Zwerchfellbruch (Hiatushernie): Symptome, Reflux, Sodbrennen und Zwerchfellbruch-OP

Das Zwerchfell ist ein kuppelförmiger Muskel, der Brust- und Bauchhöhle trennt. Seine Hauptaufgabe besteht in der Mitwirkung bei der Atmung. Bei einem Zwerchfellbruch (Zwerchfellhernie, Hiatushernie) können Organe aus dem Bauchraum durch die Lücke des Zwerchfells in den Brustraum gleiten. Klemmen sich die Organe in der Lücke ein, kann dies zum Absterben der Darmschlinge führen.

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Zwerchfellbruch-OP Spezialisten

Kurzübersicht:

Ein Zwerchfellbruch (Hiatushernie) entsteht, wenn Organe wie Magenanteile durch eine Lücke im Zwerchfell in den Brustraum gleiten. Häufige Symptome sind Sodbrennen, Reflux, Husten oder Atembeschwerden. Kleinere Hernien lassen sich oft medikamentös behandeln; bei stärkeren Beschwerden oder drohender Einklemmung ist jedoch eine Zwerchfellbruch-OP, meist minimal-invasiv per Laparoskopie mit Fundoplikatio, notwendig. So werden Beschwerden gelindert und Komplikationen wie Refluxösophagitis oder Darmverschluss vermieden.

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Zwerchfellbruch-OP - Weitere Informationen

Zwerchfellbruch-OP – Symptome, Diagnostik, Operation eines Zwerchfellbruchs

Typische Anzeichen von Hiatushernien sind Sodbrennen in unterschiedlicher Ausprägung. Zwerchfellbrüche können zudem Räuspern, chronischen Husten, Heiserkeit sowie Atembeschwerden bis hin zu Asthma verursachen.

Leichtere Beschwerden lassen sich oft durch geeignete Medikamente lindern. Bei stärkeren Beschwerden oder dem Risiko einer Problematik wie einer Einklemmung von Organen ist jedoch eine Zwerchfellbruch-OP notwendig.

Der Eingriff wird in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt und dauert zwischen 20 Minuten und 2 Stunden. Am häufigsten nutzen Ärzte heute die Operation die laparoskopisch erfolgt. Bei der über mehrere kleine Schnitte im Bauchraum Instrumente und eine Kamera eingeführt werden. In seltenen Fällen kann ein größerer Bauchschnitt erforderlich sein, um die Speiseröhre und den Magen korrekt zu repositionieren und die Lücke im Zwerchfell zu verschließen.

Symptome eines Zwerchfellbruchs: Ursachen und Risiken

Obwohl keine genaue Ursache für die Zwerchfellhernie bekannt ist, nimmt die Häufigkeit mit dem Alter zu. Vermutlich spielen Verschleißerscheinungen des Bindegewebes im Bereich der Speiseröhre und des Übergangs zum Magen eine Rolle.

Neben dem Alter ist auch Übergewicht ein Risikofaktor, da der erhöhte Druck im Bauchraum die Entstehung eines Bruchs im Zwerchfell begünstigt. Zusätzlich kann eine allgemeine Bindegewebsschwäche oder eine angeborene Veränderung das Risiko erhöhen.

Erfolgt bei einem Zwerchfellbruch mit Beschwerden oder wiederholter Organ-verlagerung keine Behandlung, drohen Komplikationen. Vor allem eine paraösophageale Hernie kann gefährlich werden, wenn sich Magenanteile oder Darm in den Brustraum verschieben und eingeklemmt werden.

Eine Hiatushernien-OP ist dann erforderlich, um Durchblutungsstörungen, Perforationen oder eine Bauchfellentzündung zu verhindern. Auch bei großen Zwerchfellbrüchen kann die Funktion von Herz und Lunge beeinträchtigt sein.

Darüber hinaus kann bei axialen Hernien Magensäure in die Speiseröhre zurückfließen (Refluxkrankheit). Dies verursacht Schleimhautentzündungen (Refluxösophagitis) und erhöht langfristig das Risiko für Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom). Auch hier gilt die Hiatushernien-OP als Therapie der Wahl.

Vorbereitung und Voruntersuchungen beim Zwerchfellbruch – Magen, Speiseröhre und Medikamente

Je nachdem, wo sich der Zwerchfellbruch befindet und wie groß er ist, kann er beschwerdefrei bleiben. In manchen Fällen kann er sich jedoch zu einer lebensgefährlichen Bauchfellentzündung entwickeln.

Zunächst muss der Arzt genau bestimmen, welche Art von Zwerchfellhernien vorliegt und ob Operieren Heilung verspricht.

Hierfür erfolgt vor einer möglichen Zwerchfellbruch-OP eine körperliche Untersuchung, bei der Ärzte insbesondere den Magen-Darm-Bereich beurteilen.

Dabei achtet der Arzt auf:

  • Widerstände beim Eindrücken der Bauchdecke (Resistenzen)

  • Ungewöhnliche Darmgeräusche

Besteht der Verdacht auf einen Zwerchfellbruch, lassen Ärzte in der Regel ein Röntgenbild mit Kontrastmittel anfertigen. Diese Diagnostik ist auch als Röntgenbreischluck bekannt.

Vor dem Röntgen des Oberbauches trinken Betroffene ein Kontrastmittel, das sich in Magen und Darm verteilt.

Zusätzlich wird vor einer Zwerchfellbruch-OP häufig eine Magenspiegelung durchgeführt, bei der Speiseröhre und Magen genau beurteilt werden.

Ebenfalls sinnvoll ist eine Computertomographie (CT), in der die Hernie gut sichtbar wird.

