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Erkrankung · Neuroonkologie

Meningeosis neoplastica: Ausbreitung von Tumorzellen an den Hirnhäuten

Hier finden Sie ausgesuchte medizinische Experten und Spezialisten in Kliniken und Praxen für die Diagnose, Behandlung, Operation und Rehabilitation im Bereich Meningeosis neoplastica. Alle gelisteten Ärzte sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und wurden nach strengen Richtlinien für Sie handverlesen ausgewählt.

Sabine_Schneider.pngChefredakteurinSabine SchneiderStand: ICD-10: C79.3

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Die Meningeosis neoplastica ist eine schwerwiegende neurologische Komplikation einer malignen Tumorerkrankung. Sie entsteht durch die Ausbreitung von Tumorzellen in die Meningen beziehungsweise Hirn häute und den Subarachnoidalraum. Klinisch kann die Symptomatik sehr unterschiedlich sein und sowohl fokale als auch diffuse neurologische Beschwerden umfassen. Eine Meningeosis neoplastica kann bei soliden Tumoren, aber auch bei hämatologischen Neoplasien wie Leukämien oder Lymphomen auftreten. Zu den häufigeren Primärtumoren bei leptomeningealen Metastasen gehören unter anderem Mammakarzinom und Lungenkrebs. Für die Diagnostik spielen das MRT mit Kontrastmittel sowie die Lumbalpunktion mit Liquoruntersuchung und dem Nachweis von Tumorzellen eine zentrale Rolle. Die Therapie wird individuell festgelegt und kann eine systemische oder intrathekale Chemotherapie sowie eine Strahlentherapie umfassen. Kurzübersicht Die Meningeosis neoplastica bezeichnet eine leptomeningeale Metastasierung, bei der sich maligne Tumorzellen an den Hirnhäuten und im Liquorraum ausbreiten. Die Erkrankung kann bei soliden Tumoren sowie bei Leukämien und Lymphomen auftreten und geht insgesamt mit einer ungünstigen Prognose einher. Zur Diagnostik werden insbesondere MRT und Liquoruntersuchungen eingesetzt. Abhängig von Primärtumor, Ausbreitung, klinischem Zustand und weiteren Metastasen kommen systemische Therapie, intrathekale Chemotherapie und Strahlentherapie infrage.

Die Meningeosis neoplastica ist eine Ausbreitung von Tumorzellen im Bereich der Hirnhäute (Meningen). Die Behandlung erfolgt operativ oder mittels Chemotherapie und Bestrahlung. Die Prognose ist für Betroffene besser, je früher die Meningeosis neoplastica erkannt wird. Insgesamt ist sie dennoch schlecht, weil meist zusätzlich eine primäre Krebserkrankung vorliegt.





Was versteht man unter Meningeosis neoplastica?

Die Meningeosis neoplastica ist die Ausbreitung von Tumorzellen in den weichen Hirnhäuten. Sie spielen für den Stoffwechsel eine wichtige Rolle und umschließen das Gehirn. Sie schützen das Gehirn vor äußeren Einflüssen wie Temperaturschwankungen. 

Die Hirnhäute gehen in die Rückenmarkshäute über und sind mit dem Liquor verbunden. So gelangen auch Tumorzellen in die Hirnhäute, da die Meningeosis neoplastica meist durch eine schon bestehende Krebserkrankung auftritt. Bereits bestehende Tumorzellen gelangen über das Blut oder die Lymphen in den gesamten Körper und kommen so in die Hirnhaut.

Schichten der Hirnhaut
Die Hirnhäute umgeben innerhalb des Schädels das Gehirn in mehreren Schichten. @ bilderzwerg / AdobeStock

Etwa 3-5 % der Krebspatienten entwickeln eine Meningeosis neoplastica. Je nachdem woher die Krebszellen stammen, unterscheiden sich die Bezeichnungen:

  • Meningeosis carcinomatosa: Karzinom – Krebserkrankung der Haut oder Schleimhaut
  • Meningeosis sarcomatosa: Sarkom – Krebserkrankung von Binde- oder Muskelgewebe
  • Meningeosis gliomatosa: Gliom – Hirn- oder Nerventumor
  • Meningeosis leukaemica: Leukämie – Blutkrebs
  • Meningeosis lymphomatosa: Lymphom – Tumoren des Lymphgewebes

Auf die Symptome oder den Krankheitsverlauf hat die Herkunft der Tumorzellen aber keinen Einfluss.

