeiden, solange der Arm eingegipst ist. Wurde der Ellenbogen operativ versorgt, richtet sich die Dauer der Krankschreibung nach dem Heilungsverlauf, der Stabilität der Knochen und der Belastbarkeit im Alltag. Eine enge Nachkontrolle durch erfahrene Ellenbogenspezialisten ist dabei entscheidend, um Komplikationen frühzeitig zu erkennen und die Wiederherstellung der Funktion optimal zu begleiten.

Gips bei Ellenbogenfraktur

Ein Gipsverband oder eine Operation sind Risikofaktoren für eine Ellenbogensteife @ photoguns /AdobeStock

Überblick und mögliche Spätfolgen beim Bruch des Ellenbogens

Die Prognose bei einem unkomplizierten Ellenbogenbruch

Der unkomplizierte Ellenbogenbruch hat in den meisten Fällen eine gute Heilungsprognose. Er gehört zu den häufigsten Knochenbrüchen des Menschen.

Auch wenn eine kleine Operation notwendig ist, wächst dieser häufig ohne Komplikationen zusammen. Etwas schwieriger ist es, wenn der Ellenbogenbruch mit Knochensplittern einhergeht. Diese führen möglicherweise zu Spätfolgen, weil der Knochen nicht mehr richtig zusammenwächst.

Es kann dann zu Verwachsungen an den Knochen kommen, die Fehlbelastungen und Arthrose fördern. Trotz guter Prognose ist es möglich, dass die Knochen nach dem Ausheilen nicht mehr so belastbar sind wie vorher. Belastende Sportarten wie Squash, Golf oder Tennis sind möglicherweise nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich.

Da die Muskeln im Arm durch den Gipsverband schrumpfen, ist nach Abnahme des Gipsverbands eine Physiotherapie empfehlenswert. Diese soll die Muskulatur wieder stärken.

Lässt sich ein Ellenbogenbruch vorbeugen?

Im Allgemeinen sind Sturzverletzungen eher zufällig, sodass eine direkte Präventionsstrategie beim Ellenbogenbruch nicht existiert. Sie sollten jedoch beim Fahrrad fahren oder Inlineskaten Ellenbogenschützer tragen, um das Risiko für einen Ellenbogenbruch zu verringern.

Wo arbeiten Ellenbogenbruch-Spezialisten?

Der Ellenbogenbruch-Spezialist ist vor allem im Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie zu finden.

Für komplizierte Ellenbogenfrakturen eignen sich Zentren für Orthopädie und Unfallchirurgie, die über genügend Erfahrung verfügen.

Fazit

Ein Ellenbogenbruch betrifft häufig den Unterarm und entsteht meist durch Stürze auf den ausgestreckten Arm oder einen direkten Schlag auf den Ellenbogen, wobei das Olekranon, der Radius sowie Elle und Speiche eine zentrale Rolle spielen. Je nach Schwere des Bruchs und den vorliegenden Bruchformen erfolgt die Diagnose und Behandlung mittels Röntgenaufnahme, wobei das Ellenbogengelenk besteht aus drei Knochen und komplexen Gelenkflächen in der Nähe des Ellenbogengelenks.

Bei einer nicht verschobenen Fraktur des Ellenbogens kann eine konservative Behandlung mit Gips, Ruhigstellung des Betroffenen und konservative Therapie ausreichend sein, während bei komplizierten Ellenbogenfrakturen mit starker Krafteinwirkung, Einblutungen im Ellenbogengelenk oder Beteiligung von Processus coronoideus, Ulna oder Oberarmknochens häufig eine operative Behandlung mit Osteosynthese und operativer Versorgung notwendig wird.

Nach der Akutphase ist die Physiotherapie entscheidend, da physiotherapeutischen Übungen helfen, Bewegungseinschränkungen, Versteifung und eine Einsteifung des Gelenkes zu vermeiden, den Bewegungsumfang zu verbessern und die Beweglichkeit des Ellenbogengelenks sowie die Beweglichkeit des Gelenkes wiederherzustellen. 

FAQ

Was ist ein Ellenbogenbruch?

Ein Ellenbogenbruch ist eine Fraktur im Bereich des Ellenbogens, bei der Knochen wie Olekranon, Humerus oder Unterarmknochen betroffen sein können. Häufig handelt es sich um die Folge eines Sturzes auf den ausgestreckten Arm.

Welche Symptome treten bei einer Ellenbogenfraktur auf?

Typische Symptome sind starke Schmerzen, Schwellung, Bewegungseinschränkungen und gelegentlich sichtbare Fehlstellungen im Bereich des Ellenbogengelenks. Auch Einblutungen und Schmerzen im Bereich des Ellenbogens sind möglich.

Wie wird ein Ellenbogenbruch diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt durch eine klinische Untersuchung und eine Röntgenaufnahme des Ellenbogengelenks. Bei komplizierten Frakturen können weitere bildgebende Verfahren notwendig sein.

Wann ist eine Operation bei einem Ellenbogenbruch notwendig?

Eine operative Behandlung ist erforderlich, wenn die Fraktur verschoben ist, Gelenkflächen betroffen sind oder Blutgefäße und Nerven gefährdet sind. Ziel ist es, die Knochen anatomisch zu stabilisieren und die Beweglichkeit zu sichern.

Welche Rolle spielt Physiotherapie nach einem Ellenbogenbruch?

Physiotherapie ist wichtig, um Bewegungseinschränkungen zu vermeiden und den Bewegungsumfang des Ellenbogengelenks wiederherzustellen. Physiotherapeutische Übungen beginnen meist wenige Wochen nach dem Unfall, abhängig von der durchgeführten Therapie.

Quellen

https://www.amboss.com/de/wissen/olecranonfraktur/
https://flexikon.doccheck.com/de/Ellenbogentrauma
https://link.springer.com/article/10.1007/s10039-010-1604-0
https://medlexi.de/Ellenbogenbruch
https://viamedici.thieme.de/lernmodul/5854443/4959133/ellenbogenfraktur

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