Darüber hinaus kann der Arzt eine Messung der Speiseröhrenfunktion (Manometrie) und eine Untersuchung des Säuregehalts in der Speiseröhre (pH-Metrie) vornehmen.

Bei bereits länger bestehenden Entzündungen der Speiseröhrenschleimhaut durch den Rückfluss von saurem Mageninhalt sind Gewebeproben notwendig, um bösartige Veränderungen auszuschließen.

Betroffene müssen außerdem gegebenenfalls Arzneien, die die Blutgerinnung hemmen (z.B. Marcumar oder Aspirin), in Absprache mit dem Arzt absetzen.

Zwerchfellbruch OP: Chirurgisches Vorgehen und operative Methoden

Bei der Zwerchfellbruch-OP (Hiatushernien-OP) erfolgt der Zugang in der Regel minimalinvasiv in Schlüssellochtechnik über eine Bauchspiegelung (Laparoskopie).

Es existieren mehrere Verfahren, wobei die sogenannte Fundoplikatio (Magenmanschetten-OP) am häufigsten durchgeführt wird. Dabei formen Ärzte aus einem Magenanteil eine Manschette, die sie um den unteren Abschnitt der Speiseröhre legen.

Das verhindert den Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre und lindert so Beschwerden wie Schluckstörungen oder Reflux.

Diese Operation erfolgt über mehrere kleine Schnitte, durch die Kamera und Instrumente in die Bauchhöhle eingebracht werden.

Innerhalb der Magenmanschetten-OP gibt es verschiedene Varianten:

  • Fundoplikatio nach Nissen und Rosetti

  • Fundoplikatio nach Toupet

Bei der Methode nach Nissen wird die Manschette vollständig um die Speiseröhre gelegt, bei Toupet nur teilweise. In beiden Fällen erfolgt die Fixierung durch spezielles Nahtmaterial an Zwerchfell und Magenwand.

Zwerchfellbruch-OP 1

Die auf diese Weise entstandene Schlinge vernähen sie mit der Vorderwand des Magens. Zusätzlich befestigen sie das Manschettenband durch Nähte am Zwerchfell.

Bei der Fundoplikatio nach Toupet legen Ärzte die Schlinge nicht komplett um die Speiseröhre herum. Die Befestigung des Nahtmaterials erfolgt sowohl am Zwerchfell als auch an der vorderen Wand der Speiseröhre.

Zwerchfellbruch-OP 2

Diese Methode kommt vor allem zum Einsatz, wenn Bewegungsstörungen (Motilitätsstörungen) der Speiseröhre bestehen.

Bei über 90 Prozent der Betroffenen führt die Magenmanschetten-OP zu einer dauerhaften Heilung. Insbesondere jungen Menschen mit der Refluxkrankheit bleibt auf diese Weise eine langjährige Einnahme von Arzneien erspart.

Eine weitere operative Option ist die Gastropexie (Fundopexie), bei der der Magen an der vorderen Bauchwand fixiert wird. Bei einer Hiatoplastik wird die zu weit gewordene Lücke im Zwerchfell mit Nahtmaterial verengt, sodass nur die Speiseröhre hindurchpasst. Falls notwendig, wird zusätzlich ein Kunststoffnetz eingesetzt, um ein erneutes Verrutschen der Organe zu verhindern.

Zwerchfellbruch-OP 3

Komplikationen und Risiken

Wenn eine Zwerchfellbruch-OP (Hiatushernien-OP) nötig war, gehen die Beschwerden in den meisten Fällen danach vollständig zurück.

Dennoch können in seltenen Fällen bestimmte Komplikationen auftreten. Allerdings treten in einer spezialisierten Klinik, in der die Behandlung eines Bruches regelmäßig durchgeführt wird, diese Probleme deutlich seltener auf.

Die häufigste Komplikation ist das Auftreten von Blähungen nach der Operation. Diese harmlose, aber unangenehme Folge entsteht, weil Luft aus dem Magen nicht mehr über den Mageneingang in die Speiseröhre entweichen kann und dadurch vermehrt in den Darm gelangt.

Gelegentlich kommt es zu Schluckbeschwerden, da die Zwerchfellbruch-OP den Übergang zwischen Speiseröhre und Magen enger macht.

Im Rahmen der Behandlung kann es auch zu einer Verletzung des Nervus vagus (sogenannter Eingeweidenerv) kommen. Dies begünstigt unter Umständen eine Magenentleerungsstörung. Ebenfalls ist eine Schädigung des Nervus phrenicus (Zwerchfellnerv) möglich, was zu Atembeschwerden führen kann.

Nicht völlig auszuschließen ist zudem, dass Ärzte beim operativen Vorgehen Organe oder umliegendes Gewebe im Bauchraum verletzen. Dadurch können Blutungen oder Nachblutungen entstehen.

Nachbehandlung nach einer OP

Für eine Zwerchfellbruch-OP ist mit einem Krankenhausaufenthalt von etwa drei bis fünf Tagen zu rechnen. Der Erfolg des Eingriffes lässt sich durch eine erneute Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel sicherstellen.

Hier prüfen Ärzte noch einmal besonders den Übergangsbereich von der Speiseröhre in den Magen. Meistens ist der Übergang von der Speiseröhre in den Magen nach der Zwerchfellbruch-OP in den ersten Tagen noch geschwollen. Daher sollte der Patient flüssige oder breiige Nahrung zu sich nehmen.

Es ist möglich, dass es eine längere Zeit dauert, bis sich wieder eine normale Stabilität des Zwerchfells ausbildet. Sechs Wochen lang sollten Sie keine zu stark belastenden Aktivitäten, z.B. Hochheben schwerer Gegenstände oder zu intensiven Sport ausüben.