Leberfibrose - Informationen und Spezialisten

20.05.2022
Dr. rer. nat. Marcus Mau
Autor des Fachartikels

Unter einer Leberfibrose wird ganz allgemein der bindegewebige Umbau des Lebergewebes verstanden. Infolge dieser Vorgänge kommt es zu einer Funktionseinschränkung der Leber. Die Ursachen dieses Bindegewebsumbaus sind vielgestaltig, allerdings ist der Prozess in der Regel nicht mehr umkehrbar (reversibel). Somit sind auch die Möglichkeiten einer Behandlung eingeschränkt. Bei welchen Spezialisten Sie Hilfe bei einer Leberfibrose finden können, haben wir Ihnen im folgenden Beitrag einmal zusammengestellt.

ICD-Codes für diese Krankheit: K74.0, K74.2

Empfohlene Spezialisten für Leberfibrose

Leberfibrose Fälle in Deutschland

1.216 Fälle im Jahr 2020
1.244 Fälle im Jahr 2023 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Artikelübersicht

Was ist eine Leberfibrose?

Die Leberfibrose ist vor allem durch eine vermehrte Ablagerung von kollagenen Fasern im Lebergewebe sowie in den funktionellen Einheiten der Leber, den Lebersinusoiden, gekennzeichnet. Dadurch wird das Organ in seiner Funktion immer weiter eingeschränkt bis hin zum Funktionsverlust.

Wie entsteht eine Leberfibrose?

Am Anfang einer Leberfibrose wandeln sich Fettzellen (Lipozyten) und Leber-Sternzellen (Ito-Zellen) in kollagenbildende Zellen um. Die Menge an produziertem Kollagen steigt infolgedessen an bei gleichzeitig abnehmendem Kollagenabbau

Kollagen als Gerüstsubstanz des Bindegewebes wird vermehrt in die inneren Leberstrukturen eingelagert, sodass im Verlauf der Leberfibrose zunehmend Störungen der Leberfunktion auftreten können.

Welche Ursachen führen zu einer Leberfibrose?

Die Leberfibrose ist an sich keine typische Folge einer einzelnen Leberschädigung oder einer Infektion. Stattdessen kann eine Leberfibrose auf dem Boden verschiedener Vorerkrankungen entstehen. Dazu gehören unter anderem:

Darüber hinaus kann sich eine Leberfibrose in einem weit fortgeschrittenen Stadium ebenso zirrhotisch umbilden, was zu einem Funktionsverlust der Leber infolge einer Leberzirrhose führt.

Welche Symptome verursacht eine Leberfibrose?

In der Mehrzahl der Fälle bleibt die Leberfibrose symptomlos und wird daher auch nicht von den Betroffenen bemerkt. So richtig spürbar wird der bindegewebige Umbau der Leber daher erst im Stadium einer Leberzirrhose. Dann kann es zum Beispiel zur Gelbsucht (Ikterus) oder zu einem unangenehmen Hautjucken kommen.

Einige Menschen klagen zudem über unspezifische Begleitsymptome, die nicht selten gemeinsam mit einer Leberfibrose auftreten können. Dazu zählen beispielsweise:

Diagnose der Leberfibrose

Um die Diagnose einer Leberfibrose stellen zu können, stehen verschiedene diagnostische Möglichkeiten zu Verfügung. Mithilfe der Sonographie (Ultraschalluntersuchung) können Ärzte z. B. veränderte Strukturen in der Leber sichtbar machen.

Auch die Blutuntersuchung ist ein bewährtes Mittel auf der Suche nach Erkrankungen der Leber wie einer Leberfibrose. Betroffene haben dann meist erhöhte Kollagen-IV-Werte sowie mehr Leberenzyme (Aspartat-Aminotransferase, AST und Alanin-Aminotransferase, ALT) im Blut. 

Verlauf und Prognose einer Leberfibrose

Die Leberfibrose selbst ist nicht therapier- oder umkehrbar. Daher richtet sich der Verlauf der Erkrankung in erster Linie nach dem Anfangsstadium bei Diagnose und nach dem Erfolg einer Therapie der zugrundeliegenden Ursache für den bindegewebigen Umbau.

Im günstigsten Fall wird die krankhafte Veränderung der Leber bereits im frühen Stadium der Fettlebererkrankung erkannt und behandelt. Ohne Therapie der Ursache wird die Leberfibrose im Endstadium schließlich in eine Leberzirrhose übergehen.

Wie wird die Leberfibrose behandelt?

Die Therapie der Leberfibrose zielt stets auf die Grunderkrankung. So lässt sich beispielsweise eine Virushepatitis medikamentös behandeln, wodurch auch die Leberfibrose gestoppt werden kann. Eine medikamentöse Behandlung der Leberfibrose selbst ist hingegen heutzutage (noch) nicht möglich.

Bei einer fortgeschrittenen Leberfibrose wird meist nur symptomatisch behandelt, sodass die Patienten ein Maß an Lebensqualität erhalten können. Hier werden z. B. Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und kleinere operative Eingriffe zur Verlegung der Gallengänge empfohlen.

In besonders schweren Fällen oder wenn die Leberfibrose erst sehr spät entdeckt wurde und die Leber bereits zirrhotisch umgebaut worden ist, kann eine Lebertransplantation notwendig werden. 

Lässt sich einer Leberfibrose vorbeugen?

Um den fibrotischen Umbau der Leber zu verhindern, sollte in erster Linie auf Alkohol verzichtet werden. Auch ist auf in größeren Mengen leberschädigende Medikamente zu achten. Eines der bekanntesten ist hier das Paracetamol. Ferner können ein Normalgewicht sowie die Impfungen gegen Hepatitis A und B bestimmte Ursachen für eine Leberfibrose verhindern.

Welche Spezialisten behandeln die Leberfibrose?

Die Leber als wichtigstes Stoffwechsel-Organ des menschlichen Körpers gehört in die Hände der Fachärzte für Innere Medizin mit Spezialisierung in der Hepatologie. Um die Diagnostik und auch die anschließende Behandlung der Leberfibrose zu verbessern, sollten Spezialisten für Hepatologie sowie geeignete Leber-Therapiezentren konsultiert werden. Diese verfügen über ausreichend solide Kenntnisse und Fallzahlen, um eine sehr gute Versorgung der Betroffenen zu gewährleisten.

Je nach zugrundeliegender Grunderkrankung kann es zusätzlich notwendig sein, dass weitere Fachärzte hinzugezogen werden. Diese können dann beispielsweise aus der Kardiologie, der Infektiologie oder aus der Ernährungsmedizin stammen.

Sollte es in sehr schwer verlaufenden Fällen – bis hin zur Leberzirrhose und zum Funktionsverlust der Leber – notwendig werden, ein Spenderorgan als Ersatz zu transplantieren, so werden ebenso Spezialisten für Transplantationsmedizin an der Behandlung der Leberfibrose beteiligt.

Quellen

Aktualisierte S2k-Leitlinie nicht-alkoholische Fettlebererkrankung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und
Stoffwechselkrankheiten (DGVS), Stand: April 2022. AWMF-Registernummer: 021–025. https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-025l_S2k_-NAFLD-Nicht-alkoholische-Fettlebererkrankungen_2022-04.pdf
flexikon.doccheck.com/de/Leberfibrose
internisten-im-netz.de/glossar/begriff/leberfibrose.html
medlexi.de/Leberfibrose
pschyrembel.de/Leberfibrose/K0CN1
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