Die wichtigsten Symptome bei Meningeosis neoplastica

Die Symptomatik bei einer Meningeosis neoplastica hängt sowohl vom Ausmaß der Erkrankung als auch von der Lokalisierung ab:

  • Kopf- und Nackenschmerzen
  • Übelkeit
  • Lähmungen im Gesicht
  • Sehstörungen
  • Hörminderungen oder Probleme beim Schlucken
  • Psychische Auffälligkeiten: Wie Verhaltensänderungen oder abnormes Verhalten 

Durch den erhöhten Hirndruck und eventuelle Schädigungen des Rückenmarks treten bei einigen Patienten folgende Symptome auf:

  • Schmerzen im ganzen Körper
  • Sensibilitätsstörungen
  • Lähmungen

Im frühen Stadium ist die Meningeosis neoplastica oft symptomlos. Erste leichte Anzeichen auf die Metastasierung werden meist nicht ernst genommen oder richtig eingeordnet.

Diagnose bei Meningeosis neoplastica

Die erste Untersuchung bei Verdacht auf Meningeosis neoplastica ist das Anfertigen eines MRTs von Schädel und Wirbelsäule in der Neuroradiologie. Dabei kommt, wenn möglich, ein Kontrastmittel zum Einsatz, weil die Hirnstrukturen ansonsten nicht deutlich zu erkennen sind. Auf den MRT-Bildern zeigt sich die Ausbreitung der Tumorerkrankung und welche Strukturen genau betroffen sind. Kann kein MRT gemacht werden, weichen Mediziner auf ein CT aus.

Bei einem auffälligem MRT-Befund, folgt eine Liquorpunktion, um die Diagnose zu sichern. Dabei entnehmen Spezialisten Rückenmarksflüssigkeit aus der Lendenwirbelsäule und untersuchen es anschließend auf bestehende Tumorzellen. 

Ist der erste Befund negativ, sind bis zu zwei weitere Tests sinnvoll. Können die Ärzte auch dann keine Krebszellen nachweisen, kann eine Biopsie Aufschluss geben.

Therapie bei Meningeosis neoplastica

Die Behandlung einer Meningeosis neoplastica ist eine Herausforderung. Das Mittel der Wahl hängt von der genauen Ausbreitung der Krebszellen ab. Außerdem spielt der Ablauf des Wachstumsmusters eine Rolle. Sind auch Metastasen in anderen Körperbereichen vorhanden, erfolgt eine systemische Chemotherapie. 

  • Arzneimittel

Da die meisten Arzneimittel die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden, haben sie meist keine positive Wirkung auf die Meningeosis neoplastica. Die Blut-Hirn-Schranke beschreibt die Grenze zwischen Blut und Zentralnervensystem. Durch die Zellen, die an der Gefäßwand außen anliegen, können nur bestimmte Stoffe ins Gehirn übertreten. Dadurch wird das Gehirn vor schädlichen Stoffen, Krankheitserregern und Giften geschützt.

  • Intrathekale Chemotherapie

Da Medikamente nicht wirken, kommt zur Bekämpfung von Tumorzellen im Hirnhautbereich die intrathekale Chemotherapie zum Einsatz. Dabei werden die Wirkstoffe entweder über eine Lumbalpunktion oder über einen Kanal direkt in die Gehirnflüssigkeit injiziert. Diese Therapie hat geringere Nebenwirkungen, da die verwendete Dosis meist gering ist.

  • Operative Entfernung mit anschließender Chemotherapie

Bei größeren Hirn- und Rückenmarkstumoren erfolgt, falls möglich, eine operative Entfernung mit anschließender Chemotherapie und/oder Bestrahlung.

Um mehrere kleinere Tumore im Gehirn und an den Hirnhäuten effektiv zu behandeln, werden die betroffenen Areale bestrahlt. Auch in der Palliativtherapie werden Patienten bestrahlt, um die Schmerzen zu lindern.

Prognose bei Meningeosis neoplastica

Ärzte und Patienten wägen bei der Behandlung einer Meningeosis neoplastica stets Kosten und Nutzen des Vorgehens ab. Die Prognose ist mit einer 1-Jahres-Überlebensrate von 5-25 % eher schlecht. Auch wenn die Krebszellen im Gehirn erfolgreich therapiert werden, können andere Tumore im Körper den Patienten zu sehr schwächen. Und schließlich zum Tod führen. Die durchschnittliche Überlebenszeit beträgt bei guter Prognose etwa sieben Monate.

