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Skoliose: Wenn die Wirbelsäule aus der Reihe tanzt
Melanie Al Tikriti, BSc · 27. August 2026
Eine Verkrümmung der Wirbelsäule, die früh erkannt gut behandelt werden kann.
Die Wirbelsäule bildet das stabile Gerüst des menschlichen Körpers. Sie sorgt für eine aufrechte Haltung, schützt das Rückenmark und ermöglicht zahlreiche Bewegungen im Alltag. Verändert sich ihre natürliche Form, kann dies langfristig Auswirkungen auf den gesamten Bewegungsapparat haben. Eine der häufigsten Fehlstellungen ist die Skoliose. Dabei handelt es sich um eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule, bei der sich die einzelnen Wirbel zusätzlich um ihre eigene Achse drehen.
Viele Betroffene bemerken die Erkrankung zunächst gar nicht. Besonders leichte Verkrümmungen verursachen häufig keine Beschwerden und fallen oft nur zufällig auf.

Was hinter einer Skoliose steckt
Bei einer gesunden Wirbelsäule verläuft die Wirbelsäule von hinten betrachtet gerade. Bei einer Skoliose weicht sie dauerhaft zur Seite ab und verdreht sich gleichzeitig. Dadurch kann eine C- oder S-förmige Krümmung entstehen. Je nach Ausprägung verändert sich nicht nur die Stellung der Wirbelsäule. Auch Schultern, Becken oder Brustkorb können unterschiedlich hochstehen oder asymmetrisch wirken. Um den Schweregrad festzustellen bestimmen Ärzte den sogenannten Cobb-Winkel auf einer Röntgenaufnahme.
Warum eine Skoliose entstehen kann
In den meisten Fällen lässt sich keine eindeutige Ursache feststellen. Fachleute sprechen dann von einer idiopathischen Skoliose. Diese tritt meist während des Wachstums im Kindes- und Jugendalter auf und betrifft Mädchen häufiger als Jungen. Daneben gibt es angeborene Formen die durch Fehlbildungen der Wirbelsäule entstehen. Auch Erkrankungen des Nervensystems oder der Muskulatur können eine Skoliose begünstigen, wenn die stabilisierenden Muskeln ihre Aufgabe nicht mehr ausreichend erfüllen.
Im höheren Lebensalter entwickelt sich bei manchen Menschen eine sogenannte degenerative Skoliose. Dabei führen Verschleißerscheinungen an Bandscheiben und Wirbelgelenken dazu dass die Wirbelsäule zunehmend an Stabilität verliert.
Erste Veränderungen bleiben oft lange unbemerkt
Eine Skoliose entwickelt sich meist schleichend. Da anfangs oft keine Schmerzen auftreten, wird sie meist erst entdeckt, wenn Körperhaltungsveränderungen sichtbar werden.
Typische Anzeichen sind:
- unterschiedlich hohe Schultern
- schief stehendes Becken
- hervorstehendes Schulterblatt
- ungleichmäßige Taille
- Rippenbuckel beim Vorbeugen
- Rückenschmerzen
- Muskelverspannungen
- eingeschränkte Beweglichkeit
Bei stärker ausgeprägten Verkrümmungen kann sich auch der Brustkorb verändern. Dadurch wird die Atmung in seltenen Fällen erschwert und die körperliche Belastbarkeit nimmt ab.
Wie die Diagnose gestellt wird
Bei einer körperlichen Untersuchung können erste Hinweise auf eine Skoliose erkannt werden. Ärzte achten dabei auf die Körperhaltung, den Verlauf der Wirbelsäule und mögliche Asymmetrien.
Ein wichtiger Bestandteil der Untersuchung ist der Adams-Vorbeugetest. Beim langsamen Vorbeugen werden Verdrehungen der Wirbelsäule häufig als Rippenbuckel sichtbar. Zur Sicherung der Diagnose wird anschließend eine Röntgenaufnahme der gesamten Wirbelsäule angefertigt. Anhand dieser Bilder lässt sich der Cobb-Winkel bestimmen und das Ausmaß der Verkrümmung genau beurteilen. Bei Bedarf können ergänzend weitere bildgebende Verfahren eingesetzt werden.
Welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt
Die Behandlung richtet sich nach dem Alter der Betroffenen, dem Schweregrad der Skoliose und dem Risiko eines weiteren Fortschreitens. Leichte Verkrümmungen müssen häufig lediglich regelmäßig kontrolliert werden. Ergänzend hilft Physiotherapie dabei die Rückenmuskulatur zu kräftigen, die Beweglichkeit zu erhalten und Fehlhaltungen auszugleichen.
Bei Kindern und Jugendlichen kann ab einer bestimmten Krümmung ein individuell angepasstes Korsett notwendig sein. Es soll verhindern, dass sich die Wirbelsäule während des Wachstums weiter verformt. Ist die Skoliose sehr stark ausgeprägt oder verschlechtern sich die Beschwerden trotz konservativer Behandlung, kann eine Operation erforderlich werden. Ziel des Eingriffs ist es die Wirbelsäule aufzurichten und dauerhaft zu stabilisieren.
Bewegung spielt eine wichtige Rolle
Auch im Alltag können Betroffene selbst viel für ihre Rückengesundheit tun. Regelmäßige Bewegung stärkt die Muskulatur und unterstützt die Wirbelsäule. Besonders geeignet sind Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder gezielte Übungen aus der Physiotherapie. Gleichzeitig sollten längeres Sitzen und einseitige Belastungen möglichst vermieden werden.
Wichtig ist es außerdem, ärztliche Kontrolltermine einzuhalten und verordnete Therapien konsequent umzusetzen.
Wie die Aussichten sind
Die Prognose hängt vor allem davon ab, wann die Skoliose erkannt wird und wie stark die Verkrümmung ausgeprägt ist. Wird die Erkrankung während des Wachstums frühzeitig behandelt, kann ihr Fortschreiten häufig erfolgreich gebremst werden.
Auch Erwachsene profitieren von einer individuell angepassten Therapie. Zwar lässt sich eine bestehende Verkrümmung meist nicht vollständig rückgängig machen, Schmerzen können jedoch reduziert und die Beweglichkeit langfristig erhalten werden.
Fazit: Eine frühzeitige Behandlung verbessert die langfristigen Behandlungschancen.
Skoliose ist eine dauerhafte Verkrümmung der Wirbelsäule die Menschen jeden Alters betreffen kann. Während leichte Formen häufig kaum Beschwerden verursachen, können ausgeprägte Verläufe Schmerzen und Einschränkungen im Alltag mit sich bringen. Entscheidend sind eine frühzeitige Diagnose, regelmäßige Kontrolluntersuchungen und eine individuell abgestimmte Behandlung. Mit Physiotherapie, ausreichender Bewegung und weiteren Therapiemaßnahmen lässt sich der Krankheitsverlauf in vielen Fällen positiv beeinflussen und die Lebensqualität langfristig erhalten.
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Über den Fachautor
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