Tumortherapie - Informationen & Spezialisten

Die moderne Medizin ermöglicht heute in vielen Fällen eine Heilung oder zumindest Verzögerung des Krankheitsverlaufes bei Krebs- und Tumorerkrankungen. Fachärzte für Onkologie sind dabei die idealen Ansprechpartner für Fragen zu Krebsbehandlungen und Tumortherapien aller Art. Der folgende Text behandelt die verschiedenen Aspekte der Tumortherapie, fasst deren Wirkmechanismen kurz zusammen und beleuchtet Chancen und Risiken der verschiedenen Krebstherapien. Außerdem finden Sie hier ausgewählte Spezialisten für die Durchführung von Tumortherapien.

Empfohlene Spezialisten für Tumortherapie

Artikelübersicht

Tumortherapie - Weitere Informationen

Was ist Tumortherapie?

Grob gesagt entstehen Krebs- und Tumorerkrankungen, wenn sich Zellen im Körper unkontrolliert teilen und in umliegendes Gewebe hineinwachsen. Krebszellen verteilen sich über Blut oder Lymphe und siedeln sich mitunter in weit entfernten Körperregionen an. Das wird als Metastasierung bezeichnet. Durch ihr invasives Wachstum beeinträchtigen Tumoren die Funktion der betroffenen Organe. Je nach Krebsart äußert sich das in unterschiedlichen Beschwerden, etwa in anhaltendem Husten bei Lungenkrebs.

Das Prinzip der Tumortherapie besteht darin, den Tumor ganz zu beseitigen oder zu verkleinern. Zu diesem Zweck kennen Onkologen verschiedene Behandlungsformen. Wenn möglich entfernen Chirurgen den Tumor in einer Operation komplett. Oft ist dies allerdings nicht möglich, beispielsweise wenn der Tumor in lebenswichtigen Organen wie dem Gehirn oder der Lunge sitzt. Dann helfen Medikamente oder Bestrahlung, die Krebszellen abzutöten. Experimentelle Therapien wie die Hyperthermie können diesen Effekt zusätzlich verstärken.

Welche Arten von Tumortherapien gibt es?

Chemotherapie – den Tumor vergiften

Das Fundament beinahe jeder Tumorbehandlung ist die Chemotherapie. Hochwirksame Medikamente, die sogenannten Zytostatika, verhindern die Teilung der Zellen und lassen diese absterben. Da sich Krebszellen im Eiltempo vermehren, werden sie von besagter Medikamentengruppe besonders angegriffen.

Der Wirkmechanismus erklärt auch die häufigsten Nebenwirkungen im Rahmen einer Chemotherapie. Denn neben Krebszellen teilen sich auch Zellen der Haarwurzeln, des Verdauungstrakts und des Knochenmarks sehr schnell. Daraus resultieren die bekannten Begleitsymptome wie

Medikamente können die Beschwerden lindern, genauso wie ergänzende Maßnahmen, etwa viele kleine Mahlzeiten bei Übelkeit. Dennoch ist eine Chemotherapie für Patienten strapaziös und erfordert eine intensive Betreuung.

Zeitpunkt und Zielsetzung einer Chemotherapie variieren je nach Krebsart und Stadium der Krankheit. Onkologen sprechen von einer kurativen Chemotherapie, wenn damit eine Heilung angestrebt wird. Eine palliative Chemotherapie dagegen dient primär der Verbesserung der Lebensqualität, wenn die vollständige Zurückdrängung des Tumors unmöglich ist. Manche Knochenmetastasen beispielsweise verursachen stärkste Schmerzen, die abnehmen, sobald der Tumor durch eine palliative Chemotherapie schrumpft. Schließlich gibt es noch die adjuvante Chemotherapie nach einer Operation oder Bestrahlung. Möglicherweise übrig gebliebene Tumorreste werden so beseitigt, was einen Rückfall verhindert oder verzögert.

Zielgerichtete Tumortherapien – den Krebs an seinem wunden Punkt erwischen

Zytostatika kommen bei fast jeder Tumortherapie zum Einsatz. Daneben gibt es aber auch noch spezielle Medikamente, die nur bei bestimmten Arten von Tumoren wirken.

Die neueste Entwicklung in der Onkologie ist die zielgerichtete Tumortherapie. Mit molekularbiologischen Verfahren wird der Tumor auf genetische Veränderungen untersucht, die einen Therapieansatz darstellen. Auf dieser Basis wählt der Onkologe dann die passenden Antikörper, Gentherapien oder Immunmodulatoren aus. In den nächsten Jahren ist hier mit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung und Verbesserung zu rechnen.

Schon längere Zeit etabliert ist die antihormonelle Therapie, die in der Behandlung von Prostatakrebs und Brustkrebs eine bedeutende Rolle spielt. Viele Tumoren der Brust und der Prostata wachsen unter Einfluss von körpereigenen Sexualhormonen wie Testosteron und Östrogen. Antihormonell wirksame Medikamente verhindern die Ausschüttung dieser Hormone und drängen den Tumor dadurch zurück. Allerdings kommt es durch den Hormonentzug zu den typischen Nebenwirkungen, die Beschwerden der Wechseljahre ähneln.

Operation – den Tumor aus dem Körper schneiden

Besonders wenn sich der Krebs im Frühstadium befindet, ist eine Operation sehr effektiv. Zu diesem Zeitpunkt können Fachärzte für onkologische Chirurgie den Tumor oft komplett entfernen und es haben sich noch keine Metastasen gebildet. Möglicherweise ist die Tumortherapie danach sogar abgeschlossen und der Patient gilt als geheilt. Doch auch in späteren Krankheitsstadien verbessert eine Operation die Prognose.

Abhängig von Ausdehnung und Lage des Tumors bevorzugen Chirurgen entweder die offene oder die minimal-invasive Operation. Erstere ermöglicht dem Operateur eine bessere Übersicht, während letztere für Patienten weniger belastend ist.

Strahlentherapie – den Krebs verstrahlen

Der dritte Grundpfeiler der Tumortherapie neben Chemotherapie und Operation ist die Strahlentherapie. Dabei wird Strahlung unterschiedlicher Wellenlänge eingesetzt, um das Tumorgewebe zu zerstören. Auch umliegende, gesunde Zellen werden durch die Strahlung in Mitleidenschaft gezogen. Sie erholen sich nach der Therapie jedoch rascher und vollständiger als Krebszellen.

Die lokale Schädigung des Gewebes ist die Ursache für häufige Nebenwirkungen einer Strahlentherapie. Viele Patienten zeigen Reizungen und Entzündungen der Haut und Schleimhaut. Mit sorgfältiger Pflege der betroffenen Stellen lassen sich Schmerzen und Juckreiz jedoch vermindern.

Hyperthermie – den Tumor verbrühen

Ein Verfahren, das zuletzt Aufwind bekommen hat, ist die Hyperthermie, also die Überwärmung. Diese Therapieform basiert auf antikem Wissen über die Wirkung von Fieber bei verschiedenen Krankheiten und wird zunehmend in klinischen Studien untersucht. Bisherige Ergebnisse deuten darauf hin, dass besonders die Kombination aus Hyperthermie und Chemotherapie bei einigen Tumoren von Brust und Weichteilen wirksam ist.

Die Erwärmung des Gewebes erfolgt meist mittels elektromagnetischer Wellen. Je nach Art des Tumors werden Temperaturen bis zu 43 °C erreicht. Bei dieser Temperatur schütten Krebszellen bestimmte Stoffe aus, die Immunzellen aktivieren und zur Zerstörung des Tumors treiben. Patienten empfinden die Wärme mitunter als unangenehm und klagen über Schmerzen. Schwere, anhaltende Nebenwirkungen treten aber nur sehr selten auf.

Was geschieht nach der Tumortherapie?

Die Verfahren der Tumortherapie erstrecken sich meist über einen längeren Zeitrahmen. Um diese fordernden Wochen und Monate gut zu meistern, benötigen Patienten häufig psychosoziale Unterstützung im Rahmen der Psychoonkologie. Onkologen beurteilen den Erfolg der Behandlungen laufend und legen auch die Nachsorge fest. Dort wird in regelmäßigen Abständen untersucht, ob der Krebs zurückkehrt.

Sind Chemotherapie, Operation und Bestrahlung abgeschlossen, profitieren viele Patienten von einer onkologischen Rehabilitation. In einer Spezialklinik werden die körperlichen und seelischen Auswirkungen der Tumortherapie umfassend behandelt. So finden Patienten leichter in ihr altes Leben zurück.

Quellen

  • https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/
  • https://www.krebsgesellschaft.de/basis-informationen-krebs/therapieformen.html
  • Aigner, Stephens, Aigner, Karl R, and Stephens, Frederick O. Onkologie Basiswissen. 2016. Print.
  • https://www.krebshilfe.net/information/therapie/onkologische-nachsorge
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