Spezialisten für Meningeosis neoplastica

Die Meningeosis neoplastica fällt als Krebserkrankung in den Fachbereich der Onkologie. Die meisten Betroffenen sind wegen des auslösenden primären Tumors schon in onkologischer Betreuung. Neu auftretende Beschwerden sollten Sie stets mit ihrem betreuenden Onkologen besprechen, um Metastasen früh zu erkennen.

Zur Diagnose und Behandlung ziehen Spezialisten in der Regel noch einen Neurologen hinzu. Dieser ist mit den Strukturen im Gehirn und ihrem Stoffwechsel bestens vertraut. In enger Zusammenarbeit mit dem behandelnden Onkologen stimmt er die Therapie der Meningeosis neoplastica ab und kontrolliert den Verlauf.

Bildgebende Diagnostik mittels CT und eine Strahlentherapie führt ein Neuroradiologe durch. Dieser ist auf die Bestrahlung von Hirngewebe spezialisiert. Damit ist er ebenfalls fachkundig, was die Strukturen dieses Organs angeht. Gleichzeitig kennt er die richtigen Strahlendosierungen und kann aufgrund der angefertigten Bildgebung die Therapie durchführen.

Fazit

Der größte Risikofaktor für das Auftreten einer Meningeosis neoplastica ist das Bestehen einer anderen Krebserkrankung. Kommt es zur Bildung von Metastasen in den Hirnhäuten, dann spielt der Zeitfaktor eine große Rolle: Je früher Ärzte Metastasen in den Hirnhäuten finden, desto eher lassen sich diese bekämpfen.

Aber auch wenn Spezialisten die Meningeosis neoplastica unter Kontrolle bringen, sind die Prognosen wegen der primären Krebserkrankung dennoch schlecht.

FAQ

Was ist eine Meningeosis neoplastica?
Die Meningeosis neoplastica beschreibt die Ausbreitung von Tumorzellen in den Bereich der Hirnhäute beziehungsweise Meningen und des Liquorraums. Sie wird auch als neoplastische Meningitis oder leptomeningeale Metastasierung bezeichnet. Bei soliden Tumoren findet sich zudem die Bezeichnung Meningeosis carcinomatosa beziehungsweise leptomeningeal carcinomatosis. Auch hämatologische Neoplasien können eine entsprechende Affektion der Meningen verursachen.

Welche Symptome verursacht eine Meningeosis neoplastica?
Die Symptomatik ist vielfältig, da unterschiedliche Bereiche des ZNS betroffen sein können. Möglich sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Hirnnervenausfälle, radikuläre Beschwerden, fokale neurologische Defizite oder Störungen von Sensibilität und Motorik. Die klinisch sehr unterschiedliche Lokalisation der Tumorzellen kann dazu führen, dass mehrere neurologische Symptome gleichzeitig auftreten.

Wie wird die Diagnose einer Meningeosis gestellt?
Für die Diagnostik sind insbesondere ein MRT mit Kontrastmittel und eine Lumbalpunktion wichtig. Im MRT können beispielsweise leptomeningeale oder noduläre Kontrastmittelanreicherungen auffallen. Durch Liquoruntersuchungen wird nach malignen Zellen gesucht; der zytologische Nachweis von Tumorzellen kann die Diagnose sichern. Bei zunächst negativem Nachweis können abhängig vom klinischen Verdacht weitere Liquoruntersuchungen erforderlich sein.

Wie wird eine Meningeosis neoplastica behandelt?
Die Behandlung richtet sich unter anderem nach Primärtumor, Wachstumsmuster, neurologischer Symptomatik, systemischer Tumorerkrankung und Allgemeinzustand. Möglich sind eine systemische Chemotherapie, zielgerichtete beziehungsweise tumorspezifische systemische Therapien, Strahlentherapie und bei ausgewählten Patienten eine intrathekale Chemotherapie. Bei der intrathekalen Therapie werden Medikamente direkt in den Liquorraum verabreicht; hierfür kommen abhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung beispielsweise Methotrexat, Cytarabin oder Thiotepa infrage.

Wie ist die Prognose bei Meningeosis neoplastica?
Eine Meningeosis neoplastica geht häufig mit einer schlechten Prognose einher, wobei der individuelle Verlauf erheblich variieren kann. Entscheidend sind unter anderem die Art und Kontrollierbarkeit des Primärtumors, die systemische Tumorlast, neurologische Ausfälle und die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten. Die Prognose lässt sich deshalb nicht allein anhand der Diagnose einer leptomeningeal disease bestimmen.

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Über den Fachautor

Sabine Schneider

Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